Darmkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Darmkrebs ist leider eine der häufigsten und gefährlichsten Tumorarten. Eigentlich gutartige Darmpolypen beginnen dabei bösartig zu wuchern – meist im Dickdarm. Doch Darmkrebs ist heilbar wenn er rechtzeitig erkannt wird. Wir zeigen, was Sie über das kolorektale Karzinom wissen müssen: Symptome, Therapie, Verlauf, Überlebenschance sowie Vorsorge.

Darmkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

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Darmkrebs: Überlebenschance gut bei früher Erkennung

Beim Darmkrebs (medizinisch: kolorektales Karzinom) bilden sich entweder im Dickdarm oder zuweilen auch im Mastdarm bösartige Tumore. Das bleibt für die Betroffenen meist lange Zeit völlig ohne Beschwerden. Aus diesem Grund wird Darmkrebs in vielen Fällen recht spät erkannt. Manchmal sogar ZU spät.

Dabei ist die Tumorerkrankung keine Seltenheit: Für Männer ist der Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Bei Frauen steht sie sogar an zweiter Stelle nach dem Brustkrebs. Dies liegt häufig an unseren Ernährungsgewohnheiten, sowie an den Folgen von Bewegungsmangel und daraus resultierenden anderen Krankheiten.

Die Auswahl an Behandlungsmethoden ist inzwischen vielfältig – je nach Stadium, Verlauf und Lage des Tumors. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, können im Schnitt fast 95 Prozent aller Patienten wieder geheilt werden. Zwar ist bei diesen das Risiko einer erneuten Erkrankung deutlich erhöht, aber durch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen alle fünf Jahre gut zu beobachten.

Darmkrebs Verlauf: In welchem Alter tritt Darmkrebs auf?

Viele Menschen haben gutartige Polypen in ihrer Darmschleimhaut, ohne es je zu bemerken oder darunter zu leiden. In manchen Fällen können sich diese gutartigen Geschwüre zu einem bösartigen Darmtumor auswachsen. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich über Jahre. Daher sind die meisten Darmkrebspatienten deutlich älter als 50 Jahre. Mehr als die Hälfte ist sogar über 70 Jahre alt.

Nicht selten hat sich der Darmkrebs dann jedoch bereits zu stark entwickelt und ist zu groß für eine Behandlung. So bleibt oft nur die Variante, ein weiteres Wachstum zu verzögern oder gar nur palliativ zu behandeln. In diesen Fällen sinken die Heilungschancen auf durchschnittlich gerade einmal fünf Prozent.

Diagnose benötigt viele verschiedene Parameter

Bei Verdacht auf Darmkrebs wird der Arzt zunächst eine Anamnese erheben. Das heißt, er wird im Gespräch Ihre Beschwerden, Ihre Vorerkrankungen und Ihren Lebensstil erfragen. Dabei wird er genau auf Ihren Stuhlgang eingehen.

Im Anschluss wird er Ihren Bauch abtasten und mit dem Stethoskop die Darmgeräusche abhören. Zudem wird er mit dem Finger Ihren Enddarm rektal kurz abtasten. Erhärtet sich der Verdacht auf Darmkrebs, wird Ihr Arzt eine Stuhlprobe nehmen diese genau im Labor untersuchen.

Um genauen Aufschluss zu bekommen, ob es sich letztlich um Darmkrebs handelt, wird schließlich eine Darmspiegelung (die sogenannte Koloskopie) durchgeführt. Diese gibt ebenso Aufschluss, wo genau im Darm sich dieser befindet und wie groß er ist.

Dabei wird ein Endoskop rektal eingeführt um das Darminnere genau betrachten zu können. Manchmal findet eine Darmspiegelung unter einem Computertomografen (CT) oder einem Magnetresonanztomografen (MRT) statt. Hierfür bekommen Sie einen gesonderten Termin bei einem Gastroenterologen. Zudem erhalten Sie genaue Anweisungen, wann Sie vor der Untersuchung nichts mehr essen und was Sie trinken dürfen.

Gutartige Darmpolypen werden bei der Darmspiegelung in der Regel gleich mit entfernt, bevor sie Probleme verursachen können. Wird durch eine Darmspiegelung ein Tumor festgestellt und lokalisiert, folgen weitere Untersuchungen. Mit Ultraschall und radiologischen Untersuchungen wird festgestellt, wie weit der Tumor in die Wand des Darmes eingedrungen ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

Außerdem wird Ihr Blut auf sogenannte Tumormarker untersucht. Das sind bestimmte Substanzen, die sich bei einigen Krebserkrankungen im Blut befinden.

Verlauf ist in Stadien unterteilt

Die Einteilung der Entwicklung von Darmkrebs erfolgt nach der klassischen TNM-Kategorisierung. Dabei hat jeder der drei Buchstaben eine bestimmte Bedeutung:

  • Tumorgröße (mit dem Buchstaben T bezeichnet und in vier Kategorien von 1 bis 4 eingeteilt)
  • Befall der Lymphknoten (mit dem Buchstaben N bezeichnet und in drei Kategorien von 0 bis 2 eingeteilt)
  • Bildung von Metastasen (mit dem Buchstaben M bezeichnet und in zwei Kategorien 0 oder 1 eingeteilt)

Bei Darmkrebs ist die Tumorgröße (T) von besonders großer Bedeutung für die richtige Therapie. Erstreckt sich der Tumor lediglich auf die Darmschleimhaut, spricht man von T1. Wächst er weiter in die Darmwand, wird er als T2 beziehungsweise T3 bezeichnet. Wenn bereits benachbarte Organe betroffen sind, ist das Endstadium T4 erreicht. In vielen Fällen sind dann zusätzlich bis zu drei (N1) oder sogar mehr (N2) Lymphknoten befallen.

Wie stirbt man bei Darmkrebs?

Wie erwähnt gibt es bei Darmkrebs gute Heilungschancen. Das liegt daran, dass er sich in der Regel langsam entwickelt.

Im Endstadium hingegen können oft nur die Lebensbedingungen verbessert werden. Der Tumor ist dann nicht mehr heilbar. In vielen Fällen haben sich bereits Metastasen gebildet, die andere Organe befallen haben. Der Todesfall tritt aus diesem Grund meist durch den Sekundärtumor auf. Eines oder mehrere Organe versagen – zum Beispiel Leber oder Lunge.

Um diesen Prozess weniger qualvoll zu machen, werden im Endstadium normalerweise starke opioide Schmerzmittel verabreicht.

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Darmkrebs Symptome: Frau und Mann vergleichbar

Die Frage, die sich die viele Betroffene von Darmbeschwerden stellen, sind in der Regel ähnlich. Habe ich Darmkrebs Symptome? Wie kündigt sich Darmkrebs an? Wo hat man Schmerzen bei Darmkrebs? Lange Zeit verursacht Darmkrebs keinerlei offensichtliche Anzeichen. Viele Patienten sind bereits in fortgeschrittenen Stadien noch völlig beschwerdefrei.

Außerdem muss man berücksichtigen, dass die typischen Symptome, die auf Darmkrebs hindeuten können, relativ unspezifisch sind. Sie können ebenso ein Zeichen für andere Darmerkrankungen sein.

Deshalb sollten Sie spätestens bei den ersten Symptomen die Ursache zügig von einem Arzt abklären lassen. Diese sind bei Männern und Frauen ähnlich. Nicht immer handelt es sich dabei um Darmkrebs. Dennoch sollten Sie Darmbeschwerden keinesfalls ignorieren.

Viele Patienten berichten von starken, krampfartigen Schmerzen in der Bauchgegend. Diese sind oft nicht genau zu lokalisieren und treten verstärkt beim Stuhlgang auf. Die Ursachen dafür können ein durch den Darmkrebs hervorgerufener Darmverschluss oder eine Entzündung des Bauchfells oder der Blase sein.

Wie sieht der Stuhl bei Darmkrebs aus?

Darmkrebs kann sich sowohl durch häufigen Durchfall, dünnen Stuhl als auch durch Obstipation (manchmal sogar bis hin zum kompletten Darmverschluss) äußern.

Dauern diese Beschwerden länger als drei Wochen an und kommt eventuell sogar noch Blut im Stuhl (sogenannter Teerstuhl) hinzu, könnte das ein Hinweis auf eine Verengung des Darms oder ein Nachlassen der Schließmuskelfunktion sein. Grund dafür ist häufig eine bösartige Wucherung.

Hat Darmkrebs Gewichtszunahme oder -abnahme zur Folge?

Wenn im Darm keine oder wenig Nährstoffe verdaut und aufgenommen werden können, kommt es häufig in der Folge nicht selten zu deutlichem Gewichtsverlust. Manchmal geht dieser einher mit Appetitlosigkeit.

Und selbst wenn die Betroffenen genauso weiter essen wie gewohnt, nehmen Sie oftmals rapide ab, ohne dass sie dies wollen.

