Altenheim: So finden Sie das passende

In einem Altenheim bekommen Senioren die Betreuung und Zuwendung, die in früheren Zeiten die Großfamilie geleistet hat. Bei geistigen und körperlichen Einschränkungen erhalten sie bei Bedarf die Hilfe und Pflege, welche die Angehörigen nicht leisten können. Doch die Wahl des richtigen Altenheims ist nicht einfach – das Angebot weitreichend. Altenwohnheim, Pflegeheim, Senioren-Residenz – wir klären die wichtigsten Begriffe und zeigen, worauf Sie bei der Auswahl achten müssen…

Altenheim: So finden Sie das passende

Definition: Was ist ein Altenheim?

Ein Altenheim – altmodisch immer noch oft „Altersheim“ genannt, eine Bezeichnung, die laut Duden aber auch noch zulässig ist – ist eine Wohn- und Begegnungsstätte für ältere und zumeist pflegebedürftige Menschen. Häufig wird der Begriff als Bezeichnung für alle Einrichtungen dieser Art verwendet, jedoch gibt es rein formell gesehen drei Abstufungen:

  • Altenwohnheim
  • Altenheim
  • Pflegeheim

Der Unterschied besteht darin, dass in einem Altenwohnheim lediglich ein Wohnplatz angeboten wird. Meist werden Altenwohnheime auch als Senioren WG bezeichnet. Mehrere abgeschlossene Wohnbereiche werden in einem oder mehreren zusammenhängenden Gebäuden zusammengefasst.

Ziel ist es, den Bewohnern das selbstbestimmte Wohnen zu ermöglichen. Dafür sind die Wohnbereiche barrierefrei umgebaut. Bei Bedarf steht ein Pflegedienst zur Verfügung, der separat dazu gebucht wird.

In einem Altenheim wohnen hingegen meist Bewohner mit einer geringen Pflegebedürftigkeit. Ein selbstständiges Leben ist auch hier das Ziel, allerdings führen die Senioren keinen eigenständigen Haushalt mehr. Sie werden sowohl mit Mahlzeiten versorgt, als auch mit der Reinigung ihrer Räumlichkeiten.

Zudem werden ärztliche und persönliche Betreuungsangebote in einem Altenheim zur Verfügung gestellt. Gerade die vielseitigen Freizeitangebote wirken auf diese Weise der Vereinsamung entgegen. Altenheime, die sich in kirchlicher Trägerschaft befinden, bieten außerdem regelmäßige Gottesdienste an.

Pflegeheime sind die dritte Säule in der stationären Seniorenbetreuung. Hier ist, wie der Name schon vermuten lässt, die voll- oder teilstationäre Pflege ein fester Bestandteil. Je nach Einstufung in die Pflegegrade werden die Senioren durch entsprechenden Fachpersonal gegebenenfalls rund um die Uhr versorgt.

Mit knapp 14.000 Einrichtungen und 700.000 Senioren stellen Pflegeheime den größten Anteil an Seniorenunterkünften in Deutschland. Sie sind spezialisiert auf den Umgang mit typischen altersbedingten Erkrankungen wie zum Beispiel der Demenz.

Für ein Pflege- oder Altenheim wird häufig auch der Begriff der Senioren-Residenz verwendet. Dieser ist nicht geschützt und dient in den meisten Fällen zu Marketingzwecken. Er soll verdeutlichen, dass es sich um ein besonders edles (und meist auch teureres) Pflege- oder Altenheim handelt.

Häufig finden sich unter dem Begriff der Senioren-Residenz aber auch Angebote des betreuten Wohnens wieder, die durch besondere Dienstleistungen und luxuriöse Anlagen gekennzeichnet sind.

Was kostet ein der Aufenthalt in einem Altenheim?

Eine Unterbringung in einem Altenheim ist nicht billig. Die monatlichen Kosten belaufen sich je nach Bundesland, nach Angebot und nach Ausstattung durchschnittlich auf Kosten zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, die günstigsten Angebote ohne pflegerische Begleitung sind ab circa 700 Euro zu haben.

Zwar übernimmt die Pflegeversicherung je nach Pflegegrad einen Teil dieser Kosten, ein großer Betrag muss jedoch als Eigenanteil bezahlt werden.

Diese Kosten können bei einer krankheitsbedingten Unterbringung als außergewöhnliche Belastungen steuerlich gelten gemacht werden. Handelt es sich jedoch um altersbedingte Gebrechen, sind nur die pflegerischen Leistungen absetzbar, nicht aber die Kosten für die Unterbringung als solche.

Das zahlt die Pflegeversicherung

Der Anteil den die Pflegeversicherung bei einer Unterbringung im Altenheim übernimmt, richtet sich nach der dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Je nach Pflegegrad steigen die Kosten, aber auch die Erstattungen:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro

Alternativen zu einem Altenheim

Gerade wer keinen anerkannten Pflegegrad hat oder in Pflegegrad eins oder zwei eingestuft ist, muss für eine Unterbringung im Altenheim einen großen Betrag selbst bezahlen. Daher sollte ein Umzug genau überlegt sein.

