Altersvorsorge: Tipps und Möglichkeiten für die letzten Berufsjahre

Für viele Arbeitnehmer, die nur noch wenige Jahre bis zu Rente haben, stellt sich die Frage nach der Altersvorsorge akuter als zuvor: „Reicht meine gesetzliche Rente aus? Habe ich eine Lücke? Und wenn ja, wie lässt sich diese berechnen? Was gibt es für Altersvorsorge? Und was ist das Beste für die Altersvorsorge? Lohnt es sich überhaupt noch, in höherem Alter einen Vertrag zu beginnen?“ Insbesondere die Generation der sogenannten „Baby-Boomer“ ab 40 sieht mit Sorge auf ihre finanzielle Absicherung im Alter. Wir klären die wichtigsten Fragen und Möglichkeiten zur Altersvorsorge im Vergleich.

Altersvorsorge: Tipps und Möglichkeiten für die letzten Berufsjahre

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Was ist die beste Altersvorsorge ab 40?

Bei vielen Experten besteht Einigkeit darin, dass man so früh wie möglich mit einer privaten Altersvorsorge beginnen sollte. Darüber hinaus ist es sinnvoll, seine Altersvorsorge regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls auch entsprechend umzustrukturieren, wenn zum Beispiel ab 40 ein höheres Einkommen und mehr finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen als noch mit 20.

Denn trotz jahrelanger Vollzeitarbeit und fleißiger Zahlung der Rentenbeiträge bleibt für viele beim eigenen Renteneintritt oft nur eine geringe Rente übrig. Was in der Definition wie eine große Ungerechtigkeit klingt, hat rechnerisch im Wesentlichen zwei Gründe:

  • Beiträge
    Nur ein Bruchteil des Gehaltes fließt in die gesetzliche Rentenversicherung: 18,6 Prozent des Bruttolohns. Diese teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen: jeder bezahlt 9,3 Prozent. Aus diesem Bruchteil soll aber später mal ein Monatseinkommen bestritten werden.
  • Bevölkerungsentwicklung
    Deutschland hat ein demographisches Problem, die Gesundheit der Bevölkerung und die Lebenserwartung steigen und damit die Rentendauer. Der Generationenvertrag sieht vor, dass die aktuelle Arbeitnehmergenerationen die gegenwärtige Rentnergeneration versorgt – so wie diese zuvor als Arbeitnehmer in die Rentenkasse für die vorherige Rentnergeneration eingezahlt haben. Allerdings gibt es inzwischen nicht mehr genügend Arbeitnehmer, die die Rentenkasse füllen, da seit Jahrzehnten der Bevölkerungswachstum rückläufig ist.

Es gibt zwar nicht DIE beste Altersvorsorge ab 40. Dies hängt immer von Ihrem Lebensstandard, Ihrem Vermögen und Ihrem Einkommen ab. Es gibt jedoch eine Reihe sinnvoller Möglichkeiten, die Altersvorsorge auch in den fortgeschrittenen Berufsjahren auf neue Beine zu stellen:

Vergleich: Welche private Altersvorsorge ist sinnvoll?

Das Angebot an privaten Vorsorgemöglichkeiten ist vielfältig und unterscheidet sich sowohl danach, ob sie staatlich gefördert wird, als auch danach, wie hoch die individuelle Risikobereitschaft ist. Wir haben die wichtigsten Bausteine für Sie betrachtet, so dass Sie einen umfassenden Vergleich haben und erläutern ihre Vor- und Nachteile. Dabei ist es zunächst wichtig, dass Sie für sich einige Faktoren abklären:

  • Wie viele Jahre bleiben mir noch bis zum Renteneintritt?
  • Wie will ich mein Leben im Alter gestalten?
  • Welche Summen habe ich aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten?
  • Wie viel Geld kann ich monatlich ansparen?
  • Wie risikofreudig bin ich?

Wer sich diese Fragen ernsthaft beantwortet, kann bereits schon erste Schwerpunkte in seiner Altersvorsorge setzen. Zur Auswahl stehen dabei folgende Module:

  • Riester- beziehungsweise Rürup-Rente mit staatlicher Förderung
  • Aktien beziehungsweise Fonds
  • Immobilienerwerb
  • Private Lebens- und Rentenversicherungen
  • Sparpläne

Gerade die letzten beiden, bekannten und klassischen Modelle der Lebensversicherung und der Sparverträgen, sind ab 40 allerdings für die meisten eher uninteressant. In Zeiten der Niedrigzinsen ergeben sie – wenn überhaupt – nur in sehr jungen Jahren einen Sinn.

