Gelegenheitsjobs: So bessern Sie Ihre Rente auf

Wenn die Rente knapp wird, ein lang gehegter Traum erfüllt werden will oder einfach der Drang da ist, sich sinnvoll zu beschäftigen, können Gelegenheitsjobs eine gute Möglichkeit darstellen, ein bisschen Geld hinzuzuverdienen. In vielen von diesen Gelegenheitsjobs ist keine besondere Vorbildung nötig oder sie kann schnell erlernt werden. Das ist vor allem dann interessant, wenn Sie genügend zeitliche Kapazitäten frei haben und flexibel genug sind, um kurzfristig und spontan einspringen zu können. Allerdings sollten Sie sich vorab informieren, welche gesetzlichen Abgaben auf Sie zukommen können und worauf Sie achten sollten. Wir helfen Ihnen dabei…

Gelegenheitsjobs: So bessern Sie Ihre Rente auf

Definition: Was sind Gelegenheitsjobs?

Definition: Was sind Gelegenheitsjobs?Unter Gelegenheitsjobs versteht man Tätigkeiten, die nur vorübergehend oder unregelmäßig ausgeübt werden. Als Gelegenheitsarbeiter werden häufig ungelernte Kräfte bezeichnet, die nicht in Festanstellung arbeiten, sondern nach Bedarf und Angebot bezahlte Arbeit verrichten.

Diese Definitionen sind allerdings nicht arbeitsrechtlich zu verstehen, da der Begriff Gelegenheitsjob vielmehr umgangssprachlich verwendet wird. In der Arbeitswelt wird er daher synonym mit folgenden Bezeichnungen benutzt:

Zu den Gelegenheitsjobs zählen zum Beispiel häufig Hilfstätigkeiten wie Regale einräumen, Spüldienste in einer Küche oder Hilfen bei Umzügen. Allerdings muss es sich dabei nicht zwangsläufig um unqualifizierte Tätigkeiten handeln. Entscheidend sind lediglich die Merkmale der zeitlichen Begrenzung und der Unregelmäßigkeit.

Die meisten Gelegenheitsjobs werden auf Basis der Minijob-Basis abgerechnet, das heißt sie fallen häufig unter die Sozialversicherungsgrenze. Darum sind sie trotz oftmals geringen Verdienstes dennoch attraktiv, da bei einem Minijob keine weiteren Abgaben entrichtet werden müssen.

Typischerweise gehören zu den Mini- und Gelegenheitsjobbern:

  • Hausfrauen
  • Rentner
  • Schüler
  • Studenten

Diese Personengruppen können sich ihre Zeit relativ flexibel einteilen und sind nicht bereits zwischen 8 und 17 Uhr an einen Hauptberuf gebunden. Somit sind oftmals kurzfristige Einsätze möglich – für diejenigen Betriebe, die Gelegenheitsjobs vergeben, ist dies eine ideale Voraussetzung.

Welche Gelegenheitsjobs sind typisch für Senioren?

Bei Gelegenheitsjobs geht es häufig um Arbeiten, für die keine gesonderte Ausbildung notwendig ist. Wie der Name schon sagt, fallen sie zu bestimmten Gelegenheiten an – das können zum Beispiel saisonal bedingte Auftragsspitzen oder konkrete Anlässe sein. Da aber nicht das ganze Jahr über oder 40 Stunden pro Woche ein Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften besteht, werden diese in vielen Fällen recht kurzfristig angeheuert.

Zwei Branchen, die besonders stark davon betroffen sind, sind die Landwirtschaft und die Gastronomie. Regelmäßiger Bedarf an zusätzlichen Helfern entsteht hier zur Erntezeit beziehungsweise Hochsaison, meist im Sommer.

Doch nicht immer handelt es sich bei solchen Gelegenheitsjobs um körperlich anstrengende Tätigkeiten. Für wen die Gastronomie oder die Ernte zu anstrengend ist, für den bieten sich aber auch eine Reihe anderer Möglichkeiten. Gerade für Senioren gibt es eine Vielzahl an Gelegenheitsjobs, die auch in hohem Alter noch typisch und leistbar sind:

  • Babysitter
  • Gartenhilfe
  • Haushaltshilfe
  • Hundesitter
  • Inventurhilfe
  • Reinigungskraft
  • Verkaufshilfe
  • Zeitungsausträger

Für solche Gelegenheitsjobs gibt es als neben der Vermittlungsstelle der Jobcenter und privaten Kleinanzeigen auch die eine oder andere Arbeitsbörse im Internet. Stellenangebote für die Generation 60 plus finden Sie so zum Beispiel auf speziellen Arbeitsmarkt-Portalen wie Rent-a-Rentner oder dem Deutschen Seniorenportal.

Eine breite Auswahl an Jobs für Rentner finden Sie zum Beispiel hier. Schauen Sie sich um: Einfach Wunschjob und Postleitzahl oder Zielort eingeben…



Gerade im Sommer ist beispielsweise der Bedarf an Gartenhilfen besonders hoch. Diese Tätigkeit wird von vielen Rentnern sehr gerne ausgeübt, da sie an der frischen Luft sind und das erfolgreiche Ergebnis ihrer Arbeit direkt vor Augen haben.

Immer mehr Gelegenheitsjobs entstehen aber auch in Heimarbeit, so dass Sie bequem von zuhause aus Geld verdienen können, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Das Einzige, was dafür benötigt wird, sind in der Regel ein Computer mit Internetzugang und telefonische Erreichbarkeit. Typisch sind in diesem Bereich insbesondere:

  • Umfragen beantworten

    Für Unternehmen ist es äußerst wichtig zu wissen, ob die Verbraucher ein bestimmtes Produkt ansprechend finden oder nicht, um gegebenenfalls Verbesserungen und Innovationen auf den Markt bringen zu können. Wer zu der jeweiligen Zielgruppe gehört, kann so nicht nur mit seinem Kaufverhalten darüber entscheiden, ob sich ein Produkt am Markt halten kann, sondern sogar direkt Einfluss nehmen.

    Um an solchen Umfragen teilnehmen zu können, registrieren Sie sich bei einem oder mehreren Meinungsforschungsinstituten. In der Regel wird von Ihnen ein Profil angelegt, das sich nach Alter, Geschlecht, Bildungsstand und ähnlichen Kriterien richtet. So wird versucht, die jeweiligen Zielgruppen möglichst genau ansprechen zu können.

  • Produkte testen

    Hier gibt es zwei Kategorien:

    • Sie testen Alltagsprodukte: Als typischer Produkttester werden Ihnen bestimmte Produkte wie beispielsweise Kosmetik, Zahnpasta oder gar komplette Haushaltsgeräte nach Hause geschickt und Sie sagen etwas über deren Funktionalität. Lässt sich am Gerät nur mit großem Umstand die Batterie wechseln? Trocknet die Seife die Hände aus? Zieht die Hautcreme schnell ein? Teilweise müssen dazu Rezensionen für Plattformen wie Amazon oder ähnliche verfasst werden.
    • Sie testen am PC: Ebenso gut können Sie als Usabilitytester gefragt werden, wie gut bestimmte Webseiten oder auch Apps und Software in der Anwendung sind. Wie funktioniert die Navigation? Sind die Produkte optisch ansprechend, laufen sie gemäß der technischen Anforderungen schnell und reibungslos?
  • Videos drehen

    Als Youtuber können Sie indirekt Geld machen. Dies geschieht dadurch, dass andere Menschen Ihre Videos interessant finden und sie sich ansehen. Sogenannte Influencer machen dort Werbung für bestimmte Unternehmen. Dafür gibt es eine Provision. Geld können Sie aber auch verdienen, wenn Ihre Follower auf entsprechende Werbelinks klicken. Zwar wird dieses Medium immer noch stark mit jungen Menschen assoziiert, es soll aber auch schon Senioren gegeben haben, die sich auf diesem Feld erfolgreich positioniert haben. Und der Markt wächst nach wie vor.

    Voraussetzung dafür ist allerdings etwas Geduld und viel Mühe. Sie müssen sich in der Szene erst einen Namen machen, um eine entsprechende Reichweite zu generieren und das dauert. Zudem werden Sie nur mit professionell produzierten und geschnittenen Videos erfolgreich sein – mit einem Video von Ihrem Smartphone kommen Sie da nicht weit. Die passende Ausrüstung kostet dementsprechend ordentlich Geld. Zudem müssen Sie regelmäßig neue Videos veröffentlichen.

Wer nicht den ganzen Tag in der Wohnung sitzen möchte und kein Interesse an Heimarbeit hat, für den sind folgende Gelegenheitsjobs vielleicht etwas:

  • Stadtführer

    Dafür müssen Sie ein gewisses Maß an Eloquenz besitzen und sich historisches Wissen und Anekdoten aneignen können. Wer gut bei Stimme und ebenso gut zu Fuß ist und außerdem kein Problem damit hat, vor mehreren Menschen frei zu sprechen und Fragen zu beantworten, der kann Touristen durch die Stadt führen. Wer in einer beliebten Touristenstadt arbeitet, sollte sein Repertoire zudem auf Englisch vortragen können. Bedenken Sie jedoch, dass bei jedem Wetter Führungen stattfinden. Dabei kann es schonmal ungemütlich werden.

  • Medikamententester

    Bevor ein neues Medikament endgültig auf den Markt kommt, wird es in einem letzten Schritt an Freiwilligen getestet. Die Vergütung ist oft lukrativ: Pharmaunternehmen bieten pro Teilnahmetag zwischen 100 und 250 Euro an. Dauert eine Testreihe länger, können sogar an mehreren Tagen zwischen 2.000 und 3.000 Euro gezahlt werden.

    Was jedoch nach einfach verdientem Geld klingt, sollte allerdings sorgfältig abgewägt werden: Unter Umständen könnten Nebenwirkungen oder langwierige Beschwerden die Folge sein – insbesondere in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, die Sie regelmäßig einnehmen müssen.

  • Komparse

    Als Statist beziehungsweise Komparse schnuppern Sie ein bisschen an der angeblich so großen, aufregenden Welt des Theaters und gar des Films. Oft sind keine besonderen Fähigkeiten gefordert. Fernsehformate, die zum Beispiel mit Scripted Reality arbeiten, geben grobe Regieanweisungen und der Rest wird oft improvisiert.

    Und auch am Theater werden oft Statisten unterschiedlichen Alters gesucht. In anderen Fällen müssen Sie gar nichts sagen, sondern sind einfach Bestandteil einer größeren Menschenmenge. Die Vergütung ist unterschiedlich: Bei einem TV-Set beträgt sie circa 80 Euro am Tag, beim Theater ist sie oftmals deutlich geringer. Dafür ist häufig das Catering inklusive.

  • Testkunde

    Unternehmen beauftragen oftmals Marktforschungsunternehmen, die über einen Pool an Testkunden verfügen. Diese sollen nach einem vorgefertigten Szenario die Beratung und den Kundenservice testen. Dabei belaufen sich die Aufträge vom einfachen Kauf von Schreib- oder Drogeriewaren bis hin zum Verkaufsgespräch für Autos. Meistens müssen Sie sich nur beraten lassen, die Produkte also nicht kaufen. Falls doch, werden Ihnen diese selbstverständlich erstattet – zuzüglich zum Verdienst, der je nach Umfang des Tests zwischen fünf und hundert Euro pro Auftrag liegen kann. Einweisung und Feedback erfolgt dabei über das Internet.

    Manche Unternehmen im Einzelhandel suchen sogar nach Testdieben, die zu einer festgelegten Zeit die Aufmerksamkeit von Ladenpersonal und -detektiven testen sollen.

  • App-Jobber

    Inzwischen gibt es auch etliche Anbieter von sogenannten Microjobs, die sich ein dichtes Netzwerk von Mitarbeitern aufbauen, die sozusagen im Vorbeigehen ein wenig Geld verdienen möchten. Die Arbeit ist denkbar einfach: Sie installieren sich die App eines oder mehrer Anbieter auf Ihrem Smartphone und dann werden Ihnen freie Aufträge in Ihrer Nähe angezeigt, die Sie annehmen können.

    Dabei handelt es sich meistens um Plakate, angebotene Produkte oder Preisschilder, die Sie in Läden oder auf öffentlichen Flächen abfotografieren und dieses Foto auf dem entsprechenden Portal der App hochladen sollen. Die Vergütung beträgt dafür oft nur einen bis fünf Euro, kann sich aber im Monat mit ein wenig Aufwand zu einem ansehnlichen Betrag summieren.

Was ist beim Thema Steuern und Sozialversicherung zu beachten?

Nicht wenige Gelegenheitsjobs werden unter der Hand vergeben. Die Auftraggeber haben oftmals kein Interesse daran, Steuern abzuführen und auch der Gelegenheitsjobber scheint kurzfristig davon zu profitieren. Damit kommen Sie aber je nach Verdienst und Dauer in den Bereich der Schwarzarbeit, sofern es sich nicht um eine Gefälligkeit unter Freunden handelt.

Gerne zitiert ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die Haushalts- oder Putzhilfe, die meistens ohne Krankenversicherung und Rentenversicherung beschäftigt ist, obwohl der Arbeitgeber dazu verpflichtet wäre. Kommt es dann während der Tätigkeit zu einem Unfall, ist der Arbeitnehmer in keiner Weise abgesichert. Daher sollten Sie darauf achten, dass jeder Minijob offiziell angemeldet ist.

Für Gelegenheitsjobs von Rentnern, die als kurzfristige Beschäftigung gemäß Sozialversicherung definiert werden, gilt das Kriterium, dass die Beschäftigung nicht mehr als drei Monate oder höchstens 70 Arbeitstage im Jahr dauern darf. Sind diese Bedingungen erfüllt, dann sind Sie als Gelegenheitsjobber von Sozialabgaben befreit. Dabei ist der Verdienst nicht entscheidend und kann auch die Minijob-Grenze von 450 Euro im Monat überschreiten.

Aber Achtung: ab einem Überschreiten der sogenannten Hinzuverdienstgrenze der Rentenversicherung von 6.300 Euro im Jahr wird jeder weitere Euro zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Sie erhalten dann also nur noch eine Teilrente.

Einkünfte aus Gelegenheitsjobs unterliegen zudem ganz normal der Steuerpflicht. Sofern Sie die entsprechende jährliche Steuerfreigrenze überschritten haben, sind in diesem Fall also reguläre Steuern zu entrichten.

[Bildnachweis: Bobex-73 by Shutterstock.com]
14. Februar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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