Gelegenheitsjobs: So bessern Sie Ihre Rente auf

Mit Gelegenheitsjobs lässt sich die Rente aufbessern oder ein lang gehegter Traum erfüllen. Oft benötigen Sie keine besondere Vorbildung oder der Gelegenheitsjob lässt sich schnell erlernen. Interessant ist das vor allem für zeitlich flexible Senioren, die kurzfristig einspringen können. Wir zeigen Ihnen Beispiele für Gelegenheitsjobs beziehungsweise Ein-Tages-Jobs für Senioren. Außerdem beleuchten wir, wieviel Zuverdienst steuerfrei ist und wieviele Stunden Sie aus Sicht der Sozialversicherung arbeiten dürfen.

Gelegenheitsjobs: So bessern Sie Ihre Rente auf

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Gelegenheitsjobs: App für Minijobs

Die Suche nach Gelegenheitsjobs ist inzwischen problemlos per App möglich. Eine Anmeldung ist dabei nicht nötig. Beliebt ist die „Nebenjob-App“. Diese können Sie sich hier herunterladen:

Für Ihr Iphone oder Ipad ist diese App nur im App Store verfügbar.

Seiten von Jobbörsen

Zudem gibt eine Reihe von Jobbörsen, wo sich spezielle Jobs für Rentner oder Ein-Tages-Jobs als Minijob finden. Beliebt sind vor allem:

Weitere Wege sind die Vermittlungsstelle der Jobcenter, private Kleinanzeigen, Ebay Kleinanzeigen oder Aushänge.

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Häufige Fragen und Antworten zu Gelegenheitsjobs

Ist ein Minijob für Rentner steuerfrei?

Sowohl Rentner als auch andere Arbeitnehmer zahlen keine Lohnsteuer bei einem Minijob. Gemeint sind damit geringfügige Beschäftigungen, die nicht mehr als 450-Euro im Monat einbringen. So betrachtet ist er also für Sie steuerfrei. Allerdings entrichtet der Arbeitgeber eine Pauschale. Da der Minijob bereits versteuert ist, müssen Sie ihn nicht in der Steuererklärung angeben.

Welcher Zuverdienst ist steuerfrei?

Einkünfte aus Gelegenheitsjobs unterliegen ganz normal der Steuerpflicht. Sofern Sie die entsprechende jährliche Steuerfreigrenze überschritten haben, sind in diesem Fall also reguläre Steuern zu entrichten. Dieser Steuerfreibetrag liegt derzeit bei 10.347 Euro (für Verheiratete gilt der doppelte Wert). Viele Gelegenheitsjobs laufen trotzdem unter der Hand. Die Auftraggeber haben oftmals kein Interesse daran, Steuern abzuführen. Der Gelegenheitsjobber profitiert bestenfalls kurzfristig. Und: Je nach Verdienst und Dauer handelt es sich um Schwarzarbeit, sofern Sie nicht Freunden eine Gefälligkeit erweisen.

Wieso sollten Gelegenheitsjobs angemeldet sein?

Typischerweise betrifft das die Haushalts- oder Putzhilfe, die meistens ohne gesetzliche Krankenversicherung und Rentenversicherung beschäftigt ist, obwohl der Arbeitgeber dazu verpflichtet wäre. Kommt es während der Tätigkeit zu einem Unfall, ist der Arbeitnehmer nicht abgesichert. Daher sollten Sie darauf achten, dass jeder Gelegenheitsjob offiziell angemeldet ist.

Wie viele Stunden darf man im Gelegenheitsjob arbeiten?

Aus Sicht der Sozialversicherung sind Gelegenheitsjobs von Rentnern kurzfristige Beschäftigungen. Diese darf nicht mehr als drei Monate oder höchstens 70 Arbeitstage im Jahr dauern. Dann sind Sie mit Gelegenheitsjobs von der Zahlung von Sozialabgaben befreit. Der Verdienst ist dabei nicht entscheidend. Er kann dabei sogar oberhalb der Minijob-Grenze von 450 Euro im Monat liegen.

Für wen gilt die Hinzuverdienstgrenze?

Sofern Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, müssen Sie bezüglich Ihrer Rente aufpassen. Betroffen sind die Jahrgänge 1947 bis 1963, sofern sie noch keine 65 Jahre alt sind und die Geburtsjahrgänge ab 1964, sofern sie noch keine 67 Jahre alt sind. Derzeit dürfen Sie 46.060 Euro jährlich ohne Kürzung der Altersrente hinzuverdienen. Diese Regelung gilt allerdings pandemiebedingt. Ab nächstem Jahr gilt voraussichtlich wieder die alte Hinzuverdienstgrenze der Rentenversicherung von 6.300 Euro im Jahr: Kommen Sie darüber, wird jeder weitere Euro zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Sie erhalten dann nur noch eine Teilrente.

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Was sind Gelegenheitsjobs: Ein-Tages-Jobs oder mehr?

Was Gelegenheitsjobs sind, ist nicht klar definiert. Alternativ ist auch von Nebenjobs oder Aushilfstätigkeiten die Rede. Grundsätzlich werden Gelegenheitsjobs nur vorübergehend oder unregelmäßig ausgeübt. So werden Sie je nach Bedarf flexibel und kurzfristig eingesetzt und befinden sich nicht in einer Festanstellung. Meist üben diejenigen Gelegenheitsjobs aus, die keinen Hauptberuf haben. Das können Arbeitslose sein, aber auch Studenten, Schüler, Hausfrauen sowie Rentner.

Gerade in den großen Metropolen wie Stuttgart, Berlin, Hamburg, Köln, München oder Frankfurt gibt es eine große Anzahl an Gelegenheitsjobs. Entweder werden Aushilfen als Ein-Tages-Jobs gesucht, die spontan einspringen können. Oder es handelt es sich dabei um einen Pool an Gelegenheitsarbeitern. Diese werden dann je nach Zeit und Fähigkeiten kurzfristig engagiert. Die meisten Gelegenheitsjobs werden auf Minijob-Basis abgerechnet. Das heißt, sie fallen unter die Sozialversicherungsgrenze. Darum sind sie trotz oftmals geringen Verdienstes attraktiv, da bei einem Minijob keine weiteren Abgaben anfallen.

Gelegenheitsjobs Beispiele

Viele Gelegenheitsjobs erfordern keine gesonderte Ausbildung. Häufig finden sie sich in der Landwirtschaft und der Gastronomie. Regelmäßiger Bedarf an zusätzlichen Helfern entsteht hier zur Erntezeit beziehungsweise Hochsaison, meist im Sommer. Doch nicht immer sind Gelegenheitsjobs körperlich anstrengende Tätigkeiten. Wer Gastronomie oder Ernte zu beschwerlich findet, dem bieten sich eine Reihe anderer Möglichkeiten.

Gerade für Senioren gibt es eine Vielzahl an Gelegenheitsjobs, die selbst in hohem Alter zu bewältigen sind. Immer mehr entstehen dabei in Heimarbeit. Außerhalb der eigenen vier Wände gibt es ebenfalls nach wie vor die klassischen Gelegenheitsjobs als Babysitter, Haushaltshilfe, Hundesitter, Verkaufshilfe, Reinigungskraft, Inventurhilfe oder als Zeitungsausträger.

Jobs für ältere Frauen und Rentnerinnen

Die meisten Tätigkeiten können Männer und Frauen gleichermaßen ausüben. Darüberhinaus gibt es jedoch Bereiche, in denen vornehmlich Rentnerinnen und ältere Frauen tätig sind:

  • Leihoma
    Wer selbst keine Enkel hat oder weit von diesen entfernt wohnt, kann Leihoma werden. Leihomas machen das, was richtige Großmütter beziehungsweise Großeltern auch tun: Kinder beschäftigen, aufpassen, mit ihnen backen oder spielen. Beide Seiten profitieren voneinander. Die Kinder vom Erfahrungsschatz der älteren Generation, die Älteren von sozialen Kontakten und dem Austausch mit Jüngeren.
  • Ehrenamt
    Viele Frauen engagieren sich ehrenamtlich. Zwar sind diese Tätigkeiten nicht auf Verdienst angelegt, Sie erhalten aber dennoch eine Aufwandsentschädigung. Zum Ehrenamt kann beispielsweise die Arbeit in Kirchengemeinden, Seelsorge oder bei gemeinnützigen Organisationen (Naturschutz, Flüchtlingshilfe, Tierheime…) gehören. Auch hier stehen der soziale Austausch mit anderen und eine sinnvolle Tätigkeit im Vordergrund.
  • Pflege
    Nicht direkt ein Gelegenheitsjob, aber mit Einkommen verbunden: Seit Jahren steigt der Anteil an Menschen, die zuhause gepflegt werden. Pflegende Angehörige sind mitunter im Rentenalter und können ihre Rente noch steigern: Die Pflegeversicherung der pflegebedürftigen Person zahlt Rentenversicherungsbeiträge in Ihr Versicherungskonto, sofern der zu Pflegende mindestens Pflegegrad 2 hat. Außerdem müssen Sie an mindestens zwei Tagen und 10 Stunden pro Woche die Pflege ausüben und dürfen nicht mehr als 30 Stunden erwerbstätig sein.


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Gelegenheitsjobs: Einmalige Jobs speziell für Senioren

Ein-Tages-Jobs oder Gelegenheitsjobs, die Sie je nach Bedarf ausüben können, sind bei Rentnern beliebt. Sie müssen sich nicht fest binden und können sich die für sie passenden Angebote heraus suchen. Das bedeutet nicht, dass Sie diese Gelegenheitsjobs nur einmal erledigen dürfen. Bei Bedarf können Sie die Tätigkeit jederzeit wiederholen. Einige Ideen:

Gartenhilfe erbringen

Im Sommer ist der Bedarf an Gartenhilfen besonders hoch. Viele Rentner üben diese Tätigkeit sehr gerne aus, da sie an der frischen Luft sind und das erfolgreiche Ergebnis ihrer Arbeit direkt vor Augen haben. Als Ein-Tages-Jobs oder regelmäßig.

Umfragen beantworten

Für Unternehmen ist es äußerst wichtig zu wissen, ob die Verbraucher ein bestimmtes Produkt oder eine Werbung ansprechend finden oder nicht. Wer zu der jeweiligen Zielgruppe gehört, kann mit der Teilnahme an einer Umfrage über die Marktpräsenz mitentscheiden. Um an solchen Umfragen teilnehmen zu können, registrieren Sie sich bei einem oder mehreren Meinungsforschungsinstituten.

Produkte testen

Als Produkttester können Sie Alltagsprodukte wie Kosmetik oder gar Haushaltsgeräte testen. Diese werden kostenlos zu Ihnen nach Hause geschickt und Sie müssen anschließend eine Bewertung abgeben. Die Funktionalität von Internetseiten oder Apps wird ebenfalls oft Verbrauchertests unterzogen.

Videos drehen

Als Youtuber können Sie indirekt Geld machen. Dies geschieht durch Werbeeinnahmen und Provisionen für dargebotene Produkte. Es ist daher kein klassischer Einmal-Job, doch sie können sich Zeit und Umfang selbst einteilen. Obwohl immer noch stark auf junge Menschen ausgerichtet, gibt es immer mehr Senioren, die hier erfolgreich sind. Voraussetzung sind allerdings Geduld, das passende Equipment, Durchhaltevermögen und Mühe. Mit einem schnell aufgenommenen Video von Ihrem Smartphone kommen Sie nicht weit.

Stadttouren führen

Wer eloquent ist, über eine kräftige Stimme verfügt und historisches Wissen und Anekdoten über seine Heimatstadt kennt, kann Touristen führen. Besonders beliebt sind Stadtführer, die auch Englisch sprechen. Allerdings finden Führungen nicht nur bei Sonnenschein statt, sondern bei jedem Wetter. Dies gilt es zu bedenken.

Medikamente testen

Bevor ein neues Medikament endgültig auf den Markt kommt, wird es in einem letzten Schritt an Freiwilligen getestet. Die Vergütung ist oft lukrativ. Bis zu 250 Euro pro Tag lassen sich so machen. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder mögliche Nebenwirkungen sollten Sie allerdings nicht unterschätzen. Besprechen Sie dies daher intensiv mit Ihrem Hausarzt.

Komparse sein

Als Statist oder Komparse können Sie im Theater oder bei Film- beziehungsweise Fernsehdrehs eingesetzt werden. Hier werden immer Menschen unterschiedlichen Alters gesucht – gerade Senioren. Bei einem TV-Set beträgt die Vergütung circa 80 Euro am Tag plus Catering, beim Theater deutlich weniger.

Testkunde spielen

Unternehmen beauftragen oftmals Marktforschungsunternehmen, die über einen Pool an Testkunden verfügen. Diese sollen nach einem vorgefertigten Szenario die Beratung und den Kundenservice testen. Einweisung und Feedback erfolgt dabei über das Internet. Je nach Umfang liegt der Verdienst zwischen fünf und hundert Euro pro Auftrag. Im Einzelhandel werden zudem oft Testdiebe beschäftigt. Sie sollen zu einer festgelegten Zeit die Aufmerksamkeit von Ladenpersonal und -detektiven testen.

App-Jobber werden

Microjobs bringen Geld im Vorbeigehen. Zwar nur wenige Euro, aber die Masse macht es. Dazu installieren Sie eine App von einem oder mehreren Anbietern auf Ihrem Smartphone. Dort werden Ihnen freie Aufträge in Ihrer Nähe angezeigt, die Sie spontan annehmen können. Dabei handelt es sich meistens um Plakate, angebotene Produkte oder Preisschilder, die Sie abfotografieren und hochladen müssen.

Modelkarriere starten

Längst hat die Werbung die sogenannten Best Ager entdeckt, also Menschen im besten Alter. Wann das beginnt oder endet, bleibt Ihrer Fantasie überlassen. Sie führen zwar nicht unbedingt die Haute Couture auf Pariser Laufstegen vor. Dafür können ältere Models Produkte wie Anti-Aging-Cremes deutlich glaubwürdiger bewerben. Der Verdienst liegt bei etwa 45 Euros pro Stunde, Tagessätze je nach Branche zwischen einigen hundert und ein paar tausend Euros. Angehende Models brauchen keine Idealmaße. Aber sie sollten gepflegt, kommunikativ und ausdrucksstark sein.

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[Bildnachweis: Bobex-73 by Shutterstock.com]

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