Hepatitis B: Ansteckung, Symptome, Behandlung, Schutz

Im Alter lassen – gerade auf Reisen – die körpereigenen Abwehrkräfte nach. Die Folge ist eine höhere Krankheitsanfälligkeit. Zu den meist gefürchtetsten zählt dabei die Hepatitis B – eine Virusinfektion, die zu einer Leberentzündung führt. Was passiert wenn man Hepatitis B hat, wie man Hepatitis B erkennt und wie eine Ansteckung vermieden werden kann, zeigen wir Ihnen hier. Außerdem: Diese Therapien und Vorbeugemöglichkeiten gibt es.

Hepatitis B: Ansteckung, Symptome, Behandlung, Schutz

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Hepatitis B: Ansteckung und Regionen

Hepatitis wird umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet. Der Name kommt von einer leichten Gelbverfärbung der Haut bei den Erkrankten, die durch eine Entzündung der Leber zustande kommt.

Die Krankheit kommt in fünf verschiedenen Formen vor: Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D und Hepatitis E. Besonders hervorzuheben ist dabei die Hepatitis B. Zwar ist Typ A weiter verbreitet, Virustyp B ist trotzdem deutlich gefährlicher.

Viren der Gattung Hepatitis B werden durch Körperflüssigkeiten übertragen. Dies beinhaltet neben sexuellen Kontakten, Blut, Muttermilch, Speichel und sogar Tränenflüssigkeit. So ist zum Beispiel selbst die Ansteckung über eine gemeinsam benutzte Zahnbürste möglich.

Hauptsächlich in Afrika, Asien und der pazifischen Region ist der Erreger weit verbreitet. Außerdem in Australien und Nordamerika. In Deutschland ist die Gefahr einer Ansteckung mit Hepatitis B vergleichsweise gering. Jährlich erkranken durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Menschen hierzulande an dem Virus – die meisten von ihnen sind Reiserückkehrer.

Hepatitis B: Steckbrief der unterschiedlichen Typen

Um das Risiko von Hepatitis B genau beurteilen zu können, ist es wichtig, sich die unterschiedlichen Virustypen von Hepatitis genau anzusehen. Da Hepatitis D und E medizinisch kaum eine Rolle spielen, lohnt in erster Linie ein Blick auf die ersten drei Virustypen:

  • Hepatitis A

    Die Viren der Gattung Hepatitis A gelten als die vergleichsweise harmlosesten. Und das, obwohl sie sie am häufigsten vorkommen, da der Infektionsweg sehr einfach ist. Gerade auf Reisen sollten Sie vorsichtig sein, da die Übertragung über die sogenannte Kontakt- und Schmierinfektion geschieht. Dies bedeutet, dass der Genuss von verunreinigten Lebensmitteln oder unhygienischen Zuständen schnell zu einer Infektion führen kann.

    Daher sollten Sie unterwegs an eine ausreichende Hygiene denken. Dies bedeutet: kein Leitungswasser trinken, auf den Genuss von Eiswürfeln verzichten, Lebensmittel gründlich waschen und durchkochen beziehungsweise -braten.

    Ungefähr 14 Tage bis einen Monat nach der Infektion treten die ersten Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall und Bauchschmerzen auf. Eine Gelbfärbung der Haut geht meist mit den Beschwerden einher. Diese akute Phase dauert in der Regel meist mehrere Tage bis zu zwei Wochen, in einigen Fällen sogar bis zu vier Wochen.

    Danach klingt die Krankheit von selbst wieder ab. Medikamentös werden – wenn überhaupt – lediglich die Symptome behandelt, um sie erträglicher zu gestalten. Ausreichende Bettruhe fördert den Heilungsverlauf.

  • Hepatitis B

    Wie erwähnt erfolgt die Ansteckung mit Hepatitis B über Körperflüssigkeiten. Ein bis vier Monate nach einer Infektion treten die ersten Krankheitssymptome auf, die denen einer Infektion mit Hepatitis A gleichen. Der Verlauf und die Abheilung verläuft ebenfalls ähnlich.

    Bei Hepatitis B besteht die geringe Gefahr, dass die Krankheit chronisch wird und nur schwer wieder in den Griff zu bekommen ist. Dies ist zwar nur in circa zehn Prozent der Fälle so, dann jedoch kann eine chronische Leberentzündung dauerhaft zu Leberversagen, Leberkrebs oder Leberzirrhose führen.

    Wie bei Hepatitis A besteht bei Hepatitis B ebenfalls nach einer einmaligen Erkrankung eine lebenslange Immunität.

  • Hepatitis C

    Die Übertragung durch Viren der Gattung Hepatitis C geschieht in den allermeisten Fällen über den Blutweg. In erster Linie zählen Drogenkonsumenten, die gemeinsame Spritzbestecke benutzen, zu den Risikogruppen. Und sogar eine Übertragung durch unzureichende Hygiene in Piercing- oder Tattoostudios ist schon vorgekommen.

    Die Krankheitsverläufe sind zwar meist schwer und folgenreich. Die Gefahr einer Erkrankung selbst spielt im Alltag der meisten älteren Menschen keine Rolle, daher soll sie an dieser Stelle eher kurz gefasst werden.

Alle drei Virustypen haben die Gemeinsamkeit, dass Sie das Chemielabor unseres Körpers angreifen – die Leber. Sie ist verantwortlich für die Entgiftung. Ist sie entzündet und kann nicht mehr richtig arbeiten, verunreinigen Giftstoffe unseren Blutkreislauf. Infolgedessen ist der komplette Organismus betroffen.

Die gute Nachricht ist: Die Leber ist wie kein zweites Organ in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Dies dauert leider einige Zeit.

Hepatitis B: Symptome

Jeder Patient reagiert unterschiedlich auf die Infektion. Es gibt sogar Infizierte, die überhaupt keine oder nur sehr leichte Symptome zeigen. Die berühmte Gelbfärbung der Haut tritt nur bei gut einem Drittel der Erkrankten auf.

Deshalb sollten Sie folgende Alarmzeichen nicht ignorieren:

  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Dauerhafte Übelkeit
  • Fieber
  • Häufiger Durchfall
  • Braungefärbter Urin
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Hepatitis B: Lebenserwartung und Krankheitsverlauf

Wie schlimm Hepatitis B ist, hängt vom Einzelfall ab. Einen einheitlich gleichen Krankheitsverlauf mit den stets gleichen Symptomen gibt es bei Hepatitis B nicht.

Das Virus selbst ist dabei nicht tödlich. Es gibt allerdings immer wieder Fälle, in denen die Leber mit Folgeerkrankungen reagiert. So kann es vorkommen, dass der Krankheitsverlauf zunächst asymptomatisch und harmlos beginnt – am Ende jedoch eine schwere Leberentzündung steht.

Deshalb lässt sich nur schwer eine klare Prognose geben. Die Lebenserwartung bei Hepatitis B ist zwar grundsätzlich sehr hoch, es kommt trotzdem nicht selten vor, dass Patienten an der Krankheit letzten Endes sogar versterben. Dies kommt meist dann vor, wenn ihr Allgemeinzustand des Organismus und speziell der Leber ohnehin angegriffen ist. Aus diesem Grund sollten Sie leberbelastende Nahrung wie Fette und Alkohol bei einer Hepatitis B meiden.

Inkubationszeit Hepatitis B

Wie schon erwähnt, ist die Inkubationszeit recht unterschiedlich. Bei einigen dauert es nur wenige Wochen, bei anderen ein halbes Jahr, ehe Hepatitis B ausbricht.

Fest steht: Wenn Sie sich auf einer Reise mit Hepatitis B angesteckt haben, werden Sie mit Sicherheit wieder zu Hause sein, wenn die Krankheit ausbricht. Dieser zeitliche Abstand macht es oftmals so schwer, eine Hepatitis B ohne ärztliche Hilfe rechtzeitig zu erkennen. Eine Diagnose kann nur über eine Blutabnahme und -analyse erfolgen.

Darum und weil betroffene Patienten wochen- oder gar monatelang ansteckend sind, ist Hepatitis B eine der meldepflichtigen Erkrankungen. Dies bedeutet, dass der behandelnde Arzt immer den Namen des betroffenen Patienten beim zuständigen Gesundheitsamt melden muss. Selbst wenn nur der Verdacht auf eine Infektion mit Hepatitis B besteht, ist dies verpflichtend.

Ist Hepatitis B heilbar?

Handelt es sich um eine akute Infektion mit Hepatitis B, ist in den meisten Fällen keine Therapie nötig. Die Krankheit heilt von allein wieder ab.

Zwar sind die Symptome unter Umständen äußerst unangenehm, lassen sich aber mit den entsprechenden Medikamenten gut abschwächen und in den Griff bekommen. So sind zum Beispiel die Gabe von Paracetamol oder Kohletabletten in vielen Fällen ausreichend, um ein subjektiv besseres Allgemeinbefinden zu bekommen.

Zudem empfiehlt sich Bettruhe und Schonung. Eine kohlehydratreiche, fettarme Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und leberschädigende Medikamente unterstützen den Heilungsverlauf außerdem in hohem Maße.

Sollte die Hepatitis B doch chronisch verlaufen, werden in der Regel antivirale Medikamente vom Arzt verschrieben. Die Gabe erfolgt sowohl in Tabletten- als auch Spritzenform. Das Ziel dieser Therapie ist es, die Menge der Viren im Blut so weit wie möglich abzusenken, damit der Körper mit der Infektion besser fertig wird. Daher spricht man von einer unterstützenden Therapie. Heilbar ist eine Erkrankung mit Hepatitis B durch Medikamente nicht.

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Hepatitis B-Impfung

Da die Ansteckung über Körperflüssigkeiten erfolgt, lassen sich gewisse Risikogruppen herausfiltern. Sie sollten sich besonders um eine Prophylaxe kümmern. Besonders betroffen sind dabei:

  • Dialyse-Patienten
  • Ärzte und Pflegepersonal
  • Drogenabhängige Personen
  • Patienten, die im Ausland Blutkonserven erhalten

Vorbeugung ist möglich. Zunächst sollten Sie möglichst Infektionsquellen meiden. Zum anderen gibt es eine medizinische Möglichkeit zur Vorbeugung. In diesem Zusammenhang ist wärmstens eine Impfung zu empfehlen. Dabei wird der Impfstoff direkt in den Muskel injiziert – in der Regel in den Oberarm.

Eine Grundimmunisierung durch eine Hepatitis-B-Impfung besteht immer aus mehreren Impfungen:

  • Zwei Grundimpfungen, die im Abstand von vier bis sechs Wochen erfolgen
  • Einer Auffrischung, die nach sechs bis acht Monaten erfolgt

Daher sollten Sie vor einer Reise in eine Risikoregion rechtzeitig an eine Vorsorge per Hepatitis-B-Impfung denken. Der Schutz durch die Impfung hält in der Regel zehn Jahre vor, danach sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann mit einer einmaligen Injektion getan ist.

Verträglichkeit und Verpflichtung der Hepatitis-B-Impfung

Die Verträglichkeit der Hepatitis-B-Impfung ist in den allermeisten Fällen sehr gut, da der Reinheitsgrad des Impfstoffen äußerst hoch ist. Allergische Reaktionen treten selten auf und sind in Ihrer Form zeitlich wie umfänglich kaum erwähnenswert.

Gerade wenn Sie viel auf Reisen sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich nicht mit einem Kombi-Präparat immunisieren lassen. Ein Impfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B ist verfügbar und wird von einigen Krankenkassen übernommen.

Im Übrigen sollten gerade pflegebedürftige Personen keine Angst vor einer Infektion seitens des Pflegepersonals haben. Wer im medizinischen oder pflegerischen Bereich tätig ist, MUSS eine Schutzimpfung vor Hepatitis B vorweisen.

Außerdem arbeiten die Pfleger und Pflegerinnen stets mit Einmalhandschuhen, so dass eine Infektion mit Hepatitis B und anderen Krankheiten auf diesem Weg in Deutschland nahezu als ausgeschlossen gilt.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Kateryna Kon by Shutterstock.com]

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