Alltagsbegleiter: So profitieren Sie von ihnen

In den letzten Jahren hat sich im Pflegesektor einiges getan. So sind auch neue Berufsbilder entstanden. Eines davon ist der Alltagsbegleiter, den es seit 2008 gibt. Doch bei welchem Alltag begleitet so ein Alltagsbegleiter eigentlich? Was sind die Aufgaben und was nicht? Und vor allem: Steht Ihnen eine solche Betreuung zu? Um all diese Fragen kümmern wir uns an dieser Stelle. Zudem geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über den Beruf, wenn Sie selbst eine Ausbildung zum Alltagsbegleiter absolvieren möchten.

Alltagsbegleiter: So profitieren Sie von ihnen

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Was macht ein Alltagsbegleiter?

Als der Zivildienst Ende des Jahres 2011 endgültig wegfiel, rückte in vielen Pflegeeinrichtungen plötzlich ein Berufsbild in den Mittelpunkt, das es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal knapp drei Jahre lang gab: der Alltagsbegleiter. Schnell wurden sie in vielen Heimen zu einem beliebten Notnagel in Zeiten des Pflegenotstandes. So ist das leider oft auch heute noch.

Dabei ist ein Alltagsbegleiter keine Pflegekraft. In ihrer Ausbildung erlernen sie zwar einige wichtige Grundlagen bezüglich pflegerischer Tätigkeiten, doch ihr eigentliches Beschäftigungsfeld ist ein völlig anderes: Alltagsbegleiter kümmern sich (wie der Name schon sagt) um die Alltagsaufgaben von Pflegebedürftigen. Also darum, wozu die Pflegekräfte aufgrund des allgegenwärtigen Personalmangels keine Zeit haben.

Was darf ein Alltagsbegleiter und was nicht?

Dabei unterscheidet sich das Berufsbild allerdings auch von dem einer Haushaltshilfe oder Hauswirtschafterin. Denn es geht nicht darum, die Grundversorgung eines Pflegebedürftigen abzudecken, sondern dazu beizutragen, dass dessen Freizeit abwechslungsreich und aktivierend gestaltet ist. So ist ein Alltagsbegleiter vor allem für folgende Tätigkeiten ausgebildet:

  • Gemeinsame Kreativprojekte wie Basteln oder Malen (zum Beispiel Erinnerungsalben)
  • Gemeinsames Kochen und Backen
  • Gemeinsames Musizieren und Singen
  • Gemeinsames Spielen
  • Gemeinsame Bewegungs- oder Tanzübungen
  • Gemeinsames Lesen beziehungsweise Vorlesen
  • Gemeinsames spazieren gehen oder Begleitung bei einem Ausflug beziehungsweise Arztbesuch
  • Gemeinsames Gespräch und Vermittlung von Orientierung und Wertschätzung

Damit ist also klar, dass ein Alltagsbegleiter keine Pflegekraft ersetzt. Medikamentengabe, Verbände anlegen und Injektionen zu setzen ist einem Alltagsbegleiter qua Gesetz nicht erlaubt.

Gibt es einen Unterschied zwischen Alltagsbegleiter und Betreuungsassistent?

Das Berufsbild des Alltagsbegleiters und des Betreuungsassistenten ist das gleiche. Beide Bezeichnungen werden gleichermaßen verwendet.

Grundsätzlich besteht jedoch wie erwähnt eine klare Abgrenzung zu pflegerischen Berufsfeldern. In der Theorie. In der Praxis werden Alltagsbegleiter jedoch häufig als eine Art „Mädchen für alles“ behandelt. Wahlweise werden sie als Pflegehelfer, Pflegeassistent oder in der Hauswirtschaft eingesetzt.

Dies sind allerdings nicht die ursprünglichen Aufgaben einer Alltagsbegleitung. Daher sei an dieser Stelle klar umrissen, was ein Alltagsbegleiter NICHT ist:

Für all diese Bereiche ist ein Alltagsbegleiter nicht ausreichend ausgebildet – es besteht lediglich ein Grundwissen über Erste Hilfe und gewisse Pflegeabläufe.

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Alltagsbegleiter: Ausbildung für Quereinsteiger

Alltagsbegleiter übernehmen also für mehrere Stunden in der Woche oder pro Tag verschiedene Aufgaben, welche die Angehörigen aufgrund von zeitlichen und / oder räumlichen Einschränkungen nicht leisten können. Dies kann dauerhaft so sein oder auch nur für einen begrenzten Zeitraum, wenn pflegende Angehörige zum Beispiel eine Auszeit benötigen.

Dabei ist ihre Arbeit von Fall zu Fall unterschiedlich; je nachdem welche Wünsche aber auch welche Fähigkeiten und Gefühle bei den jeweiligen Pflegebedürftigen vorhanden sind. Es geht also um eine individuelle Betreuung und nicht um ein Schema F.

Diese Vielseitigkeit motiviert viele jüngere und junggebliebene Senioren dazu, selbst eine Ausbildung zum Alltagsbegleiter zu absolvieren und sich so sozial zu engagieren. Viele von ihnen waren zuvor noch nie im pflegerischen Sektor tätig, sondern sind Quereinsteiger. Die meisten Alltagsbegleiter sind in einem Alter von 50 plus. Die überwiegende Mehrheit sind dabei Frauen, weswegen insbesondere Männer aus Paritätsgründen besonders begehrt sind.

Wo werden Alltagsbegleiter ausgebildet?

Viele Altenpflegeschulen aber auch private, kirchliche und öffentliche Bildungsträger bieten diese Ausbildung, die keine vollwertige Berufsausbildung darstellt, an. Dies sind dabei zum Beispiel:

  • Caritas oder Diakonie
  • Bildungswerke
  • Akademien
  • Pflegeschulen
  • Stadtteiltreffs

Finanziert wird diese Ausbildung in aller Regel von der Bundesagentur für Arbeit oder aber vom zukünftigen Arbeitgeber.

Wie lange dauert eine Ausbildung als Alltagsbegleiter?

Wenn Sie sich für das Berufsbild Alltagsbegleiter entscheiden, müssen Sie zunächst eine sogenannte „Qualifizierung“ absolvieren. Wie erwähnt stellt diese keine vollwertige Berufsausbildung dar.

Diese Qualifizierung besteht aus einem theoretischen Unterrichtsteil von 160 Stunden und zwei Praktika von einer beziehungsweise zwei Wochen. Die Inhalte und Themen der Ausbildung sind dabei unter anderem:

  • Grundlagen der häufigsten Krankheitsbilder in der Altenpflege (beispielsweise Demenz, Parkinson, Alzheimer, Depression, Schluckstörung und andere)
  • Grundlagen der Patientenlagerung, der Sturzprophylaxe und des Umgangs mit bettlägerigen oder gehbehinderten Menschen (also auch Umgang mit einem Rollstuhl oder Rollator)
  • Grundlagen der Ersten Hilfe und Erstversorgung
  • Grundlagen der Aktivierung und Angebotsmöglichkeiten der Freizeitgestaltung für ältere Menschen
  • Grundlagen der Ernährung
  • Grundlagen der Gesprächsführung
  • Grundlagen der Pflege und Hygiene
  • Grundlagen der rechtlichen Voraussetzungen und der Dokumentation

Motivation für eine Ausbildung zum Alltagsbegleiter

Viele Alltagsbegleiter widmen sich mit großem Elan und hoher intrinsischer Motivation ihrer Aufgabe.

Zwar ist ihre Bezahlung selbst für den ohnehin schon schlecht bezahlten Pflegesektor vergleichsweise gering. Doch die meisten, die den Beruf ausüben, ziehen ihr Glück aus dem persönlichen Umgang und der Zeit, die sie mit dem Pflegebedürftigen verbringen sowie der Dankbarkeit, die ihnen entgegen gebracht wird.

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Wo werden Alltagsbegleiter eingesetzt?

