Grabstein: Auswahl, Beispiele, Kosten

Nur wenige Menschen beschĂ€ftigen sich noch zu Lebzeiten mit ihrem Tod, geschweige denn der Gestaltung der Beerdigung. So bleibt es hĂ€ufig den Nachkommen ĂŒberlassen, sich Gedanken ĂŒber einen Grabstein zu machen, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Die sind in ihrer Trauer oft ĂŒberwĂ€ltigt, können kaum einen klaren Gedanken fassen und sollen nun binnen kĂŒrzester Zeit viele Entscheidungen treffen: Welches Grabmal kommt infrage? Soll es ein Grabstein mit Gravur oder ohne sein? Je nach gewĂ€hlter Grabform existieren verschiedene Möglichkeiten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor und geben Beispiele fĂŒr Kosten…

Grabstein: Auswahl, Beispiele, Kosten

Definition: Was ist ein Grabstein?

Bei einem Grabstein (frĂŒher auch „Leichenstein“) handelt es sich um ein Grabmal in Form eines Natursteins, der meist am Kopfende eines Grabes freistehend platziert wird. Grabsteine sind Teil der Sepulkralkultur, also jener Kultur, die sich mit Traditionen und Riten um das Sterben, den Tod, der Bestattung und der Trauer beschĂ€ftigt.

Der Begriff Grabmal leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort meil fĂŒr Zeichen ab. Und genau das ist die Funktion: Grabmale setzen ein Zeichen, sie dienen dem Totengedenken und markieren die Stelle, an der sich die letzte RuhestĂ€tte einer geliebten Person befindet.

Neben dem Grabstein gibt es weitere Grabmale wie Grabplatten, Stelen oder Grabkreuze. Welches Grabmal verwendet wird, ist zeitlichen, kulturellen und regionalen EinflĂŒssen unterworfen. So waren Grabkreuze in Deutschland vorwiegend im Alpenraum verbreitet.

Im 20. Jahrhundert setzte sich zumeist der Grabstein als ĂŒbliches Grabmal durch; Grabkreuze (dann aus Holz) finden sich heutzutage meist nur noch zur vorĂŒbergehenden Grabkennzeichnung oder wenn eine Sozialbestattung stattfindet.

Das ist der Fall, wenn die Kosten fĂŒr eine Bestattung nicht aus dem Nachlass des Verstorbenen oder den RĂŒcklagen der Angehörigen bestritten werden können. In diesem Fall kommt das Sozialamt fĂŒr die Bestattungskosten auf, allerdings fĂ€llt die Bestattung dann entsprechend schlicht aus.

Auswahl: Welche Materialien kommen infrage?

FĂŒr den Grabstein kann eine Vielzahl an Materialien verwendet werden – beliebt sind Natursteine, die beispielsweise als Findlinge unterschiedlichster Herkunft Verwendung finden:

  • Granit

    Einer der Klassiker unter den Grabsteinen ist der Naturstein Granit. Er gehört zu den vergleichsweise teuren Steinarten, allerdings ist er unverwĂŒstlich. Granit ist ein Materialmix aus Magma, die nach langsamen Erstarren durch Bewegungen der Erdkruste nach oben kam. Aufgrund seines Materialmixes aus verschiedensten Mineralien gibt es ihn in völlig unterschiedlichen Farben: Von hellgrau und blau ĂŒber rot und gelb ist fast die gesamte Farbpalette vertreten.

  • Marmor

    Eine der edelsten Steinsorten ist Marmor. Dieser Naturstein entsteht aus Kalk unter der Einwirkung von Druck und Hitze. AuffĂ€llig ist hierbei die meist helle FĂ€rbung, die durch Polierung besonders schön hervortritt. Marmor gehört zu den Weichsteinen und hat damit einen entscheidenden Nachteil: er ist nicht frostsicher. Steinmetze bieten daher ImprĂ€gnieren und Versiegeln der OberflĂ€che als besondere Pflegemaßnahmen an, um die Haltbarkeit eines solchen Grabsteins zu erhöhen.

  • Quarzit

    Quarzit besteht zum Teil aus Sandstein, aber auch aus Kieselschiefer, Hornstein oder Radiolarite. Geraten diese Materialen unter bestimmten Druck – und TemperatureinflĂŒsse, entsteht daraus ein Material, das sich sehr gut als Grabstein eignen kann. AbhĂ€ngig ist das von der jeweiligen Zusammensetzung, die sich darauf auswirkt, wie porös er ist. Besonders empfehlenswert, weil wenig porös ist Alta Quarzit.

  • Sandstein

    Ebenfalls aus weichem Naturstein besteht der Sandstein. Er ist das Ergebnis von zahlreichen Ablagerungen von feinem Sand in Fluss- oder KĂŒstennĂ€he und ist daher oft sandfarben. Das weiche Material gibt es in einer sehr feinkörnigen, aber auch porösen QualitĂ€t, die dann Wasser aufnimmt. Gleichzeitig ermöglicht Sandstein eine leichte Verarbeitung. Als Grabstein sollte unbedingt die feine und wenig aufnahmefĂ€hige QualitĂ€t gewĂ€hlt werden, da er sonst sehr schnell verwittert.

Wann der Grabstein aufgestellt werden kann, lĂ€sst sich nicht pauschal beantworten. Hier spielen Bestimmungen des Friedhofs als auch Witterungs- und BodenverhĂ€ltnisse mit hinein. Grabsteine fĂŒr UrnengrĂ€ber lassen sich oft sofort aufstellen – natĂŒrlich abhĂ€ngig von den zeitlichen KapazitĂ€ten des Steinmetzes.

Bei Einzel- und DoppelgrÀbern kann es bis zu vier Monate lang dauern, wenn Grabeinfassungen hinzukommen, sogar ein halbes Jahr dauern, bis alles errichtet wurde.

Mit welchen Kosten fĂŒr einen Grabstein ist zu rechnen?

Bis vor etlichen Jahren zahlten die Krankenkassen das sogenannte Sterbegeld. Diese spezielle Leistung ermöglichte es den Hinterbliebenen, die Kosten fĂŒr eine Bestattung zu bestreiten. Da das Sterbegeld aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wurde, mĂŒssen also auch die Kosten fĂŒr einen Grabstein selbst getragen beziehungsweise aus dem Erbe bestritten werden.

Die Möglichkeiten, einen Grabstein zu erwerben, sind mit dem Internet nahezu grenzenlos geworden. Selbst große Versandunternehmen, deren Kernkompetenz nicht in Bildhauerei oder Grabgestaltung liegt, bieten den Erwerb von Grabsteinen an. Der klassische Weg zu einem Grabstein fĂŒhrt immer noch ĂŒber einen Steinmetz.

Dieser berĂ€t sowohl bei der Wahl der Materialien, als auch der kĂŒnstlerischen Gestaltung. Oft haben Familienmitglieder bereits grobe Vorstellungen. Manche wĂŒnschen sich eher etwas Schlichtes, andere möchten, dass der Grabstein zu einem gewissen Grad die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt.

Ausdruck kann das in der Gestaltung des Grabsteins und seines Materials finden, aber auch in Grabschmuck wie Vasen oder Plastiken. Nach oben gibt es fast nie Grenzen, dennoch braucht es konkrete Zahlen, um sich eine Vorstellung von den Mindestkosten machen zu können.

Folgende Kostenfaktoren mĂŒssen Sie fĂŒr einen Grabstein bedenken:

  • Grabstein

    Material, GrĂ¶ĂŸe und Form wirken sich auf die Kosten eines Grabsteins aus. Steine fĂŒr EinzelgrĂ€ber sind gĂŒnstiger als fĂŒr DoppelgrĂ€ber oder Familiengruften. Auch ein Grabstein fĂŒr ein Urnengrab ist deutlich gĂŒnstiger. Als Faustregel gilt: Je mehr ein Steinmetz den Stein bearbeiten muss, desto teurer wird er. Glatte, zurechtgeformte Grabsteine sind also teuerer als solche mit natĂŒrlichen Rundungen und teilweise unbearbeiteter OberflĂ€che. Rechnen sollten Sie mit Kosten fĂŒr einen Grabstein zwischen 300 und 5.000 Euro.

  • Schrift je Buchstabe

    Kosten fĂŒr die Schrift hĂ€ngen davon ab, ob die Buchstaben aufgesetzt, gestrahlt oder gehauen werden. Am teuersten sind erhabene Buchstaben mit einem StĂŒckpreis bis zu 30 Euro. Vertieft gestrahlte Buchstaben beginnen bereits bei einem Euro. HierfĂŒr wird mit einem Sandstrahl die Schrift und die Zahlen etwa zwei bis vier Millimeter in den Grabstein eingestrahlt. FĂŒr aufgesetzte Schriften werden Metallbuchstaben aus Bronze oder Aluminium verwendet, die mit DĂŒbeln und Epoxydharz am Grabstein befestigt werden. Die Preise liegen hier bei etwa sieben Euro pro Buchstaben.

  • Symbol

    Wie angesprochen, bietet ein Grabstein hĂ€ufig Platz fĂŒr individuelle Gestaltung. Je nachdem, ob der Verstorbene glĂ€ubig war, werden religiöse Symbole wie das Kreuz gerne verwendet. Ebenso möglich sind Darstellungen, die VergĂ€nglichkeit symbolisieren sollen. Dazu gehören Engel, aber auch BĂ€ume (hĂ€ufig Trauerweiden), Schmetterlinge und Blumen.

  • Grabeinfassung

    Die Grabeinfassung trennt das Grab des Verstorbenen vom Nachbargrab ab. Meist wird die Grabeinfassung in demselben Material oder zumindest farblich abgestimmt gewÀhlt wie der Grabstein. Das rundet das Grab stimmig ab. Je nach Friedhofsordnung kann es allerdings sein, dass in bestimmten Bereichen keine steinernen Grabeinfassungen möglich sind, sondern beispielsweise nur Pflanzen.

  • Aufstellen des Grabsteins

    Es ist vorgeschrieben, dass jeder Grabstein ein eigenes Fundament hat. Dieses sorgt dafĂŒr, dass der Grabstein unverrĂŒckbar auf der GrabstĂ€tte bleibt. Gleichzeitig dient es der Sicherheit der Grabbesucher, dass der Stein nicht unerwartet umstĂŒrzt. Meist muss (abhĂ€ngig von Wetterbedingungen) erst eine Zeit vergangen sein, bis der Grabstein aufgestellt werden kann, da kurz nach der Bestattung die Erde locker ist.

  • Transportkosten

    Auch die Transportkosten richten sich nach verschiedenen Faktoren, etwa der GrĂ¶ĂŸe des Steins und der Entfernung der GrabstĂ€tte. Je nachdem können zwischen zehn und 150 Euro dafĂŒr anfallen.

Dazu können sich im Laufe der Jahre Kosten fĂŒr die Reinigung des Grabsteins, sowie fĂŒr das erneute Instandsetzen oder Versetzen addieren.

Grabstein mit Gravur oder lieber ohne?

Die Frage, ob Sie fĂŒr einen Grabstein eine Gravur wĂ€hlen sollten oder nicht, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Persönlichen Vorlieben

    Sind vom Verstorbenen Hobbys oder WĂŒnsche bekannt, hat er sich durch besondere Eigenschaften hervorgetan, bietet ein Grabstein mit Gravur eine gute Gelegenheit, dieser Eigenheiten zu gedenken.

  • Praktischen ErwĂ€gungen

    Je nachdem, an welcher Stelle auf dem Friedhof der Grabstein aufgestellt ist, je nach Material und Schriftform, mĂŒssen Sie mit stĂ€rkeren oder weniger starken Verwitterungen und Moosablagerungen rechnen. In vergleichsweise weichen Steinsorten wie Sandstein können Schriften und Ornamente im Laufe der Zeit verblassen. Andererseits sind auch aufgesetzte Buchstaben und Ornamente keine Garantie, auch hier können ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum einzelne Bestandteile sich vom Grabstein lösen.

Ein Faktor, der hier sicherlich hineinspielt, sind zusÀtzliche Kosten. Diese sind zumeist pro Zeichenanzahl beziehungsweise Buchstabe angesetzt. Daher macht es einen Unterschied beim Endpreis, welche Informationen Sie auf dem Grabstein verewigt haben wollen:

  • Vor- und Zuname
  • Vor- und Zuname plus Geburts- und Todesjahr
  • Vor- und Zuname plus vollstĂ€ndiges Geburts- und Todesdatum
  • Vor- und Zuname, vollstĂ€ndiges Geburts- und Todesdatum plus Spruch/Gedicht und/oder Ornament

AllgemeingĂŒltige Aussagen lassen sich hier schwer treffen, aber die gĂŒnstigste Variante ist natĂŒrlich gleichzeitig die schlichteste. Hinsichtlich der Gestaltung gibt es ansonsten wenig Grenzen. Einzig ehrenrĂŒhrige (diskriminierende oder sexistische SprĂŒche) beziehungsweise verbotene Symbole wie Hakenkreuze oder SS-Runen wĂŒrden vom FriedhoftrĂ€ger abgelehnt werden.

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[Bildnachweis: Herbstlust.de]
2. April 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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