Gebärmutterhalskrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Gebärmutterhalskrebs ist zwar hierzulande keine sehr häufige Krebserkrankung, dennoch betrifft sie jährlich im Schnitt knapp 5.000 Frauen. Weltweit sieht das schon anders aus: Dort gilt Gebärmutterhalskrebs als der vierthäufigste Tumor bei Frauen. Eine weitere Tumorerkrankung, die an den weiblichen Geschlechtsorganen ungefähr ähnlich häufig vorkommt, ist der Eierstockkrebs. Früh erkannt, stehen die Heilungschancen sowohl für die eine, als auch für die andere Krebserkrankung durchaus gut. Zwar hängen beide Krankheiten nicht direkt miteinander zusammen, haben jedoch einiges gemeinsam. Zum Beispiel die Symptome, die Überlebenschance, die Heilung sowie die Bedeutung der Früherkennung. Wir zeigen Ihnen daher, was Sie über Gebärmutterhalskrebs und Eierstockkrebs wissen müssen.

Gebärmutterhalskrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

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Gebärmutterhalskrebs Symptome: Schmerzen oft unspezifisch

Gebärmutterhalskrebs ist eine Tumorerkrankung im Genitalbereich der Frau. Im Durchschnitt erkranken die betroffenen Patientinnen mit Mitte 50 daran. Dabei wuchern die Zellen an der Schleimhaut zwischen Gebärmutter und Scheide am sogenannten Muttermund unkontrolliert und bösartig.

Die ersten Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs sind meist:

  • Blutiger Ausfluss aus der Scheide auch außerhalb der Regelblutungen
  • Übermäßig heftige Regelblutungen
  • Starke Gewichtsabnahme
  • Unspezifische Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich

Im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung können Beschwerden an anderen Organen auftreten, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. So sind in vielen Fällen oft die Harnwege befallen, als Sekundärtumor bildet sich oftmals Blasenkrebs.

Ursachen liegen oft in einer Virusinfektion

Gebärmutterhalskrebs wird zumeist von einem bestimmten Virustyp verursacht, dem sogenannten Humanen Papillom-Virus (HPV). Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken, wächst mit der Anzahl der Geschlechtspartner, mit denen ungeschützter Sex praktiziert wird.

Da sich das Virus langsam entwickelt, kann eine Ansteckung bereits schon in jungen Jahren geschehen sein, eine Krebserkrankung jedoch erst mit im Alter von über 50 eintreten.

Gerade Frauen, die bereits schon sehr früh (vor dem 14. Lebensjahr) ihre ersten sexuellen Erfahrungen gesammelt haben, sind statistisch gesehen überdurchschnittlich oft von HPV betroffen. Dies liegt daran, dass ihr Körper noch nicht so viele Abwehrmechanismen dagegen besitzt und sich das Immunsystem erst aufbaut.

Weitere Risikofaktoren für eine HPV-Infektion und damit langfristig einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs sind:

  • Mangelnde Genitalhygiene
  • Häufige Schwangerschaften
  • Einnahme der Antibabypille über mehr als fünf Jahre
  • Angegriffenes Immunsystem, zum Beispiel durch andere Geschlechtskrankheiten

Da Gebärmutterhalskrebs sehr häufig auf HPV zurückzuführen ist, spielen genetische Faktoren oder Ernährung im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen kaum eine Rolle.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung und Stufen

Die Veränderung der Zellen durchläuft diverse Vorstufen, ehe es tatsächlich zu einer Tumorerkrankung kommt. Diese bleiben in der Regel unentdeckt, weil sie keine Symptome verursachen. Erst wenn sich die Zellen bösartig verändern, bemerken die betroffenen Patientinnen die oben genannten Beschwerden im Genitalbereich.

