Augen lasern: Kosten, Methoden, Risiken, Voraussetzungen

Wer sich die Augen lasern lassen will, hat die Wahl zwischen verschiedenen Methoden. Doch nicht alle eigenen sich für jede Augen. Aber welche Methoden gibt es genau? Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? Was sind die Voraussetzungen und die Risiken, wenn Sie sich die Augen lasern lassen möchten? Und wie finden Sie die beste Klinik? Wir zeigen Ihnen alle Hintergründe und Abläufe beim Augen lasern.

Augen lasern: Kosten, Methoden, Risiken, Voraussetzungen

Augen lasern: Kosten

Viele reisen zum Augen lasern lassen ins Ausland wie in die Türkei oder nach Tschechien, da es dort billiger ist. Obwohl die allermeisten Ärzte dort über viel Erfahrung mit dem Augen lasern verfügen und grundsätzlich gut und gewissenhaft arbeiten, raten wir aber dennoch davon. Sollte doch einmal etwas schief gehen, sind Sie mit einem Ansprechpartner in Ihrer Nähe, der zudem nach deutschem Recht arbeitet, auf jeden Fall besser bedient.

Stellt sich also die Frage nach den Kosten für Laser-Behandlung der Augen. Diese lässt sich nicht pauschal beantworten, denn sie hängt immer vom Verfahren ab. Je nach Methode müssen Sie zwischen 800 und 2.500 Euro pro Auge rechnen.

Unterschiedliche Methoden zum Augen lasern lassen

Es gibt vier verschiedene Methoden, mit denen Sie sich die Augen lasern lassen können. Alle haben gemeinsam, dass die eigentliche Laser-Operation nur wenige Minuten pro Auge dauert.

Innerhalb dieser Zeit wird ein Stück der Hornhaut mit dem Laser abgetragen, um die Krümmung und somit die optische Wahrnehmung zu verändern. In anderen Punkten unterscheiden sich die Verfahren allerdings:

  • ReLEx smile
    Dies ist teuerste Variante mit ungefähr 2.500 Euro pro Auge. Allerdings ist nach einer halben Stunde schon wieder eine vollständige körperliche Belastung möglich und die Heilung geht schnell: Die hundertprozentige Sehkraft ist spätestens nach einem Tag erreicht. Mit modernstem Laser wird präzise an einer Stelle in die Hornhaut geschnitten. Bis zu zehn Dioptrin können so behandelt werden. Die Methode ist jedoch noch sehr neu und daher kaum verbreitet.
  • LASIK
    LASIK oder die Weiterentwicklungen Femto-LASIK und Epi-LASIK sind die am weitesten verbreitete Methoden zum Augen lasern lassen. Sie kosten ungefähr 1.500 bis 2.000 Euro pro Auge. Bis zur Abheilung und zur Erlangung der vollen Sehkraft dauert es ungefähr zwei Wochen. Mit Femto-LASIK lassen sich auch höhere Dioptrin-Werte behandeln, die mit der herkömmlichen LASIK-Variante oder Epi-LASIK nicht erreicht werden können. In allen Fällen wird die untere Hornhaut mit einer der drei Laserarten ein Stückchen abgetragen, nachdem zuvor manuell ein Einschnitt (sogenannter Flap) vorgenommen wurde.
  • LASEK
    LASEK ist ebenfalls sehr gebräuchlich. Ab 800 Euro müssen Sie hier pro Auge rechnen. Die Heilung dauert jedoch mehrere Wochen – erst nach gut einem Monat ist die Sehkraft bei hundert Prozent angelangt. Bei LASEK wird auf einen Einschnitt der Hornhaut verzichtet. Hier wird die obere Hornhautschicht ausschließlich mit dem Laser behandelt. Dies kann im Gegensatz zu den anderen Methoden etwas schmerzhaft sein, weswegen sie unter lokaler Betäubung gemacht wird. Nach dem Eingriff sind zudem spezielle Kontaktlinsen bis zur Abheilung zu tragen.
  • PRK
    PRK ist die erste Methode, die zum Augen lasern entwickelt wurde. Sie kostet ungefähr 1.000 Euro pro Auge. Häufig kommt inzwischen die moderne Weiterentwicklung der Trans-PRK-Methode (auch als SmartSurfACE bekannt) zum Einsatz, die besonders präzise aber auch ungefähr 400 Euro teurer als das herkömmliche PRK ist. Diese Methode ist schmerz- und berührungsfrei, allerdings nur bis zu fünf Dioptrin möglich. Dafür auch bei sehr dünner Hornhaut. Die Heilung dauert ähnlich lang wie bei LASEK.

Zahlt die Krankenkasse das Augen lasern?

Die Kosten für eine Laser-Behandlung der Augen müssen Sie aus der eigenen Tasche bezahlen. Wenn Sie privat krankenversichert sind, gibt es zwar inzwischen einige Tarife, die einen Teil der Kosten übernehmen, doch diese sind meist teuer und rentieren sich selten.

Der Grund dafür, dass Ihnen die Kosten von der Krankenkasse nicht erstattet werden, ist einfach: Das Augen lasern ist medizinisch nicht notwendig. Die Argumentation lautet – nicht zu Unrecht: Es gibt Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen, die sich seit Jahren bewährt haben. Und selbst diese werden meist kaum mehr bezuschusst.

Augen lasern: Beste Klinik finden

Nicht nur in den großen Städten wie Hamburg, Köln, München, Frankfurt oder Berlin kann man sich die Augen lasern lassen. Inzwischen haben sich in ganz Deutschland Ärzte niedergelassen, die Laser-Behandlungen ambulant durchführen.

