Besenreiser: Was Sie gegen die Mini-Krampfadern tun können

Kleine, unschöne Äderchen an den Beinen – fast jede zweite Frau leidet im Laufe ihres Lebens an Besenreisern. Auch wenn diese in der Regel kein gesundheitliches Risiko darstellen, empfinden Betroffene die deutlich sichtbaren Blutgefäße als Schönheitsmakel. Erfahren Sie, warum Besenreiser entstehen und was Sie dagegen tun können…

Besenreiser: Was Sie gegen die Mini-Krampfadern tun können

Definition: Was sind Besenreiser?

Besenreiser, auch Besenreiservarizen genannt, sind eine Form von Krampfadern. Es handelt sich um winzige Venen, die geweitet sind und rot-bläulich durch die Haut schimmern. Diese Venen liegen direkt in oder unter der obersten Hautschicht. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie sich netzförmig wie ein Reisigbesen unter der Haut verteilen. Sind die Besenreiser nur wenige Zentimeter groß sehen sie von außen betrachtet rötlich aus. Mit zunehmender Größe schimmern sie bläulich. In der Regel stellen Besenreiser keine große gesundheitliche Beeinträchtigung dar, sondern sind ein kosmetisches Problem.

Besenreiser treten typischerweise an den Beinen auf. In der Regel sind sie nicht großflächig, sondern vereinzelt an bestimmten Stellen zu finden: Besonders häufig sieht man sie an den Außenseiten der Oberschenkel, in den Kniekehlen oder im Bereich der Fußgelenke. Aber auch im Gesicht, auf der Nase oder an der Brust können Besenreiser entstehen.

Ursachen: Wie entstehen Besenreiser?

Ebenso wie bei Krampfadern ist auch bei Besenreisern der Auslöser eine Bindegewebsschwäche, die dazu führt, dass die Venenwände erschlaffen. Die Venen sind die Blutgefäße, die dafür zuständig sind, das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen zu leiten. Nicht selten, wenn wir stehen zum Beispiel, müssen die Venen das Blut gegen die Schwerkraft von unten nach oben transportieren. Eine zusätzliche Hürde ist die langsame Fließgeschwindigkeit in den Venen.

Damit das Blut trotzdem ans Ziel transportiert werden kann, haben die Venen Klappen. Diese sind kleine Helfer und fungieren als Ventile, die den Blutfluss nur in Richtung Herz erlauben. Sie verhindern, dass das Blut zurückfließt und sich staut.

Kaputte Venenklappen und ausgeleierte Venenwände

Bei Menschen mit Krampfadern oder Besenreisern schließen die Venenklappen nicht richtig. Das Blut kann zurückfließen, staut sich in den Venen und der Druck auf die Venenwände erhöht sich. Mit zunehmendem Druck geben die Venenwände nach und leiern schließlich aus. Dadurch fließt das Blut nicht mehr richtig und es kommt zu einem dauerhaften Blutrückstau. Dieser wird deutlich sichtbar, dadurch dass die Venen hervortreten und sich auf der Haut abzeichnen.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Denn tendenziell leiden Frauen auch öfter an einer Bindegewebsschwäche. Östrogen begünstigt das Erschlaffen der Venen. Deswegen bekommen Frauen in der Schwangerschaft oder bei Einnahme der Anti-Baby-Pille schneller Besenreiser.

Symptome: Woran erkennen Sie Besenreiser?

Das könnten erste Anzeichen sein:

  • Hat sich meine Haut verändert?
    Die meisten Betroffenen bemerken als erstes eine optische Veränderung der Haut. Achten Sie deshalb beim Blick in den Spiegel darauf, ob sie kleine Äderchen sehen.
  • Welche Körperstellen sind betroffen?
    Mit Abstand am häufigsten entstehen Besenreiser in den Beinen. Schauen Sie sich dort die typischen Stellen wie Oberschenkel, Kniekehlen und Fußgelenke an.
  • Treten Beschwerden auf?
    Besenreiser sind zwar gut sichtbar, verursachen bei den meisten Betroffenen aber keine Beschwerden. Haben Sie müde, geschwollene Beine oder verspüren Schmerzen, sind das Hinweise darauf, dass es sich um ein größeres Venenleiden handelt. Dieses sollten Sie in jedem Fall von einem Arzt abklären lassen.

Behandlung: Wie werden Besenreiser entfernt?

Weil Besenreiser normalerweise keine Schmerzen oder andere Beschwerden verursachen, müssen sie nicht unbedingt behandelt werden. Dennoch fühlen sich viele Betroffene von ihnen gestört. Besonders Frauen empfinden die kleinen Äderchen als ästhetisches Problem und fühlen sich nicht mehr wohl in ihrem Körper. Deswegen kann eine Behandlung durchaus sinnvoll sein.

Es gibt verschiedene Methoden, wie Besenreiser entfernt werden können. Die zwei gängigsten sind:

  • Sklerosierung
    Bei diesem Verfahren wird ein alkoholhaltiges Mittel in die betroffenen Venen gespritzt, das diese veröden lässt. Das Mittel reizt die Venenwände, die sich daraufhin verschließen und verkleben. Dadurch werden die Venen nicht mehr durchblutet und veröden schließlich. Diese Venen werden vom Körper abgebaut und verblassen nach einigen Wochen.
  • Lasertherapie
    Bei dieser Methode verwendet der Arzt kein Medikament, sondern einen Laser. Dieser wird an den betroffenen Venen entlang geführt und gibt punktuell Energie ab. Die Energie schädigt die Venenwände und lässt sie abstreben. Auch hier werden die abgestorbenen Venen vom Körper abgebaut. Die Lasertherapie eignet sich besonders für sehr feine Venen.

Je nachdem, wo die Besenreiser auftreten und wie viele Venen betroffen sind, reicht ein einziger Termin zur Behandlung nicht aus. Das gewählte Verfahren muss mehrfach angewendet werden bis die Venen vollständig entfernt sind. Die Behandlung erfolgt von Venenspezialisten und wird in der Regel ambulant vorgenommen.

Wie schmerzhaft sind die Verfahren?

Patienten, die sich einer Sklerosierung unterzogen haben, berichten, dass das Verfahren nur mit wenigen Schmerzen verbunden ist. Die Einstiche, wenn das Mittel in die Venen gespritzt wird, schmerzt leicht. Im Anschluss verspürten sie keine weiteren Schmerzen. Nach der Behandlung können sich an den Einstichstellen kleine Blutergüsse bilden, die aber nach kurzer Zeit wieder abklingen.

Eine Laserbehandlung hingegen wird von Patienten als sehr schmerzhaft beschrieben. Im Anschluss an die Behandlung kann es an den betreffenden Stellen zu Rötungen und Schwellungen kommen, die mehrere Stunden anhalten. Nach einigen Tagen kann sich Schorf auf der Haut bilden, der sich jedoch nach einiger Zeit wieder ablöst.

Verhalten nach dem Entfernen von Besenreisern

Nach der Sklerosierung wird Patienten empfohlen, Kompressionsstrümpfe zu tragen. Langes Sitzen oder Stehen sollte unbedingt vermieden werden. Förderlich für den Heilungsprozess sind milde Formen der Bewegung wie beispielsweise Spaziergänge.

Nach einer Lasertherapie ist es nicht notwendig Kompressionsstrümpfe zu tragen. Patienten sind sofort wieder arbeitsfähig und können ihrem normalen Alltag nachgehen. Lediglich von intensiven sportlichen Aktivitäten wie Joggen oder Mannschaftssportarten, sowie von Sonnenbädern und Saunagängen wird abgeraten. Spazieren oder Walken wird empfohlen, weil es den Blutfluss anregt.

Kosten und Übernahme durch die Krankenkasse

Da die Behandlung in der Regel nicht medizinisch notwendig ist, sondern aus kosmetischen Gründen vorgenommen wird, müssen Sie als Patient oder Patientin die Kosten selber tragen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Eine Sklerosierung kostet zwischen 50 und 100 Euro pro Sitzung. Die Lasertherapie ist im Vergleich etwas teurer. Hier müssen Patienten zwischen 75 und 150 Euro pro Sitzung einplanen.

Hausmittel gegen Besenreiser

Mit Hausmitteln lassen sich Besenreiser zwar nicht vollständig entfernen, sie können jedoch dazu beitragen, dass sie nicht mehr so deutlich hervortreten. Wie bei allen Hausmitteln ist die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich bewiesen.

Diesen Hausmitteln wird eine venenförderliche Wirkung nachgesagt:

  • Apfelessig
    Er fördert die Durchblutung und eine gute Durchblutung sorgt dafür, dass Besenreiter nicht so deutlich sichtbar sind. Ein Tuch oder etwas Watte wird in Apfelessig getunkt und auf die betroffenen Stellen gerieben.
  • Rosskastanie
    Die Rosskastanie enthält den Wirkstoff Aescin, der die Blutzirkulation in den Venen unterstützt. Auch die Spannkraft der Venenwände wird dadurch positiv beeinflusst. In der Apotheke finden Sie verschiedene Arzneimittel mit Rosskastanien-Extrakt. Dennoch sollten Sie vor der Einnahme mit Ihrem Hausarzt sprechen.

Prävention: 5 Tipps für gesunde Venen

Ganz verhindern können Sie die Entstehung von Besenreisern nicht. Schon weil die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Sind in Ihrer Familie Venenleiden bekannt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch bei Ihnen ein solches auftreten kann. Nichtsdestotrotz können Sie mit Ihrem Lebensstil Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Venen nehmen.

  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
    Vor allem mit regelmäßigem Sport tun Sie Ihren Venen etwas Gutes. Trainierte und angespannte Muskeln üben Druck auf die Venen aus und unterstützen diese. Besonders förderlich sind Ausdauersportarten wie Walken, Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Auch spezielle Venengymnastik wirkt sich positiv aus.
  • Duschen Sie Ihre Beine kalt ab.
    Kaltes Wasser fördert die Durchblutung und ist damit gut für die Venen. Durch das kalte Wasser ziehen sich die Venen zusammen und können das Blut besser zum Herzen transportieren. Duschen Sie Ihre Beine einmal täglich kalt ab. Auch der Besuch einer Kneippanlage kann helfen. Das nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp benannte Verfahren besteht darin, dass Sie durch ein Becken mit kaltem Wasser (ca. 18 Grad) laufen. Solche Becken finden Sie in Schwimmbädern, Parks oder auf speziellen Barfußpfaden.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin.
    Rauchen und der übermäßige Konsum von Alkohol weiten die Gefäße. Erweiterte Gefäße sind anfällig dafür auszuleiern. Es ist nachgewiesen, dass dauerhafter Konsum von Alkohol und Nikotin die Gefäße schädigt.
  • Sitzen Sie nicht zulange.
    Stundenlanges Sitzen, vor allem mit überschlagenen Beinen, wirkt sich sehr negativ auf die Durchblutung aus. Langes Sitzen kann zu einem Blutrückstau führen und damit die Bildung von Besenreisern begünstigen. Gehen Sie beispielsweise beruflich einer sitzenden Tätigkeit nach, achten Sie darauf zwischendurch immer wieder aufzustehen und für etwas Bewegung zu sorgen.
  • Gönnen Sie Ihren Beinen eine Pause.
    Haben Sie einen anstrengenden Tag hinter sich, an dem Sie viel gesessen oder gestanden haben? Dann achten Sie darauf Ihren Beinen Ihre wohlverdiente Pause zu gönnen. Am besten sorgen Sie für Entlastung, wenn Sie die Beine hochlegen. Durch die erhöhte Position wird die Blutzirkulation unterstützt. Spezielle Venenkissen können hier unterstützen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Artemida-psy by Shutterstock.com]
3. Mai 2021 Autor: Karolina Warkentin
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