Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Bauchspeicheldrüsenkrebs bleibt in vielen Fällen lange unentdeckt. Zwar kommt dieser bösartige Tumor vergleichsweise selten vor, doch wenn, dann sind die Chancen auf Heilung eher gering. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Sie über Bauchspeicheldrüsenkrebs wissen müssen: Verlauf, Alter, Stadien, Symptome, Diagnose sowie Therapie und Vorbeugung.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

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Bauchspeicheldrüsenkrebs Verlauf und Alter

Die Bauchspeicheldrüse bildet Enzyme, die für die Verdauung wichtig sind. Ist sie entzündet, können die Nährwerte der Nahrung nicht mehr richtig vom Körper aufgenommen werden. Zudem fördert eine geschädigte Bauchspeicheldrüse die Entstehung von Diabetes.

Die meisten Menschen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken, sind über 60 Jahre alt – häufig sogar über 70. Zudem erkranken pro Jahr im Durchschnitt nur knapp 13.000 Menschen an dieser Tumorerkrankung. Damit ist Bauchspeicheldrüsenkrebs nur die dritthäufigste Tumorerkrankung des Magen-Darm-Traktes.

Dennoch ist mit Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht zu spaßen. Das Pankreaskarzinom wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt und entwickelt sich dann sehr schnell und aggressiv. Dabei gibt es vier Stadien:

  1. Im Frühstadium ist der Tumor kleiner als zwei Zentimeter und befindet sich ausschließlich in der Bauchspeicheldrüse.
  2. Dies ist im zweiten Stadium ebenso der Fall. Die Größe liegt hingegen bei deutlich mehr als zwei Zentimetern.
  3. Im dritten Stadium hat der Tumor umliegendes Gewebe befallen. Die Arterien des Oberbauches sind dabei nicht betroffen.
  4. Im Endstadium von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind schließlich zusätzlich die Oberbaucharterien befallen. Ein Befallen der Lymphknoten und eine umfangreiche Metastasenbildung gehen damit fast immer einher.

Handelt es sich noch um einen lokal begrenzten Tumor, ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. Andernfalls bleibt nur eine palliative Behandlung.

Bauchspeicheldrüsenkrebs Stadium 4: Wie stirbt man?

Viele Betroffene machen sich Sorgen: Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs? Wie schnell stirbt man an Bauchspeicheldrüsenkrebs? Diese Fragen sind berechtigt.

Schließlich gilt Bauchspeicheldrüsenkrebs als eine der tödlichsten Tumorarten überhaupt. Nur knapp acht Prozent überleben statistisch gesehen eine Diagnose. Oder anders ausgedrückt: Weit über 90 Prozent der Patienten, bei denen Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde, versterben in den folgenden fünf Jahren daran.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig erst in der Endphase entdeckt wird. Die Sterbephase ist leider wenig angenehm. Viele Patienten berichten von starken Schmerzen – häufig am Rücken. Deshalb wird Ihnen in der Endphase fast immer ein opioides Schmerzmittel verabreicht.

Durch die Metastasen geht in der Regel eine Entzündung der Leber sowie eine Wasseransammlung im Bauch mit den Schmerzen einher. Es geht in der Endphase lediglich darum, diese Auswirkungen erträglich zu machen. Dann wird mitunter nur rein palliativ behandelt. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Ernährungsumstellung auf kleine, fettarme Mahlzeiten. Diese sind leicht und schnell verdaulich. So wird der Patient nicht noch weiteren unnötigen Belastungen ausgesetzt.

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Therapie: Ist Bauchspeicheldrüsenkrebs heilbar?

Im ersten und häufig sogar im zweiten Stadium ist Bauchspeicheldrüsenkrebs vielmals vollständig heilbar. Dabei kommt meist eine Kombination aus verschiedenen Therapiemöglichkeiten zum Einsatz. Im Einzelfall wird dabei abgestimmt, wann genau welche Behandlung angewandt wird. Zur Auswahl stehen dabei:

  • Operation
    In circa einem Fünftel der Fälle ist eine Operation möglich. Dazu muss der Tumor zum einen lokal begrenzt sein. Zum anderen muss die Gesamtkonstitution des Patienten eine Operation zulassen. Dabei wird ein großer Teil der Bauchspeicheldrüse und des Lymphgewebes entfernt. Oftmals sogar die Milz, die Galle und Teile des Dünndarms und des Magens.
  • Chemotherapie
    Um den Tumor zu bekämpfen oder zumindest zu verkleinern und regional zu begrenzen, kommen spezielle Zytostatika zum Einsatz. Das sind chemische Medikamente gegen Krebs. Da diese Zellen nicht zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheiden können, die sie abtöten, kommt es zu bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Haarausfall.
  • Schmerztherapie
    Parallel dazu geht darum, die Schmerzen für den Patienten zu lindern oder zumindest möglichst klein zu halten. Dazu kommen unterschiedliche Schmerzmittel zum Einsatz bis hin zu Morphin oder ähnlichen Opiaten.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten wird beim Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Bestrahlung nicht empfohlen. Haben sich in anderen Organen Metastasen gebildet, kann diese Therapiemethode aber dort durchaus Sinn machen.

Nachsorge ist wichtig

Patienten, die nach einer erfolgreichen Operation wieder als geheilt gelten, müssen gut betreut werden. Dazu gehört eine umfangreiche Ernährungsumstellung.