Umso wichtiger ist eine Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung – der sogenannte Pap-Test (benannt nach dem Arzt George Papanicolaou). Die Ergebnisse werden dabei in fünf Stufen gegliedert:

  1. In der ersten Stufe Pap I handelt es sich um gesunde Zellen.
  2. Das Stadium Pap II bezeichnet leichte Zellveränderungen. Sie müssen in Zukunft weiter beobachtet werden. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen Krebsverdacht.
  3. Im dritten Stadium Pap III ist der Befund unklarer. Es liegen Zellveränderungen vor, die genauer untersucht werden müssen. Es kann sich um eine Krebsvorstufe handeln oder um ungefährliche Dysplasien.
  4. Pap IV bezeichnet eine hohe Wahrscheinlichkeit von Krebs im Frühstadium beziehungsweise von Krebsvorstufen.
  5. Lautet die Diagnose Pap V, ist definitiv ein bösartiger Tumor vorhanden. Eine entsprechende Behandlung muss dann umgehend erfolgen.

Frauen können ab dem 30. Lebensjahr jährlich im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung von ihrem Frauenarzt einen Abstrich vornehmen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die gesetzlichen Krankenversicherung zwar nicht. Sie halten sich aber mit ungefähr 50 Euro durchaus im Rahmen.

Diagnose bei Symptomen

Wer mit Beschwerden zum Frauenarzt kommt, wird von diesem zunächst einmal intensiv befragt. So spielen neben den Symptomen die normalen Menstruationsblutungen eine Rolle, ebenso wie Vorerkrankungen und Geschlechtsverkehr. Dieses sogenannte Anamnesegespräch ist für den Mediziner wichtig, um das Risiko der Patientin einschätzen zu können.

Im Anschluss steht die gynäkologische Untersuchung der Patientinnen an. Sowohl die Schamlippen als auch die Scheidenwände und der Muttermund werden in Augenschein genommen. Ferner wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich von der Oberfläche der Schleimhaut genommen. Die Zellen, die sich darauf befinden, werden im Anschluss im Labor auf Veränderungen und Auffälligkeiten untersucht. Zudem erfolgt ein Test auf HPV-Befall.

Lässt sich der Muttermund aufgrund des Körperbaus nicht mit bloßen Auge untersuchen, benutzt der Frauenarzt ein sogenanntes Kolposkop. Dies ist ein Vergrößerungsglas mit einer eingebauten Lampe. Diese Scheidenspiegelung wird zuweilen dadurch ergänzt, indem eine spezielle Jodlösung auf die Schleimhäute aufgetragen wird. Die unterschiedliche Färbung zeigt dabei an, ob es sich um krankes oder gesundes Gewebe handelt.

All dies ist völlig schmerzfrei und kann ohne Probleme ambulant durchgeführt werden. Nimmt der Arzt nur eine kleine Auffälligkeit war, so kann das verdächtige Gewebe in einem Kegelradius herausgeschnitten werden – die sogenannte Konisation. Dies ist ebenfalls schnell und unkompliziert ambulant erledigt.

Ist der Tumor größer und hat er bereits in fortgeschrittenen Stadien in die Lymphknoten oder auf andere Organe gestreut, muss dies mittels Ultraschalluntersuchung, sowie einer Computertomografie (CT) und Röntgenaufnahmen genau abgeklärt werden.

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Gebärmutterhalskrebs Überlebenschance und Prognose

Wie hoch sind die Überlebenschancen bei Gebärmutterhalskrebs? Wie gut ist Gebärmutterhalskrebs heilbar? Wird Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs tatsächlich sehr gut. Durchschnittlich überleben vier von fünf Patientinnen eine Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs.

Diese Heilungschancen haben sich durch eine verbesserte Medizin in den vergangenen Jahrzehnten außerdem noch beträchtlich verbessert. Das Risiko einer erneuten Erkrankung ist allerdings im Anschluss deutlich vergrößert. Deswegen wird erfolgreich behandelten Frauen eine vierteljährliche Nachsorgeuntersuchung dringend empfohlen. Gerade weil diese so unkompliziert und risikofrei durchzuführen ist. Es wird lediglich ein Abstrich genommen und die Lymphknoten abgetastet.

Gebärmutterhalskrebs Heilung: Lässt sich Gebärmutterhalskrebs entfernen?

Je nach Stadium einer Erkrankung mit Gebärmutterhalskrebs ergeben sich unterschiedliche Therapiemaßnahmen. Dabei kommen grundsätzlich drei Möglichkeiten in Frage:

  • Operation
    Gerade im frühen Stadium kann der Tumor oftmals problemlos herausgeschnitten werden. Entweder mittels eines kleinen Eingriffs (der oben erwähnten Konisation) oder einer Trachelektomie. Dabei wird ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt. Besteht kein Kinderwunsch mehr und ist der Tumor bereits zu groß, können die Gebärmutter und unter Umständen die Eileiter komplett entfernt werden.
  • Strahlentherapie
    Ist der Tumor lokal begrenzt, kann er zudem bestrahlt werden. Dabei wird er gezielt mit radioaktiven Strahlen abgetötet oder so verkleinert, dass eine Operation möglich ist. Gerade wenn bei jüngeren Frauen ein Kinderwunsch besteht, ist dies eine Chance, die Gebärmutter zu erhalten.
  • Chemotherapie
    Haben sich bereits Metastasen gebildet beziehungsweise sind die Lymphknoten betroffen, ist zudem eine Behandlung mit Chemotherapeutika angebracht. Diese haben leider oft Nebenwirkungen wie Haarausfall oder Übelkeit.
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Gebärmutterhalskrebs Impfung: Kosten und Nebenwirkungen

Wie erwähnt ist eine Infektion mit HPV ein entscheidender Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Die gute Nachricht ist: Es gibt eine Impfung gegen dieses Virus. Diese sollte so früh wie möglich erfolgen – am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Empfohlen wird sie ab einem Alter von neun Jahren.

Die Impfung ist sehr gut verträglich und verursacht keine ernsten Nebenwirkungen. Lediglich die üblichen Impfreaktionen wie kurzzeitig leicht erhöhte Temperatur oder ähnliches können auftreten. Diese deuten wie bei jeder Impfung darauf hin, dass der Körper Antikörper bildet. Bereits nach kurzer Zeit sind diese Reaktionen verschwunden – die Antikörper bleiben.

Die Kosten für eine HPV-Impfung übernimmt bis zum Alter von 17 Jahren die Krankenkasse. Wer älter ist, muss diese meist selbst bezahlen. Da insgesamt drei Dosen à 160 Euro verabreicht werden, belaufen sich die Gesamtkosten auf ungefähr 480 Euro zuzüglich ärztlicher Beratung.

Zusätzlich zur Impfung empfehlen Ärzte eine gründliche Hygiene des Genitalbereichs sowie die Verwendung von Kondomen, um einer Infektion mit HPV vorzubeugen.

Exkurs: Eierstockkrebs

Eierstockkrebs kommt zwar an einer anderen Stelle der weiblichen Geschlechtsorgane vor und ist daher strenggenommen nicht mit Gebärmutterhalskrebs vergleichbar. Dennoch ergeben sich einige Gemeinsamkeiten:

  • Das Durchschnittsalter der Erkrankten ist vergleichbar.
  • Eierstockkrebs verursacht vergleichbare Symptome wie Gebärmutterhalskrebs. Im frühen Stadium sind die meisten Betroffenen ebenfalls beschwerdefrei.
  • Die Heilungschancen für Eierstockkrebs sind ähnlich gut.
  • Die Methoden zur Behandlung ähneln der bei Gebärmutterhalskrebs.
  • Bei einer Operation ist es ebenfalls wahrscheinlich, dass die Gebärmutter entfernt werden muss.

Allerdings ist Eierstockkrebs nicht so einfach nachzuweisen wie Gebärmutterhalskrebs. Sowohl bei zur Früherkennung als auch bei einem Verdacht auf den Tumor, wird zunächst eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Eindeutig nachweisen lässt sich Eierstockkrebs nur mittels Operation und einer Entnahme des Gewebes. Dabei wird von den Chirurgen gleich der komplette Bauchraum inklusive Lymphknoten eingehend untersucht und eventuelle weiter Tumore entfernt.

Die Ursachen für Eierstockkrebs unterscheiden sich ebenfalls deutlich von denen des Gebärmutterhalskrebses. Neben Umwelteinflüssen und Ernährung sind genetische Faktoren entscheidend. Eine Virusinfektion ist in diesem Fall nicht relevant.

Insofern zeigen sich in dieser Hinsicht eher Parallelen zum Brustkrebs. Diverse Studien haben gezeigt, dass bei Brustkrebspatientinnen auch das Risiko für eine Erkrankung an Eierstockkrebs deutlich erhöht ist.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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