Beziehungskrise: Der Weg raus in 10 Schritten

Gerade noch verliebt, plötzlich in einer Beziehungskrise – was tun? Je früher Sie die Anzeichen einer Beziehungskrise erkennen, desto größer die Chancen, dass Sie die Probleme meistern und überwinden. Wir zeigen Ihnen, was die typischen Phasen und Gründe für Beziehungsprobleme sind. Dazu finden Sie einen Test sowie zehn Schritte, wie Sie Ihre Beziehungskrise meistern können…

Beziehungskrise: Der Weg raus in 10 Schritten

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Beziehungskrise – was tun?

Rund die Hälfte aller Beziehungen scheitern. Auch ein Drittel aller Ehen endet in einer Scheidung. Nicht selten, weil die Beziehungskrise zu spät erkannt wird. Oder weil die Betroffenen nichts (oder zu wenig) dagegen unternehmen. Aussitzen lässt sich das jedenfalls nicht. Entsprechend hat die Bewältigung einer Beziehungskrise praktisch immer drei Vorstufen:

  • Erkennen
  • Reflektieren
  • Ansprechen

Anzeichen für eine Beziehungskrise

Woran erkennen Sie, dass Ihre Beziehung in einer Krise steckt? Ganz allgemein, wenn Auslöser eines negativen Störgefühls häufiger auftreten. Das können folgende Anzeichen sein:

  • Sie geraten sich häufig in die Haare.
  • Ihre Geduld und Nachsicht sind schnell am Ende.
  • Es fällt Ihnen schwer, Ihren Partner zu respektieren.
  • Gemeinsame Themen gibt es kaum noch.
  • Die Lust auf Sex ist verschwunden.

Wenn Sie solche Anzeichen wahrnehmen, sollten Sie nicht die Augen verschließen. Dies ist der erste Schritt, eine Beziehungskrise zu lösen. Allerdings haben viele Menschen Probleme damit, diese überhaupt wahrzunehmen.

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Beziehungskrise meistern: 10 Strategien

Aus einer handfesten Beziehungskrise finden Sie nicht mit einem Gespräch, das schlagartig alles ändert. Es ist eher ein Prozess bei dem Sie mit vielen kleinen Schritten wieder zurück finden. Dazu sollten Sie sich zunächst selber einiger Fragestellungen bewusst werden, Antworten für sich suchen und dann vorbereitet ein Gespräch mit Ihrem Partner beginnen.

1. Blicken Sie in die Vergangenheit

Warum sind Sie zusammengekommen? Oft suchen wir in unserem Partner, was uns selber fehlt. Wer beispielsweise sein Leben als langweilig empfand, suchte sich vielleicht jemanden Extrovertiertes, der das Leben interessanter macht. Ein Unruhegeist auf der Suche nach dem sicheren Hafen hingegen sucht in seinem Gegenüber die Ruhe, die ihm selber fehlt. Oft ziehen uns unbewusste Bedürfnisse magisch zum anderen hin – meist verbunden mit der Erwartung, dass sie erfüllt werden.

2. Reflektieren Sie Ihre Wünsche

Klären Sie für sich, ob Sie Ihre Beziehung retten möchten. Ein halbherziger Wunsch nach Veränderung wird Sie nicht weit bringen. Beobachten Sie sich selber. Gibt es Momente, in denen Sie sich zu Ihrem Partner hingezogen fühlen? Können Sie noch die liebenswerten Seiten an ihm entdecken? Dann lohnt es sich, sich der Krise zu stellen.

3. Übernehmen Sie Verantwortung

Verabschieden Sie sich endgültig von dem Gedanken, dass Ihr Partner Sie glücklich machen muss. Aussprüche wie „Wegen dir bin ich unglücklich!“ sind falsch, denn für Ihr Glück sind Sie in erster Linie selbst verantwortlich.

4. Klären Sie Ihre Erwartungshaltung

Schreiben Sie auf, welche Erwartungen Sie an Ihren Partner und die Partnerschaft haben. Nun priorisieren Sie diese: Was ist wichtig, was weniger? Wo können Sie eventuell Abstriche machen? Viele denken, sie hätten ein Recht auf Liebe und Zuwendung durch den Partner. Dabei fokussieren sie nur den Wunsch, etwas zu bekommen. Zwar sollte man seine Bedürfnisse äußern, denn der Partner sollte wissen, was wir vermissen und fühlen. Aber: Idealerweise empfinden wir mehr Dank für die Zuwendung, die Aufmerksamkeit und die Liebe, die der Partner uns zu geben hat.

5. Investieren Sie Zeit in Ihre Partnerschaft

Taten bewirken viel mehr als Worte. Suchen Sie aktiv die Zweisamkeit. Unternehmen Sie etwas zusammen, das Sie verbindet, und schaffen Sie gemeinsame Erlebnisse. Das wiederum bringt Vertrautheit, die eine gute Gesprächsbasis darstellt.

6. Entwickeln Sie eine gesunde Gesprächskultur

Reduzieren Sie bei Streitpunkten Ihre Anliegen am Anfang auf eine Sache. Schaffen Sie am besten zu Hause einen Rahmen, in dem Sie ungestört reden können. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen oder Verallgemeinerungen. Bringen Sie eine bestimmte Situation zur Sprache. Schildern Sie in Ich-Botschaften Ihre Gefühle. Wenn Sie nur diesen einen Punkt konstruktiv diskutiert und ein gemeinsames Ergebnis gefunden haben, gehen Sie schon einen Schritt gemeinsam in Ihrer Beziehung. Solche Gespräche sollten zu festen Ritualen werden.

7. Fühlen Sie sich in Ihren Partner ein

Empathie ist wichtig, wenn Sie im Gespräch gemeinsam um Ergebnisse ringen. Versuchen Sie den anderen zu verstehen und seine Gedankengänge nachzuvollziehen, dann können Sie mit Konflikten besser umgehen.

8. Bewahren Sie das Interesse an Ihren Partner

Nach langen Jahren der Ehe ist es leicht zu glauben, da käme nichts Neues mehr. Oder zu denken, dass man schon alles über den Partner wisse. Aber so ganz kennt man den anderen nie. Es lohnt sich, neugierig zu bleiben. Fragen Sie Ihren Partner danach, was für Wünsche oder Träume er noch hat. Was er noch gerne tun oder erleben würde.

9. Investieren Sie Kraft in Ihren Partner

Leider erinnern wir negative Ereignisse fünfmal stärker als positive. Das hat Folgen, sagen Psychologen: Wenn wir angeschrien werden, muss fünfmal etwas Nettes gesagt werden, damit wir emotional wieder ins Gleichgewicht kommen. Wenn Ihr Partner also schlecht auf Sie zu sprechen ist, denken Sie genau darüber nach, was vorgefallen ist. Die Wiedergutmachung kann richtig Arbeit für Sie bedeuten.

10. Erhalten Sie Ihre Eigenständigkeit

Paare müssen nicht permanent alles gemeinsam machen. Auch nicht immer gemeinsam in den Urlaub fahren. Wenn Sie Ihre Beziehung beleben wollen, sollten Sie auch Ihre eigenen Interessen ausleben. Es ist für Sie beide wichtig, dass Sie Ihre eigenen Freunde haben, mit denen Sie Zeit verbringen. Und sei es nur für einen Plausch oder aktiv bei einem Hobby. Das bringt Gesprächsstoff in die Beziehung, denn Sie können sich über die neuen Eindrücke unterhalten.

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Test: Stecken Sie in einer Beziehungskrise?

Haben Sie ein Störgefühl, wenn Sie über Ihre Beziehung nachdenken? Spüren Sie, dass etwas nicht stimmt, können es aber nicht in Worte fassen? Die folgenden Fragen sollen Ihnen dabei helfen, die Symptome für eine Beziehungskrise genauer zu erkennen und sie in einen Kontext zu stellen. Zur besseren Übersicht können Sie den Test direkt im Browser abhaken:

  • Erleben Sie in Ihrer Partnerschaft noch Leidenschaft?

    Leidenschaft ist die große Begeisterung und der tiefe Wunsch, bei dem anderen zu sein. Nach vielen Jahren der Ehe kann dieses Gefühl abebben. Es kann sogar ganz verloren gehen. Ist Ihnen Ihr Partner oder Ihre Partnerin gleichgültig geworden? Interessiert es Sie nicht mehr, was er oder sie macht? Reflektieren Sie: Gehen Sie einfach Ihre Wege und die Erlebnisse des anderen sind für Sie ohne Bedeutung? Oder ist da noch der Wunsch zu erfahren, was der andere erlebt?

  • Haben Sie Verständnis füreinander?

    Es gibt Momente, da mögen wir die ewig gleiche Leier nicht mehr hören. Durch die Gespräche kommen keine neue Erkenntnisse. Es bewegt sich nichts. Wie sieht das bei Ihnen aus? Können Sie noch die Probleme Ihres Partners nachvollziehen? Verstehen Sie seine Reaktionen, ohne dass Sie sich darüber austauschen?

  • Verbringen Sie Zeit miteinander?

    Mehrere Fernseher im Haushalt führen oft dazu, dass Paare abends keine Zeit mehr miteinander verbringen, weil jeder sein eigenes Programm schaut. Haben Sie noch echte „Quality-Time“? Zeit, in der Sie sich ganz Ihrem Partner widmen, mit ihm über Aktuelles und Vergangenes reden? Unternehmen Sie noch etwas gemeinsam? Machen Sie Ausflüge, gehen Essen oder treiben Sport? Es gibt diverse Möglichkeiten, wie man Zeit miteinander verbringen kann.

  • Haben Sie sich noch etwas zu sagen?

    Für manche Paare ist das gemeinsame Essen eine richtige Herausforderung. Oft wird dabei es still am Tisch. Oder aber sie reden über die Belange anderer. Themen, die sie selber betreffen und emotional werden könnten, sparen sie aus.

  • Sprechen Sie Ihre Probleme an?

    Es braucht Mut, sich aus der Deckung zu begeben und zu offenbaren. Viele arrangieren sich lieber mit ihren Problemen, weil ein Austausch und die Suche nach einer Lösung schwerfällt. Oft hindert eine schwer fassbare Furcht den Austausch. Es ist die Angst davor, dass offenbar wird, was eigentlich schon offenbar ist: Nämlich, dass die Beziehung aufgelöst werden müsste.

  • Fühlen Sie sich emotional aufgefangen?

    Es gibt eine Art „emotionalen Ehebruch“. Er entsteht, wenn sich die Partner nicht mehr über ihre Gefühle und Gedanken austauschen und sich dafür andere Gesprächspartner aussuchen. Es ist in Ordnung, seine Probleme mit guten Freunden zu besprechen. Aber es sollte immer das Ziel sein, emotional zu Ihrem Partner zurückzufinden. Es ist nicht gut für eine Partnerschaft, wenn sich einer ausgeklammert fühlt.

  • Sind Sie sich Ihres Partners sicher?

    Es heißt, ein wenig Eifersucht belebe eine Beziehung. Wahr ist, dass der Eifersüchtige durch seine Eifersucht zeigt, dass der Partner noch für ihn interessant und begehrenswert ist. Dahinter verstecken sich zuweilen aber auch ganz andere Störungen, die man hinterfragen sollte: Hat der Eifersüchtige ein mangelndes Selbstbewusstsein und ist sich nicht sicher, ob der Partner ihn wirklich lieben kann?

  • Streiten Sie sich nur selten?

    Streit über die nicht zugedrehte Zahnpastatube oder die Bartstoppeln im Waschbecken sind zwar Kleinigkeiten. Kommen sie aber häufig vor, sind sie ein Zeichen für eine unzufriedene Grundstimmung in Ihrer Beziehung. Sie sind Ausdruck eines schwelenden Konfliktes und verdecken das eigentliche Problem.

  • Empfinden Sie absolutes Vertrauen?

    Wer sich der Liebe und Zuneigung des anderen gewiss ist, hat keine Angst vor einem Seitensprung. Anders ist es, wenn man selber spürt, dass die Beziehung nicht rund läuft. Wenn man registriert, dass der Austausch von Zärtlichkeiten fehlt, der andere unterkühlt wirkt. Dann beginnt das „Kopfkino“: Die Furcht, dass der Partner seine Bedürfnisse an anderer Stelle stillt, wächst.

  • Sind Sie noch intim miteinander?

    Selbst wenn die Zeiten großer Experimentierfreude oder Leidenschaft vielleicht vorüber sein mögen: Dennoch können Sie Intimität teilen. Diese Vertrautheit, die Nähe des anderen zu suchen oder zu berühren, der Austausch von Zärtlichkeiten muss nicht vergehen. Hände haltend spazieren gehen, auf der Couch zusammen kuscheln – es gibt viele Facetten, wie Sie intim miteinander sein können.

Auflösung + Beziehungskrisen vorbeugen

Konnten Sie alle Fragen abhaken und mit ja beantworten? Dann herzlichen Glückwunsch, Ihre Beziehung klingt wie der wahr gewordene Hollywoodtraum.

Wer allerdings nur vier Haken setzen konnte, sollte gut überlegen, ob noch alles in Ordnung ist. Die jeweils anderen Punkte können als Inspiration dafür dienen, wie Sie eine Beziehungskrise vorbeugen können.


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Phasen einer Beziehungskrise

Eine Krise entwickelt sich. Frisch verliebt lässt es sich noch leicht verzeihen. Doch je länger wir eng zusammenleben, desto mehr kennen wir den andern mit seine Stärken und mit seinen Schwächen. Die früher liebevoll betrachteten Fehler des anderen können zu schwerwiegenden Charakterschwächen mutieren. Zwar läuft jede Beziehungskrise anders ab, doch es gibt bestimmte Phasen, die sich in vielen Partnerschaften wiederholen:

  1. Ernüchterung
    Nach einiger Zeit des Zusammenlebens sind viele Paare zunehmend desillusioniert – weicht die Realität der Beziehung doch von der Wunschvorstellung ab.
  2. Pseudo-Harmonie
    Probleme und Unsicherheiten werden überspielt. Nicht nur im Umgang miteinander, sondern auch in der eigenen Wahrnehmung. Viele blenden den Gedanken an eine mögliche Beziehungskrise aus, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
  3. Eskalation
    Irgendwann kommt es in einer Beziehungskrise zum letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der große Knall macht sich an einer Kleinigkeit fest, über die wir ansonsten lächelnd hinweggesehen hätten.
  4. Entscheidung
    Häufen sich die Eskalationen in immer kürzeren Abständen, muss eine Entscheidung her: „Wie wollen wir weitermachen?“, „Geht es überhaupt zusammen weiter?“
  5. Reflexion
    Jede Beziehungskrise ist immer eine Chance zur Selbstreflexion. Die Schuld liegt nie bei nur einer Partei. Es geht auch gar nicht darum, einen Schuldigen zu finden. Sondern zu reflektieren, was uns selbst für die Zukunft wichtig ist.
  6. Neuerfindung
    Idealerweise finden beide in einem längeren Prozess eine veränderte Basis, um sich in der Partnerschaft neu erfinden und entwickeln können. Andernfalls kann in einer Trennung ebenfalls eine Art Neuerfindung liegen.

Die häufigsten Gründe für eine Beziehungskrise

Im Laufe unseres Lebens übernehmen wir in unseren Partnerschaften Rollen. Wir wissen, wer welche Aufgabe übernimmt. Wir haben viele Situationen durchlebt, Erfahrungen gesammelt und die Aufgaben gemeistert. Mit diesen gelernten Verhaltensmustern müssen wir nicht viel darüber nachdenken, wie wir Anforderungen bewältigen.

Aber was passiert, wenn diese Muster ins Wanken geraten, weil die Umstände sich verändern? Die Verhaltensmuster funktionieren nicht mehr. Wir müssen uns neu arrangieren und Konflikte bahnen sich an. Mögliche Gründe dafür:

  • Auszug der Kinder
  • Krankheit
  • Arbeitslosigkeit
  • Untreue
  • Ruhestand
  • Trauer
  • Neue Interessen und Hobbys
  • Sonstige Veränderungen

Wann ist es besser, sich zu trennen?

Was viele nicht sehen: Eine Beziehungskrise ist nicht das Todesurteil für die Partnerschaft oder gar der Anfang vom Ende. Sie ist eine Chance zu erkennen, was beiden Partnern wichtig ist und das zu kommunizieren. Eine Trennung sollte daher nur das letzte Mittel der Wahl sein. Aber es kann Fälle geben, in denen eine Trennung naheliegend ist:

  • Fehltritt ist unverzeihlich

    Ihr Partner ist fremdgegangen. Untreue ist eine große Belastung für die Partnerschaft. Manche Paare schaffen es, wieder Vertrauen entstehen zu lassen. Ist jedoch das Vertrauensverhältnis unwiederbringlich zerstört, ist die Beziehung am Ende.

  • Intimleben ist eingeschlafen

    Es findet kein Austausch von Küssen und Zärtlichkeiten mehr statt. Entscheidend hier, dass Ihr Partner sich weigert, etwas an diesem Zustand zu ändern.

  • Verletzungen sind alltäglich

    Jeder kann mal etwas Unüberlegtes sagen. Wenn ein Partner den anderen jedoch vorsätzlich verletzt, Schwachstellen heraussucht und gegen den anderen verwendet, ist das Maß überschritten. Auch ständige Vorwürfe, verächtliche Gesten und abfällige Bemerkungen tragen dazu bei, dass aus einer einstmals glücklichen Partnerschaft eine toxische Beziehung wird.

  • Gemeinsamkeiten sind rar

    Wer keine gemeinsamen Themen oder Hobbys mehr hat, den trennt womöglich mehr als ihn eint. Meist schließen Paare hier Kompromisse – einer ändert seine Lebensplanung, ordnet seinen Tagesablauf neu, überdenkt seine Familienplanung noch einmal. Kommt es bei fundamentalen Fragen zu keiner Einigung, kann eine einvernehmliche Trennung vom Partner trotz Liebe sinnvoll sein.

  • Partner ist gewalttätig

    Schlägt ein Partner den anderen, sollte dieser die Beziehung sofort beenden und sich trennen. Häufig sind es Frauen, die sich durch wortreiche Entschuldigungen ihres Partners wieder zur Rückkehr überreden lassen. Psychologische Studien kommen zu dem Ergebnis, dass aber selbst Psychotherapie die Rückfallquote nicht senkt.


Tipps für alternative Lösungswege aus der Krise

Nicht immer lässt sich mithilfe der genannten Tipps eine Beziehungskrise meistern. Trennen oder bleiben, heißt es dann. Es gibt noch folgende Alternativen:

Paartherapie als Ausweg

Sind die Fronten verhärtet, ist Unterstützung von außen sinnvoll. Manchmal schlüpfen Freunde in diese Rolle. Meist ist es besser, wenn eine neutrale Person von außen auf die Partnerschaft schaut. Oft sind Frauen die treibende Kraft bei einer Paartherapie. Grundsätzlich müssen sich aber beide Partner diese Unterstützung wünschen.

Wichtig auch, dass die Chemie stimmt. Wenn nur einer von beiden den Paartherapeuten ablehnt, ist die Beratung zum Scheitern verurteilt. Die Basis in der Paartherapie ist immer das Gespräch. Der Therapeut nimmt eine neutrale Position ein und startet durch offene Fragen an beide Partner die Kommunikation:

  • Weshalb sind Sie hier?
  • Was möchten Sie ändern?
  • Was muss passieren, damit sich das Treffen für Sie lohnt?

So werden mit dem Therapeuten als neutralen Dritten Gesprächsregeln eingehalten. Während einer von beiden die Fragen beantwortet, muss der andere zuhören. Dadurch ergibt sich ein Gesprächsfluss. Häufigstes Problem: Einer der Partner fühlt sich zu wenig beachtet. Seine Interessen nicht berücksichtigt und/oder er fühlt sich ungerecht behandelt. Dadurch entstehen Vorwürfe. Weitere Streitthemen sind zum Beispiel Geld oder das Sexualleben.

Kosten für die Paartherapie

Eine Sitzung bei einem Psychotherapeuten mit Qualifikation für Paartherapie kostet ungefähr 100 bis 140 Euro. Die Therapiedauer beträgt oft um die zehn Stunden. Die Kosten übernimmt keine Krankenkasse. Wer sie nicht selber tragen kann, hat die Möglichkeit, eine Paartherapie bei den Kirchen oder freien Trägern wie „pro familia“ wahrzunehmen. Dort wird meist nur um Spenden oder eine geringe Kostenbeteiligung gebeten.

Eine Auszeit ist nicht das Ende

Eine weitere Möglichkeit, um eine Beziehungskrise zu lösen, ist eine Auszeit. Manchmal bedarf es keiner akuten Veränderungen, sondern einer längeren Selbstreflexionsphase beider Parteien. Dies geschieht am besten in einem völlig neuen Setting. Viele nutzen dafür die Angebote der Klöster. Hier können sich die Beziehungsgestressten zurückziehen und ohne Ablenkungen nachdenken. Bei Bedarf können Sie auch mit psychologisch geschulten Geistlichen reden.

Doch auch, wenn Paare eine Trennung auf Zeit beschließen, muss das nicht das Ende der Partnerschaft sein. Oft lernen wir erst zu schätzen, was wir hatten, wenn wir es für eine gewisse Dauer vermissen (müssen). Auch dies kann eine Basis sein, um eine Beziehung zu verändern und neu zu gestalten.

Beziehungskrise: Sprüche

Zahlreiche Sprüche über Beziehungen bringen Weisheiten knackig auf den Punkt. Wenn Sie die Worte auf sich wirken lassen, können Sie sich bestimmt an einigen Stellen wieder finden. Die Sprüche regen zum Nachdenken an und geben neue Impulse:

  • „Diejenigen, die wir lieben, können uns am meisten verletzen.“ (Paulo Coelho)
  • „Zusammenzubleiben, wenn die Dinge schwierig werden, macht euch nur zu einem stärkeren Paar.“
  • „Wenn zwei Menschen in einer Beziehung wirklich etwas füreinander empfinden, werden sie einen Weg finden, dass es funktioniert.“
  • „Ein langer Streit beweist, dass beide Seiten Unrecht haben.“ (Voltaire)
  • „Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze. Ist es zerstört, so kommt es so bald nicht wieder.“
  • „Ich weiß nicht, was wir gerade haben, aber ich vermisse, was wir hatten.“
  • „Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken. Aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam bewältigen.“
  • „Du weißt, dass du in einer echten Beziehung bist, wenn sowohl deine Anwesenheit als auch deine Abwesenheit für den anderen von Bedeutung sind.“
  • „Egal, wie lange du schon in einer Beziehung bist, denke daran, dass niemand Gedanken lesen kann. Kommuniziert immer miteinander.“
  • „Liebe ist, dem anderen sein Anderssein zu gestatten.“
  • „Wer einen Partner besitzen will, hat ihn schon verloren.“ (Helmut Glaßl)
  • „Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst.“ (Henriette Hanke)
  • „Was du aussendest, kehrt zu dir zurück.“
  • „Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist, zu geben.“ (Katherin Hepburn)
  • „Eigenes Glück von einem anderen Menschen abhängig zu machen ist eine Abhängigkeit, die einer Partnerschaft im Wege steht. Tatsächlich ist aber die Freiheit eine Voraussetzung für eine enge Bindung.“ (Esther Klepgen)
  • „Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die Demütigste, die man sich vorstellen kann.“ (Mahatma Gandhi)
  • „Liebe können wir nur zulassen, wenn wir uns selbst lieben.“
  • „Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“ (Konfuzius)
  • „Lass die Sonne nie untergehen, ehe du verzeihst.“ (Die Bibel, Epheser 4,26)

Weiterführende Artikel

[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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