Dengue-Fieber: So schützen Sie sich auf Reisen

Wer in tropische Gebiete reist, macht sich meist Gedanken über Malaria. Dengue-Fieber haben dagegen die wenigsten auf dem Radar. Dabei ist diese Erkrankung weit verbreitet und sollte keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn sie nur in den seltensten Fällen tödlich verläuft. Wie Sie sich vor Dengue-Fieber schützen können, wie die Symptome, der Verlauf und die Behandlung der Erkrankung aussehen und wo Sie sich vor dem Virus in Acht nehmen müssen…

Dengue-Fieber: So schützen Sie sich auf Reisen

Definition: Was ist Dengue-Fieber?

Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die insbesondere in tropischen und subtropischen Gebieten vorkommt. Sie wird im Gegensatz zu Malaria nicht von nachtaktiven Moskitos übertragen, sondern von der Aedes-Mücke und hier insbesondere von der Unterart Aedes aegypti (auch Tigermücke oder Gelbfiebermücke genannt). Diese Mücken stechen auch tagsüber und werden daher in ihrer Gefahr schnell unterschätzt, da viele Reisende davon ausgehen, dies rechtzeitig zu bemerken, was jedoch selten der Fall ist.

In den letzten Jahren kam diese Moskitoart auch häufiger in Europa und sogar vereinzelt schon in Süddeutschland vor – Erkrankungen an Dengue-Fieber gab es jedoch nur sehr sporadisch in Italien, Portugal und Spanien, so dass diese Erkrankung in Europa (noch?) kein Thema ist.

Weltweit jedoch schon. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt die Zahl der jährlichen Infektionen mit circa 100 Millionen an. Da die Dunkelziffer jedoch nicht genau zu schätzen ist und nur vermutet werden kann, belaufen sich andere Zahlen auf Schätzungen zwischen 300 und 600 Millionen pro Jahr – je nachdem, welche Quelle und Hochrechrechnungsmethode herangezogen wird.

So oder so ist das Problem von Dengue-Fieber groß und die Tendenz ansteigend. Vergleicht man die Zahlen mit denen von vor 50 Jahren, so sind diese inzwischen bis zu 30-mal höher.

Insgesamt gibt es vier verschiedene Typen des Dengue-Fieber-Virus, die sich lediglich darin unterscheiden, welche Antikörper dagegen helfen:

  • DENV-1
  • DENV-2
  • DENV-3
  • DENV-4

Die Krankheitsverläufe unterscheiden sich zwischen den vier Typen nicht. Da aber der Körper gegen jede Virusart speziell passende Antikörper produzieren muss, kann man also nicht sicher sein, dass nur eine Erkrankung im Leben zur Immunität ausreicht.

Im extremsten Fall ist es sogar möglich, vier Mal an Dengue-Fieber zu erkranken, wobei der Verlauf bei den meisten Menschen mit jeder Neuinfektion gefährlicher und schwerwiegender wird. Wer also einmal Dengue-Fieber hatte, sollte bei Tropenreisen eher besonders vorsichtig anstatt sorgloser sein.

Diese vier verschiedenen Virustypen machen es der Forschung auch so schwer, eine geeignete und verträgliche Impfung zu entwickeln. Momentan gibt es zwar einige vielversprechende Ansätze und es wurden auch bereits schon Impfstoffe verabreicht – jedoch sollte für Reisende von solchen Versuchen zunächst abgesehen werden. Die einzige und beste Möglichkeit, das Virus nicht zu bekommen, ist immer noch, Moskitostiche so gut es geht zu vermeiden.

Wo kommt Dengue-Fieber vor?

Die Viren, die Dengue-Fieber auslösen, können theoretisch überall auf der Welt vorkommen. Da sie sich jedoch durch den Stich der Aedes-Mücke weiterverbreiten, ist ihr Vorkommen auf den Lebensraum dieser Moskitoart begrenzt. Diese kommt hauptsächlich in den Tropen vor. Insbesondere in Südostasien ist sie zu einer großen Plage geworden.

Mit circa 38 Prozent aller weltweiten Krankheitsfälle liegt folglich Thailand an der Spitze der Dengue-Liste. Es folgen weitere Staaten der Region wie Indien, Indonesien (insbesondere auf Bali und Java) und die vergleichsweise kleinen Malediven, die angesichts ihrer geringen Bevölkerungszahlen schon eine relativ hohe Dichte an Erkrankungen aufweisen.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Dengue-Fieber in Süd-, Mittelamerika, der Karibik, Afrika oder gar Nordaustralien nicht vorkommt: Auch hier ist Vorsicht angebracht. Kuba zum Beispiel gilt zum Beispiel ebenfalls als sehr gefährdet.

Das tückische an den Aedes-Mücken ist, dass sie insbesondere dort vorkommen, wo sich viele Menschen aufhalten. Da ihnen nur winzigste Pfützen in Blumentöpfen, alten Autoreifen oder ähnlichen Wasseransammlungen ausreichen, um sich fortzupflanzen und keine großen Sumpfgebiete dazu nötig sind, liegt die Zahl der Infizierten gerade in Städten besonders hoch.

Daher sollten Sie sich vor Ihrer Reise in tropische Gebiete genau bei Ihrem Tropenmediziner informieren, ob es sich dabei um ein Risikogebiet handelt. Da man für kein Land eine pauschale Aussage treffen kann und es regional erhebliche Unterschiede gibt, sollten Sie mit ihm auch Ihre genaue Reiseroute durchsprechen. So ist die Lage in Höhenlagen sicherlich anders zu bewerten als in dichtbesiedelten Städten in der Ebene.

So schützen Sie sich vor Dengue-Fieber

Da es gegen Dengue-Fieber keine Prophylaxe oder Impfung gibt, ist die beste Vorbeugung vor Dengue-Fieber, so wenig wie möglich von Moskitos gestochen zu werden. Wer also in ein Dengue-Gebiet reist, sollte auf jeden Fall folgende Dinge im Gepäck haben:

  • Insektenschutzmittel mit dem Inhaltsstoff DEET oder Icaridin
  • Spray zur Imprägnierung für Kleidung
  • Lange und helle Kleidung
  • einwandfreies und unbeschädigtes Moskitonetz

Reiseapotheke-Checkliste-pdfDa die Aedes-Mücke tagaktiv ist, sind insbesondere die ersten drei Artikel besonders wichtig. Außerdem sollten Sie bei der Wahl der Unterkunft darauf achten, dass diese so gut es geht eine Moskitobekämpfung vornehmen und über eine gute Klimaanlage, sowie Insektenschutzgittern an Türen und Fenstern verfügen. Beides kann zwar das Risiko gestochen zu werden nicht völlig ausschließen, aber dennoch deutlich minimieren.

Wer dennoch an Dengue-Fieber erkrankt, sollte die üblichen Grippe-Mittel dabei haben. Hier ist insbesondere das Schmerzmittel Paracetamol zu nennen, das sich gerade zur Fiebersenkung als wirkungsvoll erwiesen hat.

Keinesfalls sollten sie jedoch zu blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) oder Ibuprofen greifen, da sich dadurch in Zusammenhang mit einer Dengue-Erkrankung schwere innere Blutungen ergeben können.

Um Ihre persönliche Reiseapotheke dennoch entsprechend auszustatten, haben wir für Sie noch einmal eine Checkliste als PDF-Datei, die sich kostenlos herunterladen können.

Symptome und Verlauf von Dengue-Fieber

Eine Infektion mit Dengue-Fieber kann man am ehesten mit einer schweren Grippe vergleichen. Die Symptome ähneln dieser und auch der Verlauf ist ähnlich. Daher sollten Sie bei folgenden Beschwerden in Betracht ziehen, dass Sie sich mit Dengue-Fieber angesteckt haben könnten:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Erbrechen

Gerade starke Gelenk-, Muskel und Gliederschmerzen sind typisch für Dengue-Fieber. Daher wurde sie früher auch als „Knochenbrecherkrankheit“ bezeichnet. Das Fieber hingegen verläuft häufig in zwei Schüben.

Die Inkubationszeit beträgt einige Tage bis zwei Wochen. Daher kann Dengue-Fieber auch erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub auftreten, in vielen Fällen hat eine Infektion jedoch so manchen Reisenden ans Hotelbett gefesselt und ihm auf diese Art die schönste Zeit der Jahres verdorben.

Nach einigen Tagen bis einer Woche mildern sich die Symptome wieder, der Körper bekommt das Virus in den Griff und bildet Antikörper. Allerdings ist eine gewisse Erschöpfung mitunter sogar noch Wochen später zu spüren.

Grundsätzlich verläuft Dengue-Fieber also nicht lebensbedrohlich. Wenn jedoch das Immunsystem des Körpers überreagiert (meist bei einer Zweit- oder Drittinfektion) oder sich ein Dengue-Schock-Syndrom (DSS) bildet, muss schnell intensivmedizinisch behandelt werden.

Behandlung von Dengue-Fieber

Wer an Dengue-Fieber erkrankt, kann zunächst nicht viel tun, außer abzuwarten. Wirksame Medikamente gegen das Virus gibt es noch nicht, man muss sich auf das Immunsystem des eigenen Körpers verlassen. Die übliche Behandlung entspricht der bei einer Grippe:

  • Bettruhe
  • Viel trinken
  • Paracetamol

Dennoch muss der Verlauf genau beobachtet werden. Sobald sich schwere Verläufe abzeichnen, sehr hohes Fieber auftritt oder sich die Erkrankung nach einer Woche noch nicht bessert, sollten die Symptome unbedingt behandelt werden.

Dabei ermittelt der Arzt mittels Gespräch und körperlicher Untersuchung (Blutdruckmessung, Abtasten der Lymphknoten, Abhören und in Augenscheinnahme von Nase und Rachen) zunächst, ob die Wahrscheinlichkeit einer Dengue-Infektion vorliegt und führt im Anschluss einen Abstrich und eine Blutuntersuchung auf Antikörper durch.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: herbstlust.de]
25. Mai 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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