Da ihnen mitunter komplette Teile des Verdauungssystems fehlen, ist dies für sie unausweichlich. Ergänzend zu Medikamenten wird zudem Traubenzucker künstlich zugeführt.

Trotz allem bleibt leider festzuhalten, dass selbst nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung die Rückfallgefahr recht hoch ist.

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Anzeichen: Wie sind die Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Was für Symptome hat Bauchspeicheldrüsenkrebs? Je nachdem, wo genau in der Bauchspeicheldrüse sich der Tumor befindet, unterscheiden sich die Symptome. Die allermeisten Patienten bemerken zunächst ohnehin nichts von ihrer tückischen Erkrankung, da sie lange Zeit keine Beschwerden verursacht.

Die Bauchspeicheldrüse selbst schmerzt dabei prinzipiell nicht. Das tun lediglich die umliegenden Organe, sobald sich der Tumor ausgebreitet hat.

Treten mit der Zeit erste Symptome auf, ist es daher meist schon fast zu spät. Deshalb sollten Sie bei folgenden Anzeichen umgehend einen Arzt aufsuchen und nicht zögern, die Ursache der Beschwerden abklären zu lassen:

  • Starke Bauch- und Rückenschmerzen
  • Verlust des Appetits
  • Gewichtsverlust
  • fettiger Stuhl
  • Übelkeit
  • Gelbfärbungen im Auge und der Haut
  • Insulinmangel und Diabetes

Diese Anzeichen treten ebenfalls bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auf. Da diese ebenfalls behandelt werden muss und eine Tumorbildung begünstigen kann, ist ein Gang zum Arzt ohnehin unumgänglich.

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Blutwerte geben kaum Aufschluss

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung können Blutwerte keinen gesicherten Aufschluss über Bauchspeicheldrüsenkrebs geben. Zwar können Blutzucker-, Leukozyten- sowie Enzymwerte bei Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht sein. Dies ist jedoch bei einer Reihe anderer Erkrankungen ebenso der Fall.

Eine Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs beginnt daher immer mit der Anamnese. So bezeichnet man das ausführliche ärztliche Gespräch über Lebenswandel, Vorerkrankungen und Beschwerden. Es ist somit eine Art Bestandsaufnahme. Familiären Hintergründe kommen dabei ebenfalls zur Sprache. Der Arzt möchte damit möglichst genau abklären, ob es in der Vergangenheit bei Verwandten ersten Grades bereits schon zu Fällen von Bauchspeicheldrüsenkrebs kam.

Im Anschluss wird der Arzt den Bauch nach Verhärtungen und Schwellungen abtasten. Eine Blutuntersuchung im Anschluss gibt lediglich Aufschluss über eventuelle Tumormarker. Dies sind Enzyme, die auf eine Krebserkrankung hindeuten können.

Bildgebende Verfahren notwendig

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums zeigt genauer, ob ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse festzustellen ist. Und wenn ja, wie groß dieser ist.

Außerdem zeigt diese Untersuchung an, ob bereits umliegende Organe wie Leber, Magen, Galle oder Darm von Metastasen befallen sind. Deren Verbreitung geschieht meist über die Lymphknoten.

Zuweilen kann eine weitere Ultraschalluntersuchung genauen Aufschluss geben. Dabei wird der Sonograf nicht von außen auf den Körper aufgesetzt, sondern mittels eines Endoskops über Mund und Rachen in den Magen und den Darm geschoben. Nebenbei wird gleich eine Gewebeprobe entnommen. Allein dafür ist diese Untersuchung jedoch nicht notwendig. Diese Biopsie kann auch von außen mit einer Hohlnadel genommen werden.

Bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) und eine Magnetresonanztomografie (MRT) geben Aufschluss über genaue Größe und Lage des Tumors sowie über den genauen Befall anderer Organe. Dies ist vor allem nötig, wenn das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung undeutlich ist. Ferner wird in diesem Zusammenhang die Lunge geröntgt.

Was ist der Auslöser für Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Forscher rätseln noch nach den genauen Entstehungsursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist ein erheblicher Faktor erblich bedingt.

Darüber hinaus gibt es weitere Risikofaktoren, die Krebs im Allgemeinen und Bauchspeicheldrüsenkrebs im Besonderen fördern können:

Gegrillte und geräucherte Nahrungsmittel stehen ebenfalls im Verdacht, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu begünstigen.

Ebenso wurde eine erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Menschen festgestellt, die beruflich viel mit Giftstoffen wie Insekten- und Unkrautvernichtungsmitteln sowie mit Kohlenwasserstoffen oder Chrom zu tun hatten.

Vorsorge kaum möglich

Da Bauchspeicheldrüsenkrebs im frühen Stadium kaum und nur selten Beschwerden verursachen aber mit der Zeit sehr gefährlich werden kann, kommt oft die Frage nach einer eventuellen Früherkennungsuntersuchung auf.

Leider gibt es zum momentanen Zeitpunkt keine gezielte Untersuchungsmethode, um Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig zu erkennen. Es wäre lediglich möglich, den Arzt zu bitten, oben genannte Diagnosemethoden durchzuführen.

Leider werden diese nicht von der Krankenversicherung bezahlt wenn kein Anfangsverdacht vorliegt. Zum anderen sind gerade die belastungsarmen Untersuchungen wie Abtasten und Ultraschall im frühen Stadium kaum aussagekräftig.

Somit bleibt leider als einziger Tipp, der recht allgemeine Hinweis auf einen allgemein gesunden Lebenswandel.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Magic mine by Shutterstock.com]

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