Brustkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Ungefähr 70.000 Frauen erkranken jährlich an Brustkrebs. Damit ist er die häufigste Tumorerkrankung in dieser Bevölkerungsgruppe.

So ist es wenig verwunderlich, dass viele Frauen Angst davor haben, vom Mammakarzinom, wie der Brustkrebs medizinisch heißt, betroffen zu sein.

Doch wie können Sie Brustkrebs frühzeitig erkennen? Welche Risikofaktoren gibt es? Und wie sind die Heilungschancen und Therapiemöglichkeiten? Die wichtigsten Informationen zum Thema Brustkrebs…

Brustkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Definition: Was ist Brustkrebs?

Das Mammakarzinom (kurz: Mamma-Ca) ist eine bösartige Wucherung, der meist in der weiblichen Brust entsteht. Zwar können auch Männer an Brustkrebs erkranken, aber ihre Zahl ist im Vergleich zu den Frauen verschwindend gering: Unter einem Prozent der Brustkrebsfälle sind männlich.

Wird die Tumorerkrankung rechtzeitig erkrankt, ist sie gut heilbar. Allerdings sterben pro Jahr auch rund ein Viertel der erkrankten Patientinnen daran, weil sie sich entweder zu spät in Behandlung begeben haben oder weil der Tumor zu bösartig und schnell gewachsen ist.

Daher ist es wichtig, genau auf verhärtete Veränderungen des Brustgewebes zu achten. Diese sogenannten Knoten müssen nicht zwangsläufig bösartig sein, dennoch ist es wichtig, sie zügig ärztlich abklären zu lassen.

Insgesamt unterscheidet man drei verschiedene, relevante Ausprägungen von Brustkrebs:

  • Der invasiv-duktale Brustkrebs, der bei drei Viertel aller Patientinnen vorkommt. Hier wächst der Tumor von den Milchkanälen in das benachbarte Gewebe.
  • Der invasiv-lobuläre Brustkrebs, der bei rund 15 Prozent aller Fälle auftritt. Hier ist der Ausgangspunkt für die Wucherungen einer der Drüsenlappen.
  • Der entzündliche Brustkrebs, der eher selten auftritt, jedoch sehr aggressiv ist und von der obersten Hautschicht ausgeht.
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Symptome von Brustkrebs

Die bekanntesten und am schnellsten erkennbaren Symptome bei Brustkrebs ist eine partielle Knotenbildung des Gewebes.

Diese Verhärtungen können sowohl in der Brust als auch in der Achselhöhle beim Abtasten spürbar werden.

Ein weiteres Symptom, das Sie nicht ignorieren sollten, ist das Austreten von Wundsekret aus einer der beiden Brustwarzen. Dieses kann mitunter sogar etwas Blut beinhalten.

Auch ein Anschwellen oder eine Formveränderung einer Brust kann ein Symptom auf Brustkrebs sein.

Alle diese ersten Symptome sind in der Regel schmerzfrei. Daher ist wichtig, die Entwicklung ihrer Brüste regelmäßig zu beobachten und bei Veränderungen umgehend Ihren Frauenarzt aufzusuchen.

Dieser wird dann abklären, ob den Symptomen ein bösartiger Tumor oder eine harmlose Zyste oder Entzündung zu Grunde liegt, die beide problemlos behandelt werden können, bevor sich Schlimmeres daraus entwickelt.

Info: Ursachen von Brustkrebs

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko bei einer Frau, an Brustkrebs zu erkranken. Während das Risiko im Alter von 35 Jahren bei nur etwa einem Prozent liegt, liegt es bei über 55 bereits bei einem Drittel.

Zudem gibt es noch weitere Ursachen, die das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen können:

  • Persönliche hormonelle Risikofaktoren
  • Späte Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr
  • Frühzeitige Einnahme der Antibabypille
  • Einnahme von Hormonpräparaten in den Wechseljahren
  • Übergewicht
  • Fettreiche Ernährung
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Genetische Veranlagung
  • Dichtes Brustgewebe
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Diagnose bei Brustkrebs

Zunächst ist es wie erwähnt sehr wichtig, dass Frauen Ihre Brust regelmäßig abtasten um Veränderungen im Gewebe frühzeitig bemerken zu können.

Bei Verdacht ist eine genaue ärztliche Untersuchung unausweichlich. Diese läuft in der Regel nach folgendem Schema ab:

  1. Anamnese
    Ihr Frauenarzt wird sie zunächst nach Ihren Lebensgewohnheiten, einer eventuellen Medikation, Ihrer Ernährung und insbesondere nach weitere gesundheitlichen Beschwerden befragen. Auch ist es wichtig für ihn, wann Sie die Symptome entdeckt haben.
  2. Abtasten
    Im Anschluss wird der Arzt Ihre Brust abtasten. Dabei wird er auch Ihre Achselhöhlen und die Gegend um das Schlüsselbein berücksichtigen. Auch auf Ihre Brustwarzen wird er leichten Druck ausüben. Zudem wird er auf Schwellungen und Rötungen achten.
  3. Sonografie
    Die Sonografie, also die Ultraschalluntersuchung, gibt genauen Aufschluss über die Beschaffenheit des Brustgewebes und darüber, ob und wo genau bösartige Knoten vorhanden sind. Diese Untersuchung ist schmerz- und risikofrei: Sie liegen auf einer Untersuchungsliege während der Arzt mit einem mit Gel bestrichenen Ultraschallgerät über Ihre Brust fährt.
  4. Mammografie
    Im Gegensatz zu früher wird nur im schwerwiegenden Verdachtsfall oder bei einem unklaren Ultraschallbefund eine Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammografie, durchgeführt. Grund dafür ist, dass die radioaktiven Strahlen das Gewebe unter Umständen weiter schädigen und mutieren lassen könnten – gerade bei jüngeren Frauen. Daher muss der Nutzen dieser Untersuchung das Risiko deutlich überwiegen.
  5. Biopsie
    Ambulant wird eine kleine Gewebeprobe aus der Brust entnommen und im Labor untersucht. Ziel ist es, genau abzuklären, ob die gefundene Gewebeveränderung gut- oder bösartig ist.
  6. Magnetresonanztomografie
    Das MRT oder auch Kernspintomografie genannte Verfahren zeigt den Ärzten mittels ungefährlicher Magnetwellen und der Gabe eines Kontrastmittels bereits schon geringste Veränderungen im Gewebe auf. Diese können jedoch durchaus harmlos sein, weswegen das MRT nur dann eingesetzt wird, wenn eine bestimmte Stelle genauer auf eine Ausbreitung eines zuvor bereits diagnostizierten Tumors untersucht werden muss oder eine Biopsie nicht möglich ist.

Hat sich der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt, folgen meist noch weitere Untersuchungen wie eine Computertomografie (CT), ein nuklearmedizinisches Knochenszintigramm und Röntgenaufnahmen, um abzuklären, ob der Tumor über die Blutbahn oder das Lymphsystem bereits in andere Körperpartien gestreut hat – also ob sich Metastasen gebildet haben.

Tipp: Brustkrebs-Vorsorge

Um Brustkrebs vorzubeugen, gibt es eine Reihe von Tipps, die Ihr persönliches Risiko minimieren können:

  • Bewegen Sie sich täglich mindestens eine Stunde, seien Sie aktiv.
  • Vermeiden Sie Übergewicht, ernähren Sie sich gesund und ausgewogen und verzichten Sie weitgehend auf Fett und Fleisch.
  • Rauchen Sie nicht
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum
  • Vermeiden Sie möglichst die Einnahme vom Hormonpräparaten

Zusätzlich zur regelmäßigen Beobachtung und zum selbstständigen Abtastung Ihrer Brüste, sollten Sie zudem einmal pro Jahr zur Früherkennungsuntersuchung gehen. Hierbei wird der Arzt Ihre Brust abtasten und mit Ultraschall untersuchen.

Gibt es Auffälligkeiten und gehören Sie einer erhöhten Risikogruppe (ab dem Alter von 50 Jahren) an, kann eine Mammografie durchaus sinnvoll sein – die Regel ist sie jedoch nicht mehr, auch wenn dieses Screening alle zwei Jahre von den Krankenkassen übernommen wird.

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Verlauf und Behandlung von Brustkrebs

Je nach Stadium, Größe und Lage des Tumors ergeben sich verschiedene Möglichkeiten zu Behandlung.

Ist Brustkrebs diagnostiziert, wird der Arzt also mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellen und besprechen, welche einzelnen Bausteine sinnvoll sind und wann sie miteinander kombiniert werden. Diese Module sind im Einzelnen:

  • Operation
    Nach Möglichkeit wird der Brustkrebs immer entfernt. Dies geschieht mittels Operation. Falls der Tumor klein, lokal begrenzt und sich in freier Lage befindet, kann sogar die Brust erhalten werden. Andernfalls muss die betroffene Brust leider amputiert und mittels Implantat und körpereigenen Gewebe wieder aufgebaut werden. Ist dies nicht möglich, bleibt schlimmstenfalls nur eine Prothese.
  • Chemotherapie
    Haben sich Metastasen gebildet oder ist der Tumor nicht vollständig zu entfernen, ist eine Chemotherapie üblich. Dabei werden ambulant in mehreren Zyklen Infusionen oder Tabletten verabreicht, die den das mutierte Gewebe abtöten. Dabei werden jedoch auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, was zu Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall und Haarausfall führen kann.
  • Bestrahlung
    Nach einer erfolgreichen Operation kann es sein, dass noch kleine Tumorreste zurückbleiben. Diese sind mittels Bestrahlung gut in den Griff zu bekommen. Auch sehr kleine Tumore, die sehr früh erkannt werden, können so behandelt werden.
  • Hormontherapie
    Bei vielen Brustkrebserkrankungen macht es Sinn, diese mit speziellen Antihormonen zu bekämpfen. Gerade wenn Hormone ausschlaggebend für die Entstehung der Krankheit ist, ist diese Therapie ein wichtiger Baustein.
  • Antikörpertherapie
    Je nach Beschaffenheit des Tumors kann es sein, dass dieser auf bestimmte Antikörper reagiert. Ist dies der Fall, werden diese zielgerichtet verabreicht – gerade in fortgeschrittenen Stadien.

Je nach allgemeinem Gesundheitszustand und Zeitpunkt der Erkennung ist Brustkrebs also gut behandel- und heilbar. Da das Gewebe im Alter nicht mehr so schnell wächst, die die Prognose für eine erfolgreiche Therapie im Alter erstaunlicherweise besser als in jungen Jahren.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: siam.pukkato by Shutterstock.com]

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