Auszeit nehmen vom Alltag: 12 ultimative Tipps

Eine Auszeit nehmen vom Alltag – das wünschen sich viele. Im Hamsterrad gefangen fühlen sich längst nicht nur Berufstätige. Viele private Projekte und Verpflichtungen können ebenfalls in Freizeitstress ausarten. Eine Auszeit kann dabei helfen, die Prioritäten neu zu setzen. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps dafür: Wie Sie diese Unterbrechung gestalten und vorbereiten können…

Auszeit nehmen vom Alltag: 12 ultimative Tipps

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Auszeit: Bedeutung nimmt zu

Wer noch aktiv im Berufsleben steht, muss seine Auszeit irgendwie mit dem Job vereinbaren. Für Berufstätige gibt es daher verschiedene Formen der Auszeit, die im Einklang damit stehen. Aber selbst im Ruhestand läuft für das Hamsterrad für viele weiter: Haushalt, familiäre Verpflichtungen, Freizeitstress – oft fehlt die Gelegenheit zu Muße und zu Einkehr. Daher nehmen manche im Alter eine Auszeit. Zu Beginn der Rente hilft sie bei der Überlegung, wie man den goldenen Lebensabschnitt für sich bestreiten möchte.

So eine Auszeit muss nicht lange dauern: Einfach mal für einige Wochen raus aus dem Alltagstrott. Viel wichtiger ist, den Kopf freizubekommen. Zusammenhänge zu erkennen, die sich im Alltag nur schwer reflektieren lassen. Abstand gewinnen – das geben daher die meisten Menschen als Grund für eine Auszeit an. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, sich auf sich selbst zu besinnen.

Was macht man in einer Auszeit?

Eine Auszeit sollte Sie nicht von einem Stress in den anderen versetzen. Daher sind vor allem Ihre Bedürfnisse wichtig. Ein ausgedehnter Spaziergang am Morgen, Wellnessmassagen am Mittag oder eine Abendmeditation – hier können Sie sich nach Ihrem Gusto entscheiden. Für viele ergibt sich Qualität einer Auszeit jedoch aus zwei Bestandteilen:

  • Der Tag ist nicht komplett mit Terminen versehen. Es bleibt genug Zeit zur Erholung.
  • Die Rahmenbedingungen sind im Vorfeld geklärt. Um wesentliche Dinge wie Übernachtung und Essen müssen Sie sich nicht gesondert kümmern.

Daher empfinden viele eine Kur als eine wertvolle Auszeit.

Tipp: Planen Sie Ihre Auszeit

Wichtig ist, dass Sie vorher definieren, was das Ziel Ihrer Auszeit sein soll. Wenn der Zweck feststeht, ergibt sich daraus automatisch meist Ort und Dauer. Daher sollten Sie sich schon einige Wochen – im Idealfall einige Monate zuvor Gedanken über Ihre Auszeit machen:

  • Wie möchten Sie aus der Auszeit zurückkommen? Was möchten Sie damit erreichen?
  • Haben Sie mit Ihrem Umfeld, Ihrem Partner, Ihrer Familie über Ihre Auszeit gesprochen und dort die entsprechende Unterstützung?
  • Welche Orte bieten sich für Ihre Auszeit an? Wohin zieht es Sie? Welche Alternativen gibt es?
  • Wie lange soll die Auszeit mindestens dauern? Wie lange maximal? Welche Angebote gibt es diesbezüglich?
  • Ist die Auszeit finanzierbar? Welche Kosten fallen an? Sind zusätzliche Versicherungen nötig (zum Beispiel eine gesonderte Auslandsreisekrankenversicherung)?
  • Wie soll die Rückkehr aussehen? Möchten Sie Ihr Leben nach der Auszeit so weiterleben oder wollen Sie es anders gestalten?
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Auszeit im Kloster

Das Kloster gilt schon traditionell als Rückzugsort für die innere Einkehr. Häufig abgeschieden gelegen, entziehen sich Klöster schon aufgrund der Lage dem hektischen Großstadtleben. Aber auch so können Sie dort eine Auszeit nehmen vom Leben: Denn das Leben in Klöstern folgt einem anderem Rhythmus als außerhalb. Einige Klöster bieten dazu sogar spezielle Begleitungen oder Programme an. Viele bieten den Alltag des Klosterlebens als Möglichkeit, zu sich selbst zu finden. Die Teilnahme an Gebetsstunden oder Gottesdiensten ist häufig freiwillig.

