Barrierefreies Wohnen: KFW-Zuschuss für den Umbau erhalten

Wenn abzusehen ist, dass das eigene Heim nur begrenzt zum Älterwerden taugt, ist man gezwungen, sich Gedanken über Barrierefreies Wohnen zu machen. Doch wie lassen sich die oftmals teuren Umbauten finanzieren? Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst diese Maßnahmen kräftig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Zuschuss für den Umbau erhalten, um Ihr Zuhause kostengünstig barrierefrei zu gestalten.

Barrierefreies Wohnen: KFW-Zuschuss für den Umbau erhalten

Gründe für einen Umbau für Barrierefreies Wohnen

Wer älter wird, stellt unter Umständen recht bald fest, dass einem einige Wege beschwerlicher vorkommen, als sie es früher waren. Stufen oder Treppenabsätze werden mit einem Mal zu Hindernissen, wo man diese doch früher so problemlos gemeistert hat, Bad und Küche sind nicht mehr so einfach zu benutzen und schon der Zugang zur eigenen Wohnung fällt mitunter ebenfalls schwer.

Ist man zudem auf eine Gehhilfe wie einen Rollator oder gar einen Rollstuhl angewiesen, sind viele Bereiche im eigenen Haus nur noch schwer oder mitunter gar nicht mehr zu erreichen. Andere sind zwar wiederum erreichbar aber nur noch unter größter Anstrengung benutzbar.

Mögliche Barrieren finden sich insbesondere in diesen Bereichen:

  • Zugang zum Haus oder der Wohnung
  • Koch- und Spülbereich der Küche
  • Dusche beziehungsweise Badewanne
  • Toilette
  • Türschwellen zu Wohn- und Schlafzimmer

Spätestens jetzt sollte man sich damit beschäftigen, wie man die eigenen vier Wände barrierefrei gestalten kann. Viele denken sogar schon vorsorglich an die Zukunft und treiben solche Umbaumaßnahmen voran, wenn sie noch relativ gut zu Fuß sind.

Jedoch können die Kosten für barrierefreies Wohnen schnell das übliche Haushaltsbudget sprengen. Was viele nicht wissen: In einem solchem Fall bietet die Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zwei alternative Möglichkeiten der finanziellen Förderung ab einer Investition von 2.000 Euro (eine Kombination aus beiden Förderungen ist leider nicht möglich):

  • Zuschuss namens „455 Altersgerechtes Haus“
  • Zinsgünstige Kreditmöglichkeit namens „159 Altersgerecht Umbauen“

Und das Beste: beide Förderungen können Sie völlig unabhängig von Ihrem Alter beantragen. Dies kann direkt online geschehen oder in Kombination mit einem Kredit über Ihre Hausbank.

Diese Umbauten für barrierefreies Wohnen werden bezuschusst

Da Sie den Förderkredit 159 zwar sehr zinsgünstig erhalten, jedoch dennoch zurückzahlen müssen, empfehlen wir die Beantragung der Zuschussförderung 455 (Altersgerechtes Haus). Mit dieser fördert die KfW unterschiedliche und umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, mit denen Sie die Voraussetzungen für barrierefreies Wohnen schaffen können.

Der Zuschussbetrag richtet sich dabei nach der Art der Umbauten. So bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Bezuschussung für barrierefreies Wohnen:

  • Entweder ein Standard-Komplettumbau. Hier erhalten Sie einen Zuschuss von 12,5 Prozent des gesamten Investitionsbetrages, maximal jedoch 6.250 Euro.
  • Oder alternativ eine Kombination aus mehreren Einzelmaßnahmen. Hier erhalten Sie einen Zuschuss von zehn Prozent des Investitionsbetrages, maximal jedoch 5.000 Euro.

Beide Zuschüsse gelten nicht nur für Umbauten, um Barrieren in Ihrem Wohnraum zu reduzieren, sondern auch für den Kauf von umgebautem Wohnraum.

