Hepatitis B: Ansteckung, Symptome, Behandlung, Schutz

Im Alter lassen häufig die körpereigenen Abwehrkräfte nach. Insbesondere auf Reisen. Die Folge ist eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten. Zu den meist gefürchtetsten zählt dabei die Hepatitis B – eine Virusinfektion, die zu einer Leberentzündung führt. Was Sie beachten müssen, welche Wege der Ansteckung und Symptome auftreten, welche Therapien es gibt und wie Sie vorbeugen können, erklären wir Ihnen hier.

Hepatitis B: Ansteckung, Symptome, Behandlung, Schutz

Definition: Was ist Hepatitis?

Definition: Was ist Hepatitis? Hepatitis wird oftmals auch als Gelbsucht bezeichnet. Der Name kommt von einer leichten Gelbverfärbung der Haut bei den Erkrankten, die durch eine Entzündung der Leber zustande kommt.

Die Leber ist das Chemielabor in unserem Körper. Sie ist verantwortlich für die Entgiftung. Ist sie entzündet und kann nicht mehr richtig arbeiten, verunreinigen Giftstoffe unseren Blutkreislauf. Infolgedessen ist der komplette Organismus betroffen.

Die gute Nachricht ist: die Leber ist wie kein zweites Organ in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Allerdings dauert dies einige Zeit.

Es gibt insgesamt fünf verschiedene Virustypen, die die Leber befallen können. Die Mediziner unterscheiden zwischen Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D und Hepatitis E. Die Ansteckungsmöglichkeiten und das Krankheitsbild sind dabei extrem unterschiedlich.

Die drei mit Abstand häufigsten Erkrankungen sind Hepatitis A, B und C. Daher lohnt es sich, sie genauer unter die Lupe zu nehmen:

  • Hepatitis A

    Die Viren der Gattung Hepatitis A gelten als die vergleichsweise harmlosesten. Allerdings kommen sie am häufigsten vor, da der Infektionsweg sehr einfach ist.

    Insbesondere auf Reisen sollten Sie vorsichtig sein, da die Übertragung über die sogenannte Kontakt- und Schmierinfektion geschieht. Dies bedeutet, dass insbesondere der Genuss von verunreinigten Lebensmitteln oder unhygienischen Zuständen schnell zu einer Infektion führen kann.

    Daher sollten Sie unterwegs an eine ausreichende Hygiene denken. Dies bedeutet: kein Leitungswasser trinken, auf den Genuss von Eiswürfeln verzichten, Lebensmittel gründlich waschen und durchkochen beziehungsweise -braten.

    Ungefähr 14 Tage bis einen Monat nach der Infektion treten die ersten Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall und Bauchschmerzen auf. Eine Gelbfärbung der Haut geht meist mit den Beschwerden einher. Diese akute Phase dauert in der Regel meist mehrere Tage bis zu zwei Wochen, in einigen Fällen auch bis zu vier Wochen.

    Danach klingt die Krankheit von selbst wieder ab. Medikamentös werden – wenn überhaupt – lediglich die Symptome behandelt, um sie erträglicher zu gestalten. Ausreichende Bettruhe fördert jedoch den Heilungsverlauf.

  • Hepatitis B

    Die Infektion mit Hepatitis B erfolgt meist über Blut- oder Sexualkontakte. Insbesondere in Afrika, Asien und der pazifischen Region ist der Erreger weit verbreitet, aber auch in Australien und Nordamerika.

    Ein bis vier Monate nach einer Infektion treten die ersten Krankheitssymptome auf, die denen einer Infektion mit Hepatitis A gleichen. Auch der Verlauf und die Abheilung verläuft ähnlich.

    Jedoch besteht bei Hepatitis B die geringe Gefahr, dass die Krankheit chronisch wird und nur schwer wieder in den Griff zu bekommen ist. Dies ist zwar nur in circa zehn Prozent der Fälle so, dann jedoch kann eine chronische Leberentzündung dauerhaft zu Leberversagen, Leberkrebs oder Leberzirrhose führen.

    Wie bei Hepatitis A besteht auch bei Hepatitis B nach einer einmaligen Erkrankung eine lebenslange Immunität.

  • Hepatitis C

    Die Übertragung durch Viren der Gattung Hepatitis C geschieht in den allermeisten Fällen über den Blutweg. Insbesondere Drogenkonsumenten, die gemeinsame Spritzbestecke benutzen, zählen hier zu den Risikogruppen. Auch eine Übertragung durch unzureichende Hygiene in Piercing- oder Tattoostudios ist schon vorgekommen.

    Die Krankheitsverläufe sind meist schwer und folgenreich. Die Gefahr einer Erkrankung selbst spielt jedoch im Alltag der meisten älteren Menschen keine Rolle, daher soll sie an dieser Stelle eher kurz gefasst werden.

Welche Symptome treten bei Hepatitis B auf?

Einen einheitlich gleichen Krankheitsverlauf mit den stets gleichen Symptomen gibt es bei Hepatitis B nicht. Jeder Patient reagiert unterschiedlich auf die Infektion. Es gibt sogar manche Infizierten, die überhaupt keine oder nur sehr leichte Symptome zeigen. Auch die berühmte Gelbfärbung der Haut tritt nur bei gut einem Drittel der Erkrankten auf.

Wie schon erwähnt, ist auch die Inkubationszeit recht unterschiedlich. Bei einigen dauert es nur wenige Wochen, bei anderen ein halbes Jahr, ehe Hepatitis B ausbricht.

Dennoch sollten Sie folgende Alarmzeichen nicht ignorieren:

  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Dauerhafte Übelkeit
  • Fieber
  • Häufiger Durchfall
  • Braungefärbter Urin

Wie lässt sich Hepatitis B behandeln?

Handelt es sich um eine akute Infektion mit Hepatitis B, ist in meisten Fällen keine Therapie nötig. Die Krankheit heilt von allein wieder ab.

Zwar sind die Symptome unter Umständen äußerst unangenehm, lassen sich jedoch mit den entsprechenden Medikamenten gut abschwächen und in den Griff bekommen. So sind zum Beispiel die Gabe von Paracetamol oder Kohletabletten in vielen Fällen ausreichend, um ein subjektiv besseres Allgemeinbefinden zu bekommen.

Zudem empfiehlt sich Bettruhe und Schonung. Eine kohlehydratreiche, fettarme Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und leberschädigende Medikamente unterstützen den Heilungsverlauf außerdem in hohem Maße.

Sollte die Hepatitis B doch chronisch verlaufen, werden in der Regel antivirale Medikamente vom Arzt verschrieben. Die Gabe erfolgt sowohl in Tabletten- als auch Spritzenform.

Das Ziel dieser Therapie ist es, die Menge der Viren im Blut so weit wie möglich abzusenken, damit der Körper mit der Infektion besser fertig wird. Daher spricht man von einer unterstützenden Therapie. Heilbar ist eine Erkrankung mit Hepatitis B durch Medikamente nicht.

Hepatitis B ist eine der meldepflichtigen Erkrankungen. Dies bedeutet, dass der Arzt, der die Krankheit behandelt, immer den Namen des betroffenen Patienten beim zuständigen Gesundheitsamt melden muss, selbst wenn nur der Verdacht auf eine Infektion mit Hepatitis B besteht.

So können Sie einer Infektion von Hepatitis B vorbeugen

Viren der Gattung Hepatitis B werden insbesondere durch Körperflüssigkeiten übertragen. Dies beinhaltet neben sexuellen Kontakten auch Blut, Muttermilch, Speichel und sogar Tränenflüssigkeit. So ist zum Beispiel selbst die Ansteckung über eine gemeinsam benutze Zahnbürste möglich.

Daher lassen sich gewisse Risikogruppen herausfiltern, die sich besonders um eine Prophylaxe kümmern sollten. Diese sind insbesondere:

  • Dialyse-Patienten
  • Ärzte und Pflegepersonal
  • Drogenabhängige Personen
  • Patienten, die im Ausland Blutkonserven erhalten

Doch wie ist eine Vorbeugung nun möglich? Zum einen sollten Sie möglichst Infektionsquellen meiden. Zum anderen gibt es eine medizinische Möglichkeit zur Vorbeugung.

In diesem Zusammenhang ist wärmstens eine Impfung zu empfehlen. Dabei wird der Impfstoff direkt in den Muskel injiziert – in der Regel in den Oberarm.

Eine Grundimmunisierung durch eine Hepatitis-B-Impfung besteht immer aus mehreren Impfungen:

  • Zwei Grundimpfungen, die im Abstand von vier bis sechs Wochen erfolgen
  • Einer Auffrischung, die nach sechs bis acht Monaten erfolgt

Daher sollten Sie insbesondere vor einer Reise in eine Risikoregion rechtzeitig an eine Vorsorge per Hepatitis-B-Impfung denken.

Der Schutz durch die Impfung hält in der Regel zehn Jahre vor, danach sollte eine Auffrischung erfolgen, die jedoch mit einer einmaligen Injektion getan ist.

Die Verträglichkeit der Hepatitis-B-Impfung ist in den allermeisten Fällen sehr gut, da der Reinheitsgrad des Impfstoffen äußerst hoch ist. Allergische Reaktionen treten selten auf und sind in Ihrer Form zeitlich wie umfänglich kaum erwähnenswert.

Gerade wenn Sie viel auf Reisen sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich nicht mit einem Kombi-Präparat immunisieren lassen. Ein Impfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B ist verfügbar und wird von einigen Krankenkassen übernommen.

Im Übrigen sollten gerade pflegebedürftige Personen keine Angst vor einer Infektion seitens des Pflegepersonals haben. Wer im medizinischen oder pflegerischen Bereich tätig ist, muss eine Schutzimpfung vor Hepatitis B vorweisen.

Außerdem arbeiten die Pfleger und Pflegerinnen stets mit Einmalhandschuhen, so dass eine Infektion mit Hepatitis B und auch anderen Krankheiten in Deutschland nahezu als ausgeschlossen gilt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Kateryna Kon by Shutterstock.com]
31. Januar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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