Eisenmangel: Das steckt dahinter

Eisenmangel kann zu Abgeschlagenheit, andauernder Müdigkeit und allgemeinem Unwohlsein führen. Denn wenn sich in unserem Körper zu wenig Eisen befindet, ist die Sauerstoffaufnahme im Blut gestört. Diesen Sauerstoff brauchen jedoch unsere Organe, um reibungslos zu funktionieren. Die Ursachen für Eisenmangel sind vielfältig: Mangelernährung, Blutungen, Schwangerschaft oder ernste Erkrankungen. Wir zeigen Ihnen, was man machen kann, wenn man Eisenmangel hat.

Eisenmangel: Das steckt dahinter

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Was tun bei Eisenmangel?

Eisenmangel („Sideropenie“) bezeichnet das Fehlen von ausreichend Eisen im Blut. Dieses wird benötigt, damit dort Sauerstoff aufgenommen und gespeichert werden kann.

Ist diese Sauerstoffverarbeitung im Blut durch Eisenmangel beeinträchtigt, fühlen sich die Betroffenen häufig schwach, antriebslos und leiden unter permanenter Müdigkeit.

Mit diesen Symptomen sollte der erste Schritt der Gang zum Hausarzt sein. Nur dieser kann feststellen, ob Sie tatsächlich unter Eisenmangel leiden oder ob eine andere Ursache zu Grunde liegt. Zu diesem Zweck ist eine Blutabnahme und -analyse unerlässlich.

Eisenmangel: Was hilft schnell?

Wird bei Ihnen ein Eisenmangel festgestellt, so wird Ihnen Ihr Arzt zunächst empfehlen, die Ernährung umzustellen. Ist der Eisenbedarf zu groß, kann es auch sein, dass Sie Eisenpräparate verschrieben bekommen.

Allerdings sollten bei Eisenmangel Geduld aufbringen. Schnelle Hilfe ist leider nicht möglich – Eisenmangel entwickelt sich nur langsam zurück. Erste Erfolge im Blutbild zeigen sich meist erst nach circa einer Woche. Die Behandlung kann sich daher leicht über mehr als einen Monat hinziehen.

Dabei wird der Eisengehalt im Blut regelmäßig ärztlich überwacht und die Therapie auf ihren Erfolg hin überprüft. Sie sollten also nicht davon ausgehen, dass es mit einem Arztbesuch getan ist – Eisenmangel muss professionell beobachtet werden.

Eisenmangel: Was essen?

Wer unter Eisenmangel leidet, sollte grundsätzlich seine Ernährung auf eisenreiche Kost umstellen.

Dabei ist Fleisch die beste Eisenquelle. Gerade Innereien wie Leber aber auch Lunge oder Niere sind hier zu nennen – auch wenn dies womöglich nicht jedermanns Geschmack ist. Auch Meeresfrüchte sind reich an Eisen.

Doch auch für Vegetarier gibt es Möglichkeiten, den Eisenmangel über die Ernährung auszugleichen. Zum Beispiel mit:

  • Linsen
  • Bohnen
  • Kichererbsen
  • Hirse
  • Haferflocken

Ernährung bei Eisenmangel: Rezepte

Auch mit Eisenmangel lässt sich lecker essen. Wir haben drei einfache Vorschläge für Eisenmangel-Rezepte für Sie:

  • Boeuf Bourguignon
    Schneiden Sie ein mageres Rindfleisch in gabelgerechte Würfel, würzen es und bestäuben es mit etwas Dinkel-Vollkornmehl.
    Braten Sie es anschließend mit fein gehackten Zwiebeln sowie Knoblauch in Öl an.
    Löschen Sie das Ganze mit Rotwein ab und geben grob gewürfelte Champignons dazu (etwa ein Drittel der Menge des Fleisches).
    Fügen Sie je nach Geschmack Thymian, Lorbeerblätter, Petersilie sowie Pfeffer und Salz hinzu und lassen das ganze 10-15 Minuten köcheln.
    Dazu passen sehr gut Kartoffeln.
  • Kichererbsensalat
    Schneiden Sie eine Aubergine in Scheiben und braten Sie diese mit etwas Öl sowie Pfeffer, Salz und einem Hauch Chili an.
    Wiederholen Sie den Vorgang mit ungefähr 200 Gramm abgetropften Kichererbsen (entweder aus der Dose oder eingeweicht). Hier können Sie auch je nach Geschmack etwas Knoblauch, Rosinen und Sesam ergänzen.
    Lassen Sie beides erkalten und vermengen es in einer Schüssel mit einem Dressing aus Rosmarin, Zitronensaft, Senf sowie Pfeffer und Salz.
    Geben Sie im Anschluss ungefähr 200 Gramm klein gewürfelte Tomaten sowie etwas Ruccola und Feta hinzu.
  • Lachsfilet mit Roter Beete
    Braten oder grillen Sie das gewürzte oder marinierte Lachsfilet scharf an, bis es eine schöne Kruste bekommt.
    Überbacken Sie es anschließend mit etwas Bergkäse bei 150 Grad im Ofen für etwa zehn Minuten.
    Reichen Sie dazu ein Risotto aus Rote Beete. Das Rezept dazu finden Sie in unserem Artikel über Rote Beete.

Diese Rezepte können Sie sich übrigens gerne HIER kostenlos herunterladen und ausdrucken.

Eisenmangel: Tabletten hilfreich?

Gerade bei Eisenmangel in der Schwangerschaft werden häufig eisenhaltige Tabletten verschrieben. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, obwohl die Präparate rezeptfrei erhältlich sind.

Sie sollten jedoch davon Abstand nehmen, bei einem vermuteten Eisenmangel Tabletten auf eigene Faust zu kaufen und einzunehmen. Denn je nachdem wie groß oder klein Ihr Eisenmangel und der -bedarf ist, können diese schnell überdosiert sein.

Dann ergeben sich folgende Nebenwirkungen:

Zudem ist wichtig, dass Sie diese Medikamente keinesfalls zusammen mit eisenaufnahme-hemmenden Lebensmitteln einnehmen wie Tee, Kaffee, Milchprodukten, Cola, Rhabarber, weißem Reis oder Soja.

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Eisenmangel: Anzeichen und Symptome

Welche Symptome hat man bei Eisenmangel? Zunächst einmal gar keine. Denn im Anfangsstadium bemerkt man den Eisenmangel selbst nicht. Er ist nur im Blutbild ersichtlich.

Erst wenn die Zellen nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, stellen sich mit der Zeit erste Anzeichen ein, die als eine Warnstufe gesehen werden sollten:

  • Trockene Haut
  • Spröde Lippen und eingerissene Mundwinkel
  • Juckreiz
  • Leichter Haarausfall
  • Schmerzgefühl beim Schlucken
  • Brennendes Gefühl auf der Zunge

So erkenne ich Eisenmangel

An den Augen und an den Fingernägeln lässt sich Eisenmangel ebenfalls erkennen. Dann ist der Eisenmangel jedoch schon sehr weit fortgeschritten. Die Augen wirken trüb, die Fingernägel brüchig und das Gesicht ist von einer allgemeinen Blässe überzogen.

Wenn Sie diese optischen Merkmalen also in Ihrem Spiegelbild erkennen oder von anderen Menschen darauf angesprochen werden, sollten Sie bald möglichst den Hausarzt aufsuchen.

Ebenso sollten Sie selbstverständlich alarmiert sein, wenn Sie bei Ihrem Partner diese Anzeichen vernehmen.

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Eisenmangel Folgen: Gewicht und Allgemeinbefinden

Wird Eisenmangel nicht behandelt, kann er erhebliche Folgen auf Ihr Allgemeinbefinden haben. So zum Beispiel:

Diese Folgen sind ernst und belastend, denn sie bedeuten, dass viele Funktionen im Organismus nicht mehr reibungslos funktionieren.

Lassen Sie es also besser nicht soweit kommen und gehen Sie frühzeitig zum Check-up bei Ihrem Hausarzt. Die Blutwerte sollten ohnehin mindestens einmal im Jahr kontrolliert werden – ob Sie Beschwerden haben oder nicht.

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Ursachen für Eisenmangel

Die Ursachen für Eisenmangel können sehr unterschiedlich sein. Bei kleinen Kindern und Jugendlichen spielen oft Wachstumsschübe eine Rolle. Dies gilt auch für Frauen in der Schwangerschaft.

Aber es gibt auch andere Gründe und Ursachen:

  • Starke Blutungen durch äußere Verletzungen oder heftige Regelblutungen
  • Innere Blutungen im Magen-Darm-Trakt – zum Beispiel bei einem Magengeschwür
  • Zu einseitige Ernährung oder Diät
  • Mangel an Magensäure
  • Krebs oder gutartige Geschwüre im Darm
  • Schwacher Allgemeinzustand in Folge von Operationen oder medikamentöser Behandlung
  • Darmentzündungen, die mit chronischem Durchfall einher gehen

Insofern ist Eisenmangel auch oft nur ein Symptom für eine andere Störung – ein Anzeichen, dass etwas anderes in Ihrem Körper nicht stimmt. Daher gilt es, diese Mangelerscheinung keinesfalls zu ignorieren oder zu unterschätzen, sondern zu behandeln.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: herbstlust.de]

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