Zudem ist die Länge eines Aufenthalts selten vorgegeben. Übrigens eignet sich ein Aufenthalt auch für Konfessionslose beziehungsweise Andersgläubige: Eine bestimmte Konfession oder der Glaube an Gott sind nicht zwingend Voraussetzung für eine Auszeit im Kloster. Wichtig ist vielmehr, dass alle Ablenkungen tabu sind. Das gilt insbesondere für Kommunikationstechnik wie Laptop oder Smartphone. Statt der täglichen Lieblingsserie sollte es besser ein Buch sein.

Das richtige Kloster für eine Auszeit finden

Das Prinzip des Ora et Labora (also: „Bete und Arbeite“) gilt in den Klöstern nach wie vor. Viele bieten eine Teilhabe am Klosteralltag an – von Gartenarbeit bis hin zu Gebetszeiten. Wer hier seine Auszeit verbringt, muss sich keine Gedanken über profane Dinge machen: Die Anforderungen des Alltags sind weit weg.

Viele können so gedanklich abschalten und empfinden die Atmosphäre der Palmgesänge als eine Art reinigende Meditation. Zeiten der Stille und Ruhe im eigenen Zimmer geben Gelegenheit zu erkennen, was wirklich im Leben von Bedeutung ist. Klöster, die sich Besuchern öffnen, finden sich überall in Deutschland. Wir haben einige für Sie herausgesucht:

Auszeit für Frauen

Frauen sind oft eingespannt in familiäre Verpflichtungen. Die Erwartungshaltung der Familie ist hoch und vieles wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Viele Frauen würden daher gerne eine Auszeit nehmen. Die eigenen Träume zu verwirklichen und neue Lebensziele zu erreichen – dazu sehen etliche Frauen keine Möglichkeit. Aber genau dann ist es wichtig, sich eine Auszeit zu nehmen. Einige Klöster haben sich darauf spezialisiert, ausgebrannten Frauen neue Energie und innere Stärke zurückzugeben.

  • Kloster der Franziskanerinnen vom göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach
    Dieses bietet Frauen Möglichkeiten zu Gebeten und zu Meditation. Eine Mitarbeit ist nicht möglich, daher ist der Aufenthalt kostenpflichtig.
  • Kloster der Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück
    Hier können Frauen ab 18 Jahren für maximal eine Woche im Jahr am Klosterleben teilnehmen. Das Kloster bietet unter „Tage der Stille und Einkehr“ Einzelgästen die Gelegenheit, zu sich selber zu kommen oder Gespräche über Gott zu führen.

Auszeit für Einzelgäste, Paare und Familien

Im Übrigen können Sie zusammen mit Ihrem Partner eine Auszeit nehmen – der Begriff definiert sich nicht zwangsläufig über Einsamkeit. Die gemeinsame Auszeit vom Alltag kann der Partnerschaft neuen Schwung verleihen. Ganz gleich wo: Allen Orten ist gemeinsam, dass Sie eine Auszeit fernab von zuhause verbringen, wo Sie vermutlich immer wieder von den gleichen Problemen, Gedanken und Belastungen eingeholt würden.

  • Cistercienserinnen-Abtei in Lichtenthal
    Hier können Ehepaare, Gruppen oder Familien unterkommen. Wer möchte, kann in Haus und Garten mitarbeiten. Außerdem bieten sich Gelegenheiten zu persönlichen Gesprächen mit den Schwestern und bei Bedarf sogar zur Psychotherapie.
  • Kloster Bad Wimpfen
    Üblich sind hier sechs Stunden täglicher Mitarbeit – meist in Haus und Garten. Dafür müssen Sie nichts für den Aufenthalt bezahlen. Sowohl Männer als auch Frauen sind willkommen – gerne mit Kindern.
  • Haus Sankt Anton in Plein
    Dieses Kloster öffnet sich Familien, Paaren und Einzelgästen. Eine persönliche Betreuung ist möglich, ebenso wie eine Mitarbeit. Auch hier ist jedoch ein Tagessatz für die Leistungen fällig.
  • Kloster Untermarchtal
    Das Bildungsforum bietet zur Vollpension noch weitere Kreativseminare, Gesprächskreise und Meditationen an. Die Einzelgäste werden zudem durch eine Schwester persönlich begleitet.
  • Abtei Windberg bei Regensburg
    Dieses Kloster bietet ebenfalls eine persönliche Betreuung an. Eine Mitarbeit im Klosteralltag ist nicht möglich.