Je nach Beschäftigungsverhältnis gibt es verschiedene Arten der staatlich geförderten Altersvorsorge mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Ob und welche Sie im Endeffekt für sich in Anspruch nehmen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Allen ist jedoch gemein, dass sie auch im fortgeschrittenen Alter noch Sinn machen können.

Riester-Rente

Die Voraussetzung für eine Riester-Rente ist, dass der Sparer selbst oder sein Ehepartner Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Die Verunsicherung bei der Riester-Rente ist allerdings groß, weil zum einen kaum jemand das komplizierte Zusammenspiel zwischen Eigenbeiträgen, staatlichen Zulagen und anfänglichen Steuervorteilen durchschaut.

Zum Zweiten zeigen Beispielrechnungen unabhängiger Wissenschaftler immer wieder, dass sich die Produkte in vielen Fällen trotz staatlicher Förderung nicht lohnen, da die Provisionen und Gebühren unverhältnismäßig hoch sind. Letztlich ist es wichtig, dass man beim sogenannten Riestern genau differenziert: Geringverdiener mit Kindern können damit durchaus ansehnliche Renditen erzielen.

Anders sieht es jedoch bei Besserverdienenden aus, bei denen selbst Kinder oft nur einen überschaubaren positiven Effekt haben. Gutverdiener sollten daher genau hinschauen und sich von ihrem Berater für die gesamte Laufzeit und für verschiedene Riester-Varianten Antworten auf folgende Fragen auflisten lassen:

  • Wie viel muss ich aus eigener Tasche einzahlen?
  • Welche Provisionen und Gebühren erhält der Versicherer?
  • Welche Zuschüsse zahlt der Staat?
  • Welche Steuervorteile kommen in der Sparphase hinzu?
  • Wie viel Rente bekomme ich später pro Monat nach Abzug aller Steuern?

Die Nachteile der Riester-Rente sind dabei nicht von der Hand zu weisen und sollten auf jeden Fall mitbedacht werden:

  • Es gibt eine Förderhöchstgrenze, die bei 2.100 Euro im Jahr liegt.
  • Jedes Jahr müssen mindestens 4 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens angespart werden, um die Zulagen zu erhalten.
  • Die staatliche Förderung ist verloren, wenn Sie Ihren Riester-Vertrag vorzeitig kündigen.

Rürup-Rente

Das Pendant der Riester-Rente für Selbstständige, Freiberufler und Angestellte mit hohem Einkommen ist die Rürup-Rente. Das Prinzip funktioniert über Steuererleichterungen.

Selbstständige können die Altersvorsorge als Sonderausgaben bei der Steuererklärung absetzten: Im Jahr 2021 bis zu 90 Prozent der Beitrage (bis zu einem Maximalbetrag von 25.787 Euro für Alleinstehende, das Doppelte für Verheiratete). Ab 2025 steigt der Prozentsatz sogar auf 100 Prozent. Angestellte Gutverdiener können zwar nicht so viel wie Selbständige einzahlen. Es lassen sich allerdings viele Steuern einsparen.

Doch auch die Rürup-Rente hat Nachteile:

  • Mit dieser Altersvorsorge sind Sie vergleichsweise festgelegt.
  • Ändern sich Ihre Einkünfte oder muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, kann das für Sie Verluste bedeuten, denn der Vertrag lässt sich nicht kündigen, sondern lediglich beitragsfrei stellen. Den Rückkaufswert erhalten Sie nicht.

Private Altersvorsorge ohne staatliche Förderung

Zusätzlich zu diversen Investitionsmöglichkeiten, bei denen man bereits vorhandenes Kapital mehr oder weniger riskant vermehren kann (Aktien, Edelmetalle, Sachwerte, Währungen) gibt es zwei häufig genutzte Modelle mit regelmäßiger Zahlung, auf die in diesem Zusammenhang näher eingegangen werden soll:

  • Immobilienerwerb
    Es klingt zunächst widersinnig, wenn man mit einer Altersvorsorge zunächst die Begleichung von Hypothekenschulden verbindet. Dennoch wird ein Immobilienerwerb in Zeiten von Dauer-Niedrigzinsen für gestandene Berufstätige immer attraktiver. Vor allem im Hinblick auf die niedrigen Zinsen, die aktuell für Immobilienkredite gezahlt werden müssen, ist das Eigenheim eine bedenkenswerte Option der Altersvorsorge.

