Handytarif für Senioren: Übersicht, Vergleich, Tipps

Im Dschungel der Handytarife ist es für jede Generation schwierig, den Überblick zu behalten. Besonders schwer fällt es oft der Generation 60 Plus. Ein spezieller Handytarif für Senioren ist dabei nur selten zu finden. So müssen sich viele durch das oft verwirrende Angebot beziehungsweise etliche Vergleichsseiten im Internet kämpfen. Wir geben Ihnen einen Überblick, welchen Handytarif für Senioren Sie unter welchen Voraussetzungen wählen können und auf was Sie dabei achten müssen.

Handytarif für Senioren: Übersicht, Vergleich, Tipps

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Welchen Handytarif für Senioren gibt es?

Wer im Alter einen neuen Handytarif sucht, hat es oftmals schwer. Zwar gibt es viele unterschiedliche Anbieter – einen speziellen Handytarif für Senioren bietet jedoch nur der Netzanbieter O2 an.

Selbstverständlich können Sie in jedem Alter auch nahezu jeden beliebigen Handytarif wählen. Lediglich Studententarife, Angebote für Selbstständige oder für die Generation unter 25 fallen im Alter vermutlich weg.

Allerdings verändert sich das Nutzerverhalten im Alter oft dahingehend, dass das Handy weniger benutzt wird – sie es ein internetfähiges Smartphone oder sogar nur ein einfaches Handy, das sich nur zum Telefonieren eignet und dafür, eine kurze SMS zu schreiben. Daher lohnt es sich, zunächst das eigene (veränderte) Surf- beziehungsweise Telefonier-Verhalten zu hinterfragen, ehe man sich vorschnell etwas „aufschwätzen“ lässt.

Der O2-Senioren-Tarif

Wie erwähnt, bietet der Netzanbieter O2 der spanischen Betreibergesellschaft Telefonica einen speziellen Handytarif für Senioren an. Im Endeffekt handelt es sich dabei um eine Auswahl aus drei verschiedenen Normaltarifen, auf die Sie jeweils 10 Euro Ermäßigung erhalten, wenn Sie die zur Generation 60 Plus zählen (unter dieser Bezeichnung „60 Plus“ bietet O2 den Rabatt an).

Da sich so mancher Handytarif von heute auf morgen ändert, gilt hier der Stand vom Juli 2021. Zu diesem Zeitpunkt ist folgendes Angebot aktuell:

  • Der O2-Free S Boost: EU-weite Telefonflatrate und 6 Gigabyte Datenvolumen für mobiles Internet – monatliche Kosten: 14,99 Euro
  • Der O2-Free M: EU-weite Telefonflatrate und 20 Gigabyte Datenvolumen für mobiles Internet – monatliche Kosten: 19,99 Euro
  • Der O2-Free M Boost: EU-weite Telefonflatrate und 40 Gigabyte Datenvolumen für mobiles Internet – monatliche Kosten: 24,99 Euro

Zu beachten ist, dass dieser Rabatt Bestandskunden nicht automatisch gewährt wird. Er gilt nur bei einer Vertragsverlängerung oder für Neukunden.

Gerade der günstigste Tarif ist dabei für die allermeisten Senioren ausreichend, da bei einem normalen Surfverhalten (also ohne, dass über das Smartphone viel Musik beziehungsweise Filme gestreamt wird), die sechs Gigabyte völlig ausreichend sind.

Handyvertrag Telekom: Senioren nicht extra berücksichtigt

Telekom-Tarife für Rentner sucht man leider vergeblich. Zumindest wenn man explizit nach einem Handytarif für Senioren sucht.

Lediglich im Festnetzbereich bietet die Telekom Rabatte für die Generation 60 Plus an. Wenn man also einen zusammen mit dem Handytarif gleich einen neuen Vertrag für das heimische Festnetz und den Internet-Anschluss wählt, können Senioren durchaus sparen. Dies liegt allerdings daran, dass das Komplettpaket, die Senioren-Allnet-Flat der Telekom, ermäßigt ist – nicht der gesonderte Handytarif.

Wer also nur nach einem günstigen Handytarif sucht, zahlt hier im Endeffekt drauf – mitunter für Leistungen und schnelle Leitungen für das heimische Internet, die Sie womöglich gar nicht benötigen.

Handyvertrag für Senioren: Vodafone ohne 60-Plus-Tarif

Die beiden großen Marktführer Telekom und Vodafone ähneln sich sehr oft in ihrer Tarifgestaltung. Dies betrifft auch einen möglichen Handytarif für Senioren. Denn ebenso wie bei der Telekom findet man diesen hier vergebens.

Und ebenso wie bei der Telekom gibt es bei Vodafone Rabatte bei Komplettpaketen für Senioren. Da die wenigsten mit ihrem Festnetz allerdings bereits bei Vodafone sein dürften, beinhaltet dies auch immer eine einmalige Wechselgebühr – insbesondere, wenn Sie Ihre Rufnummer behalten möchten.

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Handytarif für Senioren: Prepaid oder Vertrag?

Nicht jeder benötigt einen dauerhaften Handyvertrag. Viele möchten auch flexibel sein und sich nicht über mindestens 24 Monate an einen Handyanbieter binden. Daher fragen sich viele, ob sie ein Prepaid-Tarif womöglich die bessere Wahl sein könnte.

Im Gegensatz zu einem Handytarif mit Vertragsbindung, müssen Sie Ihr Guthaben vorher „aufladen“, ehe Sie telefonieren beziehungsweise mobiles Internet unterwegs nützen können. Dies kann entweder telefonisch, über das Internet oder über Guthabenkarten geschehen, die Sie im Handel an vielen Stellen kaufen können. In allen Fällen kaufen Sie einen Code, den Sie in das Handy eingeben und so das Guthaben zufügen.

Dies bringt Ihnen immer hundertprozentige Kostenkontrolle und größtmögliche Flexibilität – gerade, wenn Sie Ihr Handy wenig nutzen (zum Beispiel als Notfallhandy). Wer jedoch sein Handy häufig nutzt, für den lohnt sich ein Vertrag. Dieser ist mit der Zeit nicht nur praktischer, sondern für Vieltelefonierer und- surfer auch erheblich günstiger.

Welche Prepaid-Karte für Seniorenhandy?

Wer sich für eine Prepaid-Karte entschieden hat, sollte sich weniger Gedanken um die Minuten-Tarife machen. Diese sind bei den beiden großen Anbietern Telekom und Vodafone ähnlich, bei O2 etwas günstiger. Da Sie aber Ihr Handy ohnehin nur wenig nutzen, dürfte dieser Kostenunterschied nur wenig ins Gewicht fallen. Außerdem binden Sie sich ja nicht, sondern können jederzeit den Anbieter wechseln – Sie müssen dann lediglich die SIM-Karte im Handy austauschen.

Da ein Prepaid-Nutzer vor allem auf die Erreichbarkeit im Notfall Wert legt, sollten Sie hier besonders darauf achten, dass Sie ein Netz wählen, das auch in Ihrem Umkreis erreichbar ist. In den großen Städten und Metropolen sind alle drei Netzanbieter gut aufgestellt. Wer jedoch in einer ländlichen Region oder in einem abgeschiedenen Tal wohnt oder in solchen Gegenden oft unterwegs ist, könnte mitunter gerade bei O2 Probleme bekommen.

Die beste Netzabdeckung bietet nach wie vor immer noch die Telekom mit Ihrem D1-Netz, nicht gefolgt von Vodafone mit dem D2-Netz. Dennoch haben auch diese Anbieter Funklöcher. Ob Sie in Ihrer Region davon betroffen sind, können Sie bei der jeweiligen Betreibergesellschaft überprüfen:

Außer den Netzbetreibern selbst gibt es doch diverse weitere Anbieter. Diese nutzen allerdings alle eines der drei genannten Netze. Sie sollten sich also genau informieren, welches Netz Ihr bevorzugter Anbieter verwendet.

Handy mit Vertragsbindung: Das gilt es zu beachten

Gerade wer gerne häufig mobil surfen möchte, kommt auf Dauer vermutlich um einen Vertragsabschluss nicht herum. Und hier tobt die Preisschlacht. Mit dem Ergebnis, dass Sie bereits zwischen 10 und 15 Euro gute Tarife finden, die – je nach Datenvolumen, also nach Kontingent – bereits für Sie ausreichen könnten.

Wer sein Smartphone wirklich nur sehr, sehr wenig nutzt, kommt sogar schon günstiger ans mobile Internet. Einige Beispiele (Stand Juli 2021):

  • McSim mit dem LTE-Mini-Tarif: 50 Minuten und 500 Megabyte für 3,99 Euro monatlich beziehungsweise 100 Minuten und 1 Gigabyte für 5,99 Euro monatlich
  • Tchibo Mobil mit dem Smart-Tarif: Unbegrenzte Telefonie und 50 Megabyte für 7,16 Euro monatlich beziehungsweise 1,5 Gigabyte für 9,16 Euro monatlich
  • PremiumSIM mit dem LTE-S-Tarif: Unbegrenzte Telefonie und 2 Gigabyte für 9,61 Euro monatlich

Alle drei Anbieter nutzen dabei das O2-Netz.

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Welches Smartphone ist für alte Leute am besten?

Welches Smartphone Sie auswählen, ist natürlich von Ihrem persönlichen Geschmack abhängig und auch davon, welche Funktionen Sie gerne brauchen und nutzen.

Es gibt jedoch zwei Hersteller die insbesondere für ältere Menschen Geräte anbieten, die sich durch ein besonders großes Display, einfache Bedienung und Stabilität auszeichnen:

  • Emporia
  • Doro

Gerade das „Emporia Smart 5“ fällt immer wieder als Testsieger positiv auf. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehlen wir unseren entsprechenden Artikel zum Seniorenhandy.

Wem die Umwelt und nachhaltige Produktionsmethoden am Herzen liegen, hat ebenfalls eine Alternative zu den großen Herstellern aus Fernost oder den USA: das niederländische „Fairphone“.

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Handytarif für Senioren: Praktische Tipps

Wer einen passenden Handytarif für Senioren sucht, sollte auf jeden Fall einige praktische Tipps beherzigen, ehe Sie sich etwas andrehen lassen, mit dem Sie im Endeffekt unzufrieden sind und das an Ihrem Bedarf vorbei geht:

  • Lassen Sie sich helfen
    Fragen Sie Ihre Kinder, Enkel oder gute Freunde, die sich mit Handytarifen auskennen, ob Sie sie zur Beratung begleiten.
  • Hinterfragen Sie Ihr Nutzerverhalten
    Für welche Zwecke benutzen Ihr Telefon? Ist Ihnen das mobile Internet wichtig? Wenn ja: Welche Funktionen? Bedenken Sie, dass der Appetit oft mit dem Essen kommt und der Spaß mit zunehmender Nutzung steigen kann.
  • Achten Sie auf Konstanz
    Es gibt Aktionsangebote, die wirken auf den ersten Blick attraktiv. Allerdings steigen die Kosten nach dem 12. oder dem 24. Monat erheblich an. Fragen Sie gezielt nach solchen Fallen, um am Ende keine schlimme Überraschung zu erleben. Das gleiche gilt für eine automatische Erhöhung des Datentarifs, sobald Sie Ihr Volumen ausgeschöpft haben.
  • Prüfen Sie die Netzabdeckung
    Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie sich immer darüber Gedanken machen, wo Sie Ihr Handy am meisten nutzen und welche Netzabdeckung dort vorherrscht.
  • Vorsicht bei Gratis-Testangeboten
    Manche Handytarife enthalten kostenlose Testoptionen wie zum Beispiel einen Anti-Viren-Schutz. Hiervon sollten Sie allerdings die Finger lassen, denn diese gelten meist nur für weniger Wochen oder maximal drei Monate. Danach sitzen Sie in einer teurer Kostenfalle. Entscheiden Sie lieber selbstständig, welche Apps und Schutzprogramme Sie zu welchen Konditionen auf Ihr Smartphone laden.

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