Agavendicksaft: Wirklich eine gesunde Zucker-Alternative?

Agavendicksaft wird seit einigen Jahren als Zucker-Alternative zum Süßen von Speisen verwendet. Doch trägt dies wirklich zu einer gesünderen Ernährung bei? Wir klären Sie über die Vorzüge und Nachteile des Süßstoffes auf.

Agavendicksaft: Wirklich eine gesunde Zucker-Alternative?

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Agavendicksaft – Wie gesund ist die Alternative zum Zucker?

Agavendicksaft wird gerne von ernährungsbewussten Menschen verwendet, um den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren. Er hat eine recht hohe Süßkraft und gilt als guter Zuckersatz in Desserts und Getränken. Seine Süßkraft hat einen Grund: Der Saft der Agave besteht vorrangig aus Fruktose und Glukose. Sie gehört mit ihrem hohen Zuckeranteil nicht unbedingt zu den gesunden Lebensmitteln.

Das Gute am Agavendicksaft: Er wird nicht raffiniert und weist einen höheren Gehalt an Spurenelementen und Mineralstoffen auf als normaler Haushaltszucker. Das macht ihn wiederum interessant für Menschen, die sich gesund ernähren möchten. Doch was diese oft nicht im Blick haben: Spurenelemente und Mineralstoffe haben nur einen kleinen Anteil im Dicksaft. Man müsste den Agavendicksaft Literweise trinken, um überhaupt eine relevante Menge davon zu sich zu nehmen. Mit Blick auf den Zuckergehalt ist dies mit Sicherheit keine gute Idee.

Agavendicksaft – Zucker: Verhältnis

Zucker durch Agavendicksaft zu ersetzen ist gar nicht so schwer: 100 Gramm Agavendicksaft süßt ungefähr genauso stark wie 125 Gramm Zucker. Wer die alternative Süße zum Beispiel beim Backen nutzen will, benötigt ungefähr ein Fünftel weniger als Zucker. Oder anders ausgedrückt: 70 Gramm Agavendicksaft ersetzen 100 Gramm Zucker.

Agavendicksaft – Nährwerte pro 100 Gramm

  • Kalorien: 304
  • Eiweiß: 0,1 g
  • Fett: 0 g
  • Kohlenhydrate: 76 g
  • Ballaststoffe: 0 g

Zucker – Nährwerte pro 100 Gramm

  • Kalorien: 405
  • Eiweiß: 0 g
  • Fett: 0 g
  • Kohlenhydrate: 99,8 g
  • Ballaststoffe: 0 g

Da Agavendicksaft weniger Kalorien als Zucker, aber eine höhere Süßkraft hat, bedeutet dies für alle, die ihre Kalorienzufuhr reduzieren möchten: Agavendicksaft ist eine kalorienreduzierte Süße.

Wie schmeckt Agavendicksaft?

Agavendicksaft schmeckt grundsätzlich mild, manchmal fast neutral, aber dennoch süß.

Seine Geschmacksintensität lässt sich an der Farbe ablesen: Je heller der Dicksaft ist um so milder schmeckt er. Je dunkler er gefärbt ist um so mehr Eigengeschmack bringt er mit. Dieser lässt sich mit einer herben Karamellnote umschreiben.


Agavendicksaft und Diabetes

Oft hört man, dass Agavendicksaft als Zuckerersatz für Diabetiker empfohlen wird, schließlich habe er einen niedrigen glykämischen Index von 15. Zum Vergleich: Haushaltszucker hat einen Wert von 65.

Agavendicksaft ist für Diabetiker leider nicht unbedenklich, weil er einen hohen Fruchtzuckergehalt von 70 bis 75 Prozent hat – und diese Fruktose fördert das metabolische Syndrom (Quelle: Bundesinstitut für Risikoberwertung), da sie sich ungünstig auf den Stoffwechsel auswirkt.

Agavendicksaft und Gicht

Immer wieder hört man auch, dass Agavendicksaft einen Gichtanfall auslösen kann. Woran liegt das?
Ernährungswissenschaftler haben festgestellt, dass Fruchtzucker die Harnsäureaussscheidung behindert. Das ist nicht gut für Menschen mit einem zu hohen Harnsäuregehalt im Körper haben, denn sie sind per se anfälliger für Gicht. Wer also zu Gichtanfällen neigt, sollte nur ganz zurückhaltend mit Agavendicksaft süßen.

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Agavendicksaft oder Honig – Was ist die bessere Alternative?

Agavendicksaft und Honig haben unterschiedliche Aromen, deshalb ist es vor allem Geschmackssache, ob man zum Dicksaft oder zum Honig greift.

Grundsätzlich hat der Agavendicksaft eine deutlich höhere Süßkraft. Man benötigt viel weniger von ihm, um die gleiche Süße zu erreichen. Das spart im Endeffekt eine Menge unnötiger Kalorien.

Agavendicksaft ist auch löslicher als Honig. Wer Salatdressings oder Marinaden mit dem Dicksaft süßen möchte, hat es leicht, da er sich schnell mit den anderen Zutaten verbindet und nicht lange verrührt werden muss.

Es lässt sich aber nicht pauschal sagen, dass die eine Zuckeralternative gesünder wäre als die andere: Beide enthalten eine kleine Menge Mineralstoffe und Antioxidantien und beide enthalten eine große Menge Zucker.

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Agavendicksaft Herstellung

Agavendicksaft ist ein Sirup, der aus dem Saft der Agaven-Pflanzen gewonnen wird, und somit ein Naturprodukt. Hergestellt wird dieser Sirup hauptsächlich in Mexiko. Dort wird er schon sehr lange zum Süßen von Speisen genutzt, bereits die Azteken sollen ihn verwendet haben.

Doch wie gelangt man an den süßen Saft der Pflanze? Erst wenn die Agave acht Jahre alt ist, kann aus ihr der Dicksaft gewonnen werden. Der Pflanze wird vor dem Blühen der innere Kern entfernt. Es entsteht ein Loch, aus dem mehrere Monate täglich der Agavensaft genommen werden kann.

Dieser wird gefiltert und erhitzt, so lange, bis der Saft zu einer Art Sirup eindickt. Der Dicksaft nimmt eine unterschiedliche Färbung an. Je dunkler der Saft ist, desto intensiver ist der Geschmack nach Karamell.

Insgesamt ist der Agavendicksaft etwas dünnflüssiger als Honig, kann aber ähnlich zum Süßen verwendet werden, allerdings sollte einem beim Kauf bewusst sein, dass der helle, fast durchsichtige Agavendicksaft einen neutraleren Geschmack hat als der Dunkle. Der Dunkle ist ungefiltert, höher konzentriert und schmeckt eindeutig mehr nach Karamell.

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Agavendicksaft Rezepte

Grundsätzlich können Sie alle Getränke oder Desserts mit Agavendicksaft süßen. Er eignet sich hervorragend für Tee oder Kaffee, weil er sehr löslich. In Obstsalat und Müsli lässt er sich gut untermengen und als Topping auf Pfannkuchen oder Waffeln lässt er sich gut gleichmäßig verteilen.

Wenn Sie mit Agavendicksaft backen wollen, müssen Sie etwas beachten:
Backwaren auf Grund das hohen Fructosegehaltes schneller braun. Deshalb sollten Sie Ihr Gebäck oder Kuchen eventuell mit Alufolie abdecken.

Snack: Popcorn mit Agavendicksaft

Zutaten:

  • ein Esslöffel Öl
  • Popcorn-Mais
  • ein Esslöffel Agavendicksaft

Zubereitung:
Das Öl wird in einem großen Topf mit Deckel erhitzt. Danach werden so viel Popcorn-Mais-Körner hinzugegeben, bis der Boden bedeckt ist. Den Deckel wieder auflegen und den Topf immer wieder bewegen, damit die Körner nicht anbrennen. Wenn es aufhört zu poppen, den Topf von der Flamme nehmen. Das Popcorn ist fertig und kann sofort mit dem Agavendicksaft gesüßt werden.

Getränk: Spicy Milk Latte

Zutaten:

  • 200 ml fettarme Milch
  • ein kleiner Espresso
  • ein Esslöffel Agavendicksaft
  • 1/4 Teelöffel Zimt
  • eine Messerspitze gemahlene Muskatnuss
  • eine Messerspitze Ingwerpulver

Zubereitung:
Zunächst wird der Espresso zubereitet und die Milch erhitzt. Danach werden Milch, Espresso und Gewürze sowie Agavendicksaft verrührt. Fertig.

Dessert: Popcorn mit Agavendicksaft

Zutaten:

  • zwei Äpfel
  • eine Banane
  • zwei Pfirsiche
  • eine Handvoll Weintrauben
  • eine Mango
  • einige Walnüsse
  • frischgepresster Zitronensaft
  • zwei Esslöffel Agavendicksaft

Zubereitung:
Alle Obstsorten werden gewaschen bzw. geschält, in kleine Mund gerechte Stücke geschnitten und in eine Schüssel gefüllt. Die Walnüsse werden klein gehackt und darunter gemengt. Aus Zitronensaft und Agavendsaft wird nach eigenem Geschmack ein süß saures Dressing gemixt, das schnell über dem Obst verteilt werden muss, damit Äpfel und Bananen nicht braun werden.

Sehr gut schmeckt dazu ein Esslöffel Jogurt oder Sahne.

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[Bildnachweis: CKP1001 by Shutterstock.com]

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