Graue Haare: Ursachen und Tipps für die Pflege

Graue Haare haben keinen guten Ruf. Sie gelten als sichtbarstes Zeichen des Alters. In einer jugendfixierten Gesellschaft gelten sie vermeintlich als unattraktives Merkmal, das weithin erkennbar ist. Nicht wenige Menschen greifen daher regelmäßig zu Tönungen und Färbemittel, um sich optisch zu verjüngen. Dabei sind graue Haare längst nicht nur eine Alterserscheinung. Welche Ursachen dazu führen, dass wir graue Haare bekommen, wie Sie den Übergang meistern und welche Tipps oder welchen Trend Sie bei der Stilberatung und den Frisuren beachten sollten…

Graue Haare: Ursachen und Tipps für die Pflege

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Graue Haare: Übergang meistern

Haare sind nichts anderes als totes Material – sie bestehen aus verhornten Keratinfäden. Das, was sichtbar aus der Kopfhaut herausragt, ist der Schaft. In der Kopfhaut befindet sich die Haarwurzel, an deren kugeligen Ende (Haarzwiebel) die Haarzellen wachsen. Hier wird auch Melanin produziert.

Welche Haarfarbe wir haben, hängt davon ab, wie hoch die Konzentration an Melanin in den verhornten Haarzellen ist. Je geringer der Melaninanteil, desto heller die Haare. Fakt ist, dass mit zunehmenden Alter weniger Melanin produziert wird.

Dass allerdings plötzlich der Eindruck entsteht, es würden graue Haare wachsen, hängt nicht nur mit dem Melaninanteil zusammen. Vielmehr wird statt der fehlenden Farbpigmente nun Sauerstoff im Haar eingeschlossen. Diese Haare sind weiß oder farblos. Dies ist allerdings ein Prozess, der über einen längeren Zeitraum vonstatten geht. Kommen weiße mit pigmentierten Haarsträhnen zusammen, entsteht der optische Eindruck, jemand hätte graue Haare.

Für viele Menschen geht es also darum, wie sie den Übergang meistern: von ihrer ursprünglichen Haarfarbe hin zu weißen Haaren. Das graue Erscheinungsbild ist für sie nicht unbedingt erstrebenswert.

Was bedeuten graue Haare?

Graue Haare sehen nicht bei jeder Person gleich aus: Bei dunklen Haaren wirken die ersten Haare silbrig. Die Haare von Blonden und Rothaarigen verblassen hingegen.

Oft beginnt der Prozess an den Schläfen. Dass hier die ersten grauen Haare auftauchen, liegt daran, dass die Wachstumsphase der Schläfenhaare deutlich kürzer als die des restlichen Haupthaares ist. Dort beträgt die Wachstumsphase zwischen 100 und 150 Tagen.

Anders beim Haupthaar: Das kann über mehrere Jahre wachsen und deutlich über einen Meter lang werden, solange Sie es nicht schneiden. Durch diese vergleichsweise lange Wachstumsphase mischen sich pigmentierte Haare mit weißen: Graue Haare sind die optische Folge.

Sie gelten als Zeichen des Alterns. So werden graue Haare traditionell mit nachlassender Leistungsfähigkeit und Vergesslichkeit assoziiert – obwohl diesbezüglich in keiner Weise ein kausaler, objektiver und logischer Zusammenhang besteht.

In welchem Alter bekommt man graue Haare?

Graue Haare kommen nach und nach. Die ersten pigmentfreien Haare bilden sich bei Männern im Alter von ungefähr 30 Jahren – bei Frauen durchschnittlich fünf Jahre später.

Allerdings werden sie zu Beginn kaum bemerkt. Oder wenn, dann werden Sie oft gezupft. Sukzessive nimmt das graue Erscheinungsbild jedoch zu: Mit Mitte 50 sind die farblosen Haare meist deutlich in der Überzahl.

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Graue Haare: Stilberatung sinnvoll

Wer graue Haare bekommt, ist mit diesem Problem nicht alleine. Inzwischen gibt es viele Frisöre und Stilberater, die sich darum kümmern, was Sie mit Ihren grauen Haaren anstellen können. Vielen reicht es aber auch, sich Inspirationen in aktuellen Mode- oder Trend-Zeitschriften für die junggebliebene Zielgruppe zu holen.

