Fantasie: So wichtig für Ihr Wohlbefinden

Wer über Fantasie verfügt, fasziniert seine Umgebung. Fantasievolle Menschen gelten als unterhaltsam, kreativ und innovativ.

Gerade im Alter lässt sich die Fantasie noch einmal beflügeln: Sowohl die frei gewordene Zeit als auch die Lebenserfahrung bieten die Voraussetzung, um sich ausführlich Ihrem Vorstellungsvermögen zu widmen.

Was Ihnen und Ihren Liebsten das bringt und wie Sie Ihre Fantasie fördern können…

Fantasie: So wichtig für Ihr Wohlbefinden

Definition: Was ist Fantasie?

Unter Fantasie versteht man gemeinhin die Fähigkeit, gedanklich Szenarien, Geschichten und Bilder zu erzeugen, die (für den Moment) nicht der Realität entsprechen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen. Dort bedeutete das Wort Phantasia so viel wie „Vorstellung“ oder „Traumgesicht“.

Als Synonyme werden häufig auch Einfallsreichtum, Anschauungs- beziehungsweise Einbildungskraft oder aber Vorstellungsgabe verwendet.

Bei der korrekten Schreibweise gibt es laut Duden zwei Möglichkeiten: Das ältere und traditionelle „Phantasie“ oder das vom Englischen (=“fantasy“) hergeleitete „Fantasie“.

Inzwischen hat sich die zweite Schreibweise weitgehend durchgesetzt und wird am meisten benutzt, so wie auch in diesem Artikel.

Mit Fantasie kann der Mensch die Wirklichkeit besser verarbeiten und wahrnehmen. Wir können so unschöne Begebenheiten ausgleichen und das Selbstwertgefühl wieder aufrichten.

Andererseits sollte jedoch immer ein steter Wechsel zwischen der Wahrnehmung der Realität und der Fantasiewelt gegeben sein. Menschen, die sich in Ihre Fantasien flüchten, laufen Gefahr, ausschließlich darin zu leben und die Welt um sich herum auszublenden und nicht mehr wahrzunehmen.

Es kommt daher immer auf das richtige Maß an, wie und wann wir unsere Fantasie einsetzen.

Darum ist Fantasie so wichtig

In der Berufswelt führt Fantasie zu mehr Kreativität und somit zu besseren Lösungen. Doch das sollte nicht nur auf das berufliche Leben beschränkt bleiben.

Fantasie erhöht auch die Lebensfreude. Gerade in der Freizeit kann sie dazu beitragen, dass unser Leben mehr Facetten bekommt und abwechslungsreicher wird.

Zudem bietet eine große Fantasie weitere Vorteile:

  • Anerkennung
    Fantasievolle Menschen sind angenehme und gerne gesehene Gesprächspartner. Das gilt auch und gerade generationsübergreifend. Großeltern, die bunte und faszinierende Geschichten erzählen können, sind bei Enkeln äußerst beliebt.
  • Empathie
    Wer über reichlich Fantasie verfügt, kann sich auch leichter in andere Menschen hinein versetzen. Das hilft besonders bei Auseinandersetzungen und Streit in Partnerschaft und Familie. Außerdem hilft uns Fantasie auch dabei, ein größeres Bewusstsein über uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse zu entwickeln.
  • Problemlösung
    Mit Fantasie gelingt es uns oft leichter, Probleme zu lösen, die andere womöglich als unüberwindlich betrachten. Das kann uns zum Beispiel beim Sprachen lernen, bei einem Seniorenstudium oder im Hobby eine große Hilfe sein.
  • Offenheit
    Wer fantasievoll ist, besitzt in der Regel auch eine große Offenheit und Neugier und ist neuen Dingen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Das gilt für nahezu alle Bereiche. Fantasie beflügelt unsere Experimentierfreudigkeit, unsere Wissbegier und damit unsere Allgemeinbildung. So sind wir bis ins hohe Alter dazu fähig, uns weiter zu entwickeln und neue Aspekte in unser Leben einzubeziehen.
  • Flexibilität
    Spontanität und Flexibilität sind in einer sich immer schneller entwickelnden Gesellschaft ebenfalls von großer Bedeutung. Es geht darum, mit der modernen Entwicklung möglichst Schritt halten zu können und uns auf Veränderungen einstellen zu können. Da sich das Leben im Alter erfahrungsgemäß öfter ändert als wir uns das mitunter wünschen, kann uns die Fantasie hier ein wertvoller Helfer sein.
  • Abstand
    Durch Fantasie und Humor schaffen wir es auch, gelassener zu bleiben. Wir können den nötigen Abstand zu belastenden Problemen gewinnen und lassen uns nicht so schnell in eine negative Gedankenspirale hineinziehen. Ein Zugewinn an Lebensfreude kann dabei ein echter Mehrwert sein.


Sprüche und Zitate

Wir spielen gerne mit der Einbildungskraft; aber die Einbildungskraft spielt eben so oft und bisweilen sehr ungelegen auch mit uns

(Immanuel Kant)


Sprüche und Zitate

Gute Menschen reizen die Geduld, böse Menschen reizen die Phantasie

(Oscar Wilde)

So fördern Sie Ihre Fantasie

Sicher werden manche nun behaupten, dass Fantasie zu großen Teilen eine Sache der Veranlagung sei. Man hat sie oder man hat sie eben nicht.

Fest steht freilich, dass Kreativität und Fantasie tatsächlich dem einen leichter fallen als dem anderen. Doch das liegt jedoch größtenteils daran, wie sehr man es gewohnt ist, auf sie zurück zu greifen.

Es gewinnt eben in uns immer die Eigenschaft an Stellenwert, die wir am meisten füttern. Je mehr wir unsere Fantasie fördern und ihr Raum geben, umso leichter wird es uns fallen, sie an den Tag zu legen.

Einige Möglichkeiten, unserer Fantasie neue Nahrung zu geben:

  • Schreiben Sie auf, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Das muss nicht immer produktiv sein, kann sogar mitunter auch eine negative Idee sein. Am besten ist es, Sie machen das noch handschriftlich.
  • Spielen Sie. Gerne auch Rollenspiele. Hierbei sind Sie gezwungen, in andere Welten einzutauchen. Aber selbst simplere Gesellschaftsspiele halten Ihre Fantasie fit.
  • Lassen Sie Ihre Tagträume zu. Das geht am besten, wenn Sie entspannt sind. Beim Musikhören oder beim Spazieren gehen etwa.
  • Spielen Sie mit der Sprache. Suchen Sie bewusst nach Übertreibungen oder auch nach Umkehrungen.
  • Lesen Sie. Je vielseitiger die Genres, aus denen Sie Ihre Bücher auswählen, umso besser für Ihre Fantasie.
  • Lassen bewusst Ablenkungen zu. Jeder neue Einfluss regt Ihre Fantasie an. Und im Alter stehen Sie ohnehin nicht mehr unter so einem großen Leistungsdruck, können sich also guten Gewissens auf vielseitige Einflüsse einlassen.
  • Probieren Sie etwas Neues aus. Das muss nicht gleich ein neues Hobby sein, das kann auch einfach nur ein neuer Weg zum Café oder zum Einkaufen sein aber auch ein neuer Radiosender beziehungsweise eine neue Zeitung. Oder aber Sie probieren ein neues Rezept aus.
  • Holen Sie die Meinungen von anderen Menschen ein. Das können Menschen sein, die Sie sehr schätzen, aber auch Personen, mit denen Sie wenig zu tun haben oder die Ihnen gar komplett fremd sind. Inspiration für unsere Fantasie findet sich nämlich oftmals dort, wo wir sie nicht vermuten.
  • Handeln Sie spontan. Spüren Sie in sich hinein, was Ihnen gerade in den Sinn kommt. Schließen Sie die Augen und verlassen sich auf Ihre Gedanken aber auch darauf, was Sie hören, riechen, fühlen.
  • Malen Sie. Das muss nicht schön sein. Lassen Sie sich einfach darauf ein, was Ihre Hand gestalten kann – ohne, dass Sie sich selbst dabei große Vorgaben oder Einschränkungen machen. Das darf auch gerne mit Ihrer nicht dominanten Hand sein.

Diese Liste ließe sich noch beliebig erweitern. Und vielleicht ist das auch gerade die richtige Aufgabe für Ihre Fantasie…

Wichtig ist dabei, dass Sie neugierig bleiben und Ihre Intuition zulassen.

Info: Wann ist die Fantasie am größten?

Wir müssen es wieder zulassen, unserer Fantasie Raum zu geben. In vielen Berufen haben wir es uns das vielleicht nicht gestattet. Schade eigentlich. Doch je älter wir werden, umso mehr möchte unsere lange unterdrückte Kreativität ausbrechen.

Es ist nämlich tatsächlich so, dass die Fantasie steigt, je älter ein Mensch wird. Meist befindet diese Fähigkeit mit Mitte 50 auf dem Höhepunkt, da danach oftmals Krankheiten wie Demenz den Durchschnitt nach unten ziehen.

Aber wenn es Ihr Körper zulässt, so sind die Voraussetzungen, Ihre Fantasie zu beflügeln im Alter am besten. Das liegt zu großen Teilen an Ihrer Lebenserfahrung.

Dies ist auch wissenschaftlich belegt: Eine Studie der Ohio State University ergab, dass Menschen ab 50 besser fähig sind, über den Tellerrand zu sehen und somit auch mehr Fantasie in der Problemlösung zulassen. So können sie ihre gesammelten Erfahrungen dazu einsetzen, Zusammenhänge besser herzustellen und Informationen zielgerichteter zu analysieren.

Da die Leistungsfähigkeit des Gehirn jedoch trainiert werden muss um nicht nachzulassen, ist es wichtig, diese Voraussetzungen bis ins Hohe Alter täglich aufs Neue zu herauszufordern.

Fantasie in der Historie

Oft wird in Zusammenhang mit Fantasie auch von Visionen gesprochen. Dies betrifft insbesondere gesellschaftliche und technische Entwicklungen. Wenn eine Idee theoretisch und praktisch umsetzbar ist beziehungsweise verwirklicht werden kann und nicht mehr nur zwangsläufig eine Fantasie bleiben muss, gilt sie als Vision.

Viele Künstler hatten durch Ihre große Fantasie auch Visionen, die sie teilweise sogar umsetzen konnten oder die von anderen Menschen umgesetzt wurden. Als Beispiel seien hier Jules Verne oder Leonardo da Vinci angeführt.

Aber auch die fantastischen Geschichten und Bilder selbst bereichern unsere Geschichte und machen die Kultur und die Identität einer Bevölkerungsgruppe aus. Ohne Fantasie gibt es keine Kultur.

Was wären wir ohne die berühmten Werke unserer bekannten Dichter und Denker wie Goethe oder Schiller? Und welche Entwicklungen hätten wir wohl ohne sie verpasst?

Die bedeutende österreichische Schriftstellerin und Psychologin Marie von Ebner-Eschenbach brachte es im 19. Jahrhundert bereits so auf dem Punkt:

Ohne Phantasie keine Güte, keine Weisheit.

Daher ist es wichtig, dass wir mit unserer Fantasie auch die unserer Kinder und Enkel anregen. Oder wie es Astrid Lindgren ausdrückte:

Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.

[Bildnachweis: Faeline Creations by Shutterstock.com]
8. August 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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