Biotonne: Standort, Inhalt, Kosten

Die Biotonne hat im Recyclingkreislauf und der Müllverwertung seit langem einen festen Platz in Deutschland. Trotzdem gibt es immer wieder Fragen dazu: Was gehört alles in die Biotonne und was nicht? Wo ist der ideale Standort, um Maden und Gerüche zu vermeiden? Wie hoch sind die Kosten für die Biotonne? Wir zeigen Ihnen die besten Tipps für Ihren Biomüll…

Biotonne: Standort, Inhalt, Kosten

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Standort Biotonne: Maden vermeiden

Die besondere Eigenschaft des Bioabfalls: Er bietet idealen Nährboden für allerlei Leben. Genau aus diesem Grund wird er gesammelt. Der Nachteil ist, dass sich in ihm neben Gärgasen, die unangenehme Gerüche produzieren, weitere ungebetene Gäste einnisten können: Insekten wie zum Beispiel Maden. Diese sind zwar nicht gesundheitsschädlich, aber für viele eklig.

Um diese Gefahr so niedrig wie möglich zu halten, sollten Sie einen schattigen, möglichst kühlen Standort für Ihre Biotonne wählen – vor allem im Sommer. Wer sehr viele gekochte oder fleischhaltige Lebensmittelabfälle produziert, sollte zudem eine wöchentliche Leerung buchen.

Im Winter hingegen sollte die Biotonne nicht zu kalt stehen. Nachtfröste könnten dafür sorgen, dass der Müll festfriert und eine Leerung nicht vollständig möglich ist.

Ansonsten benötigt die Biotonne keine gesonderte Reinigung. Falls sich dennoch Maden eingenistet haben, ist es sinnvoll, den Behälter mit einer Mischung aus Essig, Spülmittel, Wasser und etwas Salz auszuspülen und mit offenem Deckel trocknen zu lassen. Sobald Sie die Tonne wieder befüllen, müssen Sie den Deckel selbstverständlich wieder gut schließen.

Manche Kommunen bieten gegen ein Entgelt von einmalig circa 40 Euro zusätzlich einen Filtereinsatz im Deckel an, der verhindert, dass Fliegen ihre Eier ablegen können. Es kann aber zur Vorbeugung vor erneutem Madenbefall bereits ausreichen, einen Damenstrumpf mit einer Mottenkugel in dem Behälter aufzuhängen.

Tipps für die Biotonne

Um eine ordnungsgemäße Leerung der Biotonne zum einen und eine möglichst geringe Geruchsbelästigung zum anderen zu gewährleisten, empfehlen Experten noch weitere Tipps, wie Sie Ihren Bioabfall einfach entsorgen können:

  • Wickeln Sie feuchten Biomüll immer in Zeitungspapier ein. Plastikbeutel (selbst die biologisch abbaubaren) gehören nicht in die Biotonne.
  • Vermeiden Sie flüssige Bioabfälle. Sieben Sie diese besser ab.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Deckel der Biotonne stets vollständig geschlossen ist.
  • Unangenehme Gerüche im Sommer vermeiden Sie, wenn Sie Kaffeepulver, Natron, Orangen- oder Zitronenschalen, Vanille- oder Pfefferminzessenz oder einfach etwas Essig in die Biotonne geben.
  • Stopfen Sie die Tonne nicht zu voll. So kann die restliche Feuchtigkeit besser verdunsten. Gesteinsmehl kann ebenfalls für einen trockenen Behälter sorgen.
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Was gehört alles in die Biotonne?

Es gibt je nach Verwertung zwischen den Kommunen kleinere Unterschiede, was erlaubt ist und was nicht. Im Großen und Ganzen sind diese Regelungen allerdings vergleichbar. Definitiv in die Biotonne gehören:

  • Speisereste und verdorbene Lebensmittel (sowohl roh als auch gekocht)
  • Obst- und Gemüseabfälle
  • Teebeutel und Kaffeefilter
  • Papierservietten und -taschentücher
  • Hygiene- und Küchenpapier
  • Pflanzenabfälle und Topfpflanzen ohne Töpfe
  • Blumenerde
  • Biologisch abbaubarer Katzenstreu

Kann Fleisch in die Biotonne?

