Heimarbeit: Tipps für die seriöse Arbeit zuhause

Den Wunsch, in Heimarbeit Geld zu verdienen, haben viele Rentner. Bequem von zuhause aus ein wenig die Rente aufbessern – das klingt reizvoll. Doch nur wenige wissen, wie sich das in der Praxis umsetzen lässt. Hinzu kommt ein schlechtes Image von Heimarbeit: Kugelschreiber zusammenbauen, Briefmarkenschaupackungen erstellen oder Wundertüten befüllen – das sind häufig immer noch die Vorstellungen, die mit Heimarbeit verbunden sind. Daher stellt sich in diesem Zusammenhang auch häufig die Frage nach der Seriosität. Was unter Heimarbeit zu verstehen ist, worauf Sie dabei achten müssen, welche Jobs wirklich Sinn machen und seriös sind und wo es sich nur um Abzocke handelt, zeigen wir Ihnen gerne…

Heimarbeit: Tipps für die seriöse Arbeit zuhause

Definition: Was ist Heimarbeit?

Definition: Was ist Heimarbeit?Nicht wenige Rentner können sich vorstellen, in ihrem Ruhestand noch die eine oder andere stressfreie Tätigkeit von zu Hause aus zu erledigen. Die Zeit kann man sich flexibel so einteilen, wie man es für richtig hält und dennoch kann man sich mit einer sinnvollen Tätigkeit einen kleinen Zuverdienst erwirtschaften.

Doch nicht nur Rentner arbeiten in Heimarbeit. Auch reguläre Arbeitnehmer, die sich bei herkömmlichen Jobs zu sehr in ein Korsett gepresst fühlen, schwören darauf.

Gemäß Heimarbeitsgesetz § 2 Absatz 1 gilt:

Heimarbeiter im Sinne dieses Gesetzes ist, wer in selbstgewählter Arbeitsstätte (eigener Wohnung oder selbstgewählter Betriebsstätte) allein oder mit seinen Familienangehörigen (Absatz 5) im Auftrag von Gewerbetreibenden oder Zwischenmeistern erwerbsmäßig arbeitet, jedoch die Verwertung der Arbeitsergebnisse dem unmittelbar oder mittelbar auftraggebenden Gewerbetreibenden überläßt. Beschafft der Heimarbeiter die Roh- und Hilfsstoffe selbst, so wird hierdurch seine Eigenschaft als Heimarbeiter nicht beeinträchtigt.

Damit fällt auch die Arbeit im Homeoffice unter diese Regelung. Üblicherweise ist mit Heimarbeit allerdings kein Homeoffice gemeint. Homeoffice bezeichnet vor allem die Tätigkeit von Arbeitnehmern, die in einem normalen Angestelltenverhältnis stehen, allerdings gelegentlich oder dauerhaft von zu Hause aus arbeiten.

Heimarbeit hingegen beinhaltet Tätigkeiten, die oft als Auftragsarbeiten für andere in angestellter oder selbstständiger Form von zuhause aus erledigt werden. Sie sind daher vor allem für diejenigen interessant, die entweder zeitlichen Verpflichtungen oder räumlichen Zwängen unterliegen. Dazu zählen neben Rentnern auch beispielsweise Personen in Elternzeit oder Studenten, die sich noch etwas Geld hinzuverdienen wollen.

Beschäftigungsverhältnisse in der Heimarbeit

Beschäftigungsverhältnisse in der HeimarbeitFür einige ist Heimarbeit eine Möglichkeit, eine eigene Existenz aufzubauen, andere sind froh über ein fixes Einkommen und klare Arbeitsanweisungen. Daher ist vor allem Folgendes zu unterscheiden:

  • Heimarbeit im Angestelltenverhältnis

    Wer unselbständige Heimarbeit leistet, erhält seine Aufträge per Mail beziehungsweise Internet, per Post oder per Telefon von einem festen Arbeitgeber. Sobald Sie die Arbeit erledigt haben, übermitteln Sie diese auf dem gleichen Weg. Häufig werden diese Jobs in Heimarbeit als Neben- oder Gelegenheitsjobs angeboten.

    Wer nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht, also nicht mehr als 450 Euro im Monat verdient, braucht sich keinerlei Gedanken über Steuer, Sozialversicherung und Ähnliches machen. Sie sind von den Sozialabgaben befreit, Ihr Arbeitgeber hingegen zahlt Steuern und Sozialabgaben. Sobald Ihr Einkommen über der Minijob-Grenze liegt, müssen Sie die Zuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Jahr beachten. Verdienen Sie darüber, wird Ihnen dies zu 40 Prozent auf Ihre Rente angerechnet.