    Allerdings zeigt der Arbeitsmarkt, dass Arbeitnehmer immer mobiler werden. Meist wechseln sie nach einigen Jahren den Arbeitsplatz und damit nicht selten auch den Wohnort. Hat man dann eine Immobilie erworben, wird es schwierig. Zudem sind mit den fallenden Zinsen auf Immobilienkredite sind die Preise für Immobilien seit 2010 erheblich gestiegen. Nicht immer können die günstigen Kreditzinsen die hohen Preise ausgleichen. Eine Altersvorsorge mit Immobilien will auch deshalb gut bedacht sein.

  • Fonds
    Aktienfonds beinhalten eine Auswahl verschiedener Aktien und schichten die Depots bei Bedarf entsprechend um. Neben Einmalzahlungen ist auch ein fester monatlicher Betrag möglich. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von unterschiedlichen Angeboten. So sind inzwischen zum Beispiel auch entsprechende „Green-Fonds“ auf dem Markt, die ausschließlich nur auf Firmen aus dem Sektor der Nachhaltigkeit setzen. Und auch Immobilienfonds sind nach wie vor beliebt.

    Bei Aktienfonds tragen Sie jedoch ein nicht unerhebliches Risiko. Ist die Börsenentwicklung negativ, fällt Ihre Rendite entsprechend gering aus. Daher sind sie nur bedingt für Rentner geeignet, die zu einem bestimmten Zeitpunkt einen festen Betrag benötigen. Bei Immobilienfonds sollte genau beobachtet werden, wo genau die entsprechenden Fonds ihre Immobilien haben, um das Risiko zu minimieren. Bereits jetzt wird in vielen Gebieten vor einer drohenden Immobilienblase gewarnt. Zwar sind Fonds erheblich flexibler als die reine Investition in eine bestimmte Wohnung oder ein Haus, dennoch ist gelten auch sie als relativ schwerfällig.

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Altersvorsorge-Rechner: Welche Lücke entsteht?

Altersarmut ist eine von allen gefürchtete Entwicklung. Wer möchte schon in seinen letzten Jahren Einbußen im eigenen Lebensstandard hinnehmen müssen? Daher führt an privater Altersvorsorge oft kein Weg vorbei. Zunächst ist es wichtig, einen Blick auf das Konzept der Altersvorsorge zu werfen. Eine Bestandsaufnahme hilft Ihnen zu klären, in welchem Ausmaß Sie noch zusätzlich privat vorsorgen müssen.

Dabei ist die erste Frage, welche Altersbezüge Sie bekommen werden. Der Großteil der nicht-selbstständig Beschäftigten ist dabei in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Sie zählt nach wie vor noch als eine tragende Säule der Altersvorsorge und soll die Grundlage dafür bilden, dass das Gros der Bevölkerung auch im Alter noch ausreichend Geld zur Verfügung hat, um einen Mindeststandard an Lebensqualität aufrecht erhalten zu können.

Der folgende kostenlose Rentenrechner hilft Ihnen dabei, Ihre Einkünfte im Alter in drei Schritten ganz einfach zu berechnen und liefert Ihnen eine kostenlose Zusammenfassung per PDF. Der Rechner verschafft Ihnen somit einen ersten Überblick.

Was gilt als Altersarmut?

Ob Sie von Altersarmut betroffen sein könnten, können Sie auf diese Weise einfach berechnen. Es handelt sich jedoch um ein stark vereinfachtes Modell und kann daher nur einen ersten Hinweis geben. Selbst wenn Sie aktuell in die Gruppe derjenigen fallen, die von Altersarmut betroffen sein könnten, heißt das nicht automatisch, dass Ihnen später Ihre Rente tatsächlich nicht ausreicht.

Zurzeit geht man davon aus, dass Personen von Altersarmut betroffen sein könnten, wenn ihr mittleres Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der übrigen Erwerbstätigen in Deutschland entspricht. Es wird davon ausgegangen, dass ein Mensch im Rentenalter mit rund 80 Prozent seines bisherigen Gehalts auskommen kann.

