Bart: Sind Sie ein Barttyp?

Die Meinungen zum Bart könnten unterschiedlicher nicht sein: Von „Sex-Appeal pur“ bis hin zu „unhygienische Bazillenschleuder“ sind wohl alle Attribute dabei.

Fakt ist: Ein Bart ist ein Statement. Das war er schon immer. Wie die Kleidung so kann auch ein Bart eine bestimmte Einstellung zum Ausdruck bringen.

Welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, sich einen Bart stehen zu lassen, für wen sich welche am besten eignet und wie Sie Ihren Bart am besten pflegen und stylen können, erfahren Sie hier.

Bart: Sind Sie ein Barttyp?

Was bedeutet ein Bart?

Seit jeher ist der Bart ein Symbol für Männlichkeit und Kraft. Wächst er doch in aller Regel nur dem gerne als „starken Geschlecht“ titulierten Teil der Bevölkerung. So war der Bart eigentlich fast nie völlig aus der Mode. Nur der Stil verändert sich alle paar Jahre mal.

Der letzte Trend, der beobachtet werden konnte, war der wilde Vollbart. Gefühlt trug plötzlich jeder junge Mann, der etwas auf sich hielt, den Holzfäller-Look im Gesicht. Dieser (gerne als „Hipster-Bart“ bezeichnete) Rauschebart ist zwischenzeitlich wieder langsam auf dem Rückzug, zumindest in den trendigen Metropolen. Neuerdings scheinen gewaltige Vollbärte nur noch beim Weihnachtsmann oder bei der Rockband ZZ Top modische Pflicht zu sein. Vielleicht liegt dies auch an einer Studie, die Quest Diagnostics aus New Mexico im Jahr 2015 durchführte: Sie ergab, dass sich angeblich in einem ungepflegten Vollbart mehr Keime befinden als auf einer Klobürste.

Dennoch ist der Bart als solcher nach wie vor nicht aus der Mode: Barbershops sprießen noch immer wie Pilze aus dem Boden und viele Männer erfreuen sich an ihrem gestylten Bart. Lässt sich doch darunter auch so einiges verstecken: ein Doppelkinn zum Beispiel oder schlechte Haut.

Zudem wirken kurze und gepflegte Bärte auf viele Frauen attraktiv, da sie damit Weisheit und Erfahrung verbinden. Ferner hat ein Bart auch immer etwas Anarchisches. Man(n) ist eben nicht glatt rasiert und perfektionistisch, sondern schwimmt gegen den Strom. In wieweit das wirklich so ist, kann freilich nur jeder für sich entscheiden. Meist sind es ohnehin die Partnerinnen, die bestimmen, ob und wie ein Mann seinen Bart trägt (soviel also zum Thema des „starken Geschlechts“)…

Styling von Bärten

Jeder Bart-Typ und jedes Bart-Styling wirken anders auf die Umgebung. Und nicht jede Bartform passt zu jedem Mann. Daher ein Überblick über die verschiedenen Bärte und ihre Aussagekraft.

  • Der Drei-Tage-Bart
    Ein guter Drei-Tage-Bart wirkt zwar wild und jugendlich, erfordert aber auch viel Pflege und Mühe. Mittels eines Trimmers muss er regelmäßig gestutzt werden, damit er nicht ungepflegt aussieht. Dabei sind die Konturen wichtig: Unterhalb des Kehlkopfes und an den Wangenknochen sollten Sie glatt rasiert sein. Wer ein herzförmiges Gesicht, eine Glatze oder halblange Haare hat, eignet sich perfekt für diesen Bart. Jeans oder schmal geschnittene Anzüge harmonieren am besten mit dem Drei-Tage-Bart. Übergewichtige Menschen sollten hingegen diesen Bart eher meiden.
  • Der Sechs-Tage-Bart
    In Bezug auf Pflege und Style gilt für den Sechs-Tage-Bart das Gleiche wie für seinen drei Tage jüngeren Bruder. Allerdings müssen Sie hier noch besser auf die Konturen achten, damit es nicht nach wildwachsenden Stoppeln aussieht. Gerade Männern mit schlankem, länglichem Gesicht steht der Sechs-Tage-Bart oft sehr gut.
  • Der Vollbart
    Bis vor kurzem galt der Vollbart noch als DIE Mode schlecht hin. Das galt aber Anfang der 90er-Jahre auch für den Oberlippenbart (gerne kombiniert mit der berühmten „Vokuhila“-Frisur). Daran zeigt sich: Moden kommen und gehen. Fakt ist: Der Vollbart steht nicht jedem Mann. Wer ein breites Gesicht hat, sollte vom Vollbart eher Abstand nehmen. Und auch die Pflege ist aufwändiger, als sie aussieht: Mindestens alle zwei Tage sollte der Bart shampooniert, zudem täglich gebürstet werden. Die Konturen am Hals müssen ebenfalls klar getrimmt sein. Zudem sollte ein Vollbart gleichmäßig wirken. Als Business-Look ist dieser Bart eher weniger geeignet. Wirkt er doch eher wild, unangepasst und bisweilen kreativ.
  • Der Musketier-Bart
    Ein dünner Oberlippenbart, kombiniert mit einem kleinen, schmalen Ziegenbärtchen unterhalb der Unterlippe (auch Goatee genannt) ergibt einen Musketier-Bart. Insbesondere der Schauspieler Johnny Depp machte diesen Bart-Typ populär. Wer ein fülligeres Gesicht hat, dem steht dieser Bart am besten. Wichtig ist dabei, dass Sie außerhalb der bewachsenen Zonen täglich glatt rasiert sind und auch den Bart täglich trimmen. Der Kinnteil des Bartes sollte keinesfalls zu lang werden. Dies gilt besonders für dunkelhaarige Menschen. Dafür lässt sich der Musketier-Bart mit nahezu jeder Kleidung gut kombinieren.
  • Der Oberlippenbart
    Der Oberlippenbart hat viele Bezeichnungen: Schnurrbart, Schnauzbart, Schnäuzer oder despektierlich auch gerne „Pornobalken“. Letzterer Begriff zeigt auch den momentanen Stellenwert in der Modewelt: Die Zeiten, in denen ein Oberlippenbart wieder hip ist, sind anscheinend noch nicht wieder da. Dabei scheint es egal, wie dünn oder dick der Schnauzbart ist. Dies liegt vielleicht auch daran, dass dieses Bart-Styling in 70er- und 80er-Jahren häufig wildwachsend und ungepflegt rüber kam. Der Oberlippenbart wurde höchstens dann etwas gestutzt, wenn er Gefahr lief, den Mund zu bedecken. Heute wird ein solcher Bart meist mit dem Kleidungsstück der Jogginghose assoziiert.
  • Der Backenbart
    Der Backenbart ist heutzutage fast kaum noch zu sehen. Zu sehr erinnern die langen Koteletten an alte Militaristen des 19. Jahrhunderts. Dieser Bart-Typ, der oft mit einem voluminösen Oberlippenbart oder Kinnbart kombiniert wurde, verbreitert das Gesicht erheblich und ist auch optisch nur für die allerwenigsten Männer vorteilhaft. Die einzige Ausnahme scheint die Berufsgruppe der Seeleute und Kapitäne zu bilden.

Egal für welchen Bart Sie sich entscheiden: Sie sollten sich neben einem Rasierer auch einen Barttrimmer sowie entsprechende Pflegeprodukte zulegen, damit Ihr Bart sauber und ordentlich aussieht.

Info: Der Bart in verschiedenen Kulturen

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich überall in der Welt verschiedene Bärte durchgesetzt, die auch für eine bestimmte Aussage standen. Beispielsweise:

  • Die Sikh in Indien tragen ihre Bärte aus religiösen Gründen. Sie sollen den asketischen Lebensstil symbolisieren.
  • Ebenfalls aus religiösen Gründen tragen orthodoxe Juden lange Vollbärte und Schläfenlocken.
  • Die Amischen sind bekannt dafür, dass die verheirateten Männer als Erkennungsmerkmal einen ringförmigen Backen- und Kinnbart tragen.
  • Sportler rasieren sich aus Aberglauben oft nicht, solange sie ungeschlagen sind. Dies rührt aus dem amerikanischen Eishockey her, wo die einige Spieler seit den 80-Jahren in den Playoff-Spielen gerne die sogenannten „Playoff-Bärte“ tragen.
  • Im Islam gibt es für den Bart für strenggläubige muslimische Männer strenge Vorgaben: Der Oberlippenbart muss regelmäßig gekürzt werden und unter dem Kinn sollte er die Länge einer Faust haben.
  • Zu Beginn und Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Bart als Erkennungszeichen der bürgerlichen Revolution.
  • In den 60er-Jahren sollte der Bart für viele Hippies die Verbundenheit mit der Natur, die Individualität und den Protest gegen die vorherrschende Kultur verdeutlichen.

Im Übrigen wurde der längste Bart der Welt in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts gemessen: Der Norweger Hans Langseth (Nomen est Omen) brachte es mit seinem Bart auf beeindruckende 5,33 Meter.

Der perfekte Bart: So geht’s

Ein Barthaar wächst ungefähr 0,3 Millimeter am Tag. Ähnlich dem Sprichwort, dass das Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht, lässt sich auch dies nicht beeinflussen. Zwar gibt es den Irrglauben, dass häufiges Rasieren den Bartwuchs verstärke, dieses subjektive Empfinden liegt jedoch daran, dass ein geschnittenes Barthaar härter wirkt, sobald es austreibt.

Bis also ein Bart gewachsen ist, braucht es einige Zeit. Für einen dichten Vollbart sollten Sie zwischen drei und vier Monate einplanen. Ein Drei-Tage-Bart ist da schon schneller gewachsen – wie der Name es schon vermuten lässt. Wer helle (blonde oder weiße) Barthaare hat, kann diese übrigens gerne etwas länger wachsen lassen.

Wer sich einen Bart neu stehen lassen will, wird zunächst einen unangenehmen Juckreiz verspüren. Die Haut muss sich erst daran gewöhnen, nicht mehr glattrasiert zu sein. Hier gilt: Nicht kratzen, lieber pflegen. Eine Feuchtigkeitscreme entspannt die Haut und das Jucken vermindert sich.

Zudem sollten Sie die Haare, die ungleich spriessen, regelmäßig zurückschneiden. Barttrimmer sind hierfür die geeignete Gerätschaft. Die Konturen an Hals und Wange sollen Sie hingegen täglich rasieren. Ein Bart bedeutet also nicht, sich nie wieder um sein Gesicht kümmern zu müssen – ganz im Gegenteil.

Sobald der Bart wie gewünscht steht, ist es wichtig, dass Sie ihn regelmäßig reinigen. Dazu gehört, dass Sie ihn regelmäßig mit einem milden Shampoo waschen, ihn kämmen und ein- bis zweimal in der Woche kürzen. Wer möchte, dass sein Bart besonders geschmeidig wirkt, kann auch Bartöl oder ein Feuchtigkeitsgel benutzen. Ein Vollbart kann ferner mit den Fingern und etwas Haarwachs nach Wunsch gezwirbelt und gestylt werden.

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[Bildnachweis: Roman Samborsky by Shutterstock.com]
19. November 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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