Allgemeine Leistungsschwäche deutet an, dass etwas nicht stimmt

Abgeschlagenheit und eine deutlich verminderte körperliche Leistungsfähigkeit können ebenfalls auf Darmkrebs hindeuten. Der Darm ist nicht mehr fähig, einwandfrei zu arbeiten und genügend Nährstoffe aufzunehmen. In der Folge wird der ganze Organismus geschwächt. Dazu kommt oft eine Blutarmut. Das liegt daran, weil über den Darm an der betroffenen Stelle viel Blut verloren und ausgeschieden wird. Dies führt ebenfalls zu schneller Erschöpfung.

Hat der Darmkrebs bereits ein fortgeschrittenes Entwicklungsstadium erreicht, ist es gut möglich, dass dieser über die Blutbahn bereits Krebszellen im restlichen Körper gestreut hat. Es haben sich Metastasen gebildet. In der TNM-Einteilung steigt der M-Wert nun von null auf eins.

Dann kommen zu den darmspezifischen Symptomen weitere Beschwerden der befallenen Organe hinzu. Dies sind zum Beispiel trockener Husten bei Lungenmetastasen oder Schmerzen im Oberbauch bei Lebermetastasen.

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Ursachen von Darmkrebs

Darmkrebs entsteht meistens durch Darmpolypen, die ungebremst wuchern. Es gibt einige Risikofaktoren, die diesen Prozess wahrscheinlicher machen und gegebenenfalls beschleunigen können:

  • Ernährungsgewohnheiten, die eher fleisch- und fettbetont sind und stattdessen ballaststoffarm
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Alkohol und Rauchen
  • Genetisches Risiko durch Darmkrebserkrankungen in der Familie
  • Andere Darmerkrankungen
  • Diabetes

Entstehung von Darmkrebs: Zahnfleisch unter Verdacht

Neuere Untersuchungen zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen Mundhygiene und Darmkrebs. Was auf den ersten Blick widersprüchlich oder gar absurd klingt, hat durchaus seinen Zusammenhang.

Bestimmte Keime und Bakterien, die bei einer Zahnfleischentzündung entstehen, werden entweder verschluckt oder wandern über den Stoffwechsel und die Blutbahn in den Darm. Im Übrigen können diese außerdem für ein Magengeschwür oder Magenkrebs verantwortlich sein.

Entzündete Taschen im Zahnfleisch sollten daher zügig behandelt werden.

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Therapie abhängig von Stadium und Lage

Je nachdem, wie weit der Darmkrebs fortgeschritten ist, umso mehr unterscheiden sich die Behandlungsmethoden und die Heilungschancen als solche. Zudem spielen Alter und der Allgemeinzustand des Patienten eine große Rolle.

Um Darmkrebs zu behandeln gibt es folgende Optionen:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie
  • Strahlentherapie

Häufig werden verschiedene Behandlungsmethoden miteinander kombiniert. So ist eine Chemotherapie mitunter selbst dann üblich, wenn bereits operiert wurde, um die letzten Reste und eventuelle Metastasen abzutöten. Diese Medikamente werden meist als Tabletten oder Infusion über mehrere Monate hinweg verabreicht. Im Stadium T1 und unter Umständen im Stadium T2 macht eine Chemotherapie hingegen keinen Sinn.

Spezielle Antikörper können mit einer Immuntherapie verabreicht werden, die den Körper im Kampf gegen die Tumorzellen unterstützen. Befindet sich der Tumor im Enddarm kann er zudem im Stadium T2 oder T3 bestrahlt werden, damit er sich zurückbildet.

Vorsorge und Früherkennung von großer Bedeutung

Eines ist klar: Je früher Darmkrebs erkannt wird, umso besser stehen die Heilungschancen. Aus diesem Grund bezahlen die Krankenkassen alle paar Jahre die sogenannte „Vorsorgeuntersuchung“.

Der Begriff ist nicht exakt, denn durch diese Untersuchung können Sie Darmkrebs nicht vorbeugen. Er lässt sich jedoch frühzeitig erkennen, weswegen die genaue Bezeichnung „Früherkennungsuntersuchung“ lautet.

Dabei geht der Arzt im Prinzip ähnlich vor, wie bei oben bei der Diagnose beschrieben:

  • Anamnese
  • Ertasten
  • Stuhlprobe
  • Darmspiegelung

Da sich Darmkrebs langsam entwickelt, ist eine solche Früherkennung nicht jedes Jahr nötig. Dennoch sollten Patienten ab 50 alle zehn Jahre eine Koloskopie vornehmen lassen.

Zudem hilft eine ballaststoffreiche und fleischarme Ernährung sowie der Verzicht auf übermäßigen Konsum von Schmerzmitteln, Alkohol und Nikotin dabei, Darmkrebs vorzubeugen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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