Kanarische Inseln: Im Winter in die Sonne

Wer träumt nicht davon: Dem schmuddeligen deutschen Wetter im Herbst oder Winter entfliehen und es sich im ewigen Sommer gut gehen lassen. Die Kanaren – oder korrekt „Kanarische Inseln“ genannt – scheinen dafür wie gemacht. Doch die Inselgruppe eignet sich in jeder Jahreszeit für einen Urlaub und hat sehr viel mehr zu bieten als sonniges Klima, warme Temperaturen, Meer und Strand: Wer „Kanarische Inseln“ sagt, meint vor allem Vielseitigkeit. Eine Übersicht über die einzelnen Inseln und die besten Tipps für die beiden beliebtesten Ziele Gran Canaria und Teneriffa.

Kanarische Inseln: Im Winter in die Sonne

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Kanarische Inseln: Urlaub zu jeder Jahreszeit

Im Kreuzworträtsel wird oft nach einer Inselgruppe im Atlantik gefragt. Gemeint sind die Kanarischen Inseln: Sieben Inseln vulkanischen Ursprungs, von denen jede ein individuelles Flair und eine teilweise völlig unterschiedliche Landschaft zu bieten hat. Teneriffa ist dabei die größte und beliebteste kanarische Insel, weshalb sie auch am besten erreichbar ist.

Doch auch die anderen Eilande haben ihren Reiz. Und zwar zu jeder Jahreszeit. Denn das Klima ist hier fast gleichbleibend. Angenehme Temperaturen und unterschiedlichste Landschaften machen den Urlaub sowohl im Winter als auch Sommer zu einem Erlebnis.

Kanarische Inseln: Einreise

Aufgrund von Corona gab und gibt es immer mal wieder eine Reisewarnung für diverse Gegenden dieser Welt. Davon waren auch zum Teil die Kanaren betroffen. Da sich dies mitunter aber schnell ändert, können wir Ihnen diesbezüglich keine tagesaktuelle Daten zur Einreise geben. Wir empfehlen daher vor der Einreise auf die Kanarischen Inseln einen Blick auf die Seite des Auswärtigen Amtes.

Allgemeine Tipps zur Erreichbarkeit der Kanarischen Inseln können wir Ihnen aber sehr wohl geben: Insbesondere die Flughäfen Teneriffa Süd und Las Palmas de Gran Canaria sind von vielen Deutschen Flughäfen und dem Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg erreichbar. Gerade die Billigairlines Eurowings und Easy Jet haben sich auf diese Ziele spezialisiert. Es gibt aber auch einige Linienflüge.

Zwar ist auch eine Anreise nach Gran Canaria per Fähre vom spanischen Cádiz aus möglich, diese ist jedoch lang und umständlich und lohnt sich nur für den, der mehrere Wochen dort mit dem eigenen Auto und viel Gepäck überwintern will.

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Kanarische Inseln: Karte und Überblick

Es gibt insgesamt sieben kanarische Inseln. Diese heißen Ihrer Größe nach geordnet:

  • Teneriffa
  • Fuerteventura
  • Gran Canaria
  • Lanzarote
  • La Palma
  • La Gomera
  • El Hierro

Die Inselkette liegt vor Nordafrika und ist folgendermaßen aufgeteilt:
Kanarische-Inseln-Karte-Kanaren-Uebersicht

Teneriffa: Mehr als nur der Teide

Teneriffa gilt als die Hauptinsel der Kanaren, was zum einen an ihrer Größe, aber auch an ihrer zentralen Lage ziemlich genau in der Mitte der Gruppe liegt. Sie besitzt als einzige der sieben Inseln zwei Flughäfen, wobei der nördliche das Drehkreuz für die Fluggesellschaft Binter Canarias darstellt, welche die Inseln untereinander verbindet. Zudem befinden sich auf Teneriffa auch zwei Fährhäfen.

Hauptattraktion auf Teneriffa ist sicherlich der Vulkan Teide, der mit einer Höhe von 3718 Metern der höchste Berg Spaniens ist. Doch auch das sonstige Hinterland, die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und die Küstenlinie haben ihren Reiz.

Gran Canaria: Vielseitiges Best-of

Gran Canaria ist gerade bei Deutschen Urlaubern besonders beliebt. Sie bietet ein breites Potpourri an landschaftlicher Vielfalt: Eine abwechslungsreiche und blühende Inselmitte mit einsamen Bergdörfern, faszinierende Steilhänge wie man sie sonst nur auf Hawaii findet, die pittoreske Inselhauptstadt Las Palmas mit einem schier unendlichen Stadtstrand und natürlich die faszinierenden Dünen von Maspalomas im Süden der Insel.

Wer auf Gran Canaria Urlaub macht, bekommt sozusagen Kanarische Inseln im Miniaturformat geboten: ein bisschen was von jeder Insel. Gran Canaria ist außerdem ebenso gut von Deutschland erreichbar wie Teneriffa.

Fuerteventura: Sand und Wind

Flächenmäßig ist Fuerteventura die zweitgrößte kanarische Insel. Sie ist jedoch weniger vielseitig als Gran Canaria und Teneriffa. Dadurch, dass sie vergleichsweise flach ist (die höchste Erhebung beträgt circa 800 Meter), ist sie dem Wind stärker ausgesetzt, woher Fuerteventura auch ihren Namen hat: „starker Wind“. Dies macht sie vor allem bei Surfern beliebt.

Aber auch bei anderen Touristen ist Fuerteventura attraktiv, was insbesondere an den langen und feinen Sandstränden liegt. Zwar sind viele Küstenorte mit großen Hotels ausgestattet – man findet dennoch ohne Probleme einsame und ruhige Orte, um ins Inselleben einzutauchen. Fuerteventura ist von einigen deutschen Flughäfen direkt erreichbar.

Lanzarote: Vulkane und Manrique

Kanarische Inseln, das bedeutet auch: Vulkane. Alle sieben Eilande sind vulkanischen Ursprungs. Doch nirgendwo sieht man diesen Teil der Geschichte und der Entstehung deutlicher als auf der kargen aber faszinierenden Insel Lanzarote. Insbesondere im brodelnden und dampfenden Nationalpark Timanfaya wird dies augenscheinlich.

Lanzarote war zudem Heimat des berühmten Künstlers César Manrique, der als Architekt und Bildhauer viele Orte der Insel maßgeblich mit geprägt hat. Das bekannteste seiner Bauwerke ist sicherlich der Mirador der Rio, wo in den 80er-Jahren bereits die Fernsehserie Tim Thaler gedreht wurde.

La Palma: Kahle Gipfel zwischen sattem Grün

La Palma ist eine Insel, die in einigen Regionen sehr vom Regen verwöhnt ist – dementsprechend grün ist es hier. Die Passatwinde sorgen jedoch dafür, dass es dieser dschungelartige Bewuchs nicht überall auf der Insel gleich verteilt ist. In der Inselmitte befinden sich mächtige, kahle Berge auf denen die Luft so klar ist, dass dort riesige astronomische Observatorien gebaut wurden. Die Caldera ist ebenfalls sehenswert.

Die einzige größere Stadt der Insel heißt wie die Hauptstadt von Teneriffa: Santa Cruz. Zur Unterscheidung trägt sie jedoch den Beinamen „de la Palma“. Sie ist ein gemütlicher Ort mit einigen hervorragenden Restaurants, der durch seine Lage zwischen Meer und Steilwand jedoch etwas beengt wirkt.

La Gomera: Immer noch etwas Hippie

Wer an La Gomera denkt, assoziiert vermutlich damit sofort Hippies, die in Höhlen am Meer wohnen. Ganz so wie früher ist es nicht mehr, aber im Valle Gran Rey ist tatsächlich noch etwas von der alten Atmosphäre zu spüren, auch wenn sich inzwischen viele Bewohner mit dem Verkauf von Handwerksprodukten oder dem Angebot von Bootstouren auf Individualtouristen eingestellt haben.

Ansonsten eignet sich La Gomera hervorragend zum Wandern. Die Insel ist am besten per Fähre vom Süden Teneriffas erreichbar, von wo aus mehrmals täglich die Inselhauptstadt San Sébastian angelaufen wird. Es gibt aber auch einen kleinen, relativ neuen Flughafen 30 Kilometer entfernt, auf dem zweimal pro Tag ein Flieger von Teneriffa Nord landet – so es der Wind erlaubt.

El Hierro: Klein, ruhig und individuell

Wer es ganz abgeschieden mag, der kann nach El Hierro reisen – sie ist von allen kanarischen Inseln die kleinste, die abgelegenste, die ursprünglichste und die ruhigste. Es gibt zwei größere Dörfer auf der Insel: Valverde und La Frontera – beide haben lediglich ein paar Tausend Einwohner.

Dafür punktet El Hierro mit Natur pur und dem kleinsten Hotel der Welt. El Hierro ist ebenfalls nur wenige Male täglich von Teneriffa aus per Fähre oder Kleinflugzeug erreichbar.

Welche Kanarische Insel ist am schönsten?

Jede kanarische Insel ist also unterschiedlich – eine Wertung individuelle Geschmackssache. Die kleineren Inseln sind absolut sehenswert, jedoch eher auf Individualurlauber spezialisiert und kaum bis gar nicht direkt aus Deutschland erreichbar. Daher konzentrieren wir uns im Folgenden mit unseren Tipps auf die beiden beliebtesten Inseln: Teneriffa und Gran Canaria.

Welche dieser beiden Inseln Sie bereisen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab: Teneriffa bietet mehr Möglichkeiten, ist aber auch voller – auch außerhalb der Schulferien.

Gran Canaria bietet im Hinterland viele versteckte Ecken zum selbst entdecken. Wer also eher mit einem Mietwagen individuell unterwegs sein möchte, für den eignet sich Gran Canaria eher, in Teneriffa werden mehr Angebote für Reisegruppen als Tagestrips angeboten.

Welche Kanarische Insel ist im Winter am besten?

Wer im Winter gerne in der Sonne verbringen möchte, der liegt grundsätzlich mit der Wahl „Kanarische Inseln“ richtig.

Jede Insel ist auch im Winter erreichbar, sämtliche Geschäfte, Hotels und Autovermietungen sind geöffnet. Es gibt also nicht nur die typische Sommersaison.

Gerade Gran Canaria ist dabei im Winter mit der Mandelblüte sicher am vielseitigsten. Wenn Sie sich also gar nicht entscheiden können, sollten Sie eine Kombination aus Gran Canaria und Lanzarote wählen. Damit erhalten Sie den umfassendsten Eindruck von den kanarischen Inseln.

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Kanarische Inseln: Wetter und Mikroklima

Was für viele das Wichtigste ist, um das Reiseziel Kanarische Inseln auszuwählen: das Wetter. Man könnte meinen, hier herrscht das ganze Jahr Frühling. Tatsächlich gibt es kaum Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten und auch der Regen unterscheidet sich eher je nach Inselseite als nach der Jahreszeit.

In den Höhenlagen kann es zum Beispiel sehr kalt und der Gefrierpunkt sogar unterschritten werden. Dort sammeln sich auch gerne die Wolken. Daher sollte gerade bei Ausflügen genau auf das jeweilige Mikroklima der Region geachtet werden.

Wo ist es am wärmsten auf den Kanarischen Inseln?

Meist herrschen an den Küsten Tageswerte zwischen 20 und 30 Grad – hier ist es in der Regel am wärmsten. Hervorzuheben sind hier vor allem die Südseiten von Teneriffa und Gran Canaria sowie Fuerteventura.

Auf Fuerteventura kann jedoch der Wind mitunter das Klima etwas frischer erscheinen lassen, als es eigentlich ist.

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Kanarische Inseln: Die Sehenswürdigkeiten

Auf den Kanarischen Inseln kann man hervorragend einfach entspannen und nichts tun, außer am Strand zu liegen und abends gut zu essen (Tipp: unbedingt die rote und die grüne Mojo-Sauce probieren, die zu vielen Speisen gereicht wird). Wer jedoch auch etwas besichtigen möchte, dem seien die Klassiker auf beiden Inseln ans Herz gelegt:

  • Teneriffa: Ausflug auf den Teide
    Der Vulkan kann von zwei Seiten angefahren werden, wobei jede Seite ihren Reiz hat: Die südliche Route ist eher mit kargen und einzigartigen Gesteinsformationen gesegnet – die nördliche verläuft zu großen Teilen durch Urwald.

    Auf dem Teide selbst kann man mit der Seilbahn dann bis kurz vor den Gipfel fahren – bei klarer Sicht hat man von dort eine fantastische Aussicht bis hin zu den anderen Inseln.
    Teide-Teneriffa-Kanarische-Inseln

  • Gran Canaria: Die Dünen von Maspalomas
    Wer sowieso am Playa del Inglés nächtigt, hat es nicht weit: Die weltberühmten Dünen von Maspalomas sind fußläufig erreichbar. Aber auch mit Mietwagen oder Bus sind diese problemlos zu finden.

    Über eine Länge von sechs Kilometern erstrecken sich die riesigen Dünen direkt am Meer entlang und können erwandert werden. Aber Vorsicht: Halten Sie sich von den abgesperrten Vogelbrutgebieten fern und lassen Sie auch keinen Müll zurück – die Dünen stehen unter Naturschutz.
    Maspalomas-Duenen-Gran-Canaria

Insider-Tipps für die Kanaren

Neben den Klassikern gibt es noch weitere Möglichkeiten, auf Teneriffa und Gran Canaria etwas zu erleben. Warum nicht einfach einen Tagestrip per Fähre auf eine der Nachbarinseln unternehmen? Oder Sie schauen sich Ecken an, die viele andere Touristen noch nicht entdeckt haben. Wir haben da ein paar Vorschläge:

  • Teneriffa: Historische Altstadt von La Laguna
    La Laguna ist ein schönes Ausflugsziel an dem man durchaus ein paar angenehme Stunden verbringen kann. Die Gassen und Straßen sowie die historischen Gebäude laden dabei zum Verweilen und Bummeln ein.
  • Teneriffa: Cueva del Viento
    Die Cueva del Viento ist die längste Lavahöhle Europas. Ein Besuch lohnt sich unbedingt.
  • Teneriffa: Masca-Schlucht
    Wer gerne wandert, sollte sich auf der Westseite der Insel die Schlucht von Masca vornehmen.
    Masca-Teneriffa-Schlucht
  • Gran Canaria: Arucas
    Wer Kultur und Handwerk liebt, sollte einen kurzen Stop in dieser sehenswerten Stadt einlegen.
  • Gran Canaria: Mandelblüte im Barranco de Guayadeque
    Das Tal und die Anhöhe sind am besten per Mietwagen erreichbar. Doch gerade im Januar und Februar lohnt es sich, die Blütenpracht dort zu genießen.
    Barranco-de-Guayadeque-Gran-Canaria
  • Gran Canaria: Puerto de Nievas
    Südlich des gemütlichen Fischerortes verläuft eine Küstenstraße mit spektakulären Ausblicken wie dem Mirador de Balcon. Die Straße ist teilweise in die Steilküste hineingebaut, was eine Fahrt mit dem Mietwagen besonders reizvoll macht.
  • Gran Canaria: Tejeda
    Wer einen Ausflug ins Inselinnere bevorzugt, kann hier noch etliche ursprüngliche Bergdörfer und einfache Restaurants für sich entdecken. Keinesfalls sollte Sie es dabei versäumen, mit dem Mietwagen Tejeda anzusteuern, wo Sie mit einem fantastischen Blick belohnt werden.

Kanarische Inseln: Die Übernachtung

Sowohl auf Gran Canaria als auch auf Teneriffa gibt es jeweils einen touristischen Hotspot mit vielen Hotels, Einkaufszentren und Restaurants fragwürdiger Qualität. Auf Gran Canaria ist dies Playa del Inglés im Süden der Insel und auf Teneriffa der Doppelort Los Christianos & Playa de las Américas ebenfalls im Süden. Hier findet man alles, was das Herz des Pauschalurlaubers begehrt.

Wer etwas mehr in das Leben der Einheimischen eintauchen möchte, dem sei an dieser Stelle eher ein Stadthotel in einer der beiden sehenswerten Hauptstädte Las Palmas oder Santa Cruz empfohlen. Beide Ziele bieten hübsche, kleine Altstädte zum bummeln und flanieren, sowie einen schönen Stadtstrand.

Zudem gibt es außerhalb der großen Touristenzentren und Hauptstädte noch weitere Orte für die, die es etwas ruhiger mögen. In diesen Orten findet man auch durchaus noch ein ursprüngliches Fischrestaurant direkt am Meer ohne lange suchen zu müssen:

  • Puerto de la Cruz auf Teneriffa
  • Puerto de Santiago auf Teneriffa
  • Agaete auf Gran Canaria
  • Puerto de Mogán auf Gran Canaria

Reise Knigge: Korrektes Verhalten im Flieger & am Urlaubsort

Jeder möchte sich im Urlaub wohl fühlen. Darüber vergessen einige jedoch, dass sie nicht zu Hause sind. Je nach Zielland können andere kulturelle Sitten herrschen. Allgemein lässt sich sagen: Ihr Verhalten gegenüber Mitreisenden, Personal und Einheimischen sollte höflich und rücksichtsvoll sein. Das gilt auch im Fall von Reisemängeln. Bewahren Sie immer die Ruhe und kommunizieren Sie freundlich. Auf der sicheren Seite sind Sie zudem mit unserem Reise Knigge:

Worauf sollten Sie beim Boarding achten?

Beim Boarding nehmen Sie zügig Ihren Platz ein, aber ohne zu drängeln. Manche Fluglinien lassen die Reisenden nach Priorität oder Sitzplätzen einsteigen. Das Handgepäck verstauen Sie in Ihrem Fußraum. Für große Handgepäckstücke nehmen Sie das Gepäckfach über Ihrem Sitz.

Zuvor sollten Sie sich aber vergewissern, dass Sie nicht andere Reisende aufhalten: Bildet sich hinter Ihnen eine Schlange, warten Sie, bis diese Personen ihren Platz aufgesucht haben.

Wie verhalten Sie sich im Flieger?

Grüßen Sie freundlich Ihren Sitznachbarn, falls in Ihrer Sitzreihe bereits jemand sitzt. Bitten Sie die Person kurz aufzustehen, sofern Sie zu Ihrem Platz an ihr vorbeimüssen. Gleiches gilt, wenn Sie während des Fluges die Toilette aufsuchen wollen.

Die Armlehnen des Mittelplatzes werden idealerweise zur Hälfte vom Reisenden und zur anderen Hälfte vom Mitreisenden benutzt. Kommt es zu keiner nonverbalen Übereinstimmung, kann ein freundlicher Hinweis helfen: Sagen Sie Ihrem Sitznachbarn, dass Sie ebenfalls die Lehne benutzen möchten.

Was ist beim Essen im Hotel zu beachten?

Reisende sollten sich an den Öffnungszeiten orientieren. Heißt: Wenn das Frühstück erst um 8 Uhr morgens angeboten wird, ist früheres Erscheinen unhöflich. Umgekehrt müssen Sie um 10.50 Uhr mit reduziertem Angebot rechnen, wenn um 11 Uhr die Frühstückszeit beendet ist.

Erscheinen Sie so, dass Sie innerhalb der angegebenen Zeiten mühelos Ihre Mahlzeit beenden können. Es ist nicht gestattet, sich Speisen vom Büffet für später mitzunehmen. Ebenfalls absolutes Tabu: Sich zig Gänge auf den Tisch zu laden und die Hälfte unberührt stehenzulassen.

Wie kleiden Sie sich am besten?

Urlaubskleidung soll bequem und zweckmäßig sein. Dennoch gilt es je nach Tageszeit und Hotelkategorie einiges zu beachten: Morgens und mittags kann in Strandhotels zu den Mahlzeiten kurze Hose und T-Shirt oder Strandkleid getragen werden.

Beim Abendessen sollten Männer mit langer Hose und Hemd oder T-Shirt erscheinen, Frauen in Rock oder Kleid. Besonders ab 4 Sternen gilt: Kurze Hosen sind bei beiden Geschlechtern unerwünscht. Ebenfalls Tabu: Strand- oder Sportbekleidung.

Ist Trinkgeld üblich und wenn ja, wie viel?

Auf Reisen in Europa und Nordamerika erwartet das Servicepersonal in Restaurants Trinkgeld vom Gast. Üblicherweise zahlt man wenigstens zehn Prozent des Gesamtbetrages. In manchen Ländern ist es üblich, das Trinkgeld auf einem kleinen Teller zu hinterlassen.

Trinkgeld bekommt auch der Zimmerservice im Hotel und der Taxifahrer. Im Hotel sind 1 Euro pro Nacht üblich. Bei Taxifahrten können Sie aufrunden oder ebenfalls 10 Prozent zahlen. Gibt es einen Portier, zahlen Sie ebenfalls ein bis zwei Euro für den Service.

Wie verhält man sich am Pool?

Die Liege am Pool mit einem Handtuch zu reservieren, ist besonders unter Deutschen und Briten eine verbreitete Unsitte. Besonders, wenn Sie selbst gar nicht am Pool sind, sondern sich vielleicht noch am Büffet aufhalten.

Liegen zu blockieren ist unhöflich. Daher sollten Sie Ihr Handtuch nur ausbreiten, wenn Sie sich dort aufhalten. Verlassen Sie den Poolbereich (Ausnahme: ein kurzfristiger Toilettengang), sollten Sie Ihr Handtuch auch mitnehmen.

Wo kann man oben ohne am Strand liegen?

Oben ohne ist vor allem in Skandinavien, Belgien und Deutschland verbreitet. Für FKK-Liebhaber gibt es eigens ausgewiesene Strände. Vergewissern Sie sich, was erlaubt ist, bevor Sie im Ausland nackt oder oben ohne baden.

In muslimischen Ländern wie Ägypten oder der Türkei ist baden oben ohne oder barbusiges Sonnen verboten. Aber auch in Europa ist es nicht unbedingt gern gesehen: In Ländern wie Spanien oder Griechenland sind solche Verhaltensweisen lediglich an touristischen Stränden geduldet.

Was ist bei Kirchen, Synagogen und Moscheen zu beachten?

Wer als Tourist eine Kirche, Synagoge, Moschee oder einen Tempel besichtigt, sollte angemessen gekleidet sein. Bedeutet: bedeckte Schultern und Knie für Gotteshäuser. In Synagogen müssen Männer eine Kopfbedeckung (Kippa) tragen. Moscheen dürfen Sie nur ohne Schuhe betreten. Frauen sollten Kopf und Schultern mit einem Tuch bedecken.

Übrigens ist mancherorts die Strandbekleidung (Bikini, Badehose) selbst für die Altstadt zu knapp: Auf Mallorca müssen Sie mit einer Geldbuße von bis zu 200 Euro rechnen. Achten Sie also außerhalb des Hotelzimmers auf angemessene Kleidung.

Wie begrüßt man andere korrekt?

Handschlag ist in mittel- und westeuropäischen Ländern verbreitet. In südlichen Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien ist zusätzlich noch der angedeutete Wangenkuss (teilweise doppelt) üblich.

Vor allem in asiatischen Ländern besteht eine größere Distanz beim Begrüßen als in Europa und Nordamerika. In Thailand ist der Wai-Gruß typisch: Mit geschlossenen Händen vor der Brust verneigen Sie den Kopf vor anderen. In islamischen Ländern kann der Handschlag erfolgen, aber nur unter Männern.

Was können Sie nach dem Ausschecken nutzen?

Vielerorts ist spätestens bis 12 Uhr das Zimmer zu räumen. Manchmal vergehen aber noch etliche Stunden bis zum Abflug. Wollen Sie die verbleibende Zeit noch nutzen, stellen viele Hotels ihren Service unter bestimmten Bedingungen zur Verfügung.

Üblicherweise können Sie Ihr Gepäck noch an der Rezeption aufbewahren. Dort können Sie erfragen, ob Sie den Swimmingpool und die Sauna noch benutzen dürfen. Hierfür kann das Hotel allerdings eine Zusatzgebühr verlangen.

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[Bildnachweis: Pawel Kazmierczak, Toriru, John_Walker, Tamara Kulikova, Christian Balate, intrepix by Shutterstock.com]

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