Ob Fleisch in die Biotonne darf oder nicht, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Manche verbieten tierische Abfälle oder Knochen, die meisten erlauben es allerdings.

Informieren Sie sich daher bei Ihrer kommunalen Abfallberatung, ob Sie Fleisch in der Biotonne oder in Ihrem Restmüllbehälter entsorgen sollen.

Unabhängig davon empfiehlt es sich gerade im Sommer, die Fleischabfälle gut in Zeitungspapier einzuwickeln – egal, in welcher Tonne Sie diese dann entsorgen.

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Was gehört nicht in die Biotonne?

Es gibt darüber hinaus Müll, der keinesfalls in die Biotonne darf. Dieser muss zwingend in der grauen Restmülltonne oder gar im Sondermüll entsorgt werden (wie zum Beispiel Schadstoffe). Das darf nicht rein in die Biotonne:

  • Sämtliche Gegenstände und Verpackungen aus Plastik, Glas, Metall, Ton, Gummi oder Keramik (auch zerkleinert)
  • Wachs, Ruß, Asche und Kehricht
  • Holz und Holzreste, sofern es behandelt ist (Pressspan sowie imprägniertes, lackiertes oder lasiertes Holz)
  • Exkremente (zum Beispiel von Tieren) und nicht biologisch abbaubares Kleintierstreu
  • Hygieneartikel wie Binden oder Tampons
  • Putzlappen, Leder und Textilien
  • Kohlepapier
  • Medikamente und schadstoffhaltige Problemabfälle
  • Windeln, Watte und Verbandmaterial
  • Tapeten und Teppichböden
  • Staubsaugerbeutel

Warum dürfen Eierschalen nicht in den Biomüll?

Zuweilen wird davon abgeraten, Eierschalen in der Biotonne zu entsorgen. Der Grund ist dabei weniger die Gefahr von Salmonellenbildung, sondern der enthaltene Kalk in den Schalen.

In größeren Mengen kann der Kalk die Qualität des Biomülls negativ beeinflussen. Allerdings müssen diese Mengen schon sehr groß sein und die haushaltsübliche Menge deutlich übersteigen.

Daher sind Eierschalen in keiner Kommune explizit in der Biotonne verboten. Allerdings empfiehlt es sich, größere Mengen der Schalen vor der Entsorgung etwas zu zerkleinern, damit sie sich besser verteilen können.

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Biotonne Kosten

Ähnlich wie die genauen Bestimmungen bezüglich des Inhaltes, so unterscheiden sich die Kosten für die Biotonne von der einen Kommune zur anderen. Diese Unterschiede sind allerdings alles andere als marginal. Zwischen knapp 60 und über 700 Euro kann der Biomüll kosten – je nach Größe der Tonne. Einige Kommunen schlüsseln die Kosten für die Biotonne extra aus, bei anderen sind sie im Gesamt-Jahresbetrag enthalten.

Insofern haben wir in Deutschland, was den Müll anbelangt, fast noch die Kleinstaaterei des frühen 19. Jahrhunderts. Einige Beispiele:

  • In Kiel kostet die Leerung der 40-Liter-Biotonne 58,92 Euro pro Jahr. Hinzu kommen gegebenenfalls Transportzuschläge – je nach Beschaffenheit des Grundstücks.
  • In Landsberg am Lech kosten 17 jährliche Leerungen einer Biotonne 76,68 Euro. Jede weitere Leerung schlägt mit 1,17 Euro zuzüglich 12 Cent pro Kilogramm zu Buche.
  • In Remscheid kostet die wöchentliche Leerung einer 120-Liter-Tonne 105,50 Euro und einer 240-Liter-Tonne 211 Euro. Für die gleiche Leistung sind in Witten 239,04 Euro beziehungsweise 478,08 Euro fällig.
  • Solingen wiederum setzt auf freiwillige und bedarfsgerechte Entsorgung des Biomülls: Eine Leerung kostet hier 2,12 Euro bei 55 Euro Jahresgebühr.

