Lachen tut gut!

Lachen ist gesund! Wenn schon der Volksmund diese Weisheit kennt, muss etwas Wahres dran sein. Psychologen und Neurologen haben sich mit der Frage beschĂ€ftigt, warum das Lachen fĂŒr uns so wichtig ist. Hier erfahren Sie mehr ĂŒber die wichtigsten Erkenntnisse: Welche positive Wirkung hat das Lachen und welche Prozesse laufen im Körper ab? WorĂŒber lachen wir und was können wir tun, wenn uns vollkommen unpassend ein Lachanfall ĂŒberkommt?…

Lachen tut gut!

Lachen ist gesund

Wer lacht ist, fĂŒr einen Moment richtig fröhlich. Dieses gute GefĂŒhl muss einfach eine gute Wirkung auf unseren Körper haben. Und so ist es auch: Studien haben sogar eine mehrfach positive Wirkung des Lachens auf unseren Körper nachgewiesen:

  • Lachen stĂ€rkt die AbwehrkrĂ€fte

    Durch das Lachen wird unser Immunsystem angeregt. Der Körper bildet Antikörper, die unseren Körper vor Bakterien und Viren schĂŒtzen.

  • Lachen schĂŒttet Endorphine aus

    Schon die Bewegung unseres Mundes beim LĂ€cheln signalisiert unserem Gehirn, dass wir glĂŒcklich sind. Wenn wir lachen, produziert unser Körper Endorphine, die reichlich ausgeschĂŒttet werden. Diese GlĂŒckshormone wandern in die Blutbahn und wir nehmen wahr, wie unsere Stimmung steigt.

  • Lachen senkt den Stresspegel

    Gleichzeitig wird beim Lachen das Stresshormon Adrenalin ausgebremst. Der Körper schĂŒttet es nicht mehr aus.

  • Lachen lindert Schmerzen

    Die AusschĂŒttung der GlĂŒckshormone hat noch einen weiteren Effekt. Unser Schmerzempfinden wird gesenkt. Es sollen sogar noch andere entzĂŒndungshemmende und schmerzstillende Stoffe im Blut produziert werden, die die Schmerzen lindern.

  • Lachen senkt den Blutzuckerspiegel

    In einer amerikanischen Studie wurde Diabetikern eine lustige Comedy-Show im Fernsehen gezeigt. Die Patienten hatten nach ihrer Mahlzeit durchweg bessere Zuckerwerte als jene, die sich nur nach dem Essen unterhalten haben.

Was passiert beim Lachen?

Lachen ist ein richtiger Hochleistungssport: Fast 300 Muskel werden angespannt, wenn wir herzhaft lachen. Allein 17 Muskeln im Gesicht, dazu kommen noch viele Bauchmuskel. Da ĂŒberrascht es nicht, wenn wir nach einem heiteren, lustigen Abend einen Muskelkater im Bauch verspĂŒren.

Haben Sie schon gewusst, dass wir einen Lachmuskel haben? Der sogenannte Zygomaticus spannt die Gesichtsmuskel an, darunter sogar die des TrĂ€nensacks, so dass wir manchmal vor Freude TrĂ€nen weinen können. In einer lustigen Runde beobachten wir bei unserem GegenĂŒber, dass sich seine Nase in Falten legt und die Nasenlöcher weiten. Der Lachende wirft seinen Kopf zurĂŒck und schließt die Augen. Die Mundpartie wird von dem Zygomaticus-Muskel nach oben gezogen und die Heiterkeit steht unserem GesprĂ€chspartner ins Gesicht geschrieben.

Wenn wir lachen, bewegt sich der ganze Körper: Wir öffnen den Mund und atmen tiefer und lĂ€nger ein. Die Ausatmung indes ist nur kurz. Die Brustmuskel werden aktiviert und die Bronchien weiten sich. Das Zwerchfell spannt sich und dadurch können sich die LungenflĂŒgel weit ausdehnen. Das ermöglicht einen erhöhten Gasaustausch in der Lunge. Fast das gesamte Luftvolumen wird stoßweise in einer rasanten Geschwindigkeit rausgepresst. Die LuftmolekĂŒle schießen mit einhundert Stundenkilometer aus dem Körper. Der Kehlkopfbereich ist mit betroffen. Die StimmbĂ€nder werden aktiviert und beim Lachen entstehen die typischen stakkatoartigen Lachlaute.

Insgesamt kann sich der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid beim Lachen um ein Dreifaches erhöhen. Die Lungen nehmen viel Sauerstoff auf. Dieser gelangt in die roten Blutkörperchen und das Herz pumpt zĂŒgig das sauerstoffreiche Blut durch den Körper. Der Stoffwechsel kommt richtig in Fahrt.

Auch die Eingeweide werden krĂ€ftig angeregt. Die Anspannung des Zwerchfells ĂŒbt auf dem den Darm eine Massage aus. Das begĂŒnstigt die DarmaktivitĂ€t. Nach dem der ganze Körper fröhlich angespannt war, entspannt sich der Körper. Das kann schon mal dazu fĂŒhren, dass die Blase unwillkĂŒrlich etwas Wasser verlĂ€sst.

Nach so viel Leistung sinkt der Blutdruck wieder und die Arterien weiten sich.

Warum lachen wir?

Menschen lachen unterschiedlich viel und mancher ist mit einem humorvoll heiteren Wesen gesegnet. Das hat die Gelotologen – so nennen sich die Lachforscher – animiert herauszufinden, ob es in unserem Gehirn ein sogenanntes Humorzentrum gibt. Einige Jahre glaubten sie, es entdeckt zu haben. Sie machten eine kleine Region im frontalen Part der Großhirnrinde, dafĂŒr verantwortlich, dass wir einen Witz erkennen.

Diese Studie wurde mittlerweile von der Neurologin Barbara Wild widerlegt. Mit Hilfe des Kernspintomographen fand sie heraus, welche Regionen im Gehirn stĂ€rker durchblutet, also aktiv sind, bis wir ĂŒber einen Witz lachen. Sie konnte mehrere aktive Hirnregionen als bunt gefĂ€rbte Flecken festhalten, die nicht aktiven Bereiche blieben derweil grau.

Seit dem steht fest: Es gibt leider doch kein Humorzentrum im Gehirn. Es sind mehrere Regionen beteiligt, die wie ein Schaltkreis funktionieren, bis das Lachen beginnt.

Auch wenn noch nicht klar ist, welchen biologischen Zweck Humor und Lachen haben, steht fĂŒr die Forscher eins fest: Sie sind definitiv ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit und gleichen unsere Angst und unsere schlechten Erfahrungen aus.

Was bringt uns zum Lachen?

Es ist schon schade: Laut Studien lachen Kinder tÀglich um die 400 Mal. Erwachsene hingegen nur noch 15 Mal. Die Heiterkeit scheint uns im Alter verloren zu gehen. Woran liegt das?

Vermutlich hĂ€ngt es damit zusammen, