Jobs für Rentner: Tipps und Jobbörsen

Entspannen, reisen oder einfach den Hobbys nachgehen – viele Rentner genießen ihren Ruhestand mit Dingen, für die ihnen früher keine Zeit blieb. Mit der Rente verbindet man gemeinhin etliche Aktivitäten – das geflügelte Wort vom ausgebuchten Unruheständler kommt nicht von ungefähr – doch Erwerbsarbeit gehört in den meisten Fällen nicht dazu. Dabei gehören Senioren und Rentner längst nicht zum alten Eisen. Viele wollen dem Arbeitsleben bei Renteneintritt noch nicht den Rücken kehren. Das ist aber auch nicht nötig, denn es gibt zahlreiche Jobs für Rentner, die auch im Alter noch Möglichkeiten zur Beschäftigung und eines Zuverdienstes bieten…

Jobs für Rentner: Tipps und Jobbörsen

Jobs für Rentner: Immer mehr Senioren arbeiten im Alter

Verglichen mit der Gesamtanzahl der Rentner in Deutschland von circa 21 Millionen ist die Zahl derjenigen, die nach dem Renteneintritt weiter arbeiten, auf den ersten Blick relativ überschaubar. Die meisten Arbeitnehmer sind froh, wenn sie nach einem ereignisreichen Berufsleben endlich in Rente gehen und die freie Zeit genießen können.

Doch eine immer größer werdende Zahl von ihnen möchte oder muss auch über den offiziellen Rentenbeginn hinaus beruflich tätig sein. Dies betrifft hierzulande immerhin rund 1,4 Millionen Rentner, die weiterhin erwerbstätig sind. Das entspricht einem Anteil von knapp sieben Prozent. Das klingt zunächst nach wenig. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen, dass diese Zahl in den letzten Jahren stetig gewachsen ist und vermutlich weiter zunehmen dürfte.

Gerne wird in diesem Kontext eine wachsende Altersarmut dafür verantwortlich gemacht. Doch sich alleine darauf zu konzentrieren, lässt viele anderen Faktoren außer acht. So muss zum Beispiel auch der demografische Wandel in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden:

Die Menschen werden durchschnittlich immer älter. Sie sind aber auch im Alter noch meist erheblich gesünder, motivierter und leistungsfähiger, als dies noch vor Jahrzehnten der Fall war. Viele von ihnen sehen in der Arbeit keine Qual, sondern einen wichtigen Inhalt ihres Lebens. Sie genießen es, dass man weiterhin auf ihren Rat und ihre Erfahrung wert legt und identifizieren sich stark mit ihrer Tätigkeit.

Dabei muss es sich nicht unbedingt um eine Vollzeitbeschäftigung handeln. Die meisten Jobs für Rentner sind sogenannte Minijobs, die knapp die Hälfte aller Jobs für Rentner ausmachen.

Darüber hinaus wächst aber auch der Anteil der Senioren, die weiterhin freiberuflich arbeiten. Jeder Vierte berufstätige Rentner arbeitet aus der Selbstständigkeit heraus. Manche dieser 25 Prozent haben ihre Existenz sogar erst nach dem Renteneintritt gegründet und genießen die neue berufliche Freiheit und Herausforderung.

Jobs für Rentner: Darum sind Ihre Erfahrungen so wertvoll

Das Verhalten von Unternehmen gegenüber Senioren und Rentnern ist meist ein wenig widersprüchlich: Einerseits werden ältere Mitarbeiter immer noch viel zu häufig gegen jüngere – oftmals günstigere, aber unerfahrenere – Kollegen ausgetauscht.

Andererseits sind viele ehemalige Experten auch im Rentenalter als Senior Consultants, Berater oder Sparringspartner in einigen Branchen stark begehrt und werden hoch geschätzt. Insbesondere ihre Expertise ist für die Arbeitgeber oft von großem Wert.

Für Rentner und Senioren bieten sich auf diese Weise spannende Jobchancen. So können sie beispielsweise als freiberuflicher Berater zu ihrem ehemaligen Unternehmen zurückkehren und dort wichtige Projekte begleiten oder ihr Wissen in die Ausbildung der nächsten Generation von Mitarbeitern und Fachkräften einbringen.

Gerade bei Bildungsanbietern wie der Industrie- und Handelskammer, privaten Weiterbildungseinrichtungen, Berufsfachschulen oder ähnlichen Institutionen und Trägern wird dieses Wissen hoch geschätzt.

Gegebenenfalls müssen die Rentner und Senioren zwar je nach Qualifikation vorab noch die eine oder andere pädagogische oder didaktische Qualifikation erwerben, wie zum Beispiel die Ausbildereignungsprüfung, doch dann können sie ihre Kompetenz und ihre Erfahrung umfassend für die Ausbildung neuer Fachkräfte einsetzen.

Gründen als Rentner: Nochmal richtig durchstarten

Wer nicht in einem Unternehmen arbeiten möchte, hat natürlich die Möglichkeit, eine eigene Selbstständigkeit zu beginnen. Es gibt viele Beispiele von älteren Gründern, die mit neuen und teilweise ungewöhnlichen Geschäftsideen erfolgreich geworden sind. Sie fühlen sich oftmals zu fit fürs Altenteil und stellen sich einer neuen Herausforderung.

