Folsäure: Mangel erkennen und behandeln

Folsäure ist ein wichtiges Vitamin und daher ein lebenswichtiger Bestandteil für unseren Organismus. Gerade für die Zellen und deren Entwicklung ist sie von großer Bedeutung, denn ohne kann es zu Antriebslosigkeit und Blutarmut kommen. Doch was ist Folsäure für ein Vitamin? Für was ist Folsäure gut und in welchen Lebensmitteln ist sie enthalten? Und wenn ein Folsäuremangel besteht: Wie erkenne und behandle ich ihn? Helfen Tabletten und wenn ja: in welcher Dosierung? Wir beantworten all diese wichtigen Fragen rund um das Thema Folsäure für Sie.

Folsäure: Mangel erkennen und behandeln

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Folsäure: Lebensmittel mit Vitamin B9

Folsäure gilt zu der Gruppe der B-Vitamine zugehörig. Es wird auch als Vitamin B9 (oder früher als Vitamin M oder Vitamin B11) bezeichnet. Unser Körper benötigt diese Verbindung, damit sich die Zellen teilen und somit wachsen können. Gerade für die blutbildenden Zellen im Knochenmark ist dies wichtig – gar lebensnotwendig.

In der Regel können wir unseren Tagesbedarf an Folsäure über unsere Ernährung decken. Wenn wir einigermaßen ausgewogen essen und trinken, müssten wir eigentlich ausreichend mit Folsäure versorgt sein – vorausgesetzt, unser Körper leidet nicht unter anderen Krankheiten.

Lebensmittel, die Folsäure enthalten, sind dabei insbesondere diese hier:

  • Spinat
  • Kichererbsen
  • Salat
  • Tomaten
  • Spargel
  • Rote Beete
  • Kohlgemüse
  • Mungobohnen
  • Meeresalgen
  • Erbsen
  • Sojabohnen
  • Weizenkeime und -kleie
  • Vollkornprodukte
  • Eigelb
  • Leber
  • Erdnüsse
  • Kresse
  • Sonnenblumenkerne
  • Fenchel
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Nüsse
  • Orangen
  • Milchprodukte
  • Avocado

Die oben genannte Liste ist sortiert von Lebensmitteln mit einem relativ hohen Gehalt an Folsäure bis hin zu einem eher durchschnittlichen Anteil an Folsäure. Zudem ist künstlich erzeugte Folsäure in vielen Vitaminsäften und in Kochsalz beigemischt.

Am besten versorgen Sie Ihren Körper mit der bekannten Regel: Fünfmal pro Tag eine Handvoll Obst beziehungsweise Gemüse essen. Bedenken Sie bei Gemüse und dessen Zubereitung: Folsäure ist wasserlöslich, sie müssen kein Fett zuführen, damit der Körper sie aufnehmen kann. Sie verliert sich jedoch beim Erhitzen, daher sollten Sie das Gemüse schonend und eher kurz garen.

Folsäure: Tabletten sind oft eine sinnvolle Ergänzung

Was ist, wenn ein Mangel an Folsäure besteht? Wann soll man Folsäure einnehmen? Gibt es Folsäure-Tabletten?

Durch unsere Ernährung wird der empfohlene Tagesbedarf an Folsäure oft nicht erreicht. Dies gilt ganz besonders bei einseitiger Ernährung und bei übermäßigem Genuss von Alkohol. Auch wer unter bestimmten Erkrankungen leidet und darum Medikamente nehmen muss, sollte unter Umständen Folsäure zuführen. Diese Krankheiten sind insbesondere:

Auch Frauen, die sich in der Schwangerschaft befinden oder aber die Anti-Baby-Pille einnehmen, haben oft einen erhöhten Bedarf an Folsäure.

Folsäure: Dosierung

Bevor Sie jedoch eigenständig zu Mitteln der Nahrungsergänzung greifen, sollten Sie von Ihrem Hausarzt prüfen lassen, ob bei Ihnen ein Mangel an Folsäure vorliegt und ob Sie Tabletten dagegen nehmen sollten. Diese sind zwar rezeptfrei in jeder Drogerie oder Apotheke erhältlich, dennoch ist es gut, den Bedarf und demnach die Dosierung genau zu ermitteln.

Der normale Tagesbedarf an Folsäure wird laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit 300 Mikrogramm für Erwachsene und Kinder ab 13 Jahren angegeben. Das heißt jedoch nicht, dass Sie diese Menge auch durch Tabletten komplett zuführen müssen – immerhin dürfte ein Großteil dieser Menge bereits schon über Ihre Nahrung gedeckt sein.

Schwangere Frauen oder Personen, die medikamentös gegen eine der oben genannten Krankheiten behandelt werden, haben oft einen Bedarf von 600 Mikrogramm an Folsäure pro Tag – oder sogar höher. Auch dies gilt es ärztlich genau abzuklären.

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Folsäure: Nebenwirkungen möglich?

Doch was passiert, wenn ich Folsäure-Tabletten einnehme? Gibt es Nebenwirkungen? Oder gar Gesundheitsrisiken?

In diesem Punkt können wir Sie beruhigen: Beim derzeitigen Stand der Forschung sind noch keine gefährlichen Nebenwirkungen von künstlicher Folsäure bekannt – sofern Sie sich an die Dosierungsempfehlung ihres Arztes halten.

Bei Überdosierung von 1.000 Mikrogramm Folsäure am Tag kann es sein, dass die Symptome eines möglichen Vitamin-B12-Mangels unentdeckt und dementsprechend unbehandelt bleiben. Wird diese Überdosierung über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt, können Albträume, Depressionen oder sogar epileptische Anfälle auftreten.

Folsäure: Wirkung bei künstlicher Zufuhr

Die Wirkung von künstlicher Folsäure und natürlicher Folsäure (etwa über unsere tägliche Ernährung mit folsäurehaltigen Lebensmitteln), ist biologisch etwas unterschiedlich.

Natürliche Folsäure muss im Körper mitunter erst in Stoffe umgewandelt werden, die vom Organismus aufgenommen und verarbeitet werden können. Diese nennen sich Methyltetrahydrofolat und Methylfolat. Streng genommen ist Folsäure damit eigentlich kein Vitamin, sondern ein sogenanntes Provitamin. Künstliche Folsäure kann hingegen unmittelbarer wirken – weswegen eine Überdosierung möglich ist (ganz im Gegensatz zur Zufuhr über die Ernährung).

So oder so: Folsäure regt die Neubildung unserer Erbsubstanz, der DNA (Desoxyribonukleinsäure) in den Zellen an. Dadurch können sich die Zellen (insbesondere Blutzellen) besser und schneller teilen, entwickeln und erneuern. Zudem fördert Folsäure den Stoffwechsel der Aminosäuren und des Eisens und reduziert zugleich das Hormon Homocystein, das für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht wird.

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Wie äußert sich ein Folsäuremangel?

Sind diese Prozesse gestört, entsteht im Körper ein Folsäuremangel. Diesen erkennen die Betroffenen erst nach und nach. Zunächst leiden sie an vermeintlich grundloser Müdigkeit. Blutdruck und Kreislauf sind dabei oft im Keller. Menschen mit einem Mangel an Folsäure wirken oft blass, sind leicht reizbar, leiden unter Kurzatmigkeit und bisweilen gar an Schwindel-Attacken.

Weitere Symptome von zu wenig Folsäure im Körper sind:

  • Eine gerötete und wunde Zunge
  • Ein eingeschränkter Geschmackssinn
  • Mitunter häufiger Durchfall
  • Antriebslosigkeit und nachlassende Motivation für tägliche Erledigungen

All diese Symptome können bereits auf eine Blutarmut hindeuten, die sich in Folge einer Unterversorgung mit Folsäure bilden kann. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Mangel an Blut – wie der irreführende Name vermuten ließe – sondern um zu wenige rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport in die Zellen des Körpers verantwortlich sind.

Folsäure: Gewichtsabnahme eher selten

Häufig wird behauptet, einen Folsäuremangel erkenne man an einer Gewichtsabnahme. Dementsprechend würde die Einnahme von Folsäure zu einer Gewichtszunahme führen.

Beides ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Ein Zusammenhang zwischen der Sättigung von Folsäure im Körper und dem Körpergewicht ist – wenn überhaupt – höchstens indirekt zu beobachten: Durch den Mangel an Folsäure kann es aufgrund der Symptome zu Inaktivität und in Folge dessen zu Appetitlosigkeit kommen. Dies kann sich durch eine Einschränkung des Geschmackssinns noch verstärken.

Auch bei Patienten, die aufgrund von zu wenig Folsäure langfristig an Durchfall leiden, kann eine Gewichtsabnahme die Folge sein. Eine direkte Einwirkung von Folsäure auf unsere Fettverbrennung gibt es jedoch nicht.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Komarina by Shutterstock.com]

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