Beziehungskrise: Der Weg raus in zehn Schritten

Bei 33 Prozent lag die Scheidungsrate im Jahr 2018. Es heißt, dass die Hälfte aller Beziehungen auseinander gehen. Für denjenigen, der sich gerade in einer Krise befindet, hört sich das Besorgnis erregend an. Aber sorgen sollte man sich nur bedingt, denn auf der anderen Seite sind Beziehungskrisen geradezu normal. Kein Paar kann sich davon frei sprechen, einmal eine schwierige Zeit durchlebt zu haben. Wie entstehen diese Krisen? Woran können Sie erkennen, dass Sie sich gerade in einer schwerwiegenden Krise befinden und wie können Sie gemeinsam als Paar einen Weg heraus finden? Wir möchten Ihnen dabei helfen, wieder in eine glückliche und erfüllte Beziehung zurückzukehren…

Beziehungskrise: Der Weg raus in zehn Schritten

Die Beziehung retten

Kann ich meine Beziehung noch retten? Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Wenngleich alle Paare Höhen und Tiefen erleben, ist doch jede Beziehung anders. Auch die Wege, die in die konfliktreiche Situation führten, sind unterschiedlich.

Manche Paare erleben eine Krise, die ausgelöst wurde durch eine schwere Belastung: Einer der beiden Partner hat seinen Job verloren oder ist schwer erkrankt. Ein anderer verliebt sich plötzlich in einen anderen Menschen. Wieder andere Paare merken auf einmal, dass die Schwierigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten, doch zu schwer wiegen und sie die Macken ihres langjährigen Partners einfach nicht mehr ertragen können und wollen.

Ob eine Beziehung zu retten ist, ist immer individuell zu betrachten. Eine Krise bedeutet jedoch nicht das Aus für die Partnerschaft.

Im Gegenteil: Es lohnt sich immer, sich dieser Krise zu stellen. Aufgearbeitet können aus den Konflikten neue positive Impulse für eine belastbare Beziehung entstehen.


Zusammenzubleiben, wenn die Dinge schwierig werden, macht euch nur zu einem stärkeren Paar. (unbekannt)


Beziehungskrise: Anzeichen, die auf eine Krise hindeuten

Eine Beziehungskrise überfällt Ihre Partnerschaft nicht plötzlich. Sie bahnt sich über eine lange Zeit an.


Ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter kurz vor der Hochzeit, als die junge Frau plötzlich unsicher wurde, ob sie den richtigen Mann erwählt hat.

Die Tochter wendet sich ratsuchend an ihre Mutter: „Wie kann ich mir sicher sein, dass ich den richtigen Mann ausgesucht habe?“
Liebevoll blickt die Mutter ihre Tochter an und antwortet: „Man ist sich nie sicher, ob man sich für den richtigen Partner entschieden hat. Aber einen Tipp gebe ich dir! Diesen Ratschlag hat mir vor vielen Jahren schon meine Mutter gegeben. – Schau dir die Charakterzüge deines Verlobten genau an. Was regt dich auf? Und dann stell dir diese Fehler im Alter vor. Kannst du dann noch mit diesen Schwächen leben? Denn im Alter verstärken sich die Charaktereigenschaften und werden noch viel offensichtlicher.“

Eine Krise entwickelt sich. Am Anfang belächeln wir die kleinen Fehler des anderen. Schauen über sie hinweg. Frisch verliebt lässt es sich noch leicht verzeihen. Doch irgendwann verziehen sich die Schmetterlinge im Bauch. Um so länger wir eng zusammenleben, um so mehr kennen wir den andern mit seine Stärken und mit seinen Schwächen. Die früher liebevoll betrachteten Fehler des anderen können zu schwerwiegenden Charakterschwächen werden. Manchmal entwickelt sich der Partner weiter und kann diese Schwäche ablegen, bei anderen entwickelt sich die Schwäche weiter zu einem ausgeprägten Fehler, die der Partner nicht mehr gewillt ist zu tolerieren.

Im Laufe unseres Lebens übernehmen wir in unseren Partnerschaften Rollen. Dadurch können wir unser Leben einfacher gestalten. Wir wissen, wer welche Aufgabe übernimmt. Wir haben viele Situationen durchlebt, Erfahrungen gesammelt und die Aufgaben gemeistert. Jeder weiß, welchen Part er zu erledigen hat. Mit diesen gelernten Verhaltensmustern müssen wir nicht viel darüber nachdenken, wie wir Anforderungen bewältigen.

Aber was passiert, wenn diese Muster ins Wanken geraten, weil die Umstände sich etwa durch Krankheit oder Jobverlust verändern? Die Verhaltensmuster funktionieren nicht mehr. Wir müssen uns neu arrangieren und Konflikte können programmiert sein. Eine Aneinanderreihung vieler Konflikte ist wiederum Auslöser für eine Krise.

Vielleicht lief auch in Ihrer Partnerschaft alles glatt. Das Familienleben war all die Jahre wunderbar. Sie waren glücklich und zufrieden. Durch die Kinder hatten Sie viele Gesprächsthemen und konnten mit Ihrem Partner reden. Ihre Tage waren gefüllt mit Aufgaben, die Sie auf Trab hielten. Dann kam der Tag, an dem alle Kinder ausgezogen waren. Zuerst haben Sie die gewonnene Zeit und die Freiheiten genossen, aber dann entstand auf einmal eine Leere. Sie hatten sich als Paar nichts mehr zu sagen. Jeder ging nur noch still seinen Beschäftigungen nach. Gemeinsame Interessen gibt es nicht mehr.

Eine Beziehungskrise entwickelt sich langsam. Oft schleicht sie sich fast unbemerkt in die Partnerschaft. Freunde und Verwandte erkennen diese Krise oft erst, wenn sie sehr ausgeprägt ist und sprechen die Betroffenen dann an. Aber woran erkennen Sie selber, dass Sie in einer Beziehungskrise stecken?

Beziehungskrise: Test – Woran erkenne ich, dass wir in einer Krise sind?

Haben Sie ein Störgefühl, wenn Sie über Ihre Beziehung nachdenken? Sie spüren, etwas stimmt nicht, können es aber noch nicht in Worte fassen, was Ihnen gerade missfällt? Oder Sie entdecken Missstände und können Sie noch nicht in einen Zusammenhang bringen? Die folgenden Fragen sollen Ihnen dabei helfen, die Symptome für eine Beziehungskrise genauer zu erkennen und sie in einen Kontext zu stellen.

  • Erleben Sie in Ihrer Partnerschaft noch Leidenschaft?

    Leidenschaft ist die große Begeisterung und der tiefe Wunsch, bei dem anderen zu sein. Nach vielen Jahren der Ehe kann dieses Gefühl abebben. Es kann sogar ganz verloren gehen. Ist Ihnen Ihr Partner oder Ihre Partnerin gleichgültig geworden? Interessiert es Sie nicht mehr, was er oder sie macht? Reflektieren Sie einmal über sich selber: Gehen Sie einfach Ihre Wege und die Erlebnisse des anderen sind für Sie ohne Bedeutung? Oder ist da noch der Wunsch zu erfahren, was der andere erlebt hat?

  • Haben Sie Verständnis füreinander?

    Es gibt Momente, da mögen wir die ewig gleiche Leier nicht mehr hören. In die Gespräche kommen keine neue Erkenntnisse. Es bewegt sich nichts. Wie sieht das bei Ihnen aus? Können Sie noch die Probleme Ihres Partners nachvollziehen? Verstehen Sie seine Reaktionen, ohne dass Sie sich darüber austauschen?

  • Verbringen Sie Zeit miteinander?

    Es ist bequem, wenn es mehrere Fernseher im Haushalt gibt. Einen im Wohnzimmer, einen Schlafzimmer. Aber oft führt das dazu, dass Paare abends keine Zeit mehr miteinander verbringen, weil jeder sein eigenes Programm schaut. Haben Sie noch echte Quality-Time? Zeit, in der Sie sich ganz Ihrem Partner widmen, mit ihm über Aktuelles und Vergangenes reden? Unternehmen Sie noch etwas gemeinsam? Machen Sie Ausflüge, gehen Essen oder treiben Sport? Es gibt diverse Möglichkeiten, wie man Zeit miteinander verbringen kann.

  • Haben Sie sich noch etwas zu sagen?

    Für manche Paare ist das gemeinsame Essen eine richtige Herausforderung. Wenn Sie zusammen essen, ist es ganz still am Tisch geworden. Oder aber sie reden über die Belange anderer. Themen, die sie selber betreffen und emotional werden können, sparen sie aus.

  • Schweigen Sie Ihre Probleme tot?

    Die eigenen Probleme in der Partnerschaft anzusprechen, ist eine große Herausforderung. Oft braucht es Mut, sich aus der eigenen Deckung zu winden und zu offenbaren. Viele arrangieren sich lieber mit ihren Problemen, weil ein Austausch und die Suche nach einer Lösung schwer fällt. Oft hindert auch Furcht den Austausch. Es ist die Furcht davor, dass offenbar wird, was eigentlich schon offenbar ist, nämlich, dass die Beziehung aufgelöst werden müsste.

  • Fühlen Sie sich emotional isoliert?

    Wer an Ehebruch denkt, hat direkt einen Seitensprung im Kopf. Es gibt aber auch eine Art des emotionalen Ehebruchs. Er entsteht dann, wenn sich die Partner nicht mehr über ihre Gefühle und Gedanken austauschen und sich dafür andere Gesprächspartner aussuchen. Es ist in Ordnung seine Probleme mit guten Freunden zu besprechen, aber es sollte immer das Ziel haben, dass Sie wieder emotional zu Ihrem Partner zurückfinden. Es ist nicht gut für eine Partnerschaft, wenn sich einer von beiden ausgeklammert fühlt.

  • Sind Sie eifersüchtig?

    Gemeinhin wird gesagt, ein wenig Eifersucht belebt eine Beziehung. Daran wahr ist, dass der Eifersüchtige durch seine Eifersucht zeigt, dass der Partner noch für ihn interessant, geradezu begehrenswert ist. Dahinter verstecken können sich ganz andere Störungen, die man hinterfragen sollte: Hat der Eifersüchtige ein mangelndes Selbstbewusstsein und ist sich nicht sicher, ob der Partner ihn wirklich lieben kann?

  • Streiten Sie sich oft über Kleinigkeiten?

    Sie streiten sich über die nicht zugedrehte Zahnpastatube oder die Bartstoppeln im Waschbecken? Das sind Kleinigkeiten. Man könnte fast schon sagen Belanglosigkeiten, welche aber Zeichen dafür sind, dass eine unzufriedene Grundstimmung in Ihrer Beziehung herrscht. Sie sind Ausdruck eines schwelenden Konfliktes und verdecken nur das eigentliche Problem.

  • Haben Sie Angst vor einem Seitensprung?

    Wer sich der Liebe und Zuneigung des anderen gewiss ist, hat keine Angst vor einem Seitensprung. Anders ist es, wenn man selber spürt, dass die Beziehung gerade nicht rund läuft. Wenn man registriert, dass der Austausch von Zärtlichkeiten fehlt, der andere unterkühlt wirkt. Dann beginnt das Kopfkino und die Furcht, dass der Partner seine Bedürfnisse an anderer Stelle stillt, wächst.

  • Sind Sie noch intim miteinander?

    Die Zeiten eines zügellosen Miteinanders, in dem Sie hemmungslos übereinander herfallen, sind vielleicht vorüber. Aber dennoch muss die Intimität nicht verloren gegangen sein. Diese Vertrautheit, die Nähe des anderen zu suchen oder zu berühren, der Austausch von Zärtlichkeiten muss nicht vergehen. Hände haltend spazieren gehen, auf der Couch zusammen kuscheln – es gibt viele Facetten, wie Sie intim miteinander sein können.

Beziehungskrise: Strategie mit zehn Schritten

Aus einer handfesten Beziehungskrise finden Sie nicht mit einem Gespräch, das schlagartig alles ändert. Es ist eher ein Prozess bei dem Sie mit vielen kleinen Schritten wieder zurück finden. Einen Weg aus der Krise finden Sie, in dem Sie sich zunächst selber einiger Fragestellungen bewusst werden, Antworten für sich suchen und dann vorbereitet und innerlich sortiert ein Gespräch mit Ihrem Partner starten.


Wenn zwei Menschen in einer Beziehung wirklich etwas füreinander empfinden, werden sie einen Weg finden, dass es funktioniert. (unbekannt)


  1. Blicken Sie in die Vergangenheit: Warum sind Sie zusammengekommen?

    Oft suchen wir in unserem Partner, dass was uns selber fehlt. Ein Beispiel: Wenn Sie sich selber oder Ihr Leben als langweilig empfanden, suchten Sie sich vielleicht jemanden der extrovertiert ist und Ihr Leben interessanter macht. Wenn Sie hingegen eine unruhiger Geist sind und eigentlich die ganze Zeit auf der Suche nach dem sicheren Hafen waren, dann suchen Sie in Ihrem Gegenüber die Ruhe, die Ihnen selber fehlt. Oft waren es unbewusste Bedürfnisse, die uns magisch zum anderen hinzogen, und damit die Erwartung, dass sie auch erfüllt werden.

  2. Werden Sie für sich selber im Klaren darüber, ob Sie Ihre Beziehung retten möchten.

    Ein halbherziger Wunsch nach Veränderung wird Sie nicht weit bringen. Beobachten Sie sich selber. Gibt es Momente, in denen Sie sich zu Ihrem Partner hingezogen fühlen? Können Sie noch die liebenswerten Seiten an ihm entdecken? Dann lohnt es sich, sich der Krise zu stellen.

  3. Lassen Sie endgültig los von dem Gedanken, dass Ihr Partner Sie glücklich machen muss.

    Aussprüche wie „Wegen dir bin ich unglücklich!“ sind falsch, denn für Ihr Glück sind Sie in erster Linie selber verantwortlich.

  4. Klären Sie für sich selber, welche Erwartungen Sie an Ihren Partner haben.

    Haben Sie sich schon einmal für sich selber formuliert, welche Erwartung Sie an Ihren Partner und die Partnerschaft haben? Halten Sie diese Gedanken schriftlich fest und priorisieren Sie diese: Was ist wichtig, was ist weniger wichtig? Wo können Sie eventuell Abstriche machen?
    Oft existiert der Irrglaube, man hätte ein Recht auf Liebe und Zuwendung durch den Partner. Diese Anspruchshaltung ist wenig hilfreich, denn sie fokussiert sich nur auf den Wunsch etwas zu bekommen. Es ist richtig, dieses Bedürfnis zu äußern, denn unser Partner sollte wissen, was wir vermissen und fühlen. Aber: Idealerweise empfinden wir mehr Dank für die Zuwendung, die Aufmerksamkeit und die Liebe, die der Partner uns zu geben hat.

  5. Investieren Sie Zeit in Ihre Partnerschaft.

    Taten bewirken viel mehr als Worte. Suchen Sie aktiv die Zweisamkeit, unternehmen Sie etwas zusammen, dass Sie verbindet, und schaffen Sie gemeinsame Erlebnisse. Das wiederum bringt Vertrautheit, die eine gute Gesprächsbasis darstellt.

  6. Entwickeln Sie eine Gesprächskultur, die auch Konflikte zu lässt.

    Wahrscheinlich ist Ihr Herz ganz voll und Sie würden gerne viele Punkte mit Ihrem Partner besprechen. Reduzieren Sie Ihre Anliegen am Anfang auf einen Diskussionspunkt.

    Schaffen Sie am besten einen Rahmen zu Hause, in dem Sie sich ungestört unterhalten können. Ein Abend im Restaurant ist für derartige Gespräche eher ungeeignet.

    Wenn Sie Ihr Anliegen vorbringen, vermeiden Sie unbedingt Schuldzuweisungen oder Verallgemeinerungen. Am besten bringen Sie eine bestimmte Situation zur Sprache. Schildern Sie, was Sie dabei empfunden haben. Achten Sie dabei auf Ihre Formulierungen und verwenden Sie Ich-Sätze und keine Du-Sätze. Was ist damit gemeint? Statt vorwurfsvoll zu sagen: „Du hast mich verletzt!“, sagen Sie besser: „Ich bin verletzt. Das hat mir wehgetan.“ Die Ich-Form greift Ihren Partner nicht an, lässt ihn nicht eine Verteidigungsposition einnehmen und lässt einen lösungsorientierten Ansatz zu.
    Wenn Sie nur diesen einen Punkt an diesem Abend konstruktiv diskutiert haben und ein gemeinsames Ergebnis gefunden haben, gehen Sie schon einen Schritt gemeinsam in Ihrer Beziehung.

    Nicht jeder mag institutionalisierte Begegnungen, aber für einige Paare stellte es sich als hilfreich dar, regelmäßig – einmal in der Woche – einen Gesprächsabend zu initiieren. Wie auch immer Sie es am liebsten mögen, wichtig ist, dass Sie sich für Gespräche ausreichend Zeit nehmen, wenn Sie Ihre Beziehung retten wollen.

  7. Fühlen Sie sich in Ihren Partner ein

    Empathie ist wichtig, wenn Sie im Gespräch gemeinsam Ergebnisse ringen. Versuchen Sie den anderen zu verstehen und seine Gedankengänge nachzuvollziehen, dann können Sie mit Konflikten besser umgehen.

  8. Halten Sie das Interesse an Ihrem Partner aufrecht.

    Sie sind mehr als dreißig Jahre verheiratet und glauben, da käme nichts Neues mehr, Sie wissen schon alles über Ihren Partner? Sie kennen Ihn wahrscheinlich schon sehr gut, aber es ist ein Irrtum zu meinen, dass wir den anderen schon in und auswendig kennen. Ganz kennt man den anderen nie. Es lohnt sich neugierig zu bleiben und einmal zu fragen: Was hast du noch für Wünsche oder Träume? Was würdest du noch ganz gerne machen?

  9. Investieren Sie Kraft in Ihren Partner.

    Leider ähnelt das menschliche Gehirn dem eines Elefanten. Wir erinnern negative Ereignisse fünfmal stärker als positive. Das hat Folgen, sagen Psychologen: Wenn wir angeschrieen werden, muss fünfmal etwas Nettes gesagt werden, damit wir emotional wieder ins Gleichgewicht kommen. Wenn Ihr Partner also schlecht auf Sie zu sprechen ist, dann denken Sie einmal darüber nach, was vorgefallen ist. Die Wiedergutmachung kann richtig Arbeit für Sie bedeuten.

  10. Nutzen Sie Ihre Selbständigkeit.

    Paare müssen nicht permanent alles gemeinsam machen. Auch nicht immer gemeinsam in den Urlaub fahren. Wenn Sie Ihre Beziehung beleben wollen, leben Sie auch Ihre eigenen Interessen aus: Es ist für Sie beide wichtig, dass Sie Ihre eigenen Freunde haben, mit denen Sie Zeit verbringen, sei es nur für einen Plausch oder aktiv bei einem Hobby. Das bringt Gesprächsstoff in die Beziehung, denn Sie können sich über die neuen Eindrücke unterhalten.


Diejenigen, die wir lieben, können uns am meisten verletzen. (Paulo Coelho)


Beziehungskrise: Paartherapie als Ausweg

Wenn Sie allein nicht mehr weiter wissen, die Fronten sich zwischen Ihnen beiden verhärtet haben und jeder darauf wartet, dass der andere sich ändert, ist es Zeit für einen professionellen Vermittler.

Wichtig ist, dass Sie beide die Paartherapie wünschen. Oft sind die Frauen die treibende Kraft, aber es muss auch Wunsch des Mannes sein, die professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist ein Grundsatz für die Therapie. Desweiteren sollten beide Partner eine gute Chemie zum Therapeuten haben. Wenn nur einer von beiden den Therapeuten innerlich ablehnt, ist die Beratung zum Scheitern verurteilt.

Die Basis in der Paartherapie ist immer das Gespräch. Der Therapeut nimmt eine neutrale Position ein und startet durch offene Fragen an beide Partner die Kommunikation:

  • Weshalb sind Sie hier?
  • Was möchten Sie ändern?
  • Was muss passieren, damit sich das Treffen für Sie gelohnt hat?

Es werden mit dem Therapeuten als neutralen Dritten Gesprächsregeln eingehalten. Während einer von beiden die Fragen beantwortet, muss der andere zuhören. Dadurch ergibt sich ein Gesprächsfluss.

In den Gesprächen ist meistens Thema, dass einer der Partner sich zu wenig beachtet fühlt. Seine Interessen werden nicht ernst genommen und er fühlt sich ungerecht behandelt. Dadurch entstehen Vorwürfe.

Häufige Streitthemen sind

  • Geld
  • und Sexualleben.

Die Kosten für eine Paartherapie übernimmt keine Krankenkasse. Wer die Kosten für die Paartherapie nicht selber tragen kann, hat die Möglichkeit, eine Paartherapie bei den Kirchen oder freien Trägern wie pro familia wahrzunehmen. Dort wird meist nur um Spenden oder eine geringe Kostenbeteiligung gebeten.

Eine Sitzung bei einem Psychotherapeuten mit Qualifikation für Paartherapie kostet ungefähr 100 bis 140 Euro. Die Therapiedauer beträgt oft um die zehn Stunden.

Beziehungskrise: Sprüche

Warum sollte man Sprüche über Beziehungen lesen? Solche Verse bringen Weisheiten knackig auf den Punkt. Wenn Sie die Worte auf sich wirken lassen, können Sie sich bestimmt an einigen Stellen wieder finden. Die Sprüche regen zum Nachdenken an und geben neue Impulse.


Ein langer Streit beweist, dass beide Seiten Unrecht haben. (Voltaire)



Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze. Ist es zerstört, so kommt es so bald nicht wieder. (unbekannt)



Ich weiß nicht, was wir gerade haben, aber ich vermisse, was wir hatten. (unbekannt)



Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken. Aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam bewältigen. (unbekannt)



Du weißt, dass du in einer echten Beziehung bist, wenn sowohl deine Anwesenheit als auch deine Abwesenheit für den anderen von Bedeutung sind. (unbekannt)



Egal, wie lange du schon in einer Beziehung bist, denke daran, dass niemand Gedanken lesen kann. Kommuniziert immer miteinander. (unbekannt)



Liebe ist, dem anderen sein Anderssein zu gestatten. (unbekannt)



Wer einen Partner besitzen will, hat ihn schon verloren. (Helmut Glaßl)



Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst. (Henriette Hanke)



Was du aussendest, kehrt zu dir zurück. (unbekannt)



Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist, zu geben. (Katherin Hepburn)



Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die Demütigste, die man sich vorstellen kann. (Mahatma Gandhi)



Liebe können wir nur zulassen, wenn wir uns selbst lieben. (unbekannt)



Eigenes Glück von einem anderen Menschen abhängig zu machen ist eine Abhängigkeit, die einer Partnerschaft im Wege steht. Tatsächlich ist aber die Freiheit eine Voraussetzung für eine enge Bindung. (Esther Klepgen)



Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer. (Konfuzius)



Lass die Sonne nie untergehen, ehe du verzeihst. (Die Bibel, Epheser 4,26)


[Bildnachweis: YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]
28. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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