Honig: Natürlich süßen

Schon seit Urzeiten gilt Honig als gesund. Vor allem auch als schmackhaft. Da die Herstellung von raffiniertem Zucker noch nicht so alt ist, handelt es sich beim Honig um ein traditionelles Süßungsmittel. Heute ist die Auswahl riesig. Doch was ist der beste Honig und was kostet er? Ist Honig wirklich so gesund wie vielerorts behauptet? Auf was müssen Sie beim Kaufen von Honig und dessen Verwendung achten? Wir klären die wichtigen Fragen rund um den leckeren Süßmacher.

Honig: Natürlich süßen

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Honig kaufen: Welcher Honig ist der beste?

Wie so vieles ist natürlich auch der Honig Geschmackssache – viele lieben ihn, andere schreckt der Gedanke ab, dass es sich dabei um „Ausgespucktes von den Bienen“ handelt. Fakt ist: Honig gibt es in schier unendlich vielen Sorten. Die beiden bekanntesten Arten sind dabei hierzulande:

  • Blütenhonig wie beispielsweise Akazienhonig, Lindenhonig oder Lavendelhonig
  • Honigtau-Honig wie beispielsweise der Tannen- oder der Waldhonig

Welche Sorte Sie wählen, bleibt Ihrem persönlichem Geschmack überlassen. Blütenhonige schmecken eher mild, fruchtig und sanft, der meist deutlich dunklere Honigtau-Honig ist in seinem Geschmack oft würziger und kräftiger. Das liegt daran, dass dieser hauptsächlich durch das Sekret von Blattläusen produziert wird, das die Bienen aufnehmen.

Aber auch innerhalb dieser beiden Sorten gibt es je nach Herkunftsregion und Pflanzeninhalt erhebliche Unterschiede in der Konsistenz, der Farbe und dem Geschmack.

Eines sollten Sie beim Kauf beachten: Es sollte sich um einen regionalen Bio-Honig handeln. Nur diese sind mit dem deutschen Qualitätssiegel ausgestattet. Und nur hier können Sie sicher sein, dass er frei von Giftstoffen (wie zum Beispiel Rückständen von Pflanzenschutzmitteln) ist.

Eine Alternative ist es, Honig selbst zu machen. Dies liegt im Trend: Immer mehr Hobbyimker legen sich in Zeiten von Insektensterben eigene Bienenvölker zu. Die Haltung funktioniert im eigenen Garten – vorausgesetzt, Sie haben dort auch die entsprechenden heimischen Pflanzen und keine südlichen Exoten.

Es gilt allerdings, sich im Vorfeld gründlich zu informieren, wie das Imkern funktioniert, um die Bienenvölker artgerecht zu halten. Zudem braucht es Zeit, den Honig selbst herzustellen. Doch das Ergebnis lohnt sich in den meisten Fällen.

Honig kaufen: Das sagen die Testberichte

Immer wieder werden die diversen Honigsorten unterschiedlichen Verbrauchertests unterzogen. Und jedes Mal ergeben sich andere Testsieger. Daher können wir Ihnen nur einen kleinen Überblick über die verschiedenen Empfehlungen geben – selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Bio-Akazienhonig von Alnatura und dm
  • K-Bio Streichzarter Honig cremig von Kaufland
  • Gut Bio Honig cremig von Aldi Nord/Aldi Süd
  • Maribel Cremiger Blütenhonig von Lidl
  • Marlene aromatischer Waldhonig von Lidl

Am besten kaufen Sie Honig bei Ihrem regionalen Bio-Imker. Denn dieser kann Ihnen definitiv sagen, was drin ist und Ihnen auf Nachfrage auch Nachweise über die strengen Auflagen bezüglich Reinheit und Bienenhaltung vorzeigen.

Abstand sollten Sie eher von importiertem Honig nehmen – insbesondere aus Südamerika. Hier ist selbst Bio-Ware oft mit Pestizid-Rückständen versehen. Leider findet sich in deutschen Supermärkten etwa 80 Prozent importierter Honig (meist recht günstig und ohne genaue Kennzeichnung der Herkunftsregion).

Honig Preis: Was kostet guter Honig?

Wer wirklich Wert auf Qualität legt, sollte diese Billigprodukte meiden. Für wirklich guten Honig sollte man in der Regeln schon mit einem Preis 20 bis 30 Euro pro Kilogramm rechnen.

Es geht natürlich auch noch deutlich teurer: Der edle Manuka-Honig aus Neuseeland ist für circa 150 Euro pro Kilogramm erhältlich – und das ist bei weitem noch nicht die preisliche Spitze.

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Honig als Medizin, Honig als Heilmittel?

Dass Honig gesund ist, wussten schon die alten Römer. Doch ist er ein Heilmittel? Taugt er als Medizin?

Viele Wirkungsweisen werden dem Honig nachgesagt – die meisten von ihnen sind nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Das bedeutet aber nicht, dass die Wirkungsweisen nicht vorhanden sind. So wurde und wird Honig vor allem eingesetzt zur:

  • …äußerlichen Behandlung von Entzündungen und Hautkrankheiten
  • …Stärkung des Immunsystems
  • …Förderung des Herz-Kreislauf-Systems
  • …Bekämpfung von Verstopfung
  • …Behandlung von Erkältungen
  • …Senkung des Blutdrucks
  • …Linderung von Halsschmerzen

Fakt ist, dass Honig durchaus eine antibakterielle und antientzündliche Wirkung hat. Allerdings sind die entsprechenden Enzyme und Vitamine nur in so geringer Menge vorhanden, dass der Honig heute nicht als Medizin oder Heilmittel gilt.

Was ist an Honig so gesund und was nicht?

Nichtsdestotrotz besitzt Honig weitere bioaktive Stoffe, die sich durchaus positiv auf dem Cholesterinspiegel auswirken können.

Zudem wurde an der Universität Oxford in 14 unterschiedlichen Studien herausgefunden, dass er bei Erkältungs- und auch bei Darmkrankheiten eine therapie-unterstützende Wirkung haben kann.

Allerdings sollten Menschen, die an Diabetes-Typ-2 leiden, von ihm eher Abstand nehmen – ebenso wie von Zucker. Denn Honig besteht zu großen Teilen aus Zucker und ist daher diabetesfördernd.

Und auch Allergiker sollten im Umgang mit Honig größte Vorsicht walten lassen. Wer allergisch auf Insektenstiche reagiert, zeigt mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim Genuss allergische Reaktionen.

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Honig: Zucker und Kalorien

Honig besteht zu großen Teilen aus Zucker – etwa 75 bis 80 Prozent, je nach Sorte. Das bedeutet, er hat auch entsprechend viele Kalorien. 100 Gramm Honig enthält 300 bis 320 Kalorien – Haushaltszucker etwa 390 Kalorien.

Dazu kommt, dass er appetitanregend wirkt. Honig ist also kein Diät-Produkt. Von der kariesfördernden Wirkung des Zucker einmal ganz abgesehen.

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Wie entsteht Honig?

Damit die Bienen im Winter überleben können, sammeln sie über den Frühling und den Sommer Blütennektar. Diesen verarbeiten sie in Ihrem Magen mit entsprechenden Eiweißen zu energiereichem Honig.

Dieser wird im Anschluss wieder ausgespuckt und im Bienenstock eingelagert. Die entsprechenden Vorratskammern – die Waben – werden dann mit Wachs verschlossen. Diese Waben werden dann vom Imker entnommen, vom Wachs befreit und bei 35 Grad herausgeschleudert.

Honig ist in der Regel vergleichsweise sortenrein. Denn wenn die Bienen eine Nahrungsquelle in ihrer Umgebung entdeckt haben, fliegen Sie diese immer wieder aufs Neue an. Wenn jedoch der Honig von verschiedenen Bienenvölkern gemischt wird, kann es sein, dass diese Sortenreinheit entsprechend aufgeweicht wird.

Ist Honig wirklich Honig?

So oder so: Honig ist ausschließlich ein Naturprodukt – zumindest wenn er in Deutschland hergestellt wurde. Die entsprechenden Gesetze und Auflagen verlangen, dass ihm keine Zusatzstoffe beigemischt werden dürfen. Das bedeutet auch, dass er nicht sterilisiert werden darf – weshalb Kleinkindern vom Genuss von Honig abgeraten wird, um ihre empfindliche Darmflora nicht zu schädigen.

Honig ist also wirklich zu hundert Prozent Honig. Er besteht aus:

  • 75 bis 80 Prozent Invertzucker (einer Mischung aus Traubenzucker und Fruchtzucker)
  • Maximal 20 Prozent Wasser
  • Einem geringen Anteil an Mineralstoffen, Eiweißen, Spurenelementen und Vitaminen

Sie erkennen ihm am eingetragenen Warenzeichen „Echter deutscher Honig“.

Haltbarkeit von Honig

Durch den hohen Zuckergehalt und den Stoffen, welche die Bienen dem Honig beimengen, ist er nahezu unbegrenzt haltbar. Sie sollten jedoch auf eine entsprechende Lagerung achten:

  • Nicht durch Butterreste oder Krümel verunreinigen.
  • Nie im Kühlschrank aufbewahren.
  • Immer trocken und lichtgeschützt lagern.

Wird Honig längere Zeit aufbewahrt, kann es sein, dass er sich unschön verändert: Es setzen sich Zuckerkristalle ab. Doch das ist völlig unproblematisch und mindert die Qualität des Honig nicht.

Zudem können Sie diese Zuckerkristalle durch Erhitzen wieder problemlos verschwinden lassen – beispielsweise im warmen Wasserbad.

So können Sie Honig verwenden

Hierzulande wird der Honig fast ausschließlich auf Brot oder Brötchen gestrichen – ob mit oder ohne Butter darunter, das ist Geschmackssache.

Es gibt aber auch andere Verwendungsmöglichkeiten von Honig:

  • Zum Süßen von Kaffee oder Tee
  • Zur Glasur von kräftigen Fleischsorten (bitte erst kurz vor Ende des Bratvorgangs verwenden, da der Honig sonst verbrennt)
  • Zum Abschmecken von Salat-Dressings
  • Zum Backen (hier sollten Sie den Backofen etwa ein Viertel niedriger einstellen und eine geringere Menge verwenden als beim Backen mit Zucker)

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[Bildnachweis: subbotina anna by Shutterstock.com]

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