Gelbfieber: Wann ist eine Impfung nötig?

Die Virus-Erkrankung Gelbfieber wird – wie viele andere tropische Krankheiten auch – von bestimmten Moskitos übertragen. Der Krankheitsverlauf kann dabei durchaus äußerst unterschiedlich ausfallen und sogar lebensbedrohend sein.

Rund 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr an Gelbfieber, dreißig Prozent von ihnen sterben daran – zumeist in Afrika, wo eine Impfung noch wenig verbreitet ist.

Darum sollten sich Reisende in Risikogebiete impfen lassen. Was Sie dabei beachten und über die Krankheit sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier…

Gelbfieber: Wann ist eine Impfung nötig?

Definition: Was ist Gelbfieber?

Gelbfieber ist eine Tropenkrankheit, die durch den Stich von Aedes-Moskitos (im Volksmund Gelbfiebermücke genannt) übertragen wird. Die Erkrankung tritt in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südamerikas auf.

Der Name kommt daher, weil das Virus die Leber schädigen kann. Ähnlich wie bei der Hepatitis hat dies zur Folge, dass Giftstoffe nicht mehr abgebaut werden und die Haut und Weiße im Auge dadurch Gelb färben. Zudem reagiert der Körper in vielen Fällen mit Fieber auf den Virenbefall, um diesen besser bekämpfen zu können.

Ein erster Impfstoff gegen Gelbfieber wurde bereits im Jahr 1927 entwickelt. Dennoch ist das Virus bis heute nicht ausgerottet, da eine massenhafte Impfung teuer ist und es gerade in ärmeren Regionen schwer ist, weite Teile der Bevölkerung damit zu erreichen. Aus diesem Grund verbreitet sich Gelbfieber eher mehr als dass es gedrängt wird.

Zudem nutzt das Virus nicht nur den Menschen als Wirt, sondern auch diverse Tiere. So hat die Anzahl der Gelbfieberfälle in den letzten 30 Jahren stetig und deutlich zu- statt abgenommen, obwohl Versuche unternommen wurden, groß anlegte Impf- und Moskitobekämpfungsprogramme zu starten.

Es gibt zwei Arten des Gelbfiebers:

  • Das Dschungel-Gelbfieber
  • Das Stadt-Gelbfieber

Der Name unterscheidet die Region, in der eine Verbreitung gegeben ist. Beim Dschungel-Gelbfieber wird der Erreger von den Mücken vom Affen auf den Menschen übertragen, beim Stadt-Gelbfieber von einem anderen Menschen. Eine direkte Übertragung ist in beiden Fällen nicht möglich (es sei denn durch den unwahrscheinlichen Fall einer verunreinigten Bluttransfusion), es braucht jedes Mal die Gelbfiebermücke als Überträger.

Die Verläufe des Dschungel-Gelbfiebers sind in der Regel mild oder gar nicht spürbar, da es sich meist um noch nicht mutierte Viren handelt. Das Stadt-Gelbfieber hingegen ist in seinem Verlauf meist wesentlich heftiger und das Risiko einer schweren Erkrankung erheblich größer.

Wo ist Gelbfieber verbreitet?

Die Regionen, in denen Gelbfieber vorkommt, sind keineswegs nur auf ein paar unzugängliche Dschungelstaaten begrenzt. Sie umfasst weite Regionen in Afrika und Südamerika.

So zählen auf dem afrikanischen Kontinent insgesamt alle 33 Länder zwischen dem 15. Breitengrad Nord und dem 18. Breitengrad Süd zum Risikogebiet. Damit sind potentiell 500 Millionen Menschen der Gefahr ausgesetzt.

In die angesprochen Regionen fallen auch beliebte Urlaubsgebiete wie Gambia, die Kapverden, der Norden von Namibia, Sambia, Nordbotswana, Kenia und Tansania.

Südamerika ist ebenfalls von der Krankheit betroffen, jedoch nicht so heftig wie Afrika. Dennoch werden immer wieder Fälle aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru sowie der Karibik gemeldet.

Im Gegensatz zu anderen tropischen Krankheiten wie dem Dengue-Fieber oder der Malaria, ist Gelbfieber in Asien nicht verbreitet. Woran das genau liegt, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht.

Tipp: So beugen Sie Gelbfieber vor

Wer sich nicht sicher ist, ob er sich in einem Gelbfiebergebiet befindet oder nicht, sollte sich auf jeden Fall davor schützen, von den tagaktiven Mücken gestochen zu werden. Dazu zählen die klassischen Tipps, die Sie beherzigen sollten, wenn Sie in tropische Regionen reisen:


  • Lange und helle Kleidung tragen
  • einwandfreies und unbeschädigtes Moskitonetz nutzen (Mittagsschlaf, Morgen- und Abenddämmerung)
  • Insektenschutzmittel mit dem Inhaltsstoff DEET oder Icaridin regelmäßig auftragen
  • Spray zur Imprägnierung für Kleidung verwenden

Außerdem sollten Sie bei der Wahl der Unterkunft darauf achten, dass diese so gut es geht eine Moskitobekämpfung vornehmen und über eine gute Klimaanlage, sowie Insektenschutzgittern an Türen und Fenstern verfügen. Beides kann zwar das Risiko gestochen zu werden nicht völlig ausschließen, aber dennoch deutlich minimieren.

Mit diesen Tipps können Sie grundsätzlich das Risiko einer Tropenkrankheit wie Malaria oder Dengue-Fieber minimieren. Gegen Gelbfieber gibt es außerdem eine sehr wirksame und nebenwirkungsarme Impfung. Diese erfolgt einmalig und hält lebenslang vor.

Da jedoch ein Lebendimpfstoff injiziert wird, sollten Sie gerade im Alter von über 60 Jahren diese Impfung nicht beliebig vornehmen. Auch leichte Nebenwirkungen können in Zusammenhang mit allgemeiner Abwehrschwäche, in Kombination mit bestimmten Medikamenten oder bei einer Eiweißallergie zu erheblichen Komplikationen führen.

Sprechen Sie daher mit Ihrem Haus- oder Tropenarzt. Er kann Ihnen auch sagen, ob Ihr Reiseziel ein Hochrisikogebiet darstellt oder ob die Verbreitung des Virus dort eher gering ist.

Die Kosten für diese einmalige Impfung in Höhe von ungefähr 60 Euro müssen Sie zumeist selbst zahlen, da nur wenige Krankenversicherungen diese erstatten.

Informieren Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt über Ihr Reiseziel: Einige Länder verlangen bei der Einreise einen Impfnachweis über eine Gelbfieberimpfung, damit Sie ins Land gelassen werden.

Checklisten für Ihre Reise finden Sie in unserem entsprechenden Artikel.

Symptome und Verlauf von Gelbfieber

In einer vergleichsweisen kurzen Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen sammelt und vermehrt sich das Gelbfieber-Virus in der Leber. Im Anschluss beginnen bis zu zwei Phasen der Erkrankung. In der ersten Phase zeigen sich zunächst die üblichen grippeähnlichen Symptome:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Durchfall
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Erbrechen

Zudem verlangsamt sich häufig die Herzfrequenz. Nach einigen Tagen bessert sich bei vielen Erkrankten die Infektion und heilt häufig vollständig aus. Manche infizierten Menschen zeigen auch gar keine Symptomatik.

Es gibt jedoch auch Fälle (ungefähr 15 Prozent), in denen sich die Infektion anders und damit schlimmer entwickelt – gerade, wenn noch andere Erreger im Körper sind. Bei diesen zeigen in einer zweiten Phase erheblich schwerere Symptome:

  • Sehr hohes Fieber
  • Blutungen aus Schleimhäuten und Körperöffnungen
  • Schwarzes Erbrechen und schwarzer Stuhlgang
  • Blutdruck- und Pulsabfall
  • Leber- und Nierenversagen
  • starker Durst
  • Gelbfärbungen von Haut und Auge

Kommt es zu solch schweren Verläufen, können die Giftstoffe im Körper nicht mehr abgebaut werden, da die Leber zu sehr vom Virus befallen ist. In der Folge können Blutvergiftung oder Schockzustände auftreten. Auch Hirnschädigungen kommen in diesem Zusammenhang häufig vor, die sich zum Beispiel in Sprach- und Bewegungsstörungen äußern können.

All diese Folgen können lebensbedrohlich sein. Nur ungefähr die Hälfte aller schweren Verläufe wird von den Patienten überlebt – die anderen 50 Prozent versterben am Gelbfieber.

Behandlung von Gelbfieber

Bei einem Verdacht auf Gelbfieber sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Keinesfalls sollten Sie die Erkrankung mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder vergleichbaren Schmerzmitteln aus Ihrer Reiseapotheke selbst behandeln, da diese die Blutgerinnung hemmen und zu verheerenden Folgen führen kann.

Ein Arzt kann eine Infektion mit dem Gelbfieber-Virus in den ersten Krankheitstagen anhand einer Blutuntersuchung nachweisen. Im Anschluss wird die Krankheit symptomatisch behandelt. Das bedeutet, dass die Ursachen nicht bekämpft werden können, lediglich die Symptome werden gelindert.

So wird das Fieber mit Paracetamol gesenkt und der Flüssigkeitsverlust mittels Infusionen ausgeglichen. Hat sich zusätzlich eine bakterielle Infektion im geschwächten Körper ausgebreitet, wie es häufig bei Virus-Erkrankungen passiert, wird diese außerdem mit Antibiotika bekämpft.

Bei schweren Krankheitsverläufen muss der Patient isoliert auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung sinken dann jedoch beträchtlich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: nechaevkon by Shutterstock.com]
22. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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