Kanarische Inseln: Im Winter in die Sonne

Wer träumt nicht davon: Dem deutschen Schmuddelwetter im Herbst oder Winter entfliehen und es sich im ewigen Sommer gut gehen lassen. Die Kanaren – oder korrekt „Kanarische Inseln“ genannt – scheinen dafür wie gemacht. Doch die Inselgruppe eignet sich in jeder Jahreszeit für einen Urlaub und hat sehr viel mehr zu bieten als Sonne, Meer und Strand: Wer Kanarische Inseln sagt, meint vor allem „Vielseitigkeit“. Eine Übersicht über die einzelnen Inseln und die besten Tipps für die beiden beliebtesten Ziele Gran Canaria und Teneriffa…

Kanarische Inseln: Im Winter in die Sonne

Kanarische Inseln: Ein Überblick

Die Kanarischen Inseln sind eine Gruppe von sieben Inseln vulkanischen Ursprungs, von denen jede ein individuelles Flair und eine teilweise völlig unterschiedliche Landschaft zu bieten hat. Teneriffa ist dabei die größte und beliebteste kanarische Insel, weshalb sie auch am besten erreichbar ist.

Doch auch die anderen Eilande haben ihren Reiz. Daher ein kurzer Überblick über die einzelnen Ziele zur ersten Orientierung:

  • Teneriffa: Mehr als nur der Teide

    Teneriffa gilt als die Hauptinsel der Kanaren, was zum einen an ihrer Größe, aber auch an ihrer zentralen Lage ziemlich genau in der Mitte der Gruppe liegt. Sie besitzt als einzige der sieben Inseln zwei Flughäfen, wobei der nördliche das Drehkreuz für die Fluggesellschaft Binter Canarias darstellt, welche die Inseln untereinander verbindet. Zudem befinden sich auf Teneriffa auch zwei Fährhäfen.

    Hauptattraktion auf Teneriffa ist sicherlich der Vulkan Teide, der mit einer Höhe von 3718 Metern der höchste Berg Spaniens ist. Doch auch das sonstige Hinterland, die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und die Küstenlinie haben ihren Reiz.

  • Gran Canaria: Vielseitiges Best-of

    Gran Canaria ist gerade bei Deutschen Urlaubern besonders beliebt. Sie bietet ein breites Potpourri an landschaftlicher Vielfalt: Eine abwechslungsreiche und blühende Inselmitte mit einsamen Bergdörfern, faszinierende Steilhänge wie man sie sonst nur auf Hawaii findet, die pittoreske Inselhauptstadt Las Palmas mit einem schier unendlichen Stadtstrand und natürlich die faszinierenden Dünen von Maspalomas im Süden der Insel.

    Wer auf Gran Canaria Urlaub macht, bekommt sozusagen Kanarische Inseln im Miniaturformat geboten: ein bisschen was von jeder Insel. Gran Canaria ist außerdem ebenso gut von Deutschland erreichbar wie Teneriffa.

  • Fuerteventura: Sand und Wind

    Flächenmäßig ist Fuerteventura die zweitgrößte kanarische Insel. Sie ist jedoch weniger vielseitig als Gran Canaria und Teneriffa. Dadurch, dass sie vergleichsweise flach ist (die höchste Erhebung beträgt circa 800 Meter), ist sie dem Wind stärker ausgesetzt, woher Fuerteventura auch ihren Namen hat: „starker Wind“. Dies macht sie vor allem bei Surfern beliebt.

    Aber auch bei anderen Touristen ist Fuerteventura attraktiv, was insbesondere an den langen und feinen Sandstränden liegt. Zwar sind viele Küstenorte mit großen Hotels ausgestattet – man findet dennoch ohne Probleme einsame und ruhige Orte, um ins Inselleben einzutauchen. Fuerteventura ist von einigen deutschen Flughäfen direkt erreichbar.

  • Lanzarote: Vulkane und Manrique

    Kanarische Inseln, das bedeutet auch: Vulkane. Alle sieben Eilande sind vulkanischen Ursprungs. Doch nirgendwo sieht man diesen Teil der Geschichte und der Entstehung deutlicher als auf der kargen aber faszinierenden Insel Lanzarote. Insbesondere im brodelnden und dampfenden Nationalpark Timanfaya wird dies augenscheinlich.

    Lanzarote war zudem Heimat des berühmten Künstlers César Manrique, der als Architekt und Bildhauer viele Orte der Insel maßgeblich mit geprägt hat. Das bekannteste seiner Bauwerke ist sicherlich der Mirador der Rio, wo in den 80er-Jahren bereits die Fernsehserie Tim Thaler gedreht wurde.

  • La Palma: Kahle Gipfel zwischen sattem Grün

    La Palma ist eine Insel, die in einigen Regionen sehr vom Regen verwöhnt ist – dementsprechend grün ist es hier. Die Passatwinde sorgen jedoch dafür, dass es dieser dschungelartige Bewuchs nicht überall auf der Insel gleich verteilt ist. In der Inselmitte befinden sich mächtige, kahle Berge auf denen die Luft so klar ist, dass dort riesige astronomische Observatorien gebaut wurden. Die Caldera ist ebenfalls sehenswert.

    Die einzige größere Stadt der Insel heißt wie die Hauptstadt von Teneriffa: Santa Cruz. Zur Unterscheidung trägt sie jedoch den Beinamen „de la Palma“. Sie ist ein gemütlicher Ort mit einigen hervorragenden Restaurants, der durch seine Lage zwischen Meer und Steilwand jedoch etwas beengt wirkt.

  • La Gomera: Immer noch etwas Hippie

    Wer an La Gomera denkt, assoziiert vermutlich damit sofort Hippies, die in Höhlen am Meer wohnen. Ganz so wie früher ist es nicht mehr, aber im Valle Gran Rey ist tatsächlich noch etwas von der alten Atmosphäre zu spüren, auch wenn sich inzwischen viele Bewohner mit dem Verkauf von Handwerksprodukten oder dem Angebot von Bootstouren auf Individualtouristen eingestellt haben.

    Ansonsten eignet sich La Gomera hervorragend zum Wandern. Die Insel ist am besten per Fähre vom Süden Teneriffas erreichbar, von wo aus mehrmals täglich die Inselhauptstadt San Sébastian angelaufen wird. Es gibt aber auch einen kleinen, relativ neuen Flughafen 30 Kilometer entfernt, auf dem zweimal pro Tag ein Flieger von Teneriffa Nord landet – so es der Wind erlaubt.

  • El Hierro: Klein, ruhig und individuell

    Wer es ganz abgeschieden mag, der kann nach El Hierro reisen – sie ist von allen kanarischen Inseln die kleinste, die abgelegenste, die ursprünglichste und die ruhigste. Es gibt zwei größere Dörfer auf der Insel: Valverde und La Frontera – beide haben lediglich ein paar Tausend Einwohner.

    Dafür punktet El Hierro mit Natur pur und dem kleinsten Hotel der Welt. El Hierro ist ebenfalls nur wenige Male täglich von Teneriffa aus per Fähre oder Kleinflugzeug erreichbar.

Kanarische Inseln bereisen: Grundlegende Informationen

Da die kleineren Inseln zwar absolut sehenswert, jedoch eher auf Individualurlauber spezialisiert und kaum bis gar nicht direkt aus Deutschland erreichbar sind, konzentrieren wir uns im Folgenden mit unseren Tipps auf die beiden beliebtesten Inseln: Teneriffa und Gran Canaria.

Welche dieser beiden Inseln Sie bereisen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab: Teneriffa bietet mehr Möglichkeiten, ist aber auch voller – auch außerhalb der Schulferien. Gran Canaria bietet im Hinterland viele versteckte Ecken zum selbst entdecken. Wer also eher mit einem Mietwagen individuell unterwegs sein möchte, für den eignet sich Gran Canaria eher, in Teneriffa werden mehr Angebote für Reisegruppen als Tagestrips angeboten.

Kanarische Inseln: Das Wetter

Was für viele das Wichtigste ist, um das Reiseziel Kanarische Inseln auszuwählen: das Wetter. Man könnte meinen, hier herrscht das ganze Jahr Frühling. Tatsächlich gibt es kaum Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten und auch der Regen unterscheidet sich eher je nach Inselseite als nach der Jahreszeit.

So kommt es, dass man bereits im Januar an vielen Orten bei mildem Klima die Mandelblüte genießen kann. Meist herrschen an den Küsten Tageswerte zwischen 20 und 30 Grad – hier ist es in der Regel am wärmsten. In den Höhenlagen kann es allerdings durchaus sehr kalt und der Gefrierpunkt sogar unterschritten werden.

Daher gibt es eigentlich keine Reisezeit, die sich nicht für die Kanaren eignet. Jedoch sollte gerade bei Ausflügen genau auf das jeweilige Mikroklima der Region geachtet werden.

Kanarische Inseln: Die Anreise

Insbesondere die Flughäfen Teneriffa Süd und Las Palmas de Gran Canaria sind von vielen Deutschen Flughäfen und dem Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg erreichbar. Gerade die Billigairlines Eurowings und Easy Jet haben sich auf diese Ziele spezialisiert, es gibt aber auch einige Linienflüge.

Zwar ist auch eine Anreise nach Gran Canaria per Fähre vom spanischen Cádiz aus möglich, diese ist jedoch lang und umständlich und lohnt sich nur für den, der mehrere Wochen dort mit dem eigenen Auto und viel Gepäck überwintern will.

Kanarische Inseln: Die Übernachtung

Sowohl auf Gran Canaria als auch auf Teneriffa gibt es jeweils einen touristischen Hotspot mit vielen Hotels, Einkaufszentren und Restaurants fragwürdiger Qualität. Auf Gran Canaria ist dies Playa del Inglés im Süden der Insel und auf Teneriffa der Doppelort Los Christianos & Playa de las Américas ebenfalls im Süden.

Hier findet man alles, was das Herz des Pauschalurlaubers begehrt. Wer etwas mehr in das Leben der Einheimischen eintauchen möchte, dem sei an dieser Stelle eher ein Stadthotel in einer der beiden sehenswerten Hauptstädte Las Palmas oder Santa Cruz empfohlen. Beide Ziele bieten hübsche, kleine Altstädte zum bummeln und flanieren, sowie einen schönen Stadtstrand.

Zudem gibt es außerhalb der großen Touristenzentren und Hauptstädte noch weitere Orte für die, die es etwas ruhiger mögen. In diesen Orten findet man auch durchaus noch ein ursprüngliches Fischrestaurant direkt am Meer ohne lange suchen zu müssen:

  • Puerto de la Cruz auf Teneriffa
  • Puerto de Santiago auf Teneriffa
  • Agaete auf Gran Canaria
  • Puerto de Mogán auf Gran Canaria

Kanarische Inseln: Die Sehenswürdigkeiten

Auf den Kanarischen Inseln kann man hervorragend einfach entspannen und nichts tun, außer am Strand zu liegen und abends gut zu essen (Tipp: unbedingt die rote und die grüne Mojo-Sauce probieren, die zu vielen Speisen gereicht wird). Wer jedoch auch etwas besichtigen möchte, dem seien die Klassiker auf beiden Inseln ans Herz gelegt:

  • Teneriffa: Ausflug auf den Teide

    Der Vulkan kann von zwei Seiten angefahren werden, wobei jede Seite ihren Reiz hat: Die südliche Route ist eher mit kargen und einzigartigen Gesteinsformationen gesegnet – die nördliche verläuft zu großen Teilen durch Urwald.

    Auf dem Teide selbst kann man mit der Seilbahn dann bis kurz vor den Gipfel fahren – bei klarer Sicht hat man von dort eine fantastische Aussicht bis hin zu den anderen Inseln.
    Teide-Teneriffa-Kanarische-Inseln

  • Gran Canaria: Die Dünen von Maspalomas

    Wer sowieso am Playa del Inglés nächtigt, hat es nicht weit: Die weltberühmten Dünen von Maspalomas sind fußläufig erreichbar. Aber auch mit Mietwagen oder Bus sind diese problemlos zu finden.

    Über eine Länge von sechs Kilometern erstrecken sich die riesigen Dünen direkt am Meer entlang und können erwandert werden. Aber Vorsicht: Halten Sie sich von den abgesperrten Vogelbrutgebieten fern und lassen Sie auch keinen Müll zurück – die Dünen stehen unter Naturschutz.
    Maspalomas-Duenen-Gran-Canaria

Insider-Tipps für die Kanaren

Neben den Klassikern gibt es noch weitere Möglichkeiten, auf Teneriffa und Gran Canaria etwas zu erleben. Warum nicht einfach einen Tagestrip per Fähre auf eine der Nachbarinseln unternehmen? Oder Sie schauen sich Ecken an, die viele andere Touristen noch nicht entdeckt haben. Wir haben da ein paar Vorschläge:

  • Teneriffa: Historische Altstadt von La Laguna

    La Laguna ist ein schönes Ausflugsziel an dem man durchaus ein paar angenehme Stunden verbringen kann. Die Gassen und Straßen sowie die historischen Gebäude laden dabei zum Verweilen und Bummeln ein.

  • Teneriffa: Cueva del Viento

    Die Cueva del Viento ist die längste Lavahöhle Europas. Ein Besuch lohnt sich unbedingt.

  • Teneriffa: Masca-Schlucht

    Wer gerne wandert, sollte sich auf der Westseite der Insel die Schlucht von Masca vornehmen.
    Masca-Teneriffa-Schlucht

  • Gran Canaria: Arucas

    Wer Kultur und Handwerk liebt, sollte einen kurzen Stop in dieser sehenswerten Stadt einlegen.

  • Gran Canaria: Mandelblüte im Barranco de Guayadeque

    Das Tal und die Anhöhe sind am besten per Mietwagen erreichbar. Doch gerade im Januar und Februar lohnt es sich, die Blütenpracht dort zu genießen.
    Barranco-de-Guayadeque-Gran-Canaria

  • Gran Canaria: Puerto de Nievas

    Südlich des gemütlichen Fischerortes verläuft eine Küstenstraße mit spektakulären Ausblicken wie dem Mirador de Balcon. Die Straße ist teilweise in die Steilküste hineingebaut, was eine Fahrt mit dem Mietwagen besonders reizvoll macht.

  • Gran Canaria: Tejeda

    Wer einen Ausflug ins Inselinnere bevorzugt, kann hier noch etliche ursprüngliche Bergdörfer und einfache Restaurants für sich entdecken. Keinesfalls sollte Sie es dabei versäumen, mit dem Mietwagen Tejeda anzusteuern, wo Sie mit einem fantastischen Blick belohnt werden.

[Bildnachweis: Pawel Kazmierczak, Toriru, John_Walker, Tamara Kulikova, Christian Balate by Shutterstock.com]
29. April 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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