Ich kann nicht mehr: Tipps gegen akute Erschöpfung

„Ich kann nicht mehr!“ Wandert dieser Gedanke immer wieder durch Ihren Kopf? Mit diesem Gefühl sind Sie nicht allein. Leider wird es heute viel zu selten ausgesprochen. Wer eine Leistungsschwäche zugibt, wirkt wenig belastbar – und das vor anderen zugeben, ist schwer. Sie spüren dennoch, dass Ihr Akku leer ist und Sie ausgebrannt sind? Die momentane Belastung ist so groß, dass Sie sich Sorgen machen, darunter zusammenzubrechen? Das ist eine akut problematische Situation, in der Sie dringend Hilfe benötigen. Wir haben für Sie kleine und große Lösungen zusammengestellt.

Ich kann nicht mehr: Tipps gegen akute Erschöpfung

Anzeige

Wenn die Seele nicht mehr kann

Wenn in uns eine Stimme schreit „Ich kann nicht mehr“, ist das ein Warnsignal, das nicht überhört werden sollte. Die Seele alarmiert den Verstand, weil Körper und Psyche überfordert sind.

Ich kann nicht mehr: Warum reden wir nicht darüber?

Wer zugibt, dass er ausgelaugt ist und keine Energie hat, outet sich. Er zeigt, dass er sich in einer schwierigen, psychischen Situation befindet. Das klingt in seinen Augen wenig souverän, da die anderen ihr Leben zu meistern scheinen. In einer Gesellschaft, die Leistungsorientiert ist, sprechen wir selten darüber, wenn es uns im Innersten nicht gut geht.

Gemeint ist hier nicht ein Jammern über die Umstände. Hier geht es um diese tiefe Notsituation, wenn die körperliche und psychische Kraft zu versiegen scheint.

Oft wird vom Betroffenen nur ein „Es geht so“ gemurmelt und schnell das Thema gewechselt. Zu groß ist die Sorge, gleich in Tränen auszubrechen. Dabei ist ein Eingeständnis „Mir geht es schlecht, ich kann nicht mehr“ der erste Schritt, um etwas an dieser Ausnahmesituation zu verändern.

Anzeige

Was kann ich tun, wenn nichts mehr geht?

An erster Stelle ist das Eingeständnis notwendig: „Ich bin gerade überfordert. Mir geht es wirklich nicht gut. Manchmal überkommen mich regelrecht Schwindelgefühle, so erschöpft bin ich.“ Dieses Eingeständnis bewirkt, dass wir uns mit uns selbst auseinandersetzen.

Danach folgt eine Situationsanalyse. Die Kraftlosigkeit hat Ursachen. Vermutlich sind Ihnen die Auslöser bekannt, doch Sie haben den Eindruck, nichts dagegen unternehmen zu können. Das mag auf dem ersten Blick richtig erscheinen. Es sind die Umstände, die Sie nicht verändern können.

Aber etwas können Sie verändern: Ihre innere Einstellung! An dieser können Sie arbeiten.

Es ist nicht egoistisch, wenn Sie sich um sich selbst kümmern. Es ist zwingend notwendig, damit Sie Ihre eigene Kraft schützen und aufbauen. Nur wenn Sie sich kräftig fühlen, können Sie sich um andere bemühen. Es nutzt niemanden, wenn Sie zusammenbrechen – nicht Ihrem Arbeitgeber, Ihren pflegebedürftigen Eltern oder Ihren eigenen Kindern.

Anzeichen: Woran merke ich, dass ich nicht mehr kann?

Oft merken wir zu spät, dass wir über unsere Belastungsgrenze hinausgegangen sind. Es ist ein schleichender Prozess. Wir erfüllen Tag für Tag unsere Aufgaben, bis dann mit einem Mal präsent ist: „Ich kann nicht mehr“. Die folgenden Anzeichen sollten Sie unbedingt beachten – und ernst nehmen:

Anzeige

Ich kann nicht mehr – Sofortmaßnahmen, die Sie stärken

Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Sie ist richtig. Wir haben für Sie verschiedene Ideen zusammengestellt, mit denen Sie wieder Kraft tanken können:

