Arthrose: Immer Ärger mit den Gelenken

Im Laufe unseres Lebens macht der Körper leider einige Verschleißprozesse durch. Eine besonders sensible Stelle sind dabei die Gelenke: Arthrose macht sich bemerkbar.

Weltweit zählt die Arthrose zu den Gelenkerkrankungen, die am weitesten verbreitet sind. Viele ältere Menschen leiden unter Gelenkschmerzen oder -versteifungen.

Was Sie dagegen tun können und wie sich der Arthrose vorbeugen lässt, lesen Sie hier…

Arthrose: Immer Ärger mit den Gelenken

Was ist Arthrose?

Wenn sich in den Gelenken die Knorpelschicht, die gewissermaßen als Stoßdämpfer zwischen den Knochen fungiert, abnutzt, entstehen Schmerzen. Die Knochen reiben nun direkt auf den Nervenbahnen – es ist eine Arthrose entstanden.

Dies ist ein natürlicher Verschleiß- und Alterungsprozesses, der bei dem Einen früher, beim Anderen später und wiederum bei Anderen überhaupt nicht eintritt – je nach körperlicher Konstitution. Insbesondere Gelenke, die häufigen Belastungen ausgesetzt sind, sind anfällig für Arthrose:

  • Hüfte
  • Knie
  • Finger
  • Sprunggelenke
  • Schulter
  • Wirbelsäule
  • Zehen

Ist der Knorpel erst einmal abgenutzt, wächst er nicht mehr von alleine nach – Arthrose heilt also nicht von selbst aus. Ein Arztbesuch ist somit immer notwendig, wenn ein Arthrose-Patient nicht für sein restliches Leben an Schmerzen leiden will, die sich stetig verschlimmern. Je frühzeitiger eine Arthrose-Behandlung durchgeführt wird, umso besser und umso erfolgsversprechender.

Symptome einer Arthrose

In der Regel betrifft eine Arthrose nicht alle Gelenke gleichermaßen, sondern nur diejenigen, die im Laufe des Lebens besonders beansprucht wurden. Nicht nur durch die Belastungen, sondern auch etwa durch Fehlhaltungen, die sich mit der Zeit bei vielen Menschen einschleichen. Je nach Stadium der Arthrose zeigen sich hier unterschiedliche Beschwerden:

  1. Knacken in den Gelenken, gerade nach längerer Ruhezeit
  2. Schmerzen unter Belastung
  3. Später auch Schmerzen im Ruhezustand
  4. Versteifungen und Schon- beziehungsweise Fehlhaltungen zur Schmerzvermeidung
  5. Bildung von Entzündungen und Anschwellen der betroffenen Gelenke

Arthrose: Diagnose und Therapie

Sollten Sie ein oder mehrere dieser Symptome verspüren, sollten Sie nicht monatelang zuwarten, sondern Ihren Hausarzt oder einen Orthopäden aufsuchen. Dieser wird zunächst eine Anamnese erheben, also Ihre Krankengeschichte genauer betrachten, in dem er Sie über Lebenswandel, Symptome, Vorerkrankungen und Medikation befragt.

Im Anschluss wird er Ihre betroffenen Gelenke eingehend untersuchen. Neben dem Abtasten und dem Bewegen sind insbesondere bildgebende Verfahren aufschlussreich, wie zum Beispiel:

  • Röntgen
  • Computertomografie (CT)
  • Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, also MRT genannt)

So kann genau bestimmt werden, wo die Arthrose zu lokalisieren ist und wie schwer sie ist. Danach richtet sich auch die Behandlung. In diesem Zusammenhang gibt es eine Reihe von möglichen Therapiemöglichkeiten, die mitunter auch miteinander kombiniert werden können. Je nachdem, wie weit die Arthrose fortgeschritten ist, kommen sogenannte konservative Maßnahmen oder operative Verfahren zum Einsatz. Im Einzelnen stehen dabei zur Auswahl:

  • Bewegungstherapie
    Das Wichtigste bei einer Arthrose-Behandlung ist, den Verschleiß zu verlangsamen beziehungsweise zu stoppen sowie zu verhindern, dass Knochen und Kapsel Schaden erleiden. Daher ist die richtige Bewegung immer ein wichtiger Therapiebestandteil. Es geht darum, die Muskulatur zu kräftigen und durch Bandagen, Gehstützen und Einlagen die Gelenke beweglich zu halten aber zugleich auch zu entlasten.
  • Wärmebehandlung
    Wärme ist bei Gelenkschmerzen immer ein probates Mittel zur Linderung. Moor-Packungen, Heizkissen, Infrarotbestrahlung (also eine Wärmelampe), Fango-Kuren sowie Heizkissen haben sich in diesem Zusammenhang als sehr hilfreich erwiesen. Zuweilen hat auch das Gegenteil – die Kältetherapie – ebenfalls Wirkung gezeigt.
  • Medikamente
    Auch entzündungshemmende Schmerzmittel, die entweder in Tablettenform eingenommen oder als Salbe direkt auf die Gelenke aufgetragen werden, sorgen dafür, den Teufelskreis aus Schmerzen und Schonhaltungen zu durchbrechen.
  • Alternative Heilmethoden
    Der Begriff „Heilmethoden“ ist etwas irreführend – geht es doch bei der Arthrose nicht um Heilung, sondern um die Schmerzreduktion. Hierbei schwören viele Patienten auf die traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur aber auch auf die Behandlung mit Blutegeln, Quark und Heilpflanzen wie Arnika, Hagebutte, Beinwell, Brennessel, Teufelskralle, Weide, Löwenzahn oder Cayenne-Pfeffer, um die Nervenbahnen zu beruhigen.
  • Physiotherapie
    Um Fehlstellungen auszugleichen, ist eine langfristige krankengymnastische Behandlung oft unerlässlich. Die Physiotherapeuten nutzen dabei nicht nur konventionelle Methoden wie Massagen, Dehn- und Kräftigungsübungen oder Schlingentisch, sondern auch schwache elektrische Impulse, die durch die Haut geleitet werden – das sogenannte TENS-System (Transkutane elektrische Nervenstimulation).
  • Magnetfeldtherapie
    Bei dieser Therapie wird durch eine elektrische Spule oder einen Magnetstein ein Magnetfeld erzeugt. Was zunächst ein bisschen wie ein medizinischer Hokuspokus klingt, hat in diversen Studien deutliche Erfolge bei der Schmerzvermeidung gespielt – insbesondere im Bereich der Knie.
  • Gelenkinjektionen
    Um die Knorpelbildung wieder anzuregen, kann in das betroffene Gelenk verschiedene Substanzen gespritzt werden. Dies reicht von einer Spülung mit einfacher Kochsalzlösung bis hin zum Schmiermittel Hyaluronsäure. Dies funktioniert aber nur dann, wenn sich die Arthrose noch in einem frühen Stadium befindet.
  • Gelenkersatz
    Wenn all dies nichts hilft oder die Schmerzen zu stark sind, bleibt schließlich nur eine Operation. Hier werden entweder die Knochen in ihrer Haltung korrigiert, das Gelenk zu Teilen versteift oder gleich komplett durch ein künstliches Implantat ersetzt. Letzteres betrifft vor allem die Gelenkpfanne, also den Ort, wo die eigentliche Bewegung stattfindet.

Eine Arthrose-Behandlung, die den Knorpel wieder komplett herstellen kann, gibt es bislang noch nicht. Alle Therapiemöglichkeiten sind rein symptomatisch, sollen also dazu dienen, dass eine schmerzfreie Bewegung wieder gewährleistet ist.

Ursachen von Arthrose

Warum es bei einem Menschen zur Arthrose kommt und beim anderen nicht, ist noch nicht in Gänze erforscht. Fest steht aber, dass gewisse Risikofaktoren den Ausbruch und den Verlauf der Erkrankung begünstigen. Dazu zählen insbesondere:

  • Übergewicht
  • Überlastung durch Fehlstellungen (zum Beispiel X- oder O-Beine)
  • Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Gicht
  • Leistungssport
  • Gelenkentzündungen
  • Verletzungen wie Knochenbrüche, die nicht mehr in der Ursprungsstellung verheilen

Zunächst ist bei einer Arthose nur die Innenhaut des Gelenks gereizt. Mit der Zeit fasert der Knorpel jedoch zunehmend aus und löst sich auf. Dies geschieht sukzessive, ebenso wie die Schmerzentwicklung. Daher ist die Arthrose so tückisch: Der Verschleiß bleibt lange Zeit unbemerkt.

Tipps: Arthrose vorbeugen

Sie können einer Arthrose bis zu einem gewissen Grad vorbeugen, in dem Sie Ihre Gelenke entlasten. Das bedeutet nicht, dass Sie auf Bewegung verzichten sollen – ganz im Gegenteil. Es geht jedoch um die richtige Art der Bewegung. Joggen schadet hier eher, Nordic Walking, Spazieren oder Schwimmen ist in diesem Zusammenhang die deutlich bessere Alternative.

Auch Gymnastik – zum Beispiel mit dem Pezziball oder dem Theraband – und ein gezieltes Krafttraining der umliegenden Muskelpartien verlangsamt eine beginnende Arthrose deutlich. Achten Sie aber dabei unbedingt auf eine fachkundige Anleitung eines Trainers, um eventuelle Fehlhaltungen nicht noch weiter zu verstärken.

Da auch Übergewicht ein häufiger Auslöser von Arthrose ist, empfiehlt es sich, auf die Ernährung zu achten und sich mitunter Gedanken zu machen, wie Sie dauerhaft und gesund abnehmen können. Hierbei spielen vor allem viel Obst und Gemüse sowie Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Fisch und Algen vorkommen, eine Rolle. Auch Kurkuma gilt als gutes Mittel, um Gelenkschmerzen zu minimieren. Auf tierische Fette, Zucker und Fast Food sollten Sie hingegen besser verzichten.

Außerdem sollten Sie beim Orthopäden Ihre Haltung untersuchen lassen. Fehlbelastungen bleiben lange unbemerkt, insbesondere da Sie subjektiv nicht auf Ihre Körperhaltung schauen können. Unter Umständen können Einlagen oder einfach nur geeignete Schuhe mit flachen und bequemen Sohlen schon verhindern, dass Ihnen eines Tage eine Arthrose blüht. In diesem Zusammenhang sollten insbesondere Frauen so oft wie möglich von hohen Absätzen absehen.

Verlauf einer Arthrose

Eine Arthrose ist wie erwähnt nicht heilbar. Aber wenn sie effektiv behandelt wird, kann sie abgebremst und die Schmerzen gelindert werden. Auf diese Weise sind bereits schon viele Operationen abgewendet oder zumindest über viele Jahre hinausgezögert worden.

Die Aussichten, mit einer Arthrose zu leben, sind also bei einer frühzeitigen Therapie gar nicht so schlecht, wie vielfach dargestellt.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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3. November 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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