Enkel übernachten: Ab welchem Alter + Tipps

Wenn bei den Großeltern erstmals die Enkel übernachten, ist das eine besondere Situation für alle Beteiligten. Das eigene Kind übernachtet woanders – für die Eltern erstmal wieder eine Umgewöhnung. Für den oder die Enkel aufregend neu und für Oma und Opa ist Organisation angesagt. Ab welchem Alter sollten Eltern ihre Kinder bei Oma übernachten lassen? Und was gilt eigentlich, wenn der Enkel nicht übernachten darf? Was das Umgangsrecht von Großeltern in dem Fall sagt und Tipps für die Übernachtung…

Enkel übernachten: Ab welchem Alter + Tipps

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Enkel übernachten ab welchem Alter?

Ab wann kann ich mein Kind bei den Großeltern schlafen lassen? Pauschal lässt sich das nicht sagen. Das hängt zum einen vom Kind selbst ab: Ist der Enkel erst wenige Monate alt und schläft noch nicht durch? Weint das Kind trotz größerem Alter noch viel? Muss der Säugling noch gestillt werden? Es kann auch einen Unterschied machen, ob Oma und Opa weiter weg wohnen und das Band zwischen den Großeltern und dem Enkel noch nicht so eng ist. Mehrgenerationenhaushalte sind immer seltener.

In dem Fall und wenn der Enkel noch viel umsorgt wird, gibt es alternative Lösungen. Statt der großen Übernachtung aus dem Nichts können Sie Ihr Kind langsam an die neue Situation gewöhnen. Indem es tagsüber (beispielsweise zum Mittagsschlaf) für einige Stunden bei Opa und Oma schläft, lernt es den neuen Ort als ebenso schönen Platz kennen.

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Tipps für die Übernachtung bei Großeltern

Die meisten Großeltern freuen sich, ihren Enkel für gewisse Zeit mal nur für sich zu haben. Und auch für die Enkel ist das Übernachten woanders ein großes Abenteuer. Meist stellt sich dieses Gefühl aber erst ab einem bestimmten Alter ein. Kleinere Kinder können auch Sehnsucht nach Hause verspüren und sind etwas traurig. Sowohl Großeltern als auch Eltern sollten darauf eingehen. Sie können mit folgenden Tipps das Kind auf die Übernachtung außerhalb einstimmen:

1. Vorbereitungen treffen

Die Wohnung der Eltern ist in der Regel bereits kindersicher – die von (Neu-)Großeltern noch lange nicht. Kinder wollen entdecken und ausprobieren. Wenn bei Ihnen die Enkel übernachten, sollten Sie zuvor riskante Stellen in Ihrer Wohnung sichern. Ecken und Kanten, Treppen und Steckdosen, aber auch leicht zugängliche Wasch- und Reinigungsmittel sowie Plastiktüten stellen potenzielle Gefahrenquellen dar. Solche Dinge sollten Sie im Blick haben und frühzeitig beseitigen.

2. Behaglichkeit fördern

Je vertrauter die Umgebung, desto leichter fällt das Einschlafen. Dazu dürfen wichtige Lieblingsspielsachen, Kleidung und sonstige Dinge nicht fehlen. Vor allem, wenn Oma und Opa weit weg wohnen, ist es wichtig, daran zu denken. Kuschelteddy, weiche Decken und gewohnte Gegenstände gehören unbedingt dazu. Sie tragen dazu bei, aus der noch neuen Umgebung eine normale Schlafumgebung zu machen. Als Einschlafhilfe vermitteln sie dem Kind ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.

3. Absprachen einhalten

Zudem sollten Großeltern sich größtenteils daran halten, was im Elternhaus üblich ist. Das betrifft vor allem die Schlafenszeit, aber auch sonstige Eigenheiten im Erziehungsstil. Na klar, oft erlauben Großeltern noch eine Süßigkeit. Wer aber seine Enkel zu sehr verwöhnt, schwört Konflikte mit den Eltern herauf. Außerdem kann zu viel Zucker kurz vor dem Schlafengehen den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben – was wiederum das Einschlafen erschwert. Die Folge: Übermüdete Kinder am nächsten Morgen.

4. Schlafplatz wählen

Ein separates Schlafzimmer für das Enkelkind ist natürlich Luxus. Für kleine Babys kann ein Beistellbett die richtige Lösung sein, so ist das Baby immer nah bei Oma und Opa. Gitterbetten haben den Vorteil, dass das Kind nachts nicht versehentlich herausfällt. Es gibt „mitwachsende“ Modelle, die sich bis zum Schulalter nutzen lassen. Ist das Kind schon größer, kann es auch auf einer Luftmatratze, dem Sofa oder einem Gästebett schlafen. Untersuchungen zufolge gibt es einen Zusammenhang mit dem plötzlichen Säuglingstod, Rauchen und falscher Lagerung. Die Bauch- oder Seitenlage und Überwärmung können sich in den ersten Lebensmonaten gefährlich auswirken. Daher wichtig für die ganz Kleinen: Beachten Sie die 3-R-Regel zur korrekten Schlafposition: Rückenlage – Rauchfrei – Richtig gebettet!

5. Erfahrung vergegenwärtigen

Die Enkel übernachten das erste Mal? Das ist immer etwas Besonderes. Trotzdem besteht kein Grund zur Nervosität: Als Großeltern sind Sie schließlich auch Eltern – alles schon mal dagewesen. Daher sollten Sie möglichst frühzeitig damit beginnen, dass die Enkel bei Ihnen übernachten dürfen. Vermitteln Sie diese Zuversicht auch den Eltern.

6. Rituale pflegen

Halten Sie sich an die übliche Reihenfolge bestimmter Abläufe. Motto: Erst die wichtigen Dinge, dann das Vergnügen. Wenn also Schlafenszeit ist, dann putzen die Enkel erst Zähne und ziehen sich um. Danach kommt Kuscheln und Vorlesen. Auch Musik aus der Spieluhr oder einer Musikbox und Gute-Nacht-Lieder sind bei Kindern beliebt und helfen beim Einschlafen.

7. Nachtruhe einleiten

Bereiten Sie die Kinder auf die Nachtruhe vor. Ihre Enkel können sich leichter darauf einstellen, wenn Sie frühzeitig ankündigen, dass es bald ins Bett geht. Dazu sollten Sie kurz vor dem Schlafen keine aufregenden Spiele mehr spielen – sonst sind die Enkel völlig überdreht und haben Schwierigkeiten, einzuschlafen. Hier können liebgewonnene Abläufe und Hilfsmittel helfen, beispielsweise eine kleine Massage und etwas schummrige Beleuchtung. Dafür eignen sich beispielsweise dimmbare Lampen oder magische Laternen, die schöne Bilder an die Wand werfen.

Enkel darf nicht übernachten: Umgangsrecht von Großeltern

Großeltern haben einen Anspruch darauf, ihre Enkel zu sehen. Das schließt auch Übernachtungen (zum Beispiel am Wochenende) ein. Dieses sogenannte Umgangsrecht legt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Paragraph 1685 fest. Was aber, wenn der Enkel nicht übernachten darf? Oft sind es Streitigkeiten zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter. Besonders wenn es unterschiedliche Auffassungen über den Erziehungsstil gibt, ist Streit programmiert.

Die Schwierigkeit: Auch wenn Sie sich auf das Umgangsrecht berufen – das Kindeswohl steht an erster Stelle. Konnten Großeltern beispielsweise erst gar keine Bindung zum Enkel aufbauen, weil die Eltern sich noch vor oder kurz nach der Geburt getrennt haben, stehen die Chancen schlecht. Anders wenn der Enkel schon älter ist und kognitiv erfassen kann, was zwischen den Beteiligten vor sich geht.

In jedem Fall sollten die Großeltern das Gespräch suchen und die Situation konstruktiv lösen. Dazu müssen Sie unbedingt das Erziehungsvorrecht der Eltern akzeptieren. Liegen die Gründe woanders – etwa weil das Enkelkind noch ängstlich ist, könnten Sie als Alternative vorschlagen, dass Sie als Großelternteil im Haus des Enkels über Nacht bleiben.


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Kind bei Großeltern lassen: Das sind die Vorteile

Für alle hat es Vorteile, wenn die Eltern das Kind bei den Großeltern lassen:

  • Zeit für die Beziehung
    Die Eltern haben zur Abwechslung mal wieder Zeit zu zweit. Sie können etwas für ihre Beziehung tun und zur Abwechslung mal nicht Mama und Papa sein. Das tut vor allem dem Liebesleben ganz gut, was angesichts durchwachter Nächte, Kinderkrankheiten und Wäsche waschen manchmal zu kurz kommt.
  • Selbstständigkeit des Enkels
    Bei Oma und Opa zu übernachten fördert die Selbstständigkeit. Das Kind lernt, dass andere Erwachsene andere Gewohnheiten haben. Gleichzeitig entwickelt es ein größeres Selbstbewusstsein, weil es sich in einer neuen Umgebung ebenfalls sicher fühlt.
  • Bindung zu den Großeltern
    Je häufiger Enkel und Großeltern sich sehen, desto besser lernen sie sich kennen. Großeltern genießen es, nun viel Zeit zu haben – oftmals mehr als mit den eigenen Kindern. Das schweißt beide Seiten zusammen.

Was tun bei Heimweh?

Trotz aller Mühe und aller Tipps kann es vorkommen, dass das Heimweh einfach größer ist – besonders wenn die Enkel zum ersten Mal übernachten. Auch anderweitige Probleme wie Krankheit können auftauchen. Was dann? Für den Notfall sollten die Großeltern immer entsprechende Rufnummern haben. Also wenn das Kind plötzlich Fieber hat oder eindeutig krank ist. Der Griff zum Telefon sollte aber nicht die erste Amtshandlung sein.

Zumal manchmal die Entfernung es erschwert, dass Mama und Papa das Kind abholen können. In dem Fall können eine Extraportion Kuscheln und andere Mittel zur Beruhigung sinnvoll sein. Schauen Sie noch gemeinsam eine Folge der Lieblingsserie. Auch Aromaöle können die Stimmung positiv beeinflussen.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]

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