Alltagsbegleiter werden überall dort eingesetzt, wo Pflegebedürftige betreut werden müssen. Es ist also eine wichtige Voraussetzung, dass ein von der gesetzlichen Pflegeversicherung anerkannter Pflegegrad vorliegt. Ist dies der Fall, so kann ein Alltagsbegleiter in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen. Zum Beispiel:

  • Pflegeheim
    Die meisten Alltagsbegleiter sind in einem Pflege- oder Altenheim angestellt und haben dort nach Dienstplan feste Arbeitszeiten beziehungsweise arbeiten in Schichten. Sie bieten in den Heimen regelmäßig für alle Bewohner gemeinsame Angebote an, sind aber auch als gute Zuhörer zur Stelle, wenn individuell ein Gesprächsbedarf vorliegt. Auch in teilstationären Einrichtungen der Tagespflege gehören Alltagsbegleiter inzwischen zum festen Personalstamm. In beiden Arten von Pflegeeinrichtungen ist es per Sozialgesetzbuch (Paragraph 43b, SGB XI) für die Heime verpflichtend festgeschrieben, dass sie Alltagsbegleiter beschäftigen müssen.
  • Privathaushalt
    Auch in der häuslichen Pflege können Alltagsbegleiter zum Einsatz kommen. Sie kommen dann meistens zwei- oder dreimal pro Woche und gestalten mehrere Stunden mit den Pflegebedürftigen. Dies kann bei der Pflegekasse beantragt werden. Entweder als Betreuungs- beziehungsweise Entlastungsleistung oder über die Verhinderungspflege.
  • Senioren-WG
    Nicht immer wohnen ältere Menschen in einem Heim. Viele schließen sich auch einer Senioren-WG an. Und auch hier kann ein Alltagsbegleiter mehrmals pro Woche oder mitunter sogar täglich vorbei kommen (je nach Anzahl der anerkannten Pflegebedürftigen) und mit den Bewohnern zusammen kochen, kreativ tätig sein oder ein regelmäßiges Gedächtnistraining absolvieren. Gerade bei einer beginnenden Demenz ist der letzte Punkt sehr wichtig.
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Einen passenden Alltagsbegleiter finden

Wer sich privat nach einem Alltagsbegleiter umsieht, hat viele Möglichkeiten. Die meisten von ihnen sind bei ambulanten Pflegediensten beschäftigt oder bei den großen Wohlfahrtsorganisationen wie zum Beispiel Caritas, Diakonie, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder Deutsches Rotes Kreuz. Aber auch Seniorenbüros oder Ihre Gemeinde können hier Ansprechpartner sein und vermitteln. Zudem gibt es im Internet Vermittlungsplattformen.

Lassen Sie sich Zeit bei der Auswahl. Die persönliche Basis muss stimmen. Außerdem ist es wichtig, dass der Alltagsbegleiter genau die Stärken im persönlichen Umgang und den Aktivierungsangeboten hat, die Sie auch benötigen.

Ziehen Sie also gerne bei der Suche Ihre Angehörigen mit ein und achten Sie bei der Suche nach einem geeigneten Alltagsbegleiter darauf, dass die zwischenmenschliche Wellenlänge stimmt.

Finanzierung eines Alltagsbegleiters

Wer die Hilfe eines Alltagsbegleiters in einem Pflegeheim in Anspruch nimmt, muss sich nicht weiter um die Kosten sorgen. Diese sind pauschal im Leistungsspektrum der Einrichtung enthalten.

Wenn Sie sich jedoch privat um einen Alltagsbegleiter bemühen und diesen nicht aus eigener Tasche finanzieren möchten, so sind bestimmte Voraussetzungen zu beachten, damit die Pflegeversicherung einspringt:

  • Es muss ein anerkannter Pflegegrad vorliegen.
  • Die Kosten können als Verhinderungspflege beantragt werden.
  • Alternativ können Sie die Kosten auch als Betreuungsleistung geltend machen.
  • Zusätzlich können die Leistungen auch zu Teilen über die Kurzzeitpflege abgerechnet werden.

Wer über die festgelegte Leistung der Pflegekasse hinaus einen Alltagsbegleiter beschäftigen möchte, muss mit Kosten von mindestens 25 Euro pro Stunde rechnen.

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