Auszeit für Männer

Ebenso wie es Angebote nur für Frauen gibt, richten sich einige Klöster speziell an Männer. Zum Teil ist dies den räumlichen Gegebenheiten vor Ort geschuldet. Meist gibt es kein separates Gästehaus. Vielmehr kommen die Gäste innerhalb der Klausur unter, also im direkten Umfeld der im Kloster wohnhaften Mönche.

  • Benediktinerabtei St. Ulrich und Afra in Neresheim
    Dieses Kloster begrenzt die Aufenthaltszeit auf eine Dauer zwischen einer und drei Wochen. Willkommen sind hier Männer, die am Klosteralltag voll teilnehmen möchten. Dies beinhaltet eine Mitarbeit von vier Stunden täglich – dafür ist die Unterkunft kostenfrei.
  • Abtei Ettal
    Hierbei handelt es sich um ein reines Männerkloster, welches das volle Eintauchen in das Klosterleben bietet. Ein kleiner Tagessatz deckt die Unkosten.
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Auszeit als Sabbatical

Wer noch beruflich eingebunden ist, kann nur schwer eine längere Auszeit nehmen. Insbesondere die letzten Arbeitsjahre, die Zeit kurz vor der Rente, sind vielen mühsam: Der Körper kann die physischen und psychischen Belastungen nicht mehr so gut verkraften, zudem wirkt die nahende Rente selten motivationsfördernd. Eine längere Auszeit von einigen Wochen bis zu einem Jahr – ein sogenanntes Sabbatical – ist dann für viele reizvoll. Der größte Vorteil daran ist, dass Sie bei einem Sabbatical nicht kündigen müssen.

Ist ein Sabbatical bezahlt?

Ein Sabbatical ist Privatsache und wird nicht bezahlt. Dabei ist unerheblich, ob Sie sich nur für eine Woche ausklinken oder ein komplettes Sabbatjahr nehmen. Aber es stehen Ihnen verschiedene Wege offen, die Auszeit als Sabbatical zu finanzieren:

  • Sabbatical durch unbezahlten Urlaub
    Die einfachste Möglichkeit für eine längere Auszeit ist der unbezahlte Urlaub. Bis zu vier Wochen können Sie diesen nehmen, ohne dass Sie sich weiter um Ihre Sozialversicherung kümmern müssen – diese läuft nämlich so lange weiter.
  • Sabbatical durch unbezahlte Freistellung
    Wer eine längere Auszeit möchte, muss sich freistellen lassen. In diesem Fall müssen Sie sich allerdings selbst darum kümmern, weiterhin krankenversichert zu sein.
  • Sabbatical durch Lohnverzicht
    Viele Arbeitnehmer finanzieren ihre Auszeit durch einen Lohnverzicht in den Monaten und Jahren zuvor. Während des Sabbaticals läuft das Gehalt dann wie gewohnt weiter.
  • Sabbatical dank Arbeitszeitguthaben
    Ähnlich funktioniert das Modell über das Arbeitszeitguthaben. Sie arbeiten sozusagen vor. Insbesondere für Teilzeitbeschäftigte ist dies eine Überlegung wert, da sie für eine gewisse Zeit ihre Stelle ganztägig ausüben und von den reichlichen Überstunden profitieren.
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Auszeit nehmen vom Alltag

Es muss nicht immer die große, alles umwälzende Auszeit sein. Sie können auch Auszeiten im Kleinen für sich finden. Gönnen Sie sich im Alltag wertvolle Quality-Time, in der Sie nur für sich sind. Zum Beispiel:

  • Hobby
    Oft sind Hobbys Ausgleich zum Beruf. Aber auch als Rentner gibt es die Chance, die Gedanken vom – teilweise stressigen – Alltag abzulenken. Viele entwickeln hier beachtliche Fertigkeiten.
  • Ehrenamt
    Im Ehrenamt tun Sie nicht nur Gutes für andere. Soziale Kontakte ermöglichen neue Einblicke und vermitteln das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
  • Mittagsschlaf
    Im Schlaf regeneriert sich der Körper. War die Nacht davor nicht so erholsam, können Sie mit Powernapping sich erholen. Tipp: Dafür reicht es, sich zwanzig Minuten aufs Sofa zu legen. Danach fühlen Sie sich wie neugeboren.
  • Entspannungsübungen
    Durch Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga können Sie den Alltag hinter sich lassen und sich ganz aufs Hier und Jetzt konzentrieren.

