Hautkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Hautkrebs ist ein Überbegriff für alle bösartigen Wucherungen auf und in der Haut. Dazu zählen insbesondere die beiden häufigsten malignen Erkrankungen: der weiße und der schwarze Hautkrebs.

Jeder Jahr erkranken in Deutschland knapp 300.000 Menschen an solchen Hauterkrankungen. Gerade übermäßiges Aussetzen von Sonneneinstrahlung ist dabei ein großer Auslöser.

Wieviel davon bereits schon schädlich sein kann, wie Hautkrebs erkannt und therapiert werden kann und was Sie sonst über die Krankheit wissen müssen, erfahren Sie hier…

Hautkrebs: Symptome, Diagnose, Heilung

Definition: Was ist Hautkrebs?

Bösartige, also maligne Hauterkrankungen werden unter dem Sammelbegriff Hautkrebs zusammengefasst.

Dazu zählen verschiedene Veränderungen der Haut, die folgendermaßen zu unterteilen sind:

  • Weißer Hautkrebs
    Die häufigste maligne Hauterkrankung ist der weiße Hautkrebs. Zwar ist er nicht so gefährlich wie der schwarze, denn er streut nur sehr selten in andere Körperregionen, bildet also kaum Metastasen. Dennoch muss er meist entfernt werden.
  • Schwarzer Hautkrebs
    Schwarzer Hautkrebs ist zwar seltener als der weiße Hautkrebs, dafür aber viel gefährlicher. Auch als malignes Melanom bezeichnet, breitet er sich unbehandelt schnell und aggressiv im restlichen Körper aus und verursacht Tochtergeschwulste und Sekundärtumore – häufig in Lunge oder Leber. Sonneneinstrahlung fördert den schwarzen Hautkrebs, er kann jedoch auch an Körperstellen entstehen, die dem ultravioletten Licht (UV-Strahlung) der Sonne nicht ausgesetzt sind.
  • Stachelzellkarzinom
    Das Plattenepithelkarzinom, auch als „Stachelzellkarzinom“ bekannt, wächst tief in die Haut ein und betrifft hauptsächlich ältere Personen ab 60 Jahren. Hautpartien, die im Leben oft der Sonne ausgesetzt waren – meist am Kopf oder an den Armen – werden von diesem bösartigen Tumor befallen. Wenn er nicht behandelt wird, zerstört er aggressiv das umliegende Gewebe. Die Vorstufe dazu sind Rötungen und Verhornungen der Haut, die sogenannte aktinische Keratose.
  • Kaposi-Sarkom
    Dieser Hautkrebs ist sehr selten. Meist befällt er nur Menschen, die dauerhaft unter einem geschwächten Immunsystem leiden – zum Beispiel aufgrund einer HIV-Infektion. Das Kaposi-Sarkom bildet ebenfalls häufig Tochtergeschwulste – meist an Schleimhäuten und inneren Organen.

Symptome von Hautkrebs

So unterschiedlich die Arten des Hautkrebs sind, so unterschiedlich sind auch deren Symptome.

So sieht der schwarze Hautkrebs häufig aus wie ein dunkleres, ausgefranstes und asymmetrisches Muttermal. Manchmal ist er jedoch auch deutlich abgegrenzt.

Ob es sich dabei jedoch nur um einen harmlosen Leberfleck oder tatsächlich um Hautkrebs handelt, kann ein Laie schwer beurteilen. Dazu muss der Hautarzt die betroffene Stelle genau betrachten.

Diese Hautveränderungen entwickeln sich vergleichsweise schnell. Zwischen einem und vier Jahren benötigt der Hautkrebs nur, um sich zu einem gefährlichen Melanom zu entwickeln.

Handelt es sich um eine noduläre, also um eine knotige Veränderung, die mitunter sogar blutet, muss umgehend ge- und behandelt werden. Diese Unterart des schwarzen Hautkrebs ist die gefährlichste und aggressivste, da sie binnen weniger Monate in tiefere Hautschichten wächst und daher auch schnell streuen und Metastasen bilden kann.

Das Stachelzellkarzinom beginnt mit einer weißen oder rötlichen Verhornung und Entzündung der betroffenen Hautstelle. Mit der Zeit werden diese Stellen dicker und größer – sie sehen dann aus wie Warzen.

Der weiße Hautkrebs (Basaliom) hat äußerst viele Erscheinungsformen. Er kann sich entweder als helle, glänzende oder fast durchsichtige kleine Knötchen zeigen, als gelblicher Fleck oder als Hautabschürfung – vergleichbar mit der Schuppenflechte.

Da sich die Haut regelmäßig verändert und sich auch gutartige Verfärbungen und Flecken bilden, ist es für einen Laien extrem schwierig, genau zu bestimmen, ob und gegebenenfalls um welchen Hautkrebs es sich handelt.

Daher ist ein regelmäßiges Screening, also eine Beobachtung der Haut, durch den Spezialisten unabdingbar.

Info: Ursachen von Hautkrebs

Die Bildung von Hautkrebs wird vor allem durch UV-Einstrahlung gefördert. Je nach Hauttyp ist es daher ratsam, nicht zu lange ungeschützt in der Sonne zu verweilen.

Bildet sich ein leichter Sonnenbrand, ist es bereits schon deutlich zu spät. Denn die Haut vergisst nie und auch Jahre später können sich noch langfristige Folgen zeigen.

Daher raten Hautärzte zu folgenden Richtwerten:

  • Wer extrem helle Haut, rotblonde Haare und viele Sommersprossen hat, gilt als Hauttyp eins. Dieser Hauttyp sollte maximal zehn Minuten pro Tag ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.
  • Wer normal helle Haut, blonde Haare und wenige Sommersprossen und Leberflecken hat, gilt als Hauttyp zwei. Dieser Hauttyp sollte maximal zwanzig Minuten pro Tag ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.
  • Wer etwas dunklere Haut und Haare und kaum Leberflecken hat, gilt als Hauttyp drei. Dieser Hauttyp sollte maximal dreißig Minuten pro Tag ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.
  • Wer dunkle Haut und schwarze Haare hat und auch sonst eher als südländischer Typ gilt, ist Hauttyp vier. Dieser Hauttyp kann maximal vierzig Minuten pro Tag ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Sonnencreme kann diese Eigenschutzzeiten verlängern. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt dabei den Multiplikator an.

Beispiel: Hauttyp zwei mit Lichtschutzfaktor 25 ergibt 500 Minuten (zwanzig mal 25), also ungefähr 8 Stunden.

Dies ist dann aber das absolute Maximum. Da die Sonneneinstrahlung immer aggressiver wird, wird inzwischen eher zu einem höherem LSF geraten (30 bis 50 – je nach Hauttyp).

Mehrmaliges Eincremen erhöht dabei den Lichtschutzfaktor nicht, verhindert aber, dass die Sonnencreme durch den Schweiß der Haut abgetragen wird.

Neben dem UV-Licht spielen beim Hautkrebs-Risiko aber auch genetische Veranlagung eine untergeordnete Rolle.

Diagnose bei Hautkrebs

Besteht ein Verdacht auf Hautkrebs, wird der Arzt die Stelle zunächst gründlich mit einem Dermatoskop betrachten. Dieses besondere Vergößerungsglas gleicht einer speziellen Lupe.

Bestätigt diese oberflächliche Betrachtung die erste Vermutung, wird er die kleine Hautstelle unter lokaler Betäubung herausschneiden und im Labor untersuchen.

Wenn das Laborergebnis zweifelsfrei einen Hautkrebs feststellt, werden weitere Untersuchungen angeordnet, um sicherzugehen, dass sich noch keine Metastasen gebildet haben.

Dazu gehören neben bildgebenden und radiologischen Verfahren auch Untersuchungen des Blutes.

Tipp: Hautkrebs-Vorsorge

Ab einem Alter von 35 Jahren sollten Sie alle zwei Jahren zum Hautarzt gehen, um dort mittels einer Früherkennungsuntersuchung (sogenanntes Hautkrebs-Screening) alle gefährdeten Hautstellen abklären zu lassen.

Wird ein Hautkrebs frühzeitig erkannt, kann er nämlich problemlos herausgeschnitten werden und die Chancen auf eine Heilung liegen bei nahezu hundert Prozent.

Zudem ist ein solches Screening einfach, schnell und schmerzfrei. Zunächst wird der Arzt Sie ausführlich zu Ihren Risikofaktoren befragen und im Anschluss Ihren Körper genau in Augenschein nehmen.

Ferner sollten Sie selbst genau auf Veränderungen an Ihrer Haut achten. Kommt Ihnen etwas verdächtig vor, ist es besser, lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zum Dermatologen gehen.

Dabei hilft die ABCD-Regel: Verdächtig ist eine Hautstelle, wenn sie…

  • Asymmetrisch
  • Begrenzt
  • Coloriert (also dunkel verfärbt)
  • größer als zwei Millimeter Durchmesser

…ist. Eine rapide Veränderung ist ebenfalls verdächtig.

Verlauf und Behandlung von Hautkrebs

Je nachdem, wie weit der Hautkrebs fortgeschritten ist, gibt es verschiedene Therapieformen. Wird er früh erkannt, kann er wie oben erwähnt im Anfangsstadium einfach herausgeschnitten werden. Manchmal reicht auch ein Abschaben oder ein Vereisen.

Hat sich der Tumor jedoch bereits in tiefere Hautschichten eingewuchert und womöglich gar Metastasen gebildet, ist die Behandlung aufwändiger und belastender für den Körper.

Zumeist wird der Patient mittels Röntgenbestrahlung (Strahlentherapie) oder Chemotherapie behandelt. Häufig werden diese Therapieformen auch durch eine Verabreichung von Immunzellen (Immuntherapie) ergänzt.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Hautkrebs (insbesondere am schwarzen) zu sterben, liegt bei etwa zehn Prozent. Dies sind jedoch alles Fälle, in denen der Tumor bereits lange unentdeckt geblieben ist und Metastasen gebildet hat.

In solch einem späten Stadium ist eine Heilung sehr schwierig. Wird jedoch der Hautkrebs bei einer regelmäßigen Früherkennung entdeckt und befindet sich noch im Anfangsstadium, ist eine Heilung meist nur eine Formsache.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
31. Juli 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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