Wer findet, dass die grauen Haare bei ihm oder ihr einen eher fahlen Gesichtston bewirken, kann seine Vorzüge mit etwas Farbe herausstreichen. Getönte Tagescremes, ein dezentes Make-up und ein kräftiger Lippenstift, so wie verschiedene Lidschatten oder Rouge können Wunder bewirken.

So oder so – die Frage ist dabei immer: Wollen Sie graue Haare kaschieren oder offen damit umgehen? Wir zeigen Ihnen einige Möglichkeiten dazu auf.

Graue Haare mit Strähnchen aufpeppen oder Färben?

Viele sind nicht gerade begeistert, wenn sie das erste graue Haar bei sich entdecken. Das können Sie jetzt tun:

  • Entfernen
    Die denkbar schlechteste Methode, nichtsdestotrotz häufig praktiziert ist das Herausreißen oder Abschneiden von grauen Haaren. Das mag bei einzelnen Haaren vorübergehend helfen, ist aber nicht besonders angenehm und letztlich nicht zielführend, sobald das Haupthaar überwiegend grau ist.
  • Färben
    Der Vorteil beim Färben ist, dass die Haarfarbe recht lang erhalten bleibt. Nachteile sind jedoch, dass diverse chemische Bestandteile äußerst ungesund sind. Sie kommen direkt mit der Kopfhaut in Berührung, die ohnehin sehr aufnahmefähig ist. Allergien können die Folge sein. Amoniak ist zum Beispiel ein wesentlicher Bestandteil beim Färben. Es riecht nicht nur unangenehm, sondern weicht Ihre Kopfhaut auf. Zudem leidet auf Dauer auch das Haar unter der strapaziösen Behandlung, so dass es bei wiederholtem Färben stumpf aussieht.
  • Renaturieren
    Renaturieren ist eine Möglichkeit, die derzeit nur Brünetten und Schwarzhaarigen zur Verfügung steht. Eumelanin ist nämlich die Farbe, die künstlich hergestellt wird und den dunklen Anteil des körpereigenen Melanins imitiert. Für eine Renaturierung Ihrer grauen Haare müssen Sie das Mittel mehrmals anwenden, damit der Farbstoff sich an die pigmentfreien Stellen anreichern kann. Aber auch das ist alles andere als gesundheitlich unbedenklich. Die Folgen können ein geschädigtes Nervensystem sowie ein erhöhtes Risiko für Blutarmut sein.
  • Annehmen
    Die gesundheitlich unbedenklichste Alternative ist, seine grauen Haare anzunehmen. Zu akzeptieren, dass graue Haare ein Teil des Alterungsprozesses sind, den jeder Mensch durchmacht. Blonde haben gegenüber Brünetten und Schwarzhaarigen den Nachteil, dass sie selbst mit natürlichen Pflanzenfarben auf Henna-Basis ihr Blond nicht erhalten können. Andererseits haben sie den Vorteil, dass die grauen oder weißen Haarpartien nicht so schnell wie bei Dunkelhaarigen auffallen. Und graue Haare an sich haben noch einen Vorzug: Sie sind stabiler und dicker als dunkle Haare, fallen also auch nicht so schnell aus.
  • Strähnchen
    Eine Mischung aus der zweiten und vierten Methode ist es, die grauen Haare mit Strähnchen aufzupeppen – zumindest für eine gewisse Zeit, um den Übergang angenehmer zu gestalten. Hier wird das Haar nicht so sehr belastet wie beim dauerhaften Färben, da die Farbe zum einen nicht in solch großer Menge und zum anderen nicht über einen jahrzehntelangen Zeitraum aufgetragen wird.

Graue Haare: Trend-Frisuren auch im Alter möglich

Wie jemand persönlich seine grauen Haare bewertet, ist natürlich eine Frage des Selbstbildes. Wer sich mit 50 Jahren noch für einen jungen Hüpfer hält, mag im Herzen jung geblieben und körperlich fit sein, ist aber nach allgemeinem Verständnis natürlich nicht mehr „jung“. Allerdings ist „nicht jung“ nicht gleichbedeutend mit „alt“, und „jung“ nicht gleichbedeutend mit „attraktiv“.

So gibt es durchaus Trend-Frisuren für graue Haare – gerade für Frauen. Die Rede ist von „Granny Hair“ (beziehungsweise „Granny Look“) aber auch „Outgrow Hair“. Dies bedeutet, dass Frauen bewusst graue Haare tragen. Ersteres kann unter Beihilfe von Färbemitteln geschehen, letzteres ist der natürliche Prozess, der akzeptiert wird. Gute Friseure verfügen inzwischen über eine ganze Reihe verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten für graue Haare – je nach Typ.

Das zeigt sich auch zunehmend in der Werbung, die Senioren als interessante Zielgruppe für sich entdeckt hat. So sieht man vermehrt ältere Models im Fernsehen. Und längst nicht nur für Inkontinenzvorlagen und Medizinprodukte, sondern ebenso für Mode und Kosmetik: Models mit Falten, aber eben auch grauen Haaren.

Graue Haare: Männer oft souveräner

Abgesehen davon, dass Schönheit ohnehin im Auge des Betrachters liegt, gelten graue Haare – beispielsweise in Form ergrauter Schläfen – bei Männern schon seit jeher als Merkmal von Reife und Lebenserfahrung. Zwei Merkmale, die von vielen Frauen als attraktiv angesehen werden.

Dies hat zur Folge, dass Männer traditionell souveräner mit ihren grauen Haaren umgehen. Bei Frauen sieht es leider oft noch anders aus. Doch da sich das Frauen- und Männerbild im Laufe der letzten Jahre immer stärker gewandelt hat, wird grauen Haare auch bei Frauen eine neue Bedeutung zugesprochen.

Plötzlich ist es „cool“ mit grauen Haaren herumzulaufen. Vor einigen Jahren färbten sich junge Frauen wie Lady Gaga und Rihanna die Haare bewusst grau. Es war als Provokation gedacht und half dabei, sich von der Masse der anderen Stars und Sternchen abzusetzen.

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Ursachen für Graue Haare: Schilddrüse schuld?

Allerdings gibt es auch Beispiele für graue Haare, die selbst eine junge Frau betreffen kann. Denn das Alter ist längst nicht der einzige Grund für graue Haare.

Auch Krankheiten oder der Lebenswandel können zu frühem Ergrauen führen. Oft wird dafür die Schilddrüse verantwortlich gemacht. Dies ist jedoch fast nie Fall.

Meist handelt es sich im Störungen der Pigmentproduktion durch Autoimmunerkrankungen.

Was fördert graue Haare?

Es gibt aber auch weitere Gründe für graue Haare, die in der persönlichen Situation jedes einzelnen liegen:

Können graue Haare wieder verschwinden?

Bei krankheitsbedingten grauen Haare kann es sein, dass die Pigmentproduktion wieder zunimmt, sobald die Krankheit erfolgreich behandelt wird.

Sind graue Haare jedoch altersbedingt, so kommt es sehr selten vor, dass die eigentliche Haarfarbe wieder produziert wird. Zwar werben einige Shampoo-Hersteller damit, die Erfolge sind jedoch kaum messbar.

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Graue Haare: Tipps zur Pflege

Graue Haare werden mit der Zeit trockener und brüchiger. Sie können dadurch stumpf und kraftlos aussehen. Glänzendes Haar hingegen sieht immer gesünder aus, ungeachtet der Haarfarbe. Die Auswahl an Haarpflegeprodukten, die spezielle Pflegesubstanzen enthalten, ist enorm. Das können Sie tun:

  • Spülung
    Gönnen Sie Ihren grauen Haaren von Zeit zu Zeit eine Pflegekur, mit der Elastizität und Glanz erhalten bleiben.
  • Schnitt
    Lassen Sie die Spitzen häufiger schneiden. Vor allem ab Schulterlänge entsteht schnell Spliss, der die Haare zusätzlich kaputt und stumpf aussehen lässt. Eine Frisur mit etwas kürzerem Schnitt oder eine längere Haarlänge hilft dabei, diesen Spliss zu vermeiden.
  • Shampoo
    Durch chlorhaltiges Wasser (zum Beispiel im Schwimmbad) bekommen manche grauen Haare hin und wieder eine gelbliche Verfärbung. Dem können Sie mit einem blaustichigen Shampoo entgegenwirken.

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