  • Geben Sich eine Ruhepause

    Bei vielen überwiegt der Gedanke: „Wenn ich mir jetzt eine Pause gönne, schaffe ich mein Pensum nicht.“ Das Gegenteil ist aber der Fall. Wer sich eine Ruhepause gönnt, steigert seine Leistungsfähigkeit. Ruhepausen bedeuten Abschalten. Haben Sie sich selbst beobachtet? Was tun Sie, wenn Sie sich Ruhe gönnen? Viele greifen zum Handy und schauen sich die Neuigkeiten aus Social Media an. Das ist aber kein Abschalten. Wenn Sie die Nachrichten von Freunden lesen, müssen Sie die gewonnen Informationen verarbeiten.

    In einer richtigen Pause kommen Geist und Seele zur Ruhe. Zum Beispiel in einer angeleiteten Meditation, dem Lauschen einer ruhigen Musik mit Kopfhörern oder in einem Powernap. Schalten Sie die äußeren Einflüsse aus und lassen Sie Ihren Körper sich ausruhen.

  • Reden Sie mit anderen

    Glücklich ist derjenige, der sich einem Freund oder Freundin anvertrauen kann! Suchen Sie das Gespräch und sprechen Sie offen über Ihre Überforderung. Wer ausspricht, was ihn bedrückt, erlebt eine erste Erleichterung. Die Sorgen sind nicht im Innersten vergraben, sondern dürfen beim Freund abgeladen werden.

    Gute Freunde haben Ihre Belastung schon beobachtet und können Ihnen Rat und Hilfestellungen anbieten. Sie kennen Ihre persönlichen Lebensumstände und haben eventuell eine Idee, wie Sie sich selbst Erleichterung verschaffen können. Lassen Sie die Ideen auf sich wirken.

  • Blicken Sie auf das Schöne

    Es ist eine bewusste Entscheidung, worauf wir blicken. Sie können die Unordnung in Ihrem Haus sehen. Sie können sich aber auch an dem schönen Bild aus dem letzten Urlaub erfreuen, oder an den Rosen, die Sie sich vom Wocheneinkauf mitgebracht haben. Sie können sich die vielen unschönen Diskussionen im Job durch den Kopf gehen lassen, oder aber Sie erinnern sich an das letzte schöne Gespräch mit Ihrem Freund. Es ist immer eine Frage der Blickrichtung.

  • Suchen Sie nach alternativen Lösungen

    Ganz besonders, wenn die Belastung schon über einem längeren Zeitraum andauert, befinden wir uns in einem Fahrwasser, dass kaum Kehrtwendungen zulässt. Es erscheint einfacher, immer den gewohnten Rhythmus beizubehalten, als neue Wege zu suchen. Ein Beispiel: Wer schon seit Monaten seine Mutter pflegt, nimmt den schleichenden Prozess der wachsenden Pflegebedürftigkeit gar nicht mehr wahr. Infolge zieht er die Pflege im Heim nicht in Betracht. „Es geht schon irgendwie…“ Oder wenn Ihre eigenen Kinder darauf angewiesen sind, die Enkel von Ihnen betreuen zu lassen. Bei der Anfrage haben Sie noch voller Tatendrang zugestimmt, doch jetzt ist es zu viel. Die Einschränkungen sind zu groß und den Mut, die Kinder darauf anzusprechen, eine andere Lösung zu finden, ist verschwunden.

  • Delegieren Sie Aufgaben

    Es muss nicht immer alles perfekt sein. Sie dürfen erfinderisch sein. Geben Sie Tätigkeiten ab, freuen Sie sich an der Unterstützung und Üben Sie sich in Gelassenheit. Einige Beispiele: Wenn Sie zu viel zu tun haben, kann Ihr Mann auch eine fertige Suppe vom Metzger holen. Sie müssen nicht jeden Tag kochen. Der Hausputz ist zu viel? Auch andere können den Staubsauger bedienen. Sie hassen Fensterputzen? Dann suchen Sie sich eine Reinigungskraft. Es gibt alternative Möglichkeiten.

Anzeige

Ich brauche dringend Hilfe! Wohin, wenn ich nicht mehr kann?

Vielen hilft es im ersten Augenblick, wenn sie mit jemanden reden können. Ein nahestehender Freund kann ein erster Gesprächspartner sein. Er kennt die Situation des Betroffenen und hat vielleicht Ideen, die passen und eine Verbesserung erzielen.

Die Telefonseelsorge ist Ansprechpartner, wenn niemand zum Reden da ist. Hier können Ratsuchende anonym die persönliche Situation schildern. Ob es Probleme mit dem Partner oder Partnerin sind, Schwierigkeiten im Job oder gar der Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Verletzungen – jeder, der an seine Grenzen gekommen ist, kann hier telefonische Beratung einholen. Die Telefonseelsorger stehen rund um die Uhr zur Verfügung, damit Betroffene sich einfach mal alles von der Seele reden können. Dieser Dienst kostet Sie nicht. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Telefonseelsorge.de .

Burnout

„Ich kann nicht mehr“ ist ein typischer Gedanke bei Burnout. Wenn sich die Aufgaben türmen, fühlen sich wahrscheinlich ausgelaugt. Ihre Konzentration wechselt oder schwindet. Sie sind weniger belastbar als früher. Burnout bezeichnet den Zustand einer dauerhafter Erschöpfung körperlicher und emotionaler Art.

Die folgenden Symptome können an Burnout-Erkrankt bei sich beobachten:

  • Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Rückzug
  • Stimmungsschwankungen.

Wer diese starke Erschöpfung spürt, kann sich vertrauensvoll an seinen Hausarzt wenden. Er wird bei Bedarf weitere Schritte einleiten.

Depression

Ebenso typisch ist der Gedanke „Ich kann nicht mehr“ bei Depressionen. Neben den bereits genannten Symptomen können noch weitere hinzukommen:

  • gedrückte, gar depressive Stimmung
  • Hoffnungslosigkeit
  • Zunkunftsängste
  • schnelle Ermüdung
  • Schlafstörungen
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Appetitlosigkeit oder starke Esslust
  • Suizidgedanken

Wenn all diese Symptome über einen längeren Zeitraum vorliegen, kann eine depressive Verstimmung oder sogar eine Depression vorliegen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen. Ein Hausarzt kann professionelle Hilfe anbieten. Er hat erste Möglichkeiten und wird Sie bei Bedarf an weitere Experten wie Psychotherapeuten oder Psychiater überweisen. Diese Beschwerden lassen sich lösen und Sie sind mit den Schwierigkeiten nicht allein.

Sollten Sie sich einer akuten Krise befinden, möchten Sie nicht mehr leben und Suizidgedanken breit machen, können Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit in einer Psychiatrischen Klinik vorstellen. Wenn Sie dazu aus eigener Kraft nicht mehr fähig sind, können Sie auch den Notarzt (112) anrufen und sich von ihm an die richtige Stelle bringen lassen.

Ich kann nicht mehr – Sprüche

  • Der Moment, wenn andere über morgen reden, und du nicht weißt, ob du überhaupt aufstehen kannst.
  • „Ich kann nicht mehr! – Das ist einfach nur ein Hilferuf. An mich.“
  • Manchmal liege ich nachts im Bett und frage mich, wie ich das alles schaffen soll.
  • „In mir drinnen bin ich müde und kaputt.
    Ich kann, eigentlich will ich nicht mehr.
    Nach außen gebe ich mir stark,
    ich kämpfe weiter,
    damit bloß keiner merkt, wie es mir wirklich geht.“
  • „Der Moment, in dem dein Herz dir zuflüstert: “Können wir kurz aufhören, stark sein zu wollen? Ich kann nicht mehr.“
  • „Ich habe vergessen wie man lacht. Ich habe verlernt wie man lebt.“
  • „Ich kann nicht mehr! – Deine Seele weint. Höre auf sie.“
  • „Ich kann einfach nicht schlafen. Mein Kopf denkt über Dinge die schon längst passiert sind, oder über Dinge die nie passiert sind. Abschalten!“

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Wenden Sie sich darum immer bei Problemen an den Arzt Ihres Vertrauen.


Weiterführende Artikel

[Bildnachweis: Herbstlust.de; Shutterstock.com]

Empfehlungen der Redaktion

Weiter zur Startseite