Wir raten dennoch zu einem Krankenhaus, die über langjährige Erfahrung mit Augen lasern verfügen. Wenn Sie ein Universitätsklinikum in der Nähe haben, umso besser. Falls nicht, empfehlen wir Ihnen, nach folgender Checkliste vorzugehen, um die beste Klinik in Ihrer Nähe zu finden:

  • Bietet die Klinik mehrere Methoden zum Augen lasern an?
  • Welche Erfahrung im Augen lasern kann die Klinik aufweisen?
  • Erfolgt eine ausführliche Voruntersuchung?
  • Nimmt man sich Zeit für Ihre Fragen und die Beratung?
  • Wie ist der Ruf der Klinik und deren Bewertungen im Internet?

Sie sollten dabei nicht nur darauf achten, dass die Klinik in Ihrer Nähe ist. Für eine Augen-OP lohnt es sich, auch einmal einige Kilometer zu reisen.

Eine Übersicht über die besten Kliniken finden Sie zum einen auf der Seite der Stiftung Warentest sowie beim Berufsverband der Augenärzte.

Augen lasern: Risiken

Wie jede Operation, so birgt auch das Augen lasern Risiken. Denn nur weil meist kontakt- und schmerzfrei gearbeitet wird, heißt das nicht, dass hier kein Eingriff stattfindet.

Allerdings sind die Erfahrungen inzwischen so weit fortgeschritten, dass es nicht mehr sehr gefährlich ist, sich die Augen lasern zu lassen. Das Risiko liegt eher darin, dass sich die Augen nach der Laser-Operation trocken anfühlen oder dass sich die Wundheilung verzögert.

In sehr seltenen Fällen kommt es zu Vernarbungen oder Sehverschlechterungen – gerade wenn durch die Methoden PRK oder LASEK zu viel Hornhaut abgetragen wurde. Dies kommt allerdings kaum noch vor. Insofern gilt das Augen lasern inzwischen als vergleichsweise unbedenklich, wenn es von erfahrenen Ärzten durchgeführt wird.

Augen lasern: Voraussetzungen

Die Voraussetzungen, um sich die Augen lasern lassen zu können, liegen zum einen in der Dicke der Hornhaut und zum anderen im Dioptrin-Wert, also der Fehlsichtigkeit. Daher eignet sich nicht jede Methode für jedes Auge. In der Regel werden nur Kurzsichtigkeit von bis zu minus zehn Dioptrin und Weitsichtigkeit von bis zu plus zehn Dioprtrin behandelt.

Die Hornhaut sollte ungefähr einen halben Millimeter dick sein. Ist sie dünner, wird es schwierig, davon entsprechend viel mit dem Laser abzutragen, damit die Fehlsichtigkeit ausreichend behandelt werden kann. Denn nach der Operation sollte sie noch mindestens 300 Mikrometer dick sein, um ihre Funktion erfüllen zu können.

Zudem sollte sich die Sehschärfe seit mindestens zwei Jahren nicht verändert haben. Nur so kann eine Laser-Behandlung auch zuverlässig zu langfristigen Erfolgen führen.

Augen lasern: Alter entscheidend?

Das Auge verändert sich mit der Zeit. Fehlsichtigkeiten treten oft erst ab einem Alter von 40 oder 50 Jahren ein.

Daher denken viele im Alter darüber nach, sich die Augen lasern zu lassen. Dies ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, sofern die oben genannten Voraussetzungen passen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass viele Menschen im Alter sowohl kurz- als auch weitsichtig werden. Beides zusammen ist mit einer Laser-Behandlung kaum zu therapieren.

Zudem könnten andere Alterserkrankungen dem Augen lasern entgegen stehen:

  • Diabetes
  • Bindegewebsschwäche
  • Autoimmunerkrankungen
  • trockene Augen

Hält das Augen lasern dauerhaft?

Die Frage aller Fragen ist für viele: Wie lange hält das Augen lasern? Grundsätzlich ist eine Laser-Behandlung der Augen darauf ausgelegt, dass Sie dauerhaft über die volle Sehschärfe verfügen. Doch eine Garantie dafür kann es nicht geben.

Wie schon erwähnt, verändern sich die Augen. Daher kann es im Einzelfall doch so weit kommen, dass Sie nach einigen Jahren wieder eine Sehhilfe benötigen. Diese sind aber deutlich schwächer als vor der Laser-Operation.

Ablauf der Laser-Behandlung

Für einen Laser-Eingriff müssen Sie keinen stationären Klinik-Aufenthalt einplanen. Wer sich die Augen lasern lassen will, kann dies ambulant machen. Nach spätestens einer halben Stunde sind Sie wieder draußen.

Die Behandlung selbst ist einfach. Sie liegen während der Augenarzt hinter Ihnen sitzt. Dabei wird das Auge, das gerade nicht behandelt wird, abgedeckt. Mit dem anderen fixieren Sie ein Licht an. Wenn sich das Auge bewegt, kann der Laser dies ausgleichen. Werden die Bewegungen zu stark, stoppt er automatisch.

Eine intensive Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist während des Eingriffs üblich. Auf diese Weise legt sich auch die Nervosität des Patienten und eine ruhige Behandlung ist möglich.

Das Auge ist nach der Operation noch angegriffen. Mitunter nehmen Sie Ihre Umgebung etwas verschwommen wahr. Daher empfiehlt es sich, eine Begleitperson mitzunehmen, die Ihnen Sicherheit vermittelt. Das Autofahren sollten Sie direkt nach dem Augen lasern zudem unterlassen.

Nach einer Laser-Behandlung kann es sein, dass es zu einem Jucken oder Brennen im Auge kommt. Auch wenn es verführerisch ist, jetzt die Augen zu reiben: Dies sollten Sie möglichst vermeiden, um die Wundheilung nicht zu verlangsamen.

Was andere Leser noch gelesen haben

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
12. März 2021 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite