BMI: Das müssen Sie zum BMI Rechner wissen

Ist das eigene Gewicht gesund? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten. Der BMI soll bei der Einordnung helfen und gibt ein besseres Gefühl dafür, wo das Normalgewicht einer Person liegt. So können Sie leicht herausfinden, ob Sie zu wenig oder zu viel wiegen. Zahlreiche BMI Rechner ermöglichen eine Berechnung in Sekundenschnelle und auch die Formel für den BMI können Sie leicht selbst anwenden. Allerdings gibt es rund um den BMI einiges zu beachten – und falsch interpretiert kann er sogar gefährlich sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren BMI ermitteln, welcher BMI als normal gilt und was Sie für eine korrekte Einordnung wissen sollten…

BMI: Das müssen Sie zum BMI Rechner wissen

Definition: Was ist der BMI?

Die Abkürzung BMI steht für den sogenannten Body-Mass-Index, der manchmal auch als Körpermasseindex oder Körpermassezahl bezeichnet wird. Dieser wird als Indikator verwendet, um das Körpergewicht eines Menschen in Beziehung zu seiner Körpergröße zu bewerten. Ein zu hoher BMI steht dabei für Übergewicht, ein zu niedriger deutet Untergewicht der Person an.

Entwickelt wurde der BMI nicht als Produkt moderner Körper- oder Schönheitsideale, sondern bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der belgische Mathematiker Adolphe Quetelet stellte Formeln auf, die den „normalen Menschen“ definieren sollten. Dabei heraus kam auch der BMI, der nach seinem Entwickler auch Quetelet-Index genannt wird. So soll der BMI das normale Verhältnis von Größe und Gewicht eines erwachsenen Menschen anzeigen.

Erst in den 1970er Jahren wurde der BMI hingegen weithin bekannt und als Maßstab für die Ermittlung von Unter- und Übergewicht verwendet. Da es einen Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und verschiedenen Krankheiten gibt, gilt der BMI als ein wichtiger Indikator für die Gesundheit eines Menschen – allerdings mit einigen Schwächen und Kritikpunkten, worauf wir am Ende des Artikels eingehen.

BMI Rechner: Wie ermittelt man den BMI?

Hauptgrund für die Verbreitung war die einfache Ermittlung des Body-Mass-Indexes. Die Formel für den BMI lautet:

Körpergewicht in Kilogramm / Körpergröße in Meter zum Quadrat

Siehe auch Grafik:

Bmi Formel Berechnen Rechner Online

Zur Verdeutlichung ein einfaches Beispiel:

  • Max Mustermann wiegt 86 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,80 Metern.
  • Für den BMI Rechner müssen Sie lediglich 86 geteilt durch 3,24 (1,8 zum Quadrat) ermitteln – und erhalten durch den Taschenrechner einen Body-Mass-Index von 26,5.
  • Der BMI wird dabei immer auf eine Nachkommastelle gerundet.

Ein weiteres Beispiel ist ein Gewicht von 73 Kilogramm bei einer Größe von 1,72. Daraus ergibt sich ein BMI von 24,7.

Was bedeuten die Werte beim BMI?

Durch den BMI Rechner können Sie nun leicht Ihren eigenen BMI herausfinden. Allerdings reicht das noch nicht aus, um den BMI auch deuten zu können. Hierfür hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Klassifikation herausgegeben, die den BMI in insgesamt sechs Kategorien unterteilt:

BMI

Kategorie
Weniger als 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Präadipositas (Übergewicht)
30,0 bis 34,9 Adipositas Grad 1
35,0 bis 39,9 Adipositas Grad 2
Mehr als 40 Adipositas Grad 3


In den obigen Beispielen würde die erste Person mit einem BMI von 26,5 in die Kategorie der Präadipositas fallen, der zweite BMI von 24,7 entspricht hingegen dem Normalgewicht.

BMI im Alter: So verändert er sich

Wer seinen BMI regelmäßig kontrolliert, bemerkt Veränderungen sofort. Ist es hingegen schon Jahre oder gar Jahrzehnte her, dass der BMI zum letzten Mal errechnet wurde, ist das Ergebnis für manche eine Überraschung – und teilweise auch ein Schock. Mit höherem Alter zeigt der BMI unerwartet ungesunde Tendenzen an, obwohl Sie sich eigentlich gut fühlen.

Sind Sie also im Alter plötzlich über- oder untergewichtig geworden und sollten schnellstens damit beginnen, Ihre Ernährung anzupassen? Nicht unbedingt. Der BMI gilt zwar allgemein für alle Erwachsenen, doch sollten Unterschiede zwischen den Altersgruppen nicht unbeachtet bleiben.

Mit dem Alter verändert sich der menschliche Stoffwechsel, was zu Gewichtsveränderungen führen kann. Somit ist es ganz normal, dass Menschen zwischen 40 und 60 Jahren im Durchschnitt mehr wiegen als 20 oder 30 Jährige. Somit steigt auch der BMI in diesem Alter an, weil natürlich die Körpergröße identisch bleibt. Experten empfehlen deshalb, für diese Altersgruppe ein höheres Normalgewicht anzusetzen.

Noch später im Leben wird vom Körper vermehrt Muskelmasse abgebaut, was wiederum das Körpergewicht und auch den BMI im Alter reduziert. Gleich auf Untergewicht zu schließen, würde aber auch hier wichtige Faktoren unbeachtet lassen. Sinnvoll ist es deshalb, das Alter in die Betrachtung und Bewertung des BMI einzubeziehen.

BMI bei Kindern und Enkeln

Die Weltgesundheitsorganisation weist explizit darauf hin, dass die oben aufgeführte Klassifizierung über den BMI auf erwachsene Menschen ausgelegt ist. Dennoch wird der BMI auch für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen als Maßstab verwendet. Dabei sind unbedingt zwei Punkte zu beachten:

Zunächst einmal ist der BMI für Kinder nur als grobe Einschätzung zu verstehen. In jungen Jahren ist der Körper in ständiger Entwicklung. Bei den einen kommt der Schub etwas schneller, bei anderen etwas später. Die Einordnung beim BMI für Kinder erfolgt über den Vergleich mit durchschnittlichen Größen und Gewichten, die nur bedingt anwendbar sind. Hatte ein Kind beispielsweise einen frühen Wachstumsschub und ist deutlich größer als andere Kinder der Altersgruppe, ist der BMI entsprechend verzerrt.

Als zweites ist wichtig, dass der BMI eines Kindes nicht mit dem BMI eines Erwachsenen verwechselt wird. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht spezielle Tabellen für den BMI von Kindern, wobei zwischen Jungen und Mädchen unterschieden wird. Auch dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Entwicklungen bei Kindern zwischen den Geschlechtern unterschiedlich schnell verlaufen.

Eltern und Großeltern legen großen Wert auf eine gesunde Entwicklung von Kindern. Der BMI kann dabei ein Anhaltspunkt sein, sollte aber nicht überbewertet oder falsch interpretiert werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Enkel zu viel oder zu wenig wiegt, sollten Sie den Eltern raten, das Gespräch mit einem Kinderarzt zu suchen. Dieser kann die Entwicklung des Kindes besser einordnen und bewerten. So wird auch das Risiko reduziert, dass Eltern den BMI eines Kindes falsch einordnen und möglicherweise die Ernährung umstellen, obwohl dies gar nicht nötig wäre.

Kritik: Vorsichtig mit dem BMI umgehen

Seit mehreren Jahrzehnten wird der BMI als Indikator verwendet. Ebenso lange gibt es jedoch auch Kritikpunkte und Schwächen hinter dem Maßstab. So wird seit Beginn der Nutzung des BMI darüber diskutiert, ob dieser überhaupt dafür geeignet ist, einzelne Menschen zu beurteilen.

Ein Teil der Experten sagt: Nein, ist er nicht – und liefert dabei mehrere gute Begründungen für die Kritik:

  • BMI berücksichtigt nicht das Alter

    Kinder und Jugendliche werden beim BMI ausgenommen und in eigene Kategorien geordnet – bei Erwachsenen wird hingegen keine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Altersgruppen mehr vorgenommen. Das kann die Aussagekraft des Body-Mass-Indexes negativ beeinflussen, denn auch im Erwachsenenalter verändert sich der Körper weiterhin.

    Ein steigender oder sinkender BMI muss im Alter deshalb nicht gleichbedeutend mit Über- oder Untergewicht sein, sondern resultiert möglicherweise nur aus natürlichen Veränderungen des Körpers.

  • BMI macht keinen Unterschied zwischen Geschlechtern

    Männer und Frauen werden beim BMI nicht getrennt voneinander betrachtet. Das hat jedoch nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern kann zu einer verzerrten Auswertung führen. Davon auszugehen, dass beispielsweise ein BMI von 25 für für Männer und Frauen dieselbe Bedeutung hat, lässt zu viele Unterschiede zwischen den Geschlechtern unbeachtet.

  • BMI unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse

    Ein großer Kritikpunkt am BMI: Der Wert basiert lediglich auf dem Körpergewicht, wobei nicht berücksichtigt wird, wie sich dieses zusammensetzt. Muskeln sind deutlich schwerer als Fettgewebe, wodurch ein muskulöser und durchtrainierter Körper einen deutlich höheren BMI aufweisen kann.

    Die Betrachtung des Body-Mass-Indexes hat in einem solchen Fall nahezu keine Aussagekraft, Kraftsportler haben nicht selten einen BMI von über 25 – sind aber natürlich deshalb nicht übergewichtig.

Um der Kritik entgegenzuwirken und einige der Schwachstellen auszugleichen, gibt es mittlerweile verschiedene Tabellen und Klassifizierungen, die den BMI an die Geschlechter anpassen und auch das Alter in die Bewertung mit einbeziehen.

Trotzdem gilt, dass Sie den Body-Mass-Index stets kritisch betrachten sollten. Informieren Sie sich vollständig und sprechen Sie lieber mit einem Arzt, bevor Sie allein aufgrund eines hohen BMIs handeln.

[Bildnachweis: Rostislav_Sedlacek by Shutterstock.com]
14. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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