Förderungswürdig sind im Einzelnen folgende Maßnahmen:

  • Umbau von Wegen zu Gebäuden

    Im Wohnumfeld wie zum Beispiel Garagen, Entsorgungseinrichtungen oder Sitzplätzen können Sie Wege barrierefrei gestalten lassen, KFZ-Stellplätze schaffen oder umgestalten und Abstellplätze für Rollatoren beziehungsweise Rollstühle ausweisen oder gar Minigaragen für diese Geräte bauen.

  • Umbau des Eingangsbereichs

    Der Wohnungszugang kann zum Beispiel durch mehr Bewegungsfläche oder Wetterschutzmaßnahmen umgestaltet werden. Außerdem können Sie Treppen und Stufen mit Liften, Hebebühnen und Rampen nachrüsten und verbessern lassen.

  • Umbau des Wohnbereichs

    Durch Änderung des Raumzuschnitts können Ihre Zimmer vergrößert beziehungsweise verkleinert werden. Zudem ist es möglich, Durchgänge und Türen zu verbreitern und Schwellen abzubauen. Dies gilt ebenfalls für Terrassen und Balkone. Außerdem kann in einem mehrgeschossigen Eigenheim ein Treppenlift installiert werden. Böden können Sie mit Anti-Rutsch-Beschichtung ausstatten um ein sicheres Gehen jederzeit zu ermöglichen.

  • Umbau des Bades

    Hier können Sie ebenfalls die Raumaufteilung verändern. Außerdem können barrierefreie Duschen mit ebenerdigem Eingang und Klappsitzen geschaffen werden. Toiletten und Wannen können Sie mit zusätzlichen Haltegriffen und mobilen Liftsystemen ausstatten. Alternativ können Sie Toilettensitze auch höhenverstellbar ausrichten.

  • Umbau der Technik

    Zur Unterstützung Ihres Alltags ist ebenfalls eine Reihe von technischen Hilfsmitteln förderbar. So sind zum Beispiel der Einbau oder die Erweiterung von automatischen Beleuchtungs-, Heizungs-, Tür-, Rollläden- oder Fensterbedienungen ebenso denkbar, wie schnelle und einfache Kommunikationssysteme im Falle eines Sturzes oder sonstigen Notfalls. Dies gilt auch für Maßnahmen zu einer besseren Orientierung, wie zum Beispiel zusätzlichen Handläufen oder Spracherkennungssysteme im Falle einer Erblindung.

  • Umbau von Gemeinschaftsräumen

    Um ein Mehrgenerationenwohnen zu ermöglichen, ist darüber hinaus die Schaffung von Gemeinschaftsflächen förderbar. Diese müssen sich nicht zwangsläufig innerhalb Ihrer Wohnung befinden, sondern lediglich in der unmittelbaren Nähe.

Ferner ist der Zuschuss auch für Maßnahmen zum Einbruchschutz bis zu einem Betrag von 1.500 Euro verfügbar. So kann die Förderung zum Beispiel auch genutzt werden für den Einbau von:

  • Einbruchhemmenden Wohnungs- und Hauseingangstüren
  • Alarmanlagen
  • Einbruchhemmenden Fenstern und Gittern

Wichtig ist in allen Fällen lediglich, dass diese Arbeiten von einem zertifizierten Fachunternehmen durchführt werden. Nur so ist gewährleistet, dass Sie bei den Umbauten alle technischen Mindestanforderungen nach DIN eingehalten können.

Im Übrigen beschränkt sich die Fördermöglichkeit für barrierefreies Wohnen nicht nur auf Wohnungs- und Hauseigentümer. Auch Mieter können, wenn sie mit Ihrem Vermieter zuvor eine Modernisierungsvereinbarung abgeschlossen haben, den KfW-Zuschuss beantragen.

Es gibt grundsätzlich nur eine einzige Einschränkung: Sie müssen als Privatperson agieren, das bedeutet, der Umbau darf nicht gewerblich motiviert sein. Darum gibt es zum Beispiel für Ferienwohnungen keine Förderung, selbst wenn Sie diese nicht vermieten, sondern nur selbst nutzen.

Ablauf einer Förderung für barrierefreies Wohnen

Wenn Sie Ihren Wohnraum barrierefrei gestalten möchten, ist es wichtig, die entsprechenden Schritte genau einzuhalten, um eine Förderung zu erhalten. Daher empfiehlt die KFW folgende Reihenfolge:

  1. Maßnahmen planen

    Wenden Sie sich an Sachverständige und Wohnberatungsstellen, um bei Ihrer Planung professionelle Unterstützung zu haben. Mit diesen Experten können Sie gemeinsam konkrete Pläne aufstellen, welche Maßnahmen wünschenswert und machbar sind. Lassen Sie sich daraufhin einen Kostenvoranschlag von einem Fachunternehmen anfertigen.

  2. Kombinationsmöglichkeiten prüfen

    Für den Fall, dass Sie außerdem Ihr Haus oder Ihre Wohnung energetisch sanieren möchten, können Sie weitere KfW-Fördermöglichkeiten ins Auge fassen und so unter Umständen doppelt sparen . Diese können Sie nämlich im Gegensatz zu anderen Förderungen miteinander kombinieren. Auch hier gilt: zuvor Kostenvoranschlag einholen.

  3. Investitionszuschuss beantragen

    Auf der Seite der KfW können Sie hier online den entsprechenden Zuschuss beantragen. Stellen Sie diesen Antrag unbedingt, bevor Sie das Fachunternehmen mit dem Umbau konkret beauftragen.

  4. Vorhaben umsetzen

    Sobald Sie die Förderzusage bekommen haben, können Sie den Auftrag für die Umbaumaßnahmen erteilen und die Arbeiten können beginnen.

  5. Identität nachweisen

    Zeitgleich mit der Zusage werden Sie von der KfW aufgefordert werden, Ihre Identität nachzuweisen. Dies kann per Video-Identifizierung, per Post-Ident-Verfahren oder mittels Schufa-Identitäts-Check relativ einfach geschehen.

  6. Zuschuss erhalten

    Sobald die baulichen Maßnahmen umgesetzt wurden, können Sie auf dem Zuschussportal der KfW die Rechnungen und die Durchführungsbestätigung des Sachverständigen hochladen und erhalten den vereinbarten Zuschuss ausbezahlt.

Ausnahmen der Förderungen

Grundsätzlich hat jeder ein Anrecht auf den Zuschuss aus KfW-Förderprogramm, der sein Heim barrierefrei umbauen möchte. Es bestehen jedoch Ausnahmen, die insbesondere mit der Gewährung von anderen öffentlichen Mitteln zusammenhängen.

So ist eine Förderung der KfW unter folgenden Bedingungen ausgeschlossen:

  • Wenn bereits Landesfördermittel zur Umgestaltung für barrierefreies Wohnen gewährt wurden.
  • Wenn bereits Fördermittel gemäß Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz für barrierefreies Wohnen (sogenanntes Wohnriester) gewährt wurden.
  • Wenn bereits Fördermittel der sozialen Pflegeversicherung für barrierefreies Wohnen gewährt wurden.
  • Wenn bereits Fördermittel der Beihilfe für Beamte oder der privaten Pflege-Pflichtversicherung für barrierefreies Wohnen gewährt wurden.

Grundsätzlich sollten Sie den Umbau bei Zeiten planen, um ein barrierefreies Wohnen zu gewährleisten. Je früher Sie diese Überlegungen in die Tat umsetzen, umso stressfreier und günstiger sind die Möglichkeiten. Die Fördermöglichkeiten der KfW dazu zu nutzen, ist ein guter Weg zum sicheren und glücklichen Älterwerden in den eigenen vier Wänden.

[Bildnachweis: AnnaStills by Shutterstock.com]
22. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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