Dinkel: Gesund und schmackhaft

Dinkel und Dinkelmehl haben in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Besonders bei den Liebhabern von Bioprodukten und Allergikern. Dinkelbrot und -brötchen sind heute in viele Auslagen zu finden. Was aber hat es mit diesem Urkorn auf sich? Ist Dinkel wirklich so viel besser als Weizen? Erfahren Sie, welche Nährstoffe Dinkel hat, warum er geeignet ist zum Abnehmen, wo Sie Dinkel kaufen können und welche leckeren Dinkel-Rezepte es gibt.

Dinkel: Gesund und schmackhaft

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Dinkelmehl und Dinkel kaufen

Dinkel (auf Englisch: „Spelt“) ist mittlerweile in jedem Supermarkt und Discounter zu finden. Da er in der Herstellung teurer ist, lohnt es sich, nach Angeboten Ausschau zu halten. Ein Kilogramm Dinkelmehl kostet in der Regel um die zwei Euro.

Im Handel gibt es verschiedene Dinkelmehl-Typen:

  • Dinkelmehl Type 630
  • Dinkelmehl Type 812
  • Dinkelmehl Type 1050
  • Dinkel-Vollkornmehl

Die Typenzahl besagt, wie stark das jeweilige Getreidekorn bearbeitet wurde. Im Herstellungsprozess werden Schalen und Keimlinge der Körner unterschiedlich stark aussortiert. Bei der niedrigeren Typenzahl wurde hauptsächlich das Innere des Getreidekerns gemahlen, darum sind kaum mehr Mineralstoffe im Mehl. Das bedeutet: Je höher die Zahl, desto mehr Anteile des ganzen Korns sind im Mehl. Beim Dinkel-Vollkornmehl wurde das gesamte Korn zu Mehl gemahlen.

Ein Beispiel: Das Dinkelmehl mit der Type 630 hat einen Mineralstoffgehalt von 630 mg pro 100g Mehl.

Sie können Dinkel auch als ganzes Korn, also ungemahlen, kaufen. Dies wird gerne als Beilage oder in Suppen verwendet. Der Preis ist ähnlich wie beim gemahlenen Dinkelmehl: ungefähr zwei Euro je Kilogramm.

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Dinkel Rezepte: So kochen und backen Sie mit Dinkel

Sie können Dinkel kochen: Gleiche Menge Wasser und etwas Salz und dann etwa zwanzig Minuten köcheln lassen. Als Beilage bringt Dinkel so etwas Abwechslung auf Ihren Speiseplan. Zum Beispiel anstatt Reis. Dinkel lässt sich auch gut in klare Suppen geben – zum Beispiel anstelle von Graupen.

Schöne Dinkel-Rezepte finden sich auch im Bereich des Bratens. Zum Beispiel: Gekochter Dinkel und blanchiertes, zerkleinertes Gemüse (etwa Karotten oder Zucchini) im Verhältnis 1:1 mit Ei, frischen Kräutern, Pfeffer und Salz vermengen. Aus dieser Masse lassen sich keine Frikadellen oder ein Braten formen.

Und auch Dinkelmehl ist einfach zu verwenden. Im Prinzip kann man Weizenmehl ganz oder teilweise durch Dinkelmehl in den Rezepten ersetzen. Zum Beispiel bei…

  • süßem und herzhaftem Backwerk wie Pizza, Pfannkuchen, Waffeln, Gebäck und Brot
  • Pfannkuchen
  • Nudeln
  • Panade
  • Mehlschwitze
  • Dinkelbrei für Babys
  • und Dinkelflocken für Müsli

Gerade in Backwaren, wie Brot und Gebäck passt Dinkelmehl ausgezeichnet, weil es einen leicht nussigen Geschmack hat.

Kann ich mit Dinkel abnehmen?

Immer wieder ist von wahren Wunderdingen die Rede, wenn es darum geht, in Diäten auf Dinkel zurück zu greifen. Ist also Dinkel gesund zum Abnehmen? Einfach Dinkel durch Weizen ersetzen und schon purzeln die Kilos? Die Argumente dafür lauten:

  • Der höheren Eiweißanteil in Dinkel hält länger satt.
  • Die Ballaststoffe lassen den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen.
  • Dinkelmehl hat weniger Kalorien als Weizenmehl:
    • Dinkelmehl (100g): 338 Kalorien
    • Weizenmehl (100g): 364 Kalorien

Gemessen an dem was wir täglich essen, sind das kleine, aber feine Vorteile. Sie machen aber leider keinen großen Unterschied. Im Rahmen einer Diät oder Ernährungsumstellung sollten Sie die Vorzüge dennoch für sich nutzen.

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Dinkel versus Weizen: Was ist gesünder?

Ist Dinkel gesünder als Weizen? Diese Frage wird oft gestellt. Dazu ist es wichtig, sich einmal genau die Inhaltsstoffe von Dinkel im Vergleich zu Weizen anzusehen. Nur so lässt sich feststellen, wie gesund Dinkel wirklich ist.

Dinkel gehört zu den fünf eiweißreichsten Getreidesorten neben Amaranth, Quinoa, Hafer und Hirse. Deshalb lieben Sportler Produkte aus Dinkel. Der Proteingehalt kann sich tatsächlich sehen lassen: 100 Gramm Dinkel haben 15 Gramm Eiweiß – ein Drittel mehr als Weizen. Wer also Muskelaufbau betreibt, kann seine Proteinaufnahme durch Dinkelbrot und -brötchen, Dinkelpizza und -kuchen oder Dinkelbratlinge definitiv erhöhen.

Und auch bei den Mineralien und Spurenelementen hat der Dinkel die Nase vorn. Zum Beispiel:

  • Weizen: 97 mg Magnesium – Dinkel: 130 mg Magnesium
  • Weizen: 3,3 mg Eisen – Dinkel: 4,2 mg Eisen

Sowohl Eisen als auch Magnesium sind gut für den Stoffwechsel, die Nerven und die Konzentration. Wunder darf man von Dinkel aber trotzdem nicht erwarten. Dinkel ist ein guter Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Mehr aber auch nicht.

Weitere Unterschiede zwischen Dinkel und Weizen

Was auf den zweiten Blick überraschend ist: Dinkel und Weizen sind verwandt. Es wird vermutet, Dinkel sei eine Mutation von älteren Weizenarten wie dem Einkorn oder dem Hartweizen. Dennoch unterscheidet sich Dinkel in einigen Punkten vom Weizen:

  • Anbau
    Dinkel ist im Anbau anspruchsloser als Weizen. Während Weizen anfällig ist für Krankheiten wie den echten Mehltau und Bakterien, kommt Dinkel ohne Kunstdünger aus. Deshalb ist er auch im Bio-Anbau beliebt.
  • Korn
    Wie die Gerste gehört Dinkel zu den Spelzgetreiden. Die Dinkelkörner sind fest umschlossen von einer holzigen Hülle, dem sogenannten Spelz. Vorteil dieser Spelzhülle ist: Sie schützt das Dinkelkorn vor Umwelteinflüssen. So nimmt der Mensch beim Genuss von Dinkel weniger Schadstoffe zu sich. Der Nachteil ist, dass sich diese Hülle beim Dreschen nicht einfach löst. Sie muss in einem speziellen Mühlverfahren entfernt werden. Das erhöht die Produktionskosten für Dinkelmehl.
  • Geschmack Dinkel hat einen etwas intensiveren Eigengeschmack. Er schmeckt leicht nussig. Diese Eigenschaft wird gerne für Backwaren genutzt.

Inhaltsstoffe: Ist Dinkel glutenfrei?

Alle Produkte, die mit Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel hergestellt werden, enthalten Gluten. Deshalb sind alle Back- und Teigwaren, wie Brot, Kuchen, Nudeln oder Pizza für Zöliakie-Patienten tabu. Dennoch wird Dinkel immer wieder bei Zöliakie empfohlen. Warum ist das so? Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein genauer Blick auf Gluten:

  1. Gluten entsteht, wenn sich die Proteine des Getreides mit Feuchtigkeit binden. Zum Beispiel wenn man das Mehl mit Wasser anrührt.
  2. Im Grunde besteht Gluten aus einer Kombination von zwei verschiedenen Proteinen. Jede Getreidesorte enthält ihre eigene Proteinkombination. Die beiden Proteingruppen heißen Prolamine und Gluteline. Sie sind in allen Getreidesorten vorhanden. Man nennt sie aber bei jeder Sorte anders. Gluten ist also nicht gleich Gluten. Bei Weizen heißen sie beispielsweise Glutelin und Gliadin und bei Roggen Secalin und Secalinin.
  3. Die genannten Proteingruppen lassen sich noch weiter differenzieren – in Alpha-, Beta-, Gamma- und Omega-Gliadin. Bei Dinkel fehlt das Omega-Gliadin, deshalb sagt man Dinkel nach, dass er besser verträglich sei.

Allerdings: Dinkel enthält eine größere Eiweißmenge als Weizen, damit erhöht sich aber automatisch die Glutenmenge im Dinkel. Ernährungsberater raten deshalb, dass Zöliakie-Patienten keine Dinkelprodukte zu sich nehmen sollten.

Wie gesund ist Dinkel also wirklich?

Durch seine Inhaltsstoffe und Eigenschaften werden Dinkel wahre Wunderdinge nachgesagt:

  • Dinkel soll glücklich aufgrund der Arminosäure Tryptophan glücklich machen. Diese braucht der Mensch, um Serotonin zu bilden. Und Serotonin wiederum wirkt antidepressiv.
  • Das Vitamin B im Dinkel wiederum soll das Nervensystem stärken und für einen gesunden Stoffwechsel sorgen. Vitamin B2 unterstützt die Leber bei der Entgiftung, Vitamin B3 den Cholesterinstoffwechsel und Vitamin B6 den Eiweißstoffwechsel.
  • Dinkel soll zudem förderlich für Haut und Augen sein. Mit Hilfe des Vitamins A aus Dinkel wird die Haut erneuert und ein Stoff aufgebaut, der die Signalübermittlung im Auge in Gang setzt.
  • Außerdem ist Dinkel eine gute Quelle für Vitamin E und schützt die Körperzellen vor freien Radikalen.
  • Hinzu kommen die Mikronährstoffe, Mineralstoffe und Spurenelenmente wie: Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor und Zink, die unser Immunsystem stärken.

Damit ist Dinkel tatsächlich vergleichsweise gesund. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung von Dinkel-Vollkornmehl.

Dinkel: Gesund auch für den Darm

Das Wichtigste für den Darm sind Ballaststoffe und Wasser. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 30 Gramm Ballaststoffe für den Erwachsenen täglich. Wenn Sie also jeden Tag…

  • fünf Portionen Obst und Gemüse
  • eine Portion Getreideflocken
  • zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot
  • und eine Portion Kartoffeln, Vollkornnudeln oder Naturreis

essen, erfüllen Sie Ihr Soll.

100 Gramm Dinkel enthalten durchschnittlich elf Gramm Ballaststoffe. Diese Ballaststoffe werden nicht vom Darm in Nährstoffe umgewandelt, sondern dienen – wie ihr Namen schon sagt – als Ballast. Sie vergrößern den Darminhalt, senken die Energiedichte, lassen den Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit weniger stark ansteigen und regen die Darmtätigkeit an.

Wenn Sie zum Frühstück zum Beispiel ein Müsli mit einem Esslöffel Dinkelkleie zu sich nehmen, können Sie so Darmentzündungen vorbeugen. Die Kleie ist voller Ballaststoffe und ein wahrer Booster für Ihren Darm.

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Dinkel: Aussehen, Anbau und Merkmale

Sie möchten mehr über Dinkel wissen? Beschaffenheit, Herkunft, Anbau und Aussehen von Dinkel sehen Sie in unserem kleinen Steckbrief:

  • Botanische Bezeichnung: Triticum spelta
  • Familie: Süßgras
  • Gattung: Weizen
  • Bestimmungsmerkmale: Optisch fällt Dinkel auf, weil er keine Grannen (Härchen) ausbildet. Zwei bis drei Körner sind fest umhüllt von einer Spelze und zu einer Vese verwachsen. Die Spelze werden nach der Ernte in einem Extra-Arbeitsschritt entfernt.
  • Klimaansprüche: Dinkel verträgt raues Klima und trotzt kühler und regnerischer Witterung. Dementsprechend ist Dinkel winterhart.
  • Boden: Dinkel hat keine großen Ansprüche an die Erde, gedeiht aber schlecht in stickstoffhaltigem Boden.
  • Anbau: Dinkel wird einjährig angebaut, in Deutschland mehr als Wintergetreide.
  • Herkunft: Dinkel stammt ursprünglich aus dem nahen Osten, der Gegend rund um das Kaspische Meer, dem Mittelmeer und Äthiopien. Es wurde vor zirka 8000 Jahren domestiziert. Schon die Ägypter bauten das Getreide an. Mit der Völkerwanderung fand Dinkel seinen Weg dann nach Franken und Baden-Württemberg.

Was ist Grünkern?

Grünkern ist Dinkel, aber unreif geerntet. Ungefähr drei Wochen vor der eigentlichem Termin wird er eingeholt. Die Körner sind jetzt noch saftig und weich. Man sagt sogar, dass der Mehlkern leicht flüssig sei, denn die Stärke ist noch nicht voll ausgebildet.

Damit der Dinkel nicht schimmelt, wird das junge Korn in Trocknungsanlagen geröstet und getrocknet. Man nennt das auch gedarrt. Bei diesem Vorgang reifen die Körner nach, werden bekömmlicher, sind einfacher zu verdauen und die Nährstoffe können leichter vom Körper aufgenommen werden. In diesem Prozess werden die Dinkelkörner grünlich, wie der Name Grünkern sagt.

Hildegard von Bingen: Dinkel sei beste Getreidekorn

Hildegard von Bingen war Äbtissin (1098-1179) und hatte selbstverständlich noch keine Nährwerttabellen, die ihr Auskunft über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel geben konnten. Aber sie studierte die Lebensmittel und ihre Wirkung auf den Menschen. Durch ihre Erfahrungen mit Kräutern, Pflanzen, Getreiden konnte sie zwischen gesunden und weniger gesunden Lebensmitteln unterscheiden.

Sie bewertete Dinkel als einen Allrounder, ein Getreide, das für jeden Menschen und in jeder Lebenslage geeignet und förderlich sei. Das erkennt man allein daran, dass sie in ihren drei Fastenkuren Dinkel erlaubte. Selbst in ihrer strengsten Kur gestattete sie den Patienten einen Becher Dinkelkaffee als Flüssignahrung.

Zusammenfassend beschrieb die Ordensfrau in ihrem Werk „Physika“ Dinkel als „…das beste Getreidekorn… Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch. Dinkel führt zu einem rechten Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns.“

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