Sorgen Sie dafür, dass Sie in dieser Zeit ungestört sind und schalten Sie Ihr Handy aus.

Sprüche zur Auszeit

Über die Auszeit haben sich etliche große Denker und bekannte Persönlichkeiten geäußert. Die besten Auszeit-Sprüche und Zitate:

  • „Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“ (Friedrich Schiller)
  • „Die modernen Menschen werden nicht mit der Peitsche, sondern mit Terminen geschlagen.“ (Telly Savalas)
  • „Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer.“ (Ovid)
  • „In der Hast des modernen Lebens haben viele Menschen sich zu Maschinen entwickelt, deren einziger Zweck das Geldverdienen ist.“ (Dalai Lama)
  • „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Winston Churchill)
  • „Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.“ (Wilhelm Busch)
  • „Spannst du eine Saite zu stark, wird sie reißen.“ (Buddha)
  • „Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten, wie ein Maler von seinem Bilde.“ (Christian Morgenstern)
  • „Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.“ (Noel Coward)
  • „Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung.“ (Laurence Sterne)
  • „Auch die Pause gehört zur Musik.“ (Stefan Zweig)
  • „Ich halte nichts vom Recht auf Arbeit; ich halte es lieber für das größte Recht des Menschen, nichts zu tun.“ (Gioacchino Rossini)
  • „Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.“ (Oscar Wilde)
  • „Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.“ (Abraham Lincoln)
  • „Der größte Feind der Qualität ist die Eile.“ (Henry Ford)
  • „Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es.“ (Gottfried Keller)

Gründe für eine Auszeit

Es gibt individuell unterschiedliche Gründe, eine Auszeit vom Leben zu nehmen. Die häufigsten sind:

Reflexion

Viele kennen das schwerdefinierbare Gefühl, in ihrem Kopf etwas aufräumen zu müssen. Die Gedanken kreisen immer um das Gleiche, dennoch kommt man zu keinem Schluss. Eine Auszeit kann helfen und neue Impulse liefern – allein durch die neue Umgebung. Durch das Loslassen erhalten viele einen völlig neuen Schub in der Reflexion über ihr Sein. Sie schaffen es, ihren Weg zu hinterfragen und mitunter eine neue Richtung einzuschlagen. Mit einer Auszeit lernen Sie sich und Ihre Bedürfnisse besser kennen.

Gesundheit

Anhaltender Stress, ständige Anspannung, teils körperliche Arbeit. Der Job kann der Gesundheit ganz schön schaden, sowohl psychisch als auch physisch. Im Ruhestand besteht daher für viele das Bedürfnis nach einer Auszeit. Sie wollen wieder ruhig durchschlafen, ihre Gereiztheit oder das Gefühl der Überlastung hinter sich lassen. Wellness oder einfach nur Bewegung an der frischen Luft machen die Auszeit zu einer Erholung für Geist und Körper.

Horizonterweiterung

Eine Auszeit kann eine gute Gelegenheit sein, um eine Fortbildung zu machen, für die während des Berufslebens einfach keine Zeit blieb. Diese kann Sie persönlich weiterbringen und Ihre Interessen endlich zur Geltung bringen. Das kann der Töpferkurs sein oder aber ein Sprachkurs im Ausland. Die Möglichkeiten sind hier grenzenlos – je nach Ihren persönlichen Vorlieben und Interessen. Es geht darum, einfach mal etwas Neues auszuprobieren.

Ruhebedürfnis

Für viele Menschen bedeutet eine Auszeit vor allem eins: Erholung pur. Dies ist dann nötig, wenn Pausen und Urlaub nicht mehr ausreichen, um neue Kraft zu tanken und die Energiereserven wieder aufzufüllen. Eine solch effektive Erholung kann anschließend für ganz neue Motivation sorgen. Nichtstun, Ausschlafen und einfach die Ruhe genießen – allein diese Bestandteile einer Auszeit geben Ihnen wieder neue Power.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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