Wie Sie sehen, sind folglich nicht nur die Gebührenverordnungen, sondern vor allem die Systeme und Bemessungsgrundlagen völlig unterschiedlich und nicht miteinander vergleichbar.

Dazu kommen noch die einmaligen Kosten für die Biotonne. In manchen Kommunen wird diese gebührenfrei zur Verfügung gestellt, in anderen kosten diese zwischen 6 Euro pro Jahr oder 60 Euro einmalig.

Kosten: So gehen Sie vor

Einig ist sich der Gesetzgeber lediglich in der Tatsache, dass Ihre Kommune die Abholung von Biomüll anbieten MUSS. Wie dies genau zu geschehen hat und was das kostet, müssen Sie jedoch bei Ihrem kommunalen Abfallentsorgung beziehungsweise der Hausverwaltung (falls Sie Mieter in einem Mehrfamilienhaus sind) nachfragen.

Hier erfahren Sie außerdem, ob die Biotonne wöchentlich geleert wird oder ob Sie die Wahl haben zwischen wöchentlicher und 14-täger Leerung. Ebenfalls wichtig: Um welche Größe der Biotonne handelt es sich? Grundsätzlich gibt es Tonnen mit 60, 80, 120, 240 und 1.100 Litern Füllmenge. Nicht jede Kommune bietet aber jede Größe an.

Fragen Sie ebenfalls nach, ob es eine Pflicht zur Nutzung der Biotonne gibt und ob und welche Zusatzgebühren anfallen.

Ist die Biotonne sinnvoll?

Grundsätzlich gilt in Deutschland Mülltrennungspflicht. Paragraph 11 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes regelt, dass Biomüll gesondert zu erfassen ist. So wird eine Sortenreinheit garantiert.

Nur: Was passiert mit dem Biomüll? Dieser wird – je nach Kommune – entweder kompostiert und zu Dünger verarbeitet oder vergoren. Letzteres produziert Biogas, welches wiederum als Energielieferant dient.

Insofern ist das Sammeln in der Biotonne durchaus sinnvoll, da in Biomüll eine Menge Energie steckt, die nicht einfach ungenutzt bleiben sollte. Durch Bioabfall werden in Deutschland im Jahr durchschnittlich über vier Millionen Tonnen Humus für die ökologische Landwirtschaft und 626 Millionen Kubikmeter Biogas erzeugt.

Alternative: Eigenkompostierung

Wer einen eigenen Garten hat, muss nicht den kompletten Bioabfall in die Biotonne geben. Er kann diesen zum Beispiel auf einem Komposthaufen selbst kompostieren und so Dünger herstellen.

Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten:

  • Nutzen Sie vor allem Gartenabfälle sowie Küchenabfälle für den Kompost. Sie sollten allerdings größeren Biomüll zerkleinern, damit er schneller verrottet.
  • Vermeiden Sie Verbundmaterialien, Papier und Pappe (insbesondere wenn es bedruckt ist), sowie verarbeitete und vergammelte Lebensmittel. Letztere können Ratten anlocken.
  • Kompostieren Sie nicht zu viel, sondern nur die Menge, die Sie wirklich für Ihren Garten benötigen. Pro Quadratmeter reichen ein bis maximal drei Liter Kompost.
  • Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Abfallbetrieb nach, ob es eine Vorschrift für die Eigenkompostierung gibt. Viele Kommunen schreiben eine Mindestgröße des Gartens von 20 bis 70 Quadratmetern pro Hausbewohner vor.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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