Oft lassen sich mit 24-Stunden-Pflegekräften Ihres Vertrauens in den heimischen vier Wänden eine Menge Geld sparen. Diese Ersparnis kann schnell bis zu 1.000 Euro oder sogar mehr ausmachen. Gerade Pflegekräfte aus Osteuropa gelten in diesem Zusammenhang als zuverlässige, fürsorgliche und günstige Alternative zu einer Heimaufnahme, sofern sie offiziell angemeldet werden.

Sie übernehmen neben dem Haushalt und dem Einkauf bei Bedarf auch die Körperpflege und die Begleitung zu behördlichen und ärztlichen Terminen. Zudem sind sie rund um die Uhr da und haben keine anderen Patienten zu versorgen, wie die Betreuungs- und Pflegekräfte in einem Altenheim. Agenturen haben sich auf die Vermittlung seriöser Fachkräfte für die 24-Stunden-Pflege spezialisiert.

Das müssen Sie beim Umzug in ein Altenheim beachten

Wenn es einmal doch keine Alternative zu einem Umzug in ein Altenheim gibt, sollten Sie sich für die Auswahl viel Zeit nehmen. Schließlich ist dies eine Entscheidung, die langfristig und perspektivisch getroffen werden muss.

Daher sollte Sie sich nicht für die nächstbeste Einrichtung in der Nähe entscheiden, sondern genau hinsehen und vergleichen. Darauf sollten Sie besonders achten:

  • Ist die Infrastruktur in der Umgebung entsprechend (Ärzte, Gastronomie, Geschäfte)?
  • Sind die Räumlichkeiten ansprechend gestaltet (Größe, Ausstattung, Freundlichkeit der Anlage und der Wohnbereichs)?
  • Sind die Mahlzeiten hochwertig und abwechslungsreich (ausgewogener Speiseplan, Getränke und gesunde Snacks auch außerhalb der Essenszeiten erhältlich)?
  • Ist das Altenheim für Ihre Angehörigen leicht erreichbar (Lage, Anbindung, Entfernung)?
  • Welche Freizeitangebote stehen zur Auswahl (Ausflüge, Feiern, Bewegung, Aktivierung)?
  • Gibt es persönliche Ansprechpartner (Sozialarbeiter, Seelsorger, Fürsorger)?
  • Wie sind Ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten (Heimbeirat, aktive Mitarbeitsmöglichkeiten)?
  • Wie ist die ärztliche, therapeutische und pflegerische Personalsituation (Anzahl pro Bewohner, Verfügbarkeit, Ausbildung)?
  • Welche Kosten werden erhoben und welche zusätzlichen Serviceleistungen kosten extra (Finanzierung, Preis-Leistungs-Verhältnis)?

Am besten ist es, dies nicht nur bei einem kurzen Besichtigungstermin abzuklären, sondern in intensiven Gesprächen mit der Heimleitung, dem Personal und anderen Bewohnern. Dazu gehört auch ein genauer Blick auf den Speiseplan.

Treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen, sondern lassen das jeweilige Gesamtpaket einige Tage auf sich wirken. Vielleicht können Sie sogar einen Tag Probewohnen. Dies ist zwar nicht in jedem Altenheim möglich, aber häufig wird diese Entscheidungshilfe schon angeboten.

Andernfalls sollten Sie das anvisierte Altenheim zumindest mehrmals besichtigen – auch unangekündigt. Dies verschafft Ihnen einen besseren Einblick und verhindert, dass nur zu gewissen Zeiten Hygiene und gute Stimmung vorgetäuscht wird. Unterhaltungen mit den anderen Bewohnern zeigen zudem auf, ob sich im Altenheim um diese gekümmert wird oder ob sie vernachlässigt werden.

Einzug in ein Altenheim: Der Heimvertrag

Haben Sie sich für ein Altenheim entschieden, steht vor dem Umzug noch der Abschluss des Heimvertrages. Dabei sollten Sie darauf achten, dass alle Leistungen möglichst einzeln, genau und übersichtlich schriftlich aufgeführt werden. Dies gilt zum einen für Pflegeleistungen, aber auch die Miete und die Versorgung. Seien Sie bei kurzen Verträgen, die nur Pauschalen beinhalten, skeptisch!

Auch Kostenerhöhungen sollten präzise dargestellt werden. Es sollte deutlich ersichtlich sein, unter welchen Voraussetzungen welche Kosten um wieviel erhöht werden können.

Achten Sie zudem genau auf versteckte Klauseln. Sätze wie: „Den Anforderungen der Heimleitung ist stets Folge zu leisten“ drücken nicht nur eine entsprechende negative Grundhaltung aus, sondern sind schlicht unwirksam und rechtswidrig, da sie eine Bevormundung beinhalten. Das gleiche gilt für eine Klausel, die einen Umzug in einen anderen Raum oder ein Krankenhaus gegen den Willen des Bewohners anordnen kann oder den Zusatz, dass bei Schulden die Angehörigen haften.

Wichtig ist, dass Sie sowohl durch die Besichtigungen und die Gespräche, als auch bei einem genauen Blick in den Heimvertrag, dem Altenheim und der Leitung Vertrauen entgegenbringen können. Nur wenn dies uneingeschränkt der Fall ist, sollten Sie den Umzug auch vollziehen.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]
8. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite