Diphtherie: Symptome, Ansteckung, Therapie

Diphtherie ist heute glücklicherweise nicht mehr so verbreitet, wie es bis vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war. Trotzdem sollte die Infektionskrankheit nicht ignoriert werden – schon gar nicht, wenn es um die Impfung geht. Zwar tritt Diphtherie in Deutschland nur noch vereinzelt auf, wenn Sie aber auf Reisen sind´, könnten Sie durchaus mit dem Erreger in Kontakt kommen und sind einer möglichen Ansteckung ausgesetzt. Hier erfahren Sie, was genau die Infektionskrankheit Diphtherie überhaupt ist, wie eine Ansteckung möglich ist, welche Symptome mit der Diphtherie einhergehen und was Sie tun können, um sich zu schützen…

Diphtherie: Symptome, Ansteckung, Therapie

Bedeutung und Symptome: Was ist Diphtherie überhaupt?

Diphtherie Bedeutung Krankheit Ansteckung Symptome Deutschland Impfung TherapieDer Begriff Diphtherie ist weithin als Krankheit bekannt, jedoch wissen nur wenige, was genau sich tatsächlich dahinter verbirgt. Als Diphtherie wird eine ansteckende und gefährliche Infektionskrankheit bezeichnet, die meist zu Entzündungen im Rachen und den oben Atemwegen führt. Ausgelöst werden kann sie durch ein Bakterium mit dem Namen Corynebacterium diphtheriae.

Diphtherie ist auch unter dem Namen Rachenbräune bekannt, der an die farblichen Ablagerungen in den Atemwegen angelehnt ist. Die Entzündungen und Beläge können zu einer lebensgefährlichen Verengung der Atemwege führen, im schlimmsten Fall drohen Atemnot und Erstickung.

Verantwortlich für die Krankheit ist das von den Bakterien abgesonderte Diphtherietoxin, ein Giftstoff, der nicht nur die klassischen Symptome der Diphtherie auslöst, sondern sich im gesamten Körper verbreitet und die Organe des Betroffenen schädigen kann. Die häufigsten Symptome von Diphtherie sind:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Fieber
  • Heiserkeit
  • Atembeschwerden
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Belag an den Mandeln und/oder im Rachenraum
  • Süßlicher Mundgeruch

Oft werden auch die Organe in Mitleidenschaft gezogen. Durch das Toxin im Blut kommt es zu gefährlichen Herzmuskelentzündungen, die einen plötzlichen Herzstillstand verursachen können. Die Symptome zeigen sich dabei in der Regel einige Tage nach der Ansteckung mit Diphtherie.

Gibt es Diphtherie in Deutschland noch?

Diphtherie Deutschland Ansteckung SymptomeDie gute Nachricht lautet: In Deutschland tritt Diphtherie heutzutage nur noch in Einzelfällen auf. In den letzten zwei Jahren wurden hierzulande nur jeweils rund 20 Fälle von Diphtherie durch die geltende Meldungspflicht bekannt. Vergessen oder ignorieren darf man die Diphtherie deshalb jedoch auf keinen Fall. Denn es gilt auch: Ausgerottet ist die Infektionskrankheit nicht und nur durch einen umfangreichen Impfschutz in der Bevölkerung kann ein Ausbruch mit großen Ansteckungszahlen vorgebeugt werden.

So kann es beispielsweise in den 1990er Jahren in Russland und der ehemaligen Sowjet Union zu fast 50.000 Ansteckungen an Diphtherie, weil nach den politischen Umbrüchen nicht genügend Impfungen durchgeführt wurden.

Nicht zu vergessen ist zudem: Das gute und fortschrittliche Gesundheitssystem, das wir in Deutschland genießen, gibt es längst nicht in allen anderen Ländern. So ist die Ansteckungsgefahr auf Reisen in andere Länder deutlich höher. In Indien, dem nahen Osten, einigen Bereichen Südamerikas sowie osteuropäischen Ländern kommt es noch deutlich häufiger zu Erkrankungen an Diphtherie.

Ansteckung: Wie wird Diphtherie übertragen?

Neben dem potenziell lebensgefährlichen Verlauf einer Diphtherie ist vor allem die große Ansteckungsgefahr ein Problem. Im schlimmsten Fall kann es zu einer regelrechten Epidemie kommen, bei der sich große Teile der Bevölkerung anstecken. So gab es eine große Diphtherie-Epidemie zu Zeiten des zweiten Weltkriegs, von der in Europa mehrere Millionen Menschen betroffen waren.

Die Übertragung und Ansteckung der Diphtherie findet dabei direkt von Mensch zu Mensch über eine sogenannte Tröpfcheninfektion statt. Durch nahen Kontakt zu anderen Menschen können die Bakterien durch einfaches Husten, Niesen, beim Küssen oder sogar beim Sprechen übertragen werden. Selbst wenn ein Betroffener selbst keine Symptome oder Anzeichen der Diphtherie zeigt, kann er dabei wochenlang ein hohes Ansteckungsrisiko für Menschen in seinem Umfeld sein.

So kann selbst bei einem Kontakt zu scheinbar gesunden Menschen nicht ausgeschlossen sein, dass ein Ansteckungsrisiko besteht. Bei fehlendem Impfschutz ist eine Verbreitung durch die Tröpfcheninfektion zunächst im engeren Umfeld – in der Familie, bei Freunden oder auch am Arbeitsplatz – wahrscheinlich. Doch kann auch die Nähe zu anderen Menschen, beispielsweise in der U-Bahn oder einer Warteschlange, ausreichen, um sich anzustecken oder selbst als Überträger für eine Ansteckung anderer zu sorgen.

Impfung: So schützen Sie sich vor Diphtherie

Um der Ansteckung an Diphtherie vorzubeugen, ist die Impfung das wichtigste Mittel. Nur durch den guten Impfschutz und eine hohe Impfdichte in der Bevölkerung konnte die Diphtherie auf den heutigen niedrigen Stand gebracht werden. Ärzte und Experten warnen und erinnern deshalb immer wieder: Diphtherie ist nicht ausgerottet, sondern wird durch die Impfung unter Kontrolle gehalten. Entsprechend wichtig ist es, dass sich jeder gegen Diphtherie impfen lässt.

Empfohlen wird, dass bereits Kleinkinder im Alter von zwei Monaten gegen Diphtherie geimpft werden. Anfanges werden insgesamt drei Impfungen gegeben, die im Abstand von jeweils einem Monat erfolgen. Abgeschlossen wird die sogenannte Grundimmunisierung durch eine vierte Injektion im Alter von ungefähr 12 Monaten. Auffrischungen für die Diphtherie-Impfung sollten zudem bei Kindern zwischen dem 5. und 6. Lebensjahr sowie im Alter zwischen 9 und 17 Jahren erfolgen.

Wenn Sie als Kind die vollständige Grundimmunisierung erhalten haben, sollten Sie im Erwachsenenalter alle zehn Jahre für eine Auffrischung zum Arzt gehen. Sollte die vollständige Impfung nicht bereits im Kindesalter erfolgt sein, ist es ratsam, dies als Erwachsener nachzuholen. Gerade wenn Sie eine Reise in ein Land oder ein Gebiet planen, in dem Diphtherie noch akut auftritt, sollte die Reise nicht vor der zweiten Impfwiederholung erfolgen. Lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrem Arzt beraten.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Sollten Sie in der Vergangenheit schon einmal an Diphtherie erkrankt sein, sind Sie deshalb nicht geschützt und können sich auch erneut anstecken.

Therapie und Behandlung: Was passiert bei Diphtherie?

Wie eine Diphtherie-Erkrankung verläuft, hängt vom allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten sowie dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab. Dabei gilt grundsätzlich: Je früher die Diphtherie diagnostiziert und behandelt wird, desto besser. Ein Verdacht auf Diphtherie wird dabei anhand der Symptome erstellt, die genaue Diagnose erfordert einen Abstrich aus dem Rachenraum, um die Bakterien nachzuweisen.

Sollte es sich tatsächlich um Diphtherie handeln, wird der Patient sofort isoliert und kommt in eine Quarantäne, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Zudem finden Untersuchungen bei allen Personen statt, die mit dem Patienten in Kontakt waren.

Die Therapie von Diphtherie erfolgt auf zwei Wegen: Es wird sofort ein sogenanntes Diphtherie-Antioxin verabreicht. Dabei handelt es sich um ein Gegenmittel für das von den Bakterien ausgeschüttete Diphtherietoxin, wobei die freien Toxine gebunden und neutralisiert werden. Zusätzlich wird ein passendes Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen verabreicht, um das Bakterium selbst zu bekämpfen.

Sollte die Diphtherie bereits fortschreiten und die Symptome stark ausgeprägt sein, kann eine Behandlung auf der Intensivstation, bei akuter Atemnot sogar mit künstlicher Beatmung, notwendig sein. Durch die gute gesundheitliche Versorgung in Deutschland ist dies jedoch die absolute Ausnahme.

Zur Therapie und langfristigen Behandlung von Diphtherie gehört zudem eine verordnete strenge Bettruhe von vier bis sechs Wochen. Dies soll eine mögliche Schädigung des Herzmuskels verhindern, die durch Toxine in der Blutbahn zu einer möglichen Komplikation der Diphtherie zählen.

Auch wenn es sich bei Diphtherie um eine sehr ansteckende und potenziell gefährliche Krankheit handelt, sind die Aussichten und Prognosen bei frühzeitiger Behandlung sehr gut. Sollte es keine Komplikationen geben, die den Verlauf erschweren, ist eine vollständige Heilung zu erwarten und langfristige Schäden für die Gesundheit sind unwahrscheinlich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Artemida-psy by Shutterstock.com]
27. Februar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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