Altenpflege: Informationen, Arten, Finanzierung

Mit der Altenpflege beschäftigen sich die meisten Menschen erst, wenn das Thema für sie selbst oder einen Angehörigen akut und damit unausweichlich wird. Auch wenn es keine angenehme Vorstellung ist, sollten Sie sich jedoch frühzeitig mit der Altenpflege auseinandersetzen – um informiert zu sein, wenn entweder Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person auf Altenpflege angewiesen sind. Das beginnt bereits mit einem Bild davon, was Altenpflege überhaupt ist, welche Ziele sie verfolgt und welche verschiedenen Arten der Altenpflege in Anspruch genommen werden können. In diesem Artikel beantworten wir diese Fragen zu den Aufgaben der Altenpflege und erklären, was Sie wissen sollten…

Altenpflege: Informationen, Arten, Finanzierung

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Definition: Altenpflege-Steckbrief

Als Altenpflege wird der gesamte Bereich bezeichnet, der sich mit der professionellen Pflege und Betreuung von alten Menschen beschäftigt. Durchgeführt wird Altenpflege dabei in der Regel von speziell ausgebildeten Altenpflegern, aber auch Pflegehelfern sowie Gesundheits- und Krankenpflegern.

Auch ehrenamtliche Helfer und Pfleger können in der Altenpflege zum Einsatz kommen, in nicht-professioneller Form können auch Angehörige oder Freunde einen Teil der Altenpflege übernehmen. Altenpflege ist also nicht auf den Altenpflege-Beruf oder die Altenpfleger-Ausbildung beschränkt.

Ob die Altenpflege dabei in dafür eingerichteten Pflegeheimen oder bei der zu pflegenden Person zuhause stattfindet, hängt von der Art der Altenpflege ab – die Unterschiede finden Sie weiter unten in diesem Artikel.

Was sind die Aufgaben der Altenpflege?

Die Aufgaben der Altenpflege sind vielfältig. Neben körperlicher Pflege und Hilfe bei der Hygiene kann Teil der Altenpflege auch die Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben, etwa dem An- und Ausziehen oder der Nahrungsaufnahme sein. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Förderung von geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Ebenso gehört eine medizinische Grundvorsorge in Absprache mit behandelnden Ärzten zu den Aufgaben der Altenpflege.

Das wichtigste Ziel der Altenpflege ist dabei der Erhalt der Lebensqualität oder – falls möglich – diese sogar noch weiter steigern. Entsprechend großer Wert wird in der Altenpflege darauf gelegt, auch die Fähigkeiten der zu pflegenden Person zu fördern und größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen.

In der Altenpflege steht deshalb an erster Stelle der Erhalt und die Wiederherstellung von Fähigkeiten. Die Altenpflege soll dort unterstützen, wo Betroffene sich alleine nicht mehr versorgen können und Hilfe benötigen.

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Verschiedene Arten der Altenpflege

Altenpflege ist nicht gleich Altenpflege. In der Praxis gibt es zahlreiche unterschiedliche Arten und Formen der Pflege, die auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgerichtet sind und so den Betroffenen Personen bestmöglich helfen sollen.

Entscheidend ist somit das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit, das sich auch in der jeweiligen Pflegestufe zeigt. Für eine bessere Übersicht und größeres Verständnis haben wir nachfolgend die häufigsten Arten der Altenpflege aufgelistet und kurz erklärt:

  • Ambulante Altenpflege
    In der ambulanten Altenpflege findet die Pflege und Versorgung in der eigenen Wohnung des pflegebedürftigen Menschen statt. Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes kommen dafür nach Absprache entweder täglich oder auch in anderen zeitlichen Abständen.

    Die benötigten Maßnahmen der Altenpflege werden dann direkt vor Ort durchgeführt – dazu können Körperpflege aber auch andere Unterstützungen bei alltäglichen Aufgaben zählen.

  • Stationäre Altenpflege
    Als Gegenteil der ambulanten Altenpflege findet die stationäre Altenpflege nicht zuhause, sondern in einer dafür vorgesehenen Einrichtung statt – etwa einem Pflege- oder Altenheim – statt. Die vollstationäre Pflege richtet sich an pflegebedürftige Personen, die dauerhaft auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Ob dies notwendig ist, entscheidet meist der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Ab Pflegegrad 4 ist die Begründung dafür immer gegeben.

    Bei einer teilstationären Pflege findet die Betreuung nicht rund um die Uhr statt. Diese Möglichkeit kommt nur in Frage, wenn die benötigte Altenpflege für die restliche Zeit gesichert ist. Kosten für Transport müssen dabei selbst übernommen werden.

  • Tagespflege
    Eine spezielle Form der teilstationären Pflege ist die sogenannte Tagespflege. Diese richtet sich gezielt an Pflegebedürftige, die von Angehörigen betreut werden – die jedoch selbst tagsüber arbeiten gehen und sich deshalb nicht um die Betreuung kümmern können. In diesen Zeiten kann eine Tagespflege in Anspruch genommen werden, die sich im benötigten Zeitraum der Pflege widmet. Dies ist aber nicht nur teilstationär, sondern auch ambulant möglich.

    Wird eine Betreuung in der Nacht benötigt, kann auch eine sogenannte Nachtpflege in Anspruch genommen werden.

  • Verhinderungspflege
    Wie der Begriff bereits andeutet, geht es bei der Verhinderungspflege um eine Pflegemöglichkeit, wenn Angehörige, die sich eigentlich um die pflegebedürftige Person kümmern, verhindert sind.

    Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Angehörigen selbst krank werden und temporär keine Betreuung übernehmen können. Auch ein Urlaub kann Grund für eine Verhinderungspflege sein.

  • Kurzzeitpflege
    Von Kurzzeitpflege wird gesprochen, wenn eine pflegebedürftige Person über einen begrenzten Zeitraum eine vollstationäre Pflege benötigt.

    So zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt. Auch wenn die häusliche oder teilstationäre Pflege vorübergehend nicht möglich oder nicht ausreichend ist, kann eine Kurzzeitpflege genutzt werden.

  • Intensivpflege
    Bei schweren, akuten oder gar lebensbedrohlichen Erkrankungen kann eine Intensivpflege benötigt werden. Bei dieser Form der Altenpflege findet eine genaue Kontrolle der Körperfunktionen und ständige Überwachung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person statt.

    Sollte es zu einem Notfall kommen, kann schnell reagiert werden. Wichtig ist dabei eine spezielle Schulung der Pflegekräfte. Daher ist der Beruf des Intensivpflegers in der Altenpflege eine gesonderte Berufsbezeichnung.

  • Palliativpflege
    Ist eine Heilung von Patienten bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung nicht mehr möglich, kann dies in den Bereich der Palliativpflege fallen. In erster Linie geht es darum, Schmerzen und Leiden in dieser Zeit zu vermeiden – weitere Behandlungen finden meist nicht mehr statt.

    Kann aufgrund des Gesundheitszustands abgesehen werden, dass sich das Leben der zu pflegenden Person dem Ende neigt, kann eine Unterbringung in der Hospizpflege erfolgen. Diese ist speziell darauf ausgerichtet, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Auch Angehörige werden hier betreut, um mit der schweren Zeit besser umgehen zu können.

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Finanzierung: Wer übernimmt die Kosten für die Altenpflege?

Altenpflege ist enorm wichtig und für viele im steigenden Alter absolut notwendig – doch leider ist die Betreuung und Pflege teuer. Eine wichtige Frage lautet deshalb: Wie wird die Altenpflege finanziert und wer übernimmt die Kosten für notwendige Maßnahmen oder eine stationäre Pflege?

Zunächst einmal greift dabei die Pflegeversicherung, die in Deutschland eine Pflichtversicherung ist und in die entsprechend jeder einzahlt. Diese soll für eine finanzielle Grundsicherung der Altenpflege sorgen und übernimmt je nach festgestelltem Pflegegrad verschiedene Leistungen.

So können beispielsweise bei einer stationären Altenpflege die Kosten für die Unterbringung von der Pflegeversicherung getragen werden – allerdings fallen weitere Kosten für die Versorgung an, die nicht davon gedeckt sind.

Teilweise ist die Kostenübernahme für Altenpflege durch die Pflegeversicherung auch an einen bestimmten Zeitraum gebunden. So werden beispielsweise Kosten für eine Verhinderungspflege üblicherweise für maximal vier Wochen im Jahr gezahlt. Bei längeren Zeiträumen muss möglicherweise eine andere Finanzierung gefunden werden.

Zusätzliche Kosten für die Altenpflege

Um noch besser abgesichert zu sein, kann eine Pflege-Zusatzversicherung abgeschlossen werden. In diese wird monatlich eingezahlt, um Auszahlungen zu erhalten, wenn die Altenpflege benötigt wird. Allerdings sind solche Zusatzversicherungen teilweise mit hohen monatlichen Beiträgen verbunden – ein Vergleich lohnt sich deshalb in jedem Fall.

Sollten Sie nicht alle Kosten für die Altenpflege bezahlen können, gibt es die Möglichkeit Hilfe zur Pflege vom Staat zu beantragen. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung, die einspringt um die Finanzierung der Altenpflege zu sichern, wenn weder Pflegebedürftige noch deren Angehörige über die nötigen finanziellen Mittel verfügen.

Bei einem sehr großen Einkommen können zudem Kinder in die Pflicht genommen werden, für die Altenpflege der Eltern aufzukommen. Dies ist jedoch erst ab eine Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro oder mehr der Fall.

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Altenpflege: Jobs in Zeiten von Pflegenotstand

Altenpflege-Stellenangebote sind in Zeitungen allgegenwärtig. Da der Beruf der Altenpfleger in vielen Pflegeheimen aber auch in der ambulanten Pflege als sehr stressig und vergleichsweise schlecht bezahlt gilt, ist er für junge Arbeitssuchende zunehmend unattraktiv.

Dies schlägt sich im Umkehrschluss auch auf die Suche nach einer geeigneten Altenpflege-Einrichtung oder einem Pflegedienst nieder. Gerade in ländlichen Gegenden bleibt die Auswahl oft gering – viele müssen mit Angeboten zweifelhafter Qualität zurecht kommen.

Genau aus diesem Grund empfiehlt es sich, frühzeitig mit dem Thema und den Angeboten der Altenpflege in der Nähe zu beschäftigen. Gegebenenfalls müssen Sie sich für das eine oder andere Angebot auf eine Warteliste setzen lassen.

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[Bildnachweis: Halfpoint by Shutterstock.com]

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