  • Heimarbeit als Selbständiger

    Wer Heimarbeit als Selbständiger leistet, also auf Honorarbasis arbeitet, muss sich selbst um Steuern, Versicherung und Abzüge kümmern. Das trifft üblicherweise auf Arbeitnehmer zu, die als Freelancer arbeiten. Die Zuverdienstgrenze gilt im Rentenalter ebenfalls.

    Besonders aufpassen müssen Sie allerdings, wenn Sie nur für einen Auftraggeber in Heimarbeit arbeiten: Der Vorwurf der Scheinselbständigkeit kann auch Rentnern gemacht werden! Auch wenn der Auftraggeber weisungsbefugt ist und Sie zu bestimmten Zeiten zu Hause erreichbar sein müssen, erfüllen Sie nicht die Kriterien für Selbständigkeit. Daher sollten Sie entweder mehrere Jobs gleichzeitig ausüben oder sich um eine Anstellung bemühen, um auf der sicheren Seite zu sein. Informationen dazu erhalten Sie auch bei Ihrem Ansprechpartner bei der Deutschen Rentenversicherung.

Welche seriösen Jobs in Heimarbeit gibt es?

Es gibt viele Möglichkeiten, Geld in Heimarbeit zu verdienen. Einige Jobs sind auch im Alter für Quereinsteiger geeignet und brauchen wenig bis keine Vorkenntnisse. Andere hingegen erfordern Fachkenntnisse und Berufserfahrung.

Ein großer Vorzug heutzutage: Durch das Internet gibt es eine Vielzahl an Bürotätigkeiten, für die Sie lediglich einen Computer und Internet- und Telefonzugang benötigen. Firmen, die Heimarbeit anbieten, arbeiten in der Regel alle mit diesen Kanälen. Das Angebot an Jobs ist hingegen vielfältig:

  • Produkttester

    Zieht die neue Antifaltencreme tatsächlich so schnell ein wie behauptet? Und wie funktioniert eigentlich dieses Küchengerät? Als Produkttester testen Sie Produkte noch vor Markteinführung und äußern sich dann zur Funktionalität. Je nach Anbieter kann Ihre Aufgabe darin bestehen, Ihre Erfahrungen in einer Kundenrezension zu verfassen oder Sie müssen einen Fragebogen ausfüllen. Für den Hersteller ist Ihre Arbeit wichtig, damit mögliche Verbesserungen vorgenommen und Bedienungsfehler ausgeschlossen werden können und so die Produkte möglichst bei den professionellen Tests als Testsieger hervorgehen.

    Benötigtes Wissen:

    Für diese Aufgabe brauchen Sie in der Regel keinerlei besondere Vorkenntnisse – im Gegenteil. Geht es beispielsweise um technische Geräte, sollte die Bedienung intuitiv erfolgen können und nicht erst durch ein Ingenieursstudium.

    Verdienst:

    Der Verdienst ist hier nicht besonders hoch. Vor allem als Anfänger verdienen Sie eher durch die Masse an Produkten. Der Vorteil ist allerdings, dass Sie häufig das getestete Produkt behalten dürfen. Je nach Unternehmen und Einsatz Ihrerseits sind bis zu 25 Euro pro Test möglich, was sich bei dem nötigen Fleiß auch auf einen vierstelligen Betrag summieren kann.

  • Online-Umfragen

    Ihre Aufgabe besteht darin, Umfragen von Meinungsforschungsinstituten zu beantworten, eines der bekanntesten ist die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK). Hier wird Ihr Konsumverhalten anhand Ihrer Einkäufe ermittelt und somit Rückschlüsse auf bestimmte Käufergruppen gezogen. Sie sammeln auf diese Art Prämienpunkte und nehmen an Verlosungen für Konsumgüter oder Reisen teil.

    Benötigtes Wissen:

    Im Normalfall werden bei Umfragen zur Meinungsforschung keine Anforderungen an Fähigkeiten oder Vorkenntnisse gestellt. Allerdings wird ein Profil von Ihnen erstellt, bei dem Sie Angaben zu Ihrer Person machen müssen. So wird geprüft, inwieweit Sie zu den Umfragen passen und an welchen Sie teilnehmen. Das Problem: Die Ablehnungsquote ist bei manchen Anbietern recht hoch, zudem müssen Sie viele Daten zur Verfügung stellen.

    Verdienst:

    Der Verdienst ist eher gering und ebenfalls nur über die Masse zu machen. Wichtig zu wissen: Die Anzahl der Umfragen pro Monat und Person sind bei den Meinungsforschungsinstituten begrenzt. Steigern können Sie das Ganze, indem Sie sich bei möglichst vielen Anbietern registrieren. Dennoch sind bei maximalem Einsatz und schneller Reaktion lediglich 100 bis 300 Euro möglich.

  • Lektor

    Wer stilistisch und grammatikalisch fit ist und mit der Deutschen Sprache umgehen kann, für den bietet sich eine Tätigkeit als Lektor an. Das Lektorat umfasst nicht nur die Korrektur und das Nachbearbeiten der Texte, sondern achtet zusätzlich auf Lesbarkeit und Verständlichkeit. Schachtelsätze werden umformuliert, logischer Aufbau kontrolliert. Es gibt eigene Plattformen für Lektoren in Heimarbeit, die ihre Mitarbeiter zumeist nach Wörtern bezahlen.

    Benötigtes Wissen:

    Im Idealfall können Sie Ihr sprachliches Verständnis und Geschick durch ein passendes Studium, eine Ausbildung oder Berufserfahrung in einem relevanten Bereich belegen. Wer als Lektor in Heimarbeit arbeiten möchte, benötigt sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache. Speziell Rechtschreibung und Grammatik stehen dabei im Vordergrund.

    Verdienst:

    Auch hier gibt es einen großen Spielraum beim Verdienst, abhängig vom Unternehmen und der konkreten Aufgabe. Manche Unternehmen zahlen um die acht bis zehn Cent pro Wort. Andere zahlen 15 bis 25 Euro Stundenlohn für die Überarbeitung von Abschlussarbeiten.

  • Callcenteragent

    Einige Callcenter, aber auch Meinungsforschungsinstitute suchen Personal, das von Zuhause aus Outbound- und Inbound-Telefonate mit Kunden führt. Sie unterbreiten Angebote, führen Umfragen zu Produkten durch oder nehmen Kundenanfragen entgegen. Wie bei allen Jobs im Dienstleistungssektor ist freundliches Verhalten der Kundschaft gegenüber Grundvoraussetzung.

    Benötigtes Wissen:

    Ob weitere Erfahrung notwendig ist, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Meist werden neue Mitarbeiter umfangreich geschult. Bei Reklamationen für technische Geräte wird eine Ausbildung im technischen Bereich durchaus gern gesehen. Empfehlenswert ist zudem eine hohe Stressresistenz, da manche Kunden ihren Frust beim Callcenteragent ablassen.

    Verdienst:

    Die Bezahlung setzt sich häufig aus einem Stundenlohn und weiteren Provisionen beziehungsweise Boni zusammen. Bei einer Vollzeittätigkeit kann Ihr Gehalt zwischen 2.000 und 3.000 Euro liegen.

  • Internetassistenz

    Recherche von Informationen, Terminplanung oder Telefonate – im Internet können Sie als virtueller Assistent Aufgaben für Auftraggeber wie in einem normalen Sekretariat übernehmen. Die Tätigkeiten können sich bis aufs Gebiet von Marketing, Design und Social Media erstrecken. Sie kümmern sich dabei um alle Aufgaben, die an Sie weitergegeben werden und stehen Ihrem Auftraggeber bei seiner Arbeit unterstützend zur Seite.

    Benötigtes Wissen:

    Durch das breit gefächerte Aufgabengebiet ist auch der berufliche Hintergrund weit gefasst: Eine Ausbildung in einem kaufmännischen Job ist nicht von Schaden, noch passender natürlich direkte Berufserfahrung in einem Sekretariat oder als persönlicher Assistent. Freundlichkeit, Erreichbarkeit und Flexibilität sind dabei ein Muss.

    Verdienst:

    Plattformen wie Strandschicht oder eAssistentin vermitteln die virtuellen Assistenten ganz nach den persönlichen Bedürfnissen des Auftraggebers. Die Verdienstmöglichkeiten variieren entsprechend je nach Projekt. Die Bezahlung richtet sich nach Umfang der gebuchten Stunden. Bei eAssistentin bekommt ein Kunde, der für 300 Stunden bucht, seine Internetassistenz bereits ab 4,99 Euro pro Stunde.

  • Onlinehändler

    Zu den Jobs, mit denen Sie in Heimarbeit Geld verdienen können, gehört auch der Onlinehändler. Hier verdienen Sie über den Verkauf von verschiedenen Produkten durchaus gutes Geld. Sicherlich haben Sie noch Kleidung oder andere Gegenstände, die Sie über Auktionen wie Ebay oder ähnlichen Portalen weiterverkaufen können. Auch viele Apps wie Kleiderkreisel oder Shpock ermöglichen den Second-Hand-Verkauf bequem übers Smartphone. Wenn Sie selbst ein Produkt herstellen und das Ganze etwas professioneller aufziehen möchten, kann ein kleiner Onlineshop sogar der Start in die Selbständigkeit sein.

    Benötigtes Wissen:

    Vorkenntnisse oder Fähigkeiten benötigen Sie für diese Heimarbeit zunächst nicht. Sie müssen lediglich auf den jeweiligen Plattformen angemeldet und aktiv sein. Ansonsten benötigen Sie passende Produkte, die Sie verkaufen können. Ein Netzwerk ist zudem von Vorteil, wenn Sie auch Gegenstände oder Kleidung von Freunden und Bekannten verkaufen möchten. Gutes Verhandlungsgeschick hilft außerdem, um gute Preise zu erzielen.

    Verdienst:

    Der Verdienst hängt auch hier von Ihrem Elan und im Falle eines Second-Hand-Handels von Ihren Produkten ab. Gefragt sind Markenprodukte, die möglichst neuwertig sind. Technische Produkte gehen mitunter noch für einige hundert Euro über den Tisch.

  • Blogger

    Eine beliebte Form der Heimarbeit ist das Betreiben eines eigenen Blogs. Der Themenvielfalt sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt. Egal ob Ihr privates Hobby, an dem Sie anderen teilhaben lassen, aktuelle Geschehnisse, über die Sie berichten und Ihre Meinung äußern oder Erlebnisse aus Ihrem Alltag, mit denen Sie sich im Blog auseinandersetzen – Sie können Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wenn Sie in Heimarbeit einen Blog führen wollen. Wichtig ist, dass es sich um einen Bereich handelt, für den Sie sich wirklich begeistern können. Zum einen werden Sie sich langfristig damit beschäftigen, zum anderen braucht es Ihre Begeisterung, um Leser zu animieren und diese ebenfalls in den Bann zu ziehen sowie dauerhaft zu binden.

    Benötigtes Wissen:

    Dank der technischen Hilfsmittel heutzutage brauchen Sie für den Anfang kaum Vorkenntnisse zum Bloggen. Sie können quasi sofort loslegen und die ersten Artikel oder Bilder zu Ihrem Wunschthema veröffentlichen. Dies gilt besonders, wenn Sie einen kostenlosen Hostingdienst nutzen, um mit dem Bloggen zu beginnen.

    Verdienst:

    Gerade zu Beginn ist es eine Herausforderung, mit dem Blog in Heimarbeit Geld zu verdienen. Leserzahlen müssen erst einmal aufgebaut werden und so erfordert es oft einige Geduld und viel Zeit, bis durch Werbung oder andere Vermarktungsmaßnahmen ein wirkliches Einkommen erzielt wird. Empfehlenswert ist es deshalb, sich nicht vom ersten Tag vollkommen auf die Umsätze eines Blogs in Heimarbeit zu verlassen. Starten Sie diesen zunächst neben einem anderen Standbein – vielleicht anderen Tätigkeiten in Heimarbeit.

  • Texter

    Eine weitere Möglichkeit, um mit dem Schreiben in Heimarbeit Geld zu verdienen, ist die Arbeit als Texter. Sie verfassen Texte für Webseiten oder Werbeagenturen, schreiben Artikel für andere Blogs oder erhalten andere Aufträge für verschiedene Schreibaufgaben. Beliebt sind beispielsweise Texte für E-Books oder Inhalte für Homepages.

    Benötigtes Wissen:

    Um als Texter zu arbeiten, benötigen Sie vor allem fehlerfreie Grammatik, Rechtschreibung und im Idealfall ein gutes Sprachgefühl. Mit einem Studium oder einer Ausbildung in einem passenden Bereich können Sie punkten, diese sind aber nicht zwingend erforderlich.

    Verdienst:

    Freie Texter in Heimarbeit werden oft pro Wort bezahlt, das sie für einen Auftrag schreiben. Die Preise variieren stark und hängen auch von Branche und Portal ab. Mal gibt es 5 Cent pro Wort, es können aber auch 10 oder 12 Cent pro Wort verdient werden. In manchen Portalen können Sie auch vorab einen Pauschalpreis vereinbaren.

Kugelschreiber oder Wundertüten: Indizien für unseriöse Heimarbeit

Kugelschreiber, Wundertüten und Briefmarken: Indizien für unseriöse HeimarbeitDie Nachfrage und Suche nach Heimarbeit ist groß. Viele sehnen sich nach dem schnellen Verdienst von daheim aus. Sie haben jedoch alle das gleiche Problem: Eine Heimarbeit zu finden, die seriös ist. Leider haben einige von ihnen keine guten Erfahrungen gemacht, denn auf dem Markt tummeln sich viele schwarze Schafe:

In Heimarbeit Verpackungsarbeiten von zuhause aus machen – viele denken noch immer an Kugelschreiber zusammenschrauben, Wundertüten packen, Adressen etikettieren und Briefmarkenschaupackungen erstellen. Das klingt nach leichter Arbeit, für die nicht viele Vorkenntnisse vorhanden sein müssen und die sich so nebenbei erledigen lässt.

Nach kurzer Suche finden sich auch entsprechende Seiten im Internet, die solche Tätigkeiten vermitteln. Auf den ersten Blick wirken Anbieter seriös, verzichten auf allzu reißerische Werbung und präsentieren ansprechende Bilder sowie aussichtsreiche Einkommensbeispiele für diese Art der Heimarbeit.

Doch statt Heimarbeit droht hier Abzocke. Bevor Sie sich festlegen, Zusagen machen oder gar irgendetwas unterschreiben, sollten Sie möglichst gründlich recherchieren.

Je mehr glaubhafte Informationen Sie über einen Anbieter sammeln können, desto besser. Lassen Sie sich jedoch nicht nur vom Internetauftritt eines Anbieters täuschen. Diese lassen sich vergleichsweise einfach manipulieren. Im Zweifelsfall können Sie auch bei Verbraucherzentralen nachfragen. Diese verfügen über eine lange Liste an Firmen, die Heimarbeit anbieten und mit denen andere bereits schon schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Das hat auch seine Gründe:

  • Wirtschaftlichkeit

    Für nahezu alles gibt es heutzutage entsprechende Maschinen, die in unvorstellbarer Stückzahl und Schnelligkeit produzieren. Wieso sollte eine Massenware wie einfache Kugelschreiber in Heimarbeit zusammengebaut werden?

    Schon aus wirtschaftlichen Gründen rechnet sich diese Arbeit nicht. Anbieter werben mit scheinbar lukrativen Stückpreisen, die Praxis sieht allerdings meist anders aus: Die Preise für Stückzahlen sind so gering, dass Sie nie finanziell auf einen nennenswerten Betrag kommen werden, völlig egal, wie fleißig Sie zusammenschrauben.

    Gerade einfache und günstige Plastikkugelschreiber werden häufig in Ländern mit niedrigen Produktions- und Lohnkosten maschinell hergestellt. Die Erfahrung zeigt deshalb leider: Seiten, die Heimarbeit wie das Zusammenschrauben von Kugelschreibern und dergleichen anbieten, sind meist nicht seriös.

  • Vorkasse

    Ein weiteres Kriterium, wie Sie erkennen, ob es sich um einen seriösen Job in Heimarbeit handelt, sind die Konditionen. Teilweise werden die merkwürdigsten Begründungen hervorgebracht, warum ein Heimarbeiter in Vorkasse gehen soll – als Sicherheit für die Materialkosten beispielsweise.

    Diese Sicherheitsleistung wird teilweise auch als „Starterpaket“ oder „Infopaket“ bezeichnet. Dabei wird maximal Ramsch-Ware verschickt, die der Heimarbeiter selbst zusammenbauen oder in Wundertüten abfüllen soll. Am Ende bleiben Sie jedoch genau darauf sitzen, da im Kleingedruckten lediglich zugesagt wurde, Ihnen gegen Vorkasse ein Infopaket zuzuschicken. Deutlich häufiger allerdings passiert es, dass nichts geschickt wird und Sie nach Überweisung Ihres Geldes nie wieder etwas vom Auftraggeber hören.

    Das angebliche Befüllen von Wundertüten ist in der Regel also eine Betrugsmasche. Das gleiche gilt für Briefmarkenschaupackungen oder dem Etikettieren von Adressen.

    Viele Anbieter versuchen, sich in die Anonymität zu flüchten. Wann immer Sie in Vorkasse gehen sollen, empfiehlt es sich, die Finger von diesem Job zu lassen.

  • Impressum

    Internetseiten aus Deutschland sind verpflichtet, ein Impressum aufzuführen. Wer diese Pflicht umgeht, indem er auf Webseiten aus dem Ausland zurückgreift, macht sich direkt verdächtig. Ebenfalls hellhörig sollten Sie sein, wenn das Impressum unvollständig ist.

    Normalerweise muss der Name des Betreibers beziehungsweise eine vertretungsberechtigte Person angegeben sein. Diese Namen können Sie im Internet recherchieren, ebenso wie Sie versuchen sollten, etwas über den potenziellen Heimarbeit-Arbeitgeber herauszufinden.

    Telefonnummer und Sitz des Betreibers sind ebenfalls verpflichtende Angaben. Fehlen auch sie, oder wird lediglich eine kostenpflichtige Telefonnummer angeboten, spricht dies gegen die Seriosität des Anbieters und handelt es sich vermutlich um eine Briefkastenfirma.

Antworten auf häufige Fragen zur Heimarbeit

Wenn Sie auf der Suche nach einer Beschäftigung sind, der Sie in Form von Heimarbeit nachgehen können, werden Sie anfangs vermutlich noch etwas unsicher sein. Die obigen Indizien für unseriöse Anbieter sind bereits ein wichtiger Anhaltspunkt, an dem Sie sich orientieren sollten. Dennoch gibt es einige Fragen, die rund um die Heimarbeit immer wieder gestellt werden.

Aus diesem Grund möchten wir für Sie die häufigsten Fragen zum Thema beantworten:

  • Brauche ich eine Ausbildung für Heimarbeit?

    Allgemein lautet die Antwort zunächst: Nein, für Heimarbeit ist nicht zwangsläufig eine Ausbildung nötig. Es gibt viele verschiedene Tätigkeiten, in denen Sie ohne entsprechende Ausbildung arbeiten können. Für bestimmte Arten der Heimarbeit ist eine passende Qualifikation jedoch wünschenswert oder sogar feste Voraussetzung.

    Wollen Sie beispielsweise in Heimarbeit als Designer arbeiten, zeigt eine entsprechende Ausbildung, dass Sie wirklich etwas von dem verstehen, was Sie tun. Gleiches gilt für Heimarbeit als Übersetzer, wobei hier zum Beispiel auch Muttersprachler ohne Ausbildung punkten können.

  • Lohnt sich Heimarbeit?

    Hier kommt es in erster Linie darauf an, welche Ziele Sie mit der Heimarbeit verfolgen. Wollen Sie Ihre Rente ein wenig aufbessern oder Ihren Finanzen dauerhaft eine tragende Stütze über Heimarbeit verleihen? Beides ist möglich, wie sehr sich die Arbeit lohnt, hängt dabei vor allem von zwei Faktoren ab: Ihrer genauen Tätigkeit und der investierten Zeit.

    Wer in Heimarbeit für ein Callcenter arbeitet, kann durchaus ein ansprechendes Gehalt beziehen. Nehmen Sie an Umfragen teil, wird es hingegen schwierig, eine ausreichende Bezahlung zu verdienen. Heimarbeit kann sich also lohnen, in vielen Bereichen werden Sie damit aber nicht reich – außerdem müssen Sie oft viel Zeit und Arbeit investieren.

  • Erhalte ich einen Arbeitsvertrag für Heimarbeit?

    Einen Arbeitsvertrag bekommen Sie nur, wenn Sie in Heimarbeit bei einem festen Arbeitgeber beschäftigt sind. Stellt Sie also ein Unternehmen an, um in Heimarbeit eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, wird die Zusammenarbeit in einem Vertrag vereinbart. Hier werden auch die Arbeitszeiten festgelegt und Ihre Verpflichtungen geklärt.

  • Was kann ich bei einem unseriösen Anbieter tun?

    Falls Sie an einen unseriösen Anbieter für Heimarbeit geraten, sollten Sie zunächst jede Zusammenarbeit vermeiden. Lassen Sie sich nicht auf irgendwelche Versprechungen ein, sondern bleiben Sie vorsichtig. Wenn Sie ein schlechtes Gefühl haben oder ein Anbieter Ihnen unseriös erscheint, gilt: Finger weg!

    Falls sich ein Anbieter erst nach einer ersten Zusammenarbeit als unseriös entpuppt, sollten Sie diese möglichst sofort beenden. Wenden Sie sich zudem an die Verbraucherzentrale, um sich weiter beraten zu lassen.

[Bildnachweis: StockLite by Shutterstock.com]
17. Februar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen