Bestattung: Gesetze, Kosten, Checkliste

Wenn ein lieber Mensch verstirbt, mit dem wir viele schöne Momente verbracht haben und wundervolle Erinnerungen verbinden, steht zunĂ€chst verstĂ€ndlicherweise die Trauer im Vordergrund. Dennoch verlangt der Gesetzgeber, dass wir uns schnell um die Bestattung kĂŒmmern. Damit Sie das Eintreten eines Todesfall nicht lĂ€hmt, haben wir die wichtigsten Fragen, Fristen und rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Bestattung zusammengefasst und fĂŒr Sie eine Checkliste erstellt…

Bestattung: Gesetze, Kosten, Checkliste

Definition: Was zÀhlt zur Bestattung?

Viele meinen mit dem Begriff „Bestattung“ lediglich den Akt des Zu-Grabe-tragens. Doch streng genommen ist dieser eine Beisetzung.

Bestattung ist noch sehr viel mehr und beinhaltet sowohl sĂ€mtliche VorgĂ€nge organisatorischer Art vor der Beisetzung, als auch die Trauerfeier danach. Um den Hinterbliebenen diese Aufgaben zu erleichtern, gibt es spezielle Einrichtungen, die sich um das Notwendigste kĂŒmmern: die sogenannten Bestattungsinstitute.

Rechtliche Fragen und Rahmenbedingungen zur Bestattung

In Deutschland herrscht Bestattungspflicht. Das bedeutet, dass eine verstorbene Person ordnungsgemĂ€ĂŸ beerdigt werden muss. Dabei sind gewisse Fristen zu beachten.

Zudem besteht fĂŒr die Angehörigen eine TotenfĂŒrsorgepflicht, die der Bestattungspflicht vorausgeht. Sie beinhaltet die Verpflichtung, den Todesfall beim Standesamt anzuzeigen und den Leichnam Ă€rztlich begutachten zu lassen (sogenannte Leichenschau).

Bei der Organisation all dieser VorgĂ€nge hilft das Bestattungsinstitut. Dies muss von den Familienangehörigen beauftragt werden, die in aller Regel in folgender Reihenfolge komplett verantwortlich fĂŒr die Bestattungspflicht sind:

  • Ehepartner
  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • Großeltern
  • Enkelkinder

Diese Verantwortlichkeit steht in keinem Zusammenhang zum Erbrecht und besteht daher auch bei einem Ausschlagen des Erbes.

Wann muss eine Bestattung stattfinden?

Um die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen zu vermeiden, besteht in Deutschland die Pflicht, verstorbene Personen innerhalb der sogenannten Bestattungsfrist entweder in einem Sarg zu beerdigen oder einzuÀschern.

Diese Bestattungsfrist beginnt ab 48 Stunden nach dem Ableben, um die Gefahr eines Scheintodes zu vermeiden. Zudem muss der Leichnam ausfĂŒhrlich Ă€rztlich untersucht werden.

Die Maximalfristen sind abhÀngig von der Art der Beisetzung:

  • Erdbestattungen dĂŒrfen maximal zehn Tage nach dem Eintritt des Todes stattfinden.
  • Urnenbeisetzungen sind innerhalb von sechs Wochen durchzufĂŒhren.

Wo muss eine Bestattung stattfinden?

Anders als in vielen anderen LĂ€ndern, herrscht im deutschen Bestattungsgesetz ein Friedhofszwang. Weder Leiche noch Urne dĂŒrfen also an einem anderem Ort beigesetzt oder aufbewahrt werden. Rechtlich gesehen gilt der Friedhofszwang nicht nur fĂŒr Friedhöfe, sondern auch fĂŒr BestattungswĂ€lder. Die einzige Ausnahme stellt die Seebestattung dar, bei der die verbrannte Asche des Verstorbenen ins Meer verstreut wird.

Einen Sonderweg in Bezug auf den Friedhofszwang bildet das kleine Bundesland Bremen ab, das die Pflicht zu einer Beisetzung auf einem Friedhof fĂŒr seine BĂŒrger seit dem Jahr 2015 formal abgeschafft hat und unter bestimmten, strengen Voraussetzung eine Ausstreuung der Asche im eigenen Garten erlaubt. De facto hat sich jedoch in der Praxis seither kaum etwas geĂ€ndert.

Wie muss eine Bestattung durchgefĂŒhrt werden?

Bei der Art und Weise, wie eine Bestattung durchgefĂŒhrt werden muss, steht der Wille des Verstorbenen an erster Stelle. FĂŒr den Fall, dass dieser mĂŒndliche oder schriftliche Anweisungen hinterlassen hat, wo und wie die eigene Bestattung statt zu finden hat, sind diese rechtlich bindend.

Andernfalls obliegt es den Hinterbliebenen in der oben genannten Reihenfolge, im Sinne des Verstorbenen zu handeln. FĂŒr den Fall, dass es keine Angehörigen gibt oder diese sich weigern, veranlasst das zustĂ€ndige Ordnungsamt eine sogenannte Bestattung von Amts wegen. Dies wird auch Notbestattung bezeichnet. Die Kosten werden den Bestattungspflichtigen nachtrĂ€glich berechnet, falls es welche gibt. Andernfalls trĂ€gt sie der Steuerzahler.

Wer muss die Bestattung bezahlen?

Wie bereits angedeutet, haben die Bestattungspflichtigen die Kosten fĂŒr die Beerdigung zu tragen. Dabei gilt es als völlig unerheblich, wie ihr persönliches VerhĂ€ltnis zum Verstorbenen gewesen ist.

Gerade bei knappem Budget sollten unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten geprĂŒft werden, wie zum Beispiel Ratenkredite. Im Äußersten Fall muss beim Sozialamt ein Antrag auf BedĂŒrftigkeit gestellt werden. Dieser wird jedoch nur bewilligt, wenn gar keine finanziellen Mittel vorhanden oder durch das Erbe zu erwarten sind.

Was muss ich bei der Wahl des Bestattungsinstituts beachten?

Bei der Wahl eines zugelassenen Bestattungsinstitutes gibt es keine EinschrÀnkung, es sei denn, der Verstorbene hat vor seinem Tod in diesem Punkt eine klare Anweisung erteilt oder gar ein bestimmtes Unternehmen bereits per Bestattungsvorsorge vertraglich beauftragt.

Es gibt eine breite Palette von Angeboten in Bezug auf Bestattungen und der persönlichen Begleitung – je nach Glaube und auch nach finanziellem Budget. Im Internet existieren zudem Online-Bestattungsplaner, die Ihnen dabei helfen können, unkompliziert verschiedene Angebote in Ihrer Umgebung miteinander vergleichen zu können.

Das beste ist jedoch immer noch, zu Lebzeiten das Thema anzusprechen, um eine Sicherheit zu haben. Eine Sterbegeldversicherung kann in diesem Zusammenhang zudem ebenfalls eine Hilfe fĂŒr die Hinterbliebenen sein.

Kosten fĂŒr eine Bestattung

Je nach Art und Weise der Bestattung unterscheiden sich die Kosten erheblich. Eine einfache, anonyme Feuer- oder Seebeisetzung ohne Grabstein und Trauerfeier ist je nach Bundesland bereits ab 700 Euro zu haben. Dann muss man sich jedoch um alles selbst kĂŒmmern. Das bedeutet, die Kosten fĂŒr die Leichenschau sind noch zu addieren.

Betrachtet man eine Bestattung unter BerĂŒcksichtigung aller Kosten (Leistungen des Bestattungsinstituts, FriedhofsgebĂŒhren, GrabgebĂŒhr fĂŒr mindestens 20 Jahre, Grabstein, Trauerfeier), so lassen sich folgende Durchschnittswerte als grobe Anhaltspunkte festhalten:

  • Einfache Feuerbestattung: ab circa 5.800 Euro
  • Einfache Erdbestattung: ab circa 7.600 Euro
  • Einfache Baumbestattung: ab circa 2.400 Euro

SelbstverstÀndlich gibt es nach oben kaum Grenzen. So kann zum Beispiel allein schon ein edler Sarg bereits schon mehrere tausend Euro kosten, wÀhrend die einfachen Modelle bereits ab 200 Euro erhÀltlich sind.

Checkliste fĂŒr eine Bestattung

Um Ihnen im Fall des Todes eines nahen Menschen einen Überblick darĂŒber zu geben, haben wir fĂŒr Sie eine Checkliste erstellt, auf was Sie wann achten mĂŒssen. Sie unterteilt sich in fĂŒnf zeitlich unterschiedliche Kategorien.

Direkt nach dem Eintritt des Todes:

  • Arzt

    VerstÀndigen Sie einen Arzt Ihres Vertrauens, der den Tod offiziell feststellt und den Totenschein ausstellt.

  • Angehörige

    Setzen Sie sich mit den weiteren Angehörigen in Verbindung, um zu besprechen, wie es weiter geht und wer welche Aufgaben ĂŒbernimmt.

  • Unterlagen

    Suchen Sie die formalen Unterlagen, die fĂŒr den weiteren Prozess benötigt werden: Geburtsurkunde, Personalausweis, Heiratsurkunde, Testament, Organspendeausweis, Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen beziehungsweise WillenserklĂ€rung zur Bestattung.

Bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes:

  • Wohnung

    KĂŒmmern Sie sich um die wichtigsten Dinge in der Wohnung, falls der Verstorbene alleine gewohnt hat: Stellen Sie Gas, Strom, Wasser ab und versorgen Sie gegebenenfalls Haustiere und Pflanzen.

  • Bestattungsinstitut

    Suchen Sie ein geeignetes Bestattungsinstitut aus beziehungsweise benachrichtigen Sie das vorher vom Verstorbenen ausgewĂ€hlte. Vereinbaren Sie dort Umfang der Leistungen und Kostenrahmen. WĂ€hlen Sie ein Sarg- oder Urnenmodell, sowie die Totenbekleidung und vereinbaren einen Termin fĂŒr die Abholung des Leichnams in die Leichenhalle.

  • Behörden

    Zeigen Sie den Todesfall beim Standesamt an und lassen Sie die Sterbeurkunde ausstellen. Reichen Sie das Testament, sofern vorhanden, beim Nachlassgericht ein.

  • Benachrichtigungen

    Informieren Sie weitere, wichtige Stellen, wie zum Beispiel: Krankenkasse, Versicherung, Pfarramt, Arbeitgeber, Bekannte und Freunde des Toten.

Bis zur Beisetzung:

  • Friedhofsverwaltung

    Vereinbaren Sie einen Termin fĂŒr die Beisetzung und wĂ€hlen Sie ein Grab aus. Wenn der Verstorbene in einem bestehenden Familiengrab beerdigt werden soll, denken Sie an die VerlĂ€ngerung der Nutzungsrechte. Bei einer Urnenbeisetzung nehmen Sie zusĂ€tzlich Kontakt zum Krematorium auf. Benachrichtigen Sie anschließend den Pfarrer beziehungsweise Trauerredner.

  • Todesanzeige

    Setzen Sie eine Traueranzeige auf beziehungsweise versenden Sie Trauerkarten.

  • GĂ€rtnerei

    KĂŒmmern Sie sich um Grabschmuck und bestellen Sie entsprechende KrĂ€nze und Blumen mit Trauerschleifen fĂŒr die Trauerhalle und das Grab.

  • Trauerfeier

    Reservieren Sie in einer nahegelegenen GaststĂ€tte ausreichend PlĂ€tze fĂŒr den Leichenschmaus.

Direkt nach der Beerdigung:

  • Danksagung

    Versenden Sie Danksagungskarten oder geben Sie ein entsprechendes Inserat in der Zeitung auf.

  • VertrĂ€ge

    Behalten Sie Zahlungen im Blick und kĂŒndigen Sie die entsprechenden Mitgliedschaften, Abos und VertrĂ€ge: Versicherungen, Ämter, Arbeitgeber, Ämter, Telefon, Strom. Verwahren Sie auch alle Unterlagen und Kopien in Bezug auf die Bestattung gut auf: Sterbeurkunde, Grabnutzung, Rechnungen.

  • Wohnung

    Sollte es nötig sein, kĂŒndigen und rĂ€umen Sie die Wohnung.

  • Nachlass

    Beantragen Sie einen Erbschein beim Nachlassgericht, sobald die Testamentseröffnung stattfand.

Nach mehreren Wochen:

  • Grab

    Nach ungefĂ€hr sechs bis acht Wochen sollten Sie das Grab aufrĂ€umen und sich um die Grabpflege kĂŒmmern, beziehungsweise jemanden damit beauftragen.

  • Grabstein

    Nach rund einem halben Jahr sollten Sie den Steinmetz mit der Erstellung von Grabstein und Grabeinfassung beauftragen.

[Bildnachweis: Anze Furlan by Shutterstock.com]
24. MĂ€rz 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjÀhriger Berufserfahrung. Trotz sorgfÀltiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf VollstÀndigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder Àrztliche Beratung nicht ersetzen.

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