Altersvorsorge: Rentenversicherung für andere Berufsgruppen

Nicht jeder Berufstätige ist allerdings in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) versichert. Es gibt in Deutschland zwei gravierende Ausnahmen:

  • Pension
    Sie ist das Gegenstück zur gesetzlichen Rentenversicherung und gilt im öffentlichen Dienst für Beamte, Geistliche, Richter und Berufssoldaten. Beschäftigte dieser Berufsgruppen beziehen im Alter eine gesetzlichen Pension. Meist sind diese Ansprüche für die Altersvorsorge höher als die Ausschüttung, die die gesetzliche Rentenversicherung leistet. Trotzdem sollte auch dieser Personenkreis sich mit den unterschiedlichen Varianten der Altersvorsorge beschäftigen.
  • Berufsständische Versorgungswerke
    In den Versorgungswerken sind einige freie Berufe wie Ärzte, Steuerberater, Ingenieure oder Rechtsanwälte versichert. Die unterschiedlichen Versorgungswerke können die Beiträge ihrer Mitglieder am Aktienmarkt ohne tiefgreifende Vorgaben anlegen und auf diese Weise in der Regel höhere Renditen erwirtschaften als die gesetzliche Rentenversicherung. Allerdings wird es selbst für die Versorgungswerke immer komplizierter, die Beiträge gewinnbringend zu investieren.

Wer als Selbstständiger weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, noch in einem Versorgungswerk Mitglied ist, muss sich komplett privat um seine Altersvorsorge kümmern.

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Altersvorsorge: Möglichkeiten sind auf drei Schultern verteilt

Allgemein gilt, dass die Altersvorsorge aus drei Säulen bestehen sollten. Doch was sind die drei Säulen der Altersvorsorge?

Die erste, staatliche wurde bereits ausführlich beleuchtet. Ebenso wurde auf die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge hingewiesen.

Die dritte Säule stellt die betriebliche Altersvorsorge dar. Diese findet durch Lohnverzicht in eine sogenannte Entgeltumwandlung statt: Die Beiträge werden direkt vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen. Maximal acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung und vier Prozent der Sozialversicherung sind somit steuer- oder sozialversicherungsfrei.

Betriebliche Altersvorsorge: Das müssen Sie beachten

Nur jeder dritte Arbeitnehmer hierzulande besitzt eine betriebliche Altersvorsorge (alternativ auch als „Betriebsrente“ bezeichnet). Einen Anspruch auf eine solche betriebliche Altersvorsorge haben grundsätzlich:

  • Angestellte
  • Arbeiter
  • GmbH-Geschäftsführer
  • Vorstände einer Aktiengesellschaft

Zwar kann der Arbeitnehmer in der Regel nicht entscheiden, wie die Altersvorsorge angelegt wird, aber es entstehen für ihn auch keine Kosten beim Abschluss der Altersvorsorge. Zudem besitzt die betriebliche Altersvorsorge einige Steuervorteile. Weil das Geld direkt vom Bruttogehalt in die Altersvorsorge fließt, sinkt damit nicht nur das zu versteuernde Einkommen, sondern auch die Beiträge für Renten- und Krankenversicherung.

Seit 2019 muss der Arbeitgeber neu abgeschlossene Direktversicherungen mit stattlichen 15 Prozent bezuschussen, ab 2022 auch bestehende Verträge.

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge hat allerdings auch Nachteile:

  • Die betriebliche Altersvorsorge (BAV) ist von Vorteil, wenn der Arbeitnehmer viele Jahre für das selbe Unternehmen tätig ist. Kompliziert wird es, wenn der Job gekündigt wird. Eine Übertragung der Ansprüche zum neuen Arbeitgeber ist nicht immer einfach, wenngleich jedoch möglich.
  • Erst nach Ablauf einer fünfjährigen Frist können die Ansprüche des Arbeitnehmers nicht mehr verfallen.
  • Gemäß des GKV-Modernisierungsgesetz besteht Pflicht, dass von der betrieblichen Altersversorgung ebenfalls Krankenversicherungs- und Pflegebeiträge abgezogen werden müssen. Privat Krankenversicherte sind hiervon zwar ausgenommen, gesetzlich Krankenversicherte jedoch müssen zahlen. Und diese Abzüge können unter Umständen die Renditen und Zinsen aus dem angesparten Kapital aufzehren.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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