Sogenannte Seniorgründer nutzen einerseits ihre Erfahrungen und Ressourcen aus dem Berufsleben und andererseits die frei gewordene Zeit, um ihre Ideen zu verwirklichen, die möglicherweise über Jahre hinweg gereift sind.

Dass Gründer in fortgeschrittenem Alter bessere Chancen auf Erfolg haben, belegt auch eine Analyse des US-Datenanalysten Mattermark. Zwar lassen sich die amerikanischen Verhältnisse und Statistiken nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen, aber die Studie zeigt dennoch, dass gerade ältere Existenzgründer einige Vorteile haben. Sie…

  • haben im Lauf ihrer langen Karriere etliche Krisen und schwierigen Projekte miterlebt und können daher leichter mit aufkommenden Problemen umgehen.
  • sehen vieles entspannter und gelassener. Daher reagieren sie meist souverän und mit Ruhe und Bedacht auf unvorhergesehene Ereignisse.
  • können auf eine umfassende fachliche Erfahrung zurückgreifen.
  • verfügen oft über ein hervorragendes, langjährig gebildetes und professionelles Netzwerk, welches sie für ihr neu gegründetes Unternehmen nutzen können.

Außerdem besitzen sie oftmals die nötigen finanziellen Mittel, um eine Unternehmensgründung erfolgreich über die Bühne bringen zu können. Zwar gilt dies nicht für alle, aber doch einen immer größer werdenden Teil der aktuellen Rentner-Generation. Zudem verfügen viele über entsprechende Kontakte bezüglich eventueller Investoren, um sich nicht nur zusätzliches Know-How, sondern auch weitere finanzielle Möglichkeiten ins Boot holen zu können.

Trotz allen Vorteilen sollten sich Senioren bei der Gründung eines eigenen Unternehmens nicht allein auf ihre Erfahrung verlassen. Im Rahmen einer Existenzgründung können zahlreiche formale Faktoren eine Rolle spielen. Daher benötigt es über die fachliche Expertise hinaus noch weitere wichtige Informationen. Eine umfangreiche Hilfe und Beratung von Gründungsberatern sei daher in diesem Zusammenhang wärmstens empfohlen.

Informationen zur Existenzgründung

Informationen zur GründungAuch lebenserfahrene Senioren sollten sich vor der Gründung eines Unternehmens umfassend informieren und beraten lassen. Eine passgenaue Planung ist daher das A und O. Die wichtigsten Tipps und Informationen finden Sie hier:

Arbeitsvermittlung von kleineren Jobs für Rentner und Senioren

Wer sich neben der Rente allerdings nur ein paar Euro hinzuverdienen möchte, hat möglicherweise weder an einem Beraterjob noch an einer Existenzgründung großes Interesse. Nicht selten verspüren Senioren aber den Wunsch, sich für das Gemeinwohl zu engagieren oder Aufgaben zu übernehmen, die nichts mit ihrem ursprünglichen Job zu tun haben.

Falls Sie sich zu diesem Kreis zählen, sollten Sie gezielt nach Arbeitsangeboten und Jobs für Rentner suchen. In diesem Fall können zum Beispiel Minijobs eine mögliche Antwort sein. Viele dieser Jobangebote sind in den örtlichen Zeitungen zu finden.

Darüber hinaus können Ihnen Jobbörsen bei der Suche helfen. Eine breite Auswahl an entsprechenden Minijobs für die Generation 60 plus finden Sie zum Beispiel hier. Schauen Sie sich um: Einfach Wunschjob und Postleitzahl oder Zielort eingeben…



Darüber hinaus gibt es spezielle Jobbörsen und -portale für Senioren. Als Beispiele sind das Deutsche Seniorenportal oder das Portal mit dem etwas ungewöhnlichen Namen Rent-a-Rentner zu nennen.

All diese Angebote bieten Ihnen die Möglichkeit, gezielt nach Jobs für Rentner und Aufgaben für Senioren zu suchen. Ergänzend zu diesen Portalen können Sie auch auf weitere, vorwiegend regionale Jobangebote auf dem sozialen und gemeinnützigen Sektor zurückgreifen. Diese können zum Beispiel sein:

  • Örtliche Nachbarschaftshilfen
  • Ausschreibungen von kirchlichen und sozialen Trägern
  • Sportvereine

Die Entlohnung in diesen Jobs ist in der Regel zwar überschaubar, dafür sind die Erfolge und die Wirkung der Arbeit meist unmittelbar sichtbar und Sie können sich an sozialen Projekten beteiligen. Gerade Ihre Lebenserfahrung und Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten kommen hier zur Geltung. Dankbarkeit und Bestätigung sind Ihnen daher gewiss. Als anstrengende Arbeit betrachten die wenigsten Ihre Tätigkeit. Im Gegenteil: Für viele Senioren sind die Rückmeldungen und das soziale Miteinander der schönste Lohn.

[Bildnachweis: Jacob Lund by Shutterstock.com]
12. Februar 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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