Haushaltshilfe: Was Sie darüber wissen müssen

Wer den Haushalt nicht mehr selbst erledigen kann, benötigt eine Haushaltshilfe. Viele Senioren sind auf eine solche angewiesen, um nicht in ein Pflegeheim umziehen zu müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Großteil der Kosten sogar erstattet. Wir sagen Ihnen, auf was Sie bei der Suche und der Beschäftigung einer Haushaltshilfe achten müssen und wie Sie die Kosten geltend machen können.

Haushaltshilfe: Was Sie darüber wissen müssen

Wer benötigt eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe ist mehr als eine Putzfrau, die vielbeschäftigte Berufstätige einmal in der Woche dabei unterstützt, die Wohnung zu reinigen. Sie hilft bedürftigen Menschen dabei, sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen zu erledigen. Als hilfsbedürftig gilt dabei, wer die Tätigkeiten im Haushalts nicht mehr ohne fremde Hilfe bewältigen kann – sei es aufgrund von Alter, Pflegebedürftigkeit oder kurzfristig nach einer Operation.

Dabei darf man die Haushaltshilfe nicht mit dem Pflegedienst verwechseln. Ihre Aufgaben beschränken sich auf Tätigkeiten, die mit der Erledigung der tagtäglichen Dinge zu tun haben und beinhalten keine pflegerischen Aufgaben. Daher umfasst der Bereich einer Haushaltshilfe insbesondere:

  • Putzen
  • Kochen
  • Bügeln
  • Waschen
  • Aufräumen
  • Gartenarbeit
  • Kleine Reparaturen
  • Einkaufen
  • Fahrdienste

Außerdem kann die Haushaltshilfe eine Begleitung zu Arztbesuchen oder auch bei Spaziergängen übernehmen, sowie eine Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten oder Telefonaten sein.

Welche Arten von Haushaltshilfen gibt es?

Haushaltshilfe ist nicht gleich Haushaltshilfe. Ihre Aufgaben richtet sich nach der Person, den sie betreut, sowie dem Geldgeber. Diese können identisch sein, sind es häufig aber nicht. Daher lassen sich die unterschiedlichen Arten der Haushaltshilfen wie folgt unterteilen:

  • Haushaltshilfe von Kranken- oder Pflegekasse finanziert

    Bei Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder nach Operationen sind viele Menschen nicht in der Lage, ihren Haushalt zu bewältigen. In diesem Fall können sie sich an ihre Kranken- oder Pflegeversicherung wenden, die ihnen eine Haushaltshilfe finanziert. Dabei handelt es sich entweder um hauswirtschaftliche Mitarbeiter von zertifizierten Pflegediensten oder um Ehrenamtliche beziehungsweise Nachbarschaftshilfen.

    Je nach Umfang der Pflegebedürftigkeit, können sie auch Bestandteil einer 24-Stunden-Betreuung sein, die den Einsatz von Pflegekräften und Haushaltshilfen miteinander verbindet. Dabei wohnt die Haushälterin meist direkt bei der zu betreuenden Person, um auch im Notfall erste Ansprechperson zu sein.

  • Haushaltshilfe in Festanstellung

    Wer eine Haushaltshilfe nicht finanziert bekommt, kann sie selbst beschäftigen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Entweder als Minijob, als dauerhaft festangestellte Haushaltskraft oberhalb der Minijob-Grenze oder über eine Vermittlungszentrale, die sich darauf spezialisiert haben, ihre Mitarbeiter für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer an die Kunden gewissermaßen auszuleihen. Letzteres funktioniert vom System her vergleichbar mit einer Zeitarbeit.

    Bei diesen Varianten besteht freie Gestaltungsmöglichkeit bezüglich des Vertrages in Punkto Tätigkeitsfeld und zeitlichem Umfang. Lediglich der gesetzliche Mindestlohn ist zu beachten.

  • Selbstständige Haushaltshilfe

    Bei dieser Variante ist die Haushaltshilfe nicht angestellt, sondern schreibt Rechnungen auf Stundenbasis. Sie ist selbst für Versicherungen und das Abführen der Steuer verantwortlich, dafür ist sie aber auch frei darin, zu entscheiden, was sie wann erledigt und unterliegt keiner Weisungsgebundenheit.

    Auch hier gibt es Agenturen, die sich auf die Vermittlung von selbstständigen Haushaltshilfen spezialisiert haben. Für Kunden ist dies sicher die einfachste Möglichkeit, schnell eine Unterstützung für die alltäglichen Aufgaben zu bekommen.

Übrigens: Kosten für eine Haushaltshilfe können Sie zu 20 Prozent als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Bei einer Beschäftigung auf Minijob-Basis beträgt der Höchstbetrag 510 Euro, in einer sozialversicherungspflichtigen Festanstellung maximal 4.000 Euro.

Wann werden die Kosten für eine Haushaltshilfe erstattet?

Wer krank, pflegebedürftig oder in sonst einer Art eingeschränkt ist, hat die Möglichkeit, die Kosten für eine Haushaltshilfe nicht privat tragen zu müssen. Sie können in einem solchem Fall beantragen, dass Ihnen entweder Pflegekasse oder Krankenversicherung (AOK, Barmer, TK oder andere) die Haushaltshilfe finanziert. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Ohne Pflegegrad

    Wer nicht in einem Pflegegrad anerkannt ist, kann sich eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse finanzieren lassen. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie durch Krankheit, Operation oder sonstiger gesundheitlicher Einschränkung nicht in der Lage sind, den Haushalt führen zu können und dass eine im Haushalt lebende Person diese Aufgaben ebenfalls nicht übernehmen kann.

    Sind diese Voraussetzungen gegeben, übernimmt die Krankenkasse für vier Wochen die Kosten für eine Unterstützung. Dabei haben Sie als Versicherter jedoch eine Eigenbeteiligung von zehn Prozent der Kosten (mindestens fünf, höchstens zehn Euro pro Tag) zu tragen.

  • Mit Pflegegrad

    Wer einen anerkannten Pflegegrad hat, kann bei der Pflegekasse eine Haushaltshilfe beantragen. Bei Pflegegrad eins übernimmt die Pflegeversicherung bis zu 125 Euro monatlich und 160 Stunden pro Jahr – egal, ob diese gesetzlich oder privat ist.

    Allerdings sind Sie in der Auswahl der Haushaltshilfe nicht völlig frei, sondern müssen einen von den Pflegekassen zertifizierten Anbieter wählen. Dafür sind Sie flexibel in der zeitlichen Gestaltung: Wenn Sie den Betrag von 125 Euro in einem Monat nicht verbrauchen, können Sie den restlichen Betrag in den Folgemonat übernehmen. Auch eine Übertragung ins Folgejahr ist möglich – bis zu sechs Monate.

Wie finde ich die richtige Haushaltshilfe?

Wer eine Haushaltshilfe sucht, hat viele Möglichkeiten, eine geeignete zu finden. Wenn die Kosten von Krankenkasse oder Pflegeversicherung übernommen werden, werden diese Ihnen sowieso verschiedene Anbieter vorschlagen. Meist sind die Träger die üblichen sozialen Institutionen wie Caritas oder Nachbarschaftswerke. Es können jedoch auch freie Anbieter sein, wie zum Beispiel ambulante Pflegedienste, die auch Hilfen im Haushalt anbieten.

Wenn Sie die Kosten selbst tragen, müssen Sie nicht darauf achten, dass Ihre Haushaltshilfe von den Kassen zugelassen ist. So können Sie in den lokalen Kleinanzeigen, in Internetbörsen oder an schwarzen Brettern Ihrer Gemeinde suchen oder auf Empfehlungen aus Ihrem Bekanntenkreis vertrauen. Letztere Variante ist mit vielleicht die empfehlenswerteste, wenn Sie jemanden suchen, dem Sie sofort vertrauen können.

Welchen Weg Sie auch immer wählen: Wichtig ist, dass Sie den gesetzlichen Mindestlohn von aktuell 9,35 Euro pro Stunde einhalten. Üblich sind allerdings Stundensätze von zumeist zehn bis zwölf Euro.

Checkliste für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe

Um eine Haushaltshilfe zu finden, die für Sie auch wirklich eine zuverlässige Unterstützung darstellt, sollten Sie auf folgende Punkte wert legen:

  • Bauen Sie eine Vertrauensbasis auf

    Der Person, die Sie regelmäßig in Ihrer nächsten Umgebung haben, sollten Sie vertrauen können. Schließlich soll Sie Ihnen auch beim Einkauf und beim Aufräumen privater Bereiche helfen. Zudem sollten Sie Ihrer Haushaltshilfe einen Schlüssel anvertrauen können, dessen Übergabe Sie sich zwar quittieren lassen, aber der dennoch einen permanenten Zugang zu Ihrer Wohnung ermöglicht.

  • Schaffen Sie keine Gelegenheiten

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Sie sollten auch die netteste Haushaltshilfe nicht Versuchung führen, in dem Sie Wertsachen oder Geld offen herum liegen lassen.

  • Vereinbaren Sie einen Probetag

    Um zu sehen, wie zuverlässig Ihre Haushaltshilfe arbeitet, sollten Sie einen bezahlten Probetag vereinbaren. Auf diese Weise können Sie auch sehen, ob die persönliche Ebene zwischen Ihnen passt.

  • Definieren Sie die Tätigkeiten

    Bevor Sie die Haushaltshilfe fest engagieren, sollten Sie klar umreißen, welche Aufgaben von ihr zu bewältigen sind. Putzen? Waschen? Bügeln? Einkaufen? Gartenarbeit? All dies sollte genau besprochen und am besten schriftlich festgehalten werden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.

  • Geben Sie offenes Feedback

    Anfangs sollten Sie die Arbeit Ihrer Haushaltshilfe genau beobachten. Es gibt sicher genügend Dinge, von denen Sie wünschen, dass Sie auf eine gewisse Art und Weise erledigt werden, damit Sie sich wohl fühlen. Äußern Sie dies offen, sparen Sie aber auch nicht mit Lob, wenn es angebracht ist.

  • Setzen Sie klare Grenzen

    Kommunizieren Sie deutlich, wo Ihre Grenzen liegen und was Sie nicht möchten. Sollten diese mehrfach überschritten werden, sollten Sie auch keine Hemmungen haben, sich wieder unter Berücksichtigung der gesetzlichen Kündigungsfrist zu trennen.

  • Informieren Sie Ihre Versicherung

    Falls Ihre Haushaltshilfe nicht selbst haftpflichtversichert ist, sollten Sie sich bei Ihrer Hausratversicherung informieren, unter welchen Voraussetzungen, Schäden, die sie verursacht, abgedeckt sind.

Wie melde ich eine Haushaltshilfe auf Minijobbasis an?

Wenn Sie eine Haushaltshilfe privat beschäftigen, müssen Sie diese auf jeden Fall legal anstellen. Denn Schwarzarbeit kann teuer werden: Bis zu 5.000 Euro können die Bußgelder für illegale Beschäftigungsverhältnisse betragen.

Daher sollten Sie sich zuvor klar machen, über welchen Weg, Sie Ihre Haushaltshilfe beschäftigen: freiberuflich, festangestellt oder auf Basis einer 450-Euro-Beschäftigung, dem sogenannten Minijob.

Die meisten privaten Haushaltshilfen sind auf Minijobbasis angestellt. Der Vorteil ist, dass Ihre Haushaltshilfe die Tätigkeit nicht versteuern muss. Die Anmeldung dieser Tätigkeit erfolgt bei der Minijobzentrale und ist denkbar einfach. Sie müssen nur ein Formular mit dem Namen und dem monatlichen Gehalt Ihrer Haushälterin ausfüllen und Ihre Kontoverbindung angeben für den Einzug der pauschalen Steuer- und Sozialabgaben.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
15. März 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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