Fruchtfliegen: So werden Sie die Plage los

Fruchtfliegen können eine Plage sein – im Winter wie im Sommer. Viele Menschen ekeln sich vor den kleinen Insekten, deren bekannteste Vertreterin, „Drosophila melanogaster“, sich im Nu vermehrt und mit Vorliebe über das Obst hermacht. Doch woher kommen Fruchtfliegen – insbesondere wenn kein Obst da ist? Und wie kann man Fruchtfliegen loswerden? Wir zeigen die besten Tipps gegen die kleinen Plagegeister und erläutern, ob Obstfliegen gefährlich sind.

Fruchtfliegen: So werden Sie die Plage los

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Woher kommen Obstfliegen, wenn kein Obst da ist?

Über 3.000 Arten von Fruchtfliegen (auch Obst-, Tau-, Gär-, Most- oder Essigfliegen genannt) existieren. Vor allem im Sommer und wenn Obst offen in der Küche liegt, tauchen sie auf. Aber nicht nur dann: Auch offene Saft-, Sekt und Weinflaschen sowie Biomüll üben magische Anziehungskraft aus. Obstfliegen können den Geruch von gegorenem Obst über weite Strecken wahrnehmen.

Die kleinen Insekten sind vorwiegend morgens und abends aktiv: Also zu Tageszeiten, in denen sich der Tau niederschlägt – daher auch die Bezeichnung Taufliegen. Sie können über zwei Wege in unsere Küche gelangen:

  • Fenster
    Taufliegen gelangen über geöffnete Fenster in unsere Wohnung, da sie sich von dem Duft von reifem Obst beziehungsweise leeren Saft- oder Weinflaschen angezogen fühlen.
  • Obst
    Fruchtfliegen schlüpfen aus winzig-kleinen Eiern, die sich auf frischen Lebensmitteln oder Blumen befinden, die wir einkaufen.

Dabei haben die kleinen Fliegen auf der Suche nach Nahrung einen hervorragenden Geruchssinn. Sie nehmen bereits kleinste Faul- oder Gärstellen beim Obst wahr, die der Mensch mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. Ist der Befall erst einmal da, scheint er schwer kontrollierbar – ein Weibchen kann bis zu 400 Eier legen.

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Fruchtfliegen loswerden: Tipps und Hausmittel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Obstfliegen loswerden und deren Vermehrung vorbeugen können. Dazu können Sie auf chemische, fertige Fruchtfliegen-Fallen weitgehend verzichten, zumal unsere Tipps und Hausmittel die kleinen Plagegeister ebenso effektiv vertreiben beziehungsweise vernichten. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Methoden vor:

Maßnahmen zur Beseitigung

Ist der Schaden erst einmal entstanden, gibt es zahlreiche Tipps, mit denen Sie die Taufliegen loswerden. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir auch solche Methoden, die zwar häufig genannt werden, sich aber nicht empfehlen:

  • Fruchtfliegen-Falle kaufen

    Fruchtfliegen-Fallen finden Sie sowohl in Baumärkten und Gartencentern aber auch schon in einfachen Supermärkten. Experten raten davon jedoch ab: Viele von ihnen locken die Obstfliegen erst so richtig an. Zudem sind sie teuer: Zwischen fünf und zehn Euro kostet eine wirksame Fruchtfliegen-Falle pro Stück. Da sie in Verdacht stehen, Allergien auszulösen und gesundheitsschädlich zu sein, empfehlen wir andere Methoden.

  • Fleischfressende Pflanzen aufstellen

    Fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau oder Fettkraut locken Fruchtfliegen an und verdauen die klebengebliebenen Insekten. Allerdings erfordern diese sensiblen Pflanzen viel Pflege. Auch werden sie gegen eine ausgewachsene Fruchtfliegen-Plage vermutlich wenig ausrichten.

  • Obstfliegen bekämpfen mit Apfelessig

    Alternativ können Sie Ihre eigene Fruchtfliegen-Falle bauen: Stellen Sie eine Schale mit einer Mischung aus Fruchtsaft, Essig (am besten Apfelessig oder einen anderen Obstessig) und Spülmittel in die Küche. Der Geruch zieht die Obstfliegen an. Das Spülmittel sorgt dafür, dass sich die Insekten nicht darauf halten können und ertrinken. Diese Fruchtfliegen-Falle ist günstig, schnell und einfach. Und das Beste: Sie wirkt wunderbar.

  • Lebendfalle bauen

    Obstfliegen lassen sich auch lebendig einfangen: Legen Sie eine alte Bananenschale oder Obstschalen in eine offene Plastiktüte. Wenn sich die Fruchtfliegen dort gesammelt haben, können Sie diese wieder an der frischen Luft fernab der Wohnung aussetzen.

  • Durchzug verursachen

    Regelmäßiges Lüften führt zum einen dazu, dass die Reifegase von Obst und Gemüse aus Ihrer Wohnung verschwinden. Netter Nebeneffekt: Fruchtfliegen mögen keinen Durchzug und werden bei starkem Wind ganz einfach durchs offene Fenster hinausgepustet.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Auch im Winter haben wir immer häufiger Fruchtfliegen. Grund dafür ist zum einen das zunehmend mildere Klima (erst ab zehn Grad hört die Vermehrung auf). Zum anderen überleben sie in geheizten Wohnungen und Supermärkten ganz bequem, so dass Sie auch im Winter Fruchtfliegen besser vorbeugen sollten:

  • Lebensgrundlage entziehen

    Am besten können Sie Fruchtfliegen bekämpfen, indem Sie ihnen die Lebensgrundlage entziehen. Das heißt also: Kaufen Sie lieber häufiger Obst ein und dafür in geringeren Mengen, die Sie schnell verbrauchen.

  • Obst waschen

    Waschen Sie Ihr Obst täglich mit lauwarmem Wasser ab, um mögliche Eier abzuspülen.

  • Obst kühl lagern

    Lässt die Obstsorte es zu, sollten Sie Ihr Obst im Kühlschrank lagern. Das hält den Reifungs- und Gärprozess auf. Auch die Larven der Fruchtfliegen entwickeln sich dann langsamer.

  • Ordnung halten

    Räumen Sie den Tisch und mögliche Essensreste zügig ab, stellen Sie die Spülmaschine häufiger an (auch dort sammeln sich Fruchtfliegen) und bewahren Sie Ihren Biomüll vorzugsweise auf dem Balkon beziehungsweise draußen auf. Waschen Sie den Behälter häufiger aus.

  • Obst trennen

    Bewahren Sie Tomaten und Äpfel getrennt von anderem Obst auf. Grund: Beide strömen das Gas Ethylen aus. Das lässt Obst und Gemüse schneller reifen.

  • Früchte abdecken

    Legen Sie ein engmaschiges Netz oder Gitter über Ihre Früchte, um Fliegen vom Obst fernzuhalten beziehungsweise bereits vorhandene Insekten daran zu hindern, sich in der gesamten Wohnung zu verteilen.

  • Abschreckung platzieren

    Abschreckende Wirkung hat eine mit Nelken gespickte Zitrone. Stecken Sie drei Nelken bei wenigen, fünf bei vielen Obstfliegen in die aufgeschnittene Zitrone. Legen Sie diese einfach in die Nähe Ihrer Früchte. Auch andere Düfte wie Lavendel, Basilikum, Pfefferminze und Eukalyptus mögen (Frucht-)Fliegen nicht.

  • Abflussrohre reinigen

    Fruchtfliegen können sich auch in Abflussrohren bilden, wenn diese nicht regelmäßig gespült werden. Daher sollten Sie gerade in der Küche nicht übermäßig Wasser sparen wollen. Reinigen Sie die Rohre regelmäßig, indem Sie etwas Spülmittel mit reichlich warmem Wasser durch die Leitungen laufen lassen.

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Sind Fruchtfliegen gefährlich?

Nicht wenige ekeln sich vor Fruchtfliegen und befürchten, dass sie gefährlich sein könnten. Zwar können sie durchaus Bakterien und Hefesporen übertragen – diese sind jedoch für unseren Organismus kein Problem. Das menschliche Immunsystem kommt damit gut klar.

Dies betrifft sowohl das Einatmen dieser Keime als auch deren Verzehr. Selbst wer die Eier oder gar ausgewachsene Fruchtfliegen verspeist, läuft nicht Gefahr, zu erkranken. Im Gegenteil: Vermutlich hat schon jeder von uns mehrere hundert Fruchtfliegen in seinem Leben verspeist, ohne es zu merken.

Schaden Obstfliegen dem Obst?

Allerdings beschleunigen die angesprochenen Keime den Fäulnisprozess der Früchte. Fruchtfliegen sorgen daher dafür, dass Obst schneller gammlig wird. Denn die Bakterien und Hefepilze, die sich ohnehin in jeder Frucht befinden und die für die Gärung verantwortlich sind, ernähren sich von dieses Keimen.

Zudem entwickeln sich die Fruchtfliegen nur dann, wenn das Obst ohnehin etwas angeschlagen ist. Denn sie müssen durch die Schale dringen, um an die Nahrung zu kommen. Unversehrte Früchte sind daher für sie nicht geeignet. Da also Fruchtfliegen immer in Zusammenhang mit beschädigtem Obst auftreten, das sowieso schneller fault, verstärkt sich der subjektive Eindruck, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen den Insekten und dem Verderben der Früchte gibt.

Lebensdauer von Fruchtfliegen

Nach nur wenigen Tagen schlüpfen aus den Eiern winzige Larven, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Diese Larven verpuppen sich und nach etwa vier Tagen entsteht daraus die ausgewachsene Fruchtfliege. Sind die Fruchtfliegen dann erst einmal geschlüpft, geht es ganz schnell. Denn die kleinen Insekten sind sofort geschlechtsreif und die neue Generation legt bereits nach einem Tag neue Eier ab.

Die Lebensdauer einer Generation ist dabei unterschiedlich lang – je nachdem, welche Lebensbedingungen die Fruchtfliegen vorfinden. Im Durchschnitt lebt eine Fruchtfliege ungefähr zehn Tage (Männchen) bis drei Wochen. Bei reichlich Nahrung können die Weibchen bis zu acht Wochen alt werden.

Fruchtfliegen in Blumenerde?

Fruchtfliegen werden häufig verwechselt mit den ähnlich aussehenden Trauermücken. Diese kommen vor allem im Erdreich vor, weswegen sich das Vorurteil hartnäckig hält, dass Fruchtfliegen in der Blumenerde vorkämen. Schaut man jedoch genauer hin, so entdeckt man bei einer Fruchtfliege typische Merkmale, die sie von ihren ähnlich kleinen Artgenossen unterscheidet:

  • Fruchtfliegen sind maximal 2,5 Millimeter groß.
  • Sie haben einen rötlich-gelben Vorderleib und einen schwarz schimmernden Hinterleib.
  • Die Augen sind auffällig rot leuchtend.
  • Fruchtfliegen besitzen blassgelbe Seiten und Beine.

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[Bildnachweis: Studiotouch by Shutterstock.com]

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