Gürtelrose: Harmlos oder gefährlich?

Gürtelrose ist meistens harmlos, kann aber gerade im Alter auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Welche Symptome Gürtelrose verursacht, wo sie vorkommt und wer ein erhöhtes Risiko trägt, beleuchten wir an dieser Stelle näher für Sie. Erfahren Sie außerdem alles zu Vorbeugung und Impfung sowie Behandlung. Ob Sie von Gürtelrose betroffen sind, können Sie zudem per Selbsttest und durch Bilder sehen.

Gürtelrose: Harmlos oder gefährlich?

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Gürtelrose: Bilder und Vorkommen

Wie sieht eine beginnende Gürtelrose aus? Da sind sich viele Menschen unsicher. Denn bei einer Gürtelrose (Herpes Zoster) könnte es sich ebenso um eine Hautallergie oder Bettwanzenstiche handeln. Deshalb hier eine Großaufnahme einer Gürtelrose:

Gürtelrose Großaufnahme

Gürtelrose tritt meistens halbseitig auf – selten auf beiden Körperseiten. Sie wird durch das Windpocken-Virus verursacht, das zu den Herpes-Viren gehört. Menschen, die als Kind eine Windpockeninfektion durchgemacht haben, tragen dieses Virus ihr ganzes Leben lang in sich. In den meisten Fällen führt dies aber nicht zu einem Ausbruch der Krankheit.

Falls doch, kann dies an verschiedenen Körperstellen passieren:

  • Im Gesicht – zum Beispiel an Augen oder Ohren
  • Auf der Schädeldecke
  • Am Hals
  • Am Oberkörper
  • An den Armen oder Beinen

Hier sehen Sie eine Gürtelrose am Arm:

Gürtelrose Arm

Deutlich zu erkennen ist das streifenförmige Ausbreitungsmuster, das entlang von Nervenbahnen verläuft. Da eine Gürtelrose wie ein oder mehrere Gürtel aussieht, trägt sie daher ihren Namen.

Gürtelrose: Symptome

Die Symptome der Gürtelrose treten nicht nur lokal dort auf, wo sie zu sehen ist. Sie können den kompletten Körper und das Allgemeinbefinden beeinträchtigen. Im Einzelnen können diese Symptome durch eine Gürtelrose hervorgerufenen werden:

  • Lokaler Juckreiz oder gar brennende Schmerzen
  • Hautveränderungen mit Rötungen und Blasenbildung
  • Lokale kleine Blutungen
  • Übelkeit, Fieber und Abgeschlagenheit

Jede Gürtelrose ist allerdings anders. Es gibt durchaus sogar Erkrankungen, die keinerlei optische Anzeichen sondern lediglich die typischen Schmerzattacken verursachen.

Gürtelrose Selbsttest

Da sich eine Gürtelrose selten eindeutig von einem Laien bestimmen lässt, muss sie ärztlich begutachtet und untersucht werden. Es gibt aber einige typische Punkte, die auf eine Gürtelrose hindeuten können. Machen Sie den Selbsttest:

  • Leiden Sie an lokal begrenztem, gürtelförmigem Ausschlag?
  • Haben Sie ein Gefühl des Kribbelns?
  • Haben Sie eine erhöhte Temperatur, Schüttelfrost oder Übelkeit?
  • Verspüren Sie Nerven- oder Kopfschmerzen?
  • Ist Ihr Sehvermögen seit einigen Tagen leicht eingeschränkt?
  • Schmerzen Ihre Muskeln?
  • Fühlen Sie sich unerklärlich müde?
  • Reagieren die Nerven Ihrer Haut überempfindlich auf Berührungen?

Je mehr dieser Fragen Sie mit JA beantworten können, umso wahrscheinlicher ist der Ausbruch einer Gürtelrose. Abschließend diagnostizieren kann dies aber nur ein Hautarzt.

Was ist der Auslöser für Gürtelrose?

Warum bei der einen Person eine Gürtelrose ausbricht und bei der anderen Person das Virus lebenslang unterdrückt wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass ein geschwächtes Immunsystem einen Ausbruch von Gürtelrose wahrscheinlicher macht.

Weitere Risikofaktoren, die eine Gürtelrose auslösen können sind:

  • Chronische Erkrankungen
  • Krebs
  • Organtransplantionen
  • Stress
  • Sonneneinstrahlung
  • Familiäre Vorbelastung
  • Eine Corona-Infektion

Sogar die Einnahme von Medikamenten können eine Gürtelrose auslösen. Da die Immunabwehr im Alter nachlässt, ist es nachvollziehbar, dass die Hälfte aller Betroffenen 65 Jahre oder älter ist. 300.000 Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an Gürtelrose.

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Ist Gürtelrose gefährlich?

Die Gürtelrose selbst ist meist nicht gefährlich. Sie kann aber zu gefährlichen Reaktionen des Körpers führen. Wenn sie beispielsweise das Auge oder die Ohren betrifft, kann eine Gürtelrose schlimmstenfalls eine Erblindung beziehungsweise eine Gesichtslähmung zur Folge haben. Zuweilen befällt das Virus sogar das Gehirn.

In den häufigsten Fällen verläuft eine Gürtelrose jedoch harmlos. Der Hautausschlag ist zwar nervig und oft schmerzhaft, heilt aber nach wenigen Wochen wieder ab. Selten bleibt eine Gürtelrose chronisch über mehrere Monate oder gar Jahre bestehen.

Gürtelrose im Alter

Allerdings sollte nicht verschwiegen werden: Je älter ein Mensch ist und je schwächer sein Immunsystem, umso wahrscheinlicher sind Komplikationen.

Immunschwäche kann dazu führen, dass sich eine Gürtelrose, die am Arm beginnt, zu den Augen, den Ohren oder ins Gehirn ausbreitet.

Ferner ist die Haut im Alter nicht mehr so flexibel. Selbst wenn eine Gürtelrose lokal begrenzt bleibt, kann sie zu Narbenbildung oder Pigmentstörungen führen oder dafür sorgen, dass sich Bakterien einnisten, die der Haut weiter schaden. Eine weitere Gefahr ist die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie (PZN), welche die betroffene Hautstelle lebenslang schmerzen lässt und berührungsempfindlich macht.

Verursacht Gürtelrose Schmerzen?

Eine Gürtelrose ist meistens nicht nur ein harmlos juckender Ausschlag. In vielen Fällen verursacht eine Gürtelrose Schmerzen. Insbesondere bei Berührungen treten die Schmerzattacken auf und bleiben über mehrere Stunden.

Bleibt es zunächst beim Juckreiz, sollten Sie nicht dem Drang nachgeben und die Bläschen aufkratzen. Zum einen kann dies zu Narben führen und die Schmerzen erst richtig hervorrufen. Zum anderen können sich die Viren so auf andere Partien ausbreiten.

Decken Sie besser die betroffenen Stellen mit einem leichten Verband ab.

Ist Gürtelrose ansteckend: Ja oder Nein?

Eine Gürtelrose ist eindeutig ansteckend. Wer mit dem Erreger in Kontakt kommt, nimmt ihn aller Wahrscheinlichkeit nach auf. Die Verbreitung geschieht mittels Tröpfcheninfektion beim Sprechen oder Husten oder mittels Schmierinfektion. In letzterem Fall werden die Viren, die sich an den Händen befinden, direkt oder indirekt (über angefasste Gegenstände) übertragen.

Wer selbst bereits als Kind Windpocken hatte, muss sich aber nicht vor einer Ansteckung fürchten – er trägt das Virus ohnehin in sich. Da dies wohl auf die meisten Personen zutrifft, ist nicht die Übertragung das Problem, sondern dass das Virus eines Tages ausbricht.

Wenn Sie allerdings mit Kindern zu tun haben (zum Beispiel Ihren Enkeln), die das Virus noch nicht hatten, sollten Sie vorsichtig sein. Am besten vermeiden Sie den Kontakt. Gürtelrose ist ungefähr eine Woche nach Ausbruch ansteckend.

Gürtelrose Verlauf: Wie lange dauert Gürtelrose bei Erwachsenen?

Wie erwähnt, ist der Verlauf einer Gürtelrose bei jedem Menschen unterschiedlich. Meist heilt sie aber nach zwei bis vier Wochen von selbst wieder ab und kehrt nie wieder.

Wer an einer Immunschwäche leidet, kann unter Umständen jedoch für Monate, Jahre oder gar sein restliches Leben betroffen sein.

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Gürtelrose behandeln und Gürtelrose-Impfung

Es gibt jedoch eine gute Nachricht: Es gibt sowohl gute Medikamente gegen Gürtelrose als auch eine Impfung.

Die Medikamente müssen aber sehr frühzeitig verabreicht werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Daher gilt es, bei einem Verdacht auf Gürtelrose schnellstmöglich einen Hautarzt aufzusuchen und nicht noch tagelang zu warten.

Welches Medikament und welche Creme hilft gegen Gürtelrose?

Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sich eine Gürtelrose ohne Behandlung von alleine wieder zurückbildet, sollte sie medikamentös behandelt werden. So wird das Risiko gesenkt, dass Komplikationen auftreten.

Tritt eine Gürtelrose akut auf, wird sie meist mit drei unterschiedlichen Therapien gleichzeitig behandelt:

  • Es wird ein antivirales Medikament verordnet (meist Aciclovir, Brivudin, Famciclovir oder Valaciclovir), um das Virus im Zaum zu halten.
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel lindern den Juckreiz und die Schmerzattacken.
  • Spezielle Puder, Salben und Lösungen (mit Menthol, Polidocanol oder Zink) zur äußerliche Anwendung desinfizieren und pflegen die Haut. Sie mildern außerdem den Juckreiz.

Kommt es zur PZN, wird diese in einer intensiven Schmerztherapie behandelt. Antiepileptika und elektrische Nervenstimulation sollen die Überreaktionen abmildern. Zusätzlich kommen gegen die psychischen Belastungen leichte Antidepressiva und Psychotherapie zum Einsatz.

Sorgfältige Hautpflege mit antiseptischen Lotionen sowie feuchte und kühlende Umschläge sind darüber hinaus immer eine gute Idee bei Gürtelrose.

Welche Nebenwirkungen hat eine Impfung gegen Gürtelrose?

Seit einigen Jahren können Sie zudem einer Gürtelrose durch eine Impfung vorbeugen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese für alle Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Wer unter COPD, Diabetes, Rheuma oder einem geschwächten Immunsystem leidet, sollte sich bereits mit 50 impfen lassen.

Die Kosten für die Impfung gegen Gürtelrose werden dabei von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Bei der Gürtelrose-Impfung werden zwei Impfdosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten in den Oberarmmuskel injiziert. Da der Impfstoff noch vergleichsweise neu ist, gilt es noch nicht als erwiesen, ob nach einigen Jahren eine Auffrischimpfung Sinn ergibt. Fest steht: Der Impfschutz hält mindestens vier Jahre an – vermutlich sogar noch länger.

Die Impfung gegen Gürtelrose ist hochwirksam (über 90 Prozent) und gut verträglich. Nebenwirkungen sind keine zu erwarten, allerdings kann es zu Impfreaktionen kommen:

  • Rötungen, Schmerzen und leichte Schwellungen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Anschwellen der Lymphknoten

Diese Impfreaktionen treten auf, weil das körpereigene Immunsystem Antikörper gegen das Virus aufbaut. Sie sind daher nicht weiter besorgniserregend und klingen nach einem oder zwei Tagen wieder ab. Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI).

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Sakaj Pawasuttikul by Shutterstock.com]

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