Blasenentzündung: Das können Sie dagegen tun

Eine Blasenentzündung gilt als typische Frauenerkrankung. Und tatsächlich erkranken mehr als die Hälfte aller Frauen in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben daran.

Doch was die wenigsten wissen: Auch Männer können eine Blasenentzündung bekommen – gerade ab einem Alter von über 50.

Wie sich eine Blasenentzündung äußert, was Sie dagegen tun und wie Sie vorbeugen können, haben wir für Sie genauer unter die Lupe genommen.

Blasenentzündung: Das können Sie dagegen tun

Symptome einer Blasenentzündung

Bei einer Blasenentzündung (medizinisch: Zystitis) ist die Schwere entscheidend, ob und welche Symptome die Betroffenen verspüren. Handelt es sich lediglich um eine leichte Blasenentzündung, so zeigen sich die Beschwerden lediglich in einem leichten Brennen beim Wasserlassen und mitunter in einem häufigen Harndrang.

Je ausgeprägter die Entzündung ist, umso unangenehmer ist sie auch. In solchen schwereren Fällen zeigen sich weitere Symptome:

  • Schmerzen
    Insbesondere beim Wasserlassen, aber mitunter auch danach, kann eine schwere Blasenentzündung erhebliche Schmerzen im Unterleib verursachen. Dies erschwert auch den Toilettengang. Zuweilen strahlen diese Schmerzen sogar bis in den Rücken aus.
  • Harndrang
    Auch der Harndrang nimmt in Häufigkeit und Heftigkeit weiter zu, gerade nachts – dennoch kommt beim Toilettengang meist nur wenig Urin. Meist überfällt der Harndrang die Patienten so plötzlich, dass sie es kaum noch zum WC schaffen.
  • Krämpfe
    Je heftiger eine Blasenentzündung ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen von starken Krämpfen geplagt werden.
  • Urin
    Zuweilen kommt es bei einer schweren Blasenentzündung vor, dass sich der Urin dunkel und trüb verfärbt und einen äußerst unangenehmen Geruch entwickelt.
  • Fieber
    Fieber kann ebenfalls in Zusammenhang mit einer Blasenentzündung auftreten. Dies ist ein Zeichen, dass der Körper gegen die Erreger ankämpft. Je mehr sich die Bakterien ausbreiten, umso wahrscheinlicher kommt es dazu.

Wird eine Blasenentzündung nicht rechtzeitig behandelt, besteht die Gefahr, dass sie sich auf die Nieren ausbreitet und dort eine weitere schwerwiegende Entzündung hervorruft.

Ursachen für eine Blasenentzündung

Die Auslöser für eine Blasenentzündung sind entweder bestimmte Bakterien, manchmal aber auch eine Pilzinfektion. Beide können die Schleimhaut der Blase angreifen und sie dadurch übersensibilisieren, was den vermehrten Harndrang erklärt. Da eine Infektion häufig nicht nur die Blase, sondern auch die Harnröhre betrifft, sprechen die Mediziner meist von einem Harnwegsinfekt.

Da bei Frauen der Weg durch den Harnleiter in die Blase kürzer ist als bei Männern, leiden sie häufiger darunter – gerade nach den Wechseljahren, wenn die Dicke der Blasenschleimhaut ab- und deren Empfindlichkeit zunimmt. Bei Männern kommt eine Blasenentzündung zwar seltener vor, aber wenn, dann verläuft sie meist heftiger, da in vielen Fällen die Prostata ebenfalls befallen ist.

Die Bakterien, die eine Blasenentzündung auslösen, stammen bei beiden Geschlechtern meist aus dem Darm und gelangen beim Stuhlgang in die Harnröhre – insbesondere dann, wenn der Po falsch gereinigt, also nach vorne abgewischt wird. Es gibt jedoch auch andere Ursachen:

  • Eine Nierenbeckenentzündung
  • Eine Bilharziose, die bei Reisen in tropische Länder vorkommen kann
  • Nebenwirkungen von Krebsbehandlungen wie Bestrahlung oder Chemotherapie
  • Erhöhter Zuckerspiegel im Urin durch Diabetes
  • Eine krankhafte Verengung der Harnröhre
  • Störungen der Blasenfunktion

Das Eindringen von Bakterien kann durch häufigen Geschlechtsverkehr, einen Blasenkatheter oder ein geschwächtes Immunsystem noch begünstigt werden.

Die Gefahr der Ansteckung von anderen Personen ist prinzipiell zwar möglich aber relativ gering. Sicherheitshalber sollten Sie sich dennoch vor der Intimreinigung und dem Toilettengang (insbesondere auf öffentlichen Toiletten) die Hände gründlich waschen und beim Geschlechtsverkehr auf Kondome zurückgreifen – gerade wenn Sie wissen, dass Ihre Blase empfindlich auf Erreger reagiert.

Diagnose und Behandlung einer Blasenentzündung

Eine sehr leichte Blasenentzündung kann von alleine nach zwei oder drei Tagen wieder abheilen. Sollten sich die Beschwerden jedoch verschlimmern oder über mehrere Tage anhalten, empfiehlt es sich dringend, einen Arzt aufzusuchen. Auch bei immer wiederkehrenden Entzündungen im Blasenbereich sei an dieser Stelle ein Arztbesuch dringend geraten. Denn in diesem Fall kann es ansonsten zu einer extremen Blasenverkleinerung, zu Entzündungen der Nieren oder schlimmstenfalls sogar zu einer Blutvergiftung kommen. Bei Männern kann eine chronische Blasenentzündung sogar die Hoden angreifen.

Der richtige Ansprechpartner bei einer Blasenentzündung ist zunächst einmal Ihr Hausarzt. Dieser wird zu Beginn eine Anamnese erheben, also Ihre Krankengeschichte genau betrachten, in dem er Ihre Symptome, Ihre Vorerkrankungen und Ihre Lebensweise abfragt.

Besteht der Anfangsverdacht auf eine Blasenentzündung, so wird der Arzt zunächst eine Urinprobe von Ihnen mikroskopisch untersuchen lassen. Auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenaufnahme mittels Kontrastmittel können genauen Aufschluss geben. Falls diese Verfahren noch keinen eindeutigen Befund ergeben sollten, steht als letztes Mittel eine Blasenspiegelung als Diagnosemethode zur Verfügung.

Für die Therapie gibt es dann je nach Schwere der Blasenentzündung unterschiedliche Möglichkeiten, die oft miteinander kombiniert werden:

  • In den meisten Fällen wird eine Behandlung mit Antibiotika vorgenommen, sofern Bakterien für die Blasenentzündung verantwortlich sind.
  • Unterstützend werden Blasen- und Nierentees verordnet, die sowohl entzündungshemmend und krampflösend aber auch harntreibend sind und so die Erreger schneller ausschwemmen können.
  • Auch ätherische Öle wie Meerrettich, Kapuzinerkresse, Heidelbeere oder Hauhechel können die Behandlung unterstützen.
  • Wichtig ist, dass Sie bei einer Blasenentzündung mindestens zwei Liter täglich trinken. Allerdings nur Wasser und ungesüßten Tee, keinesfalls Alkohol, Kaffee, Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Getränke, da diese die Entwicklung der Bakterien nur noch fördern.
  • Wärme ist ebenfalls eine gute Unterstützung bei einer Blasenentzündung. Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf dem Unterbauch lindern die Schmerzen und fördern die Selbstheilungskräfte des Körpers.
  • Hat sich die Blasenentzündung bereits schon auf die Nieren verlagert, werden spezielle Antibiotika direkt intravenös injiziert. Sind Pilze für die Entzündung verantwortlich, werden sogenannte Antimykotika eingesetzt.

Meist klingen die Beschwerden nach wenigen Behandlungstagen ohne weitere Komplikationen wieder ab. Ist nach einer Woche noch keine Besserung zu verzeichnen, muss die Dosis der Medikation erhöht werden, was in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen führen kann, gegen die weitere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden müssen.

Tipp: Vorbeugung einer Blasenentzündung

Gerade wer an chronischen Blasenentzündungen leidet, sollte vorsichtig sein und einem Ausbruch so gut es geht vorbeugen. Zuweilen verschreiben Ärzte in solchen Fällen prophylaktisch ein sehr niedrig dosiertes Antibiotikum oder auch Medikamente, die das Immunsystem stimulieren sollen.

Sie können aber auch selbst einiges tun, um einer Blasenentzündung vorzubeugen:

  • Trinken Sie viel und regelmäßig. 1,5 Liter Wasser oder Tee sollten es über Tag verteilt schon sein.
  • Halten Sie den Harn nicht unnötig lange zurück, sondern gehen Sie auf die Toilette, wenn Sie müssen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Füße und Ihr Unterleib stets warmgehalten werden, um das Immunsystem nicht noch zusätzlich zu belasten.
  • Reinigen Sie Ihren Intimbereich richtig. Dazu gehört das tägliche Waschen oder Duschen mit warmen Wasser, einem sauberen Waschlappen und ein wenig milder Seife, sowie die richtige Wischtechnik nach dem Toilettengang (von vorne nach hinten, also weg von Scheide beziehungsweise Penis).
  • Verhüten Sie beim Geschlechtsverkehr blasenfreundlich, also am besten mit Kondomen.
  • Wechseln Sie täglich Ihre Unterwäsche. Diese sollte bequem sein. Eng anliegende Slips können zu Reizungen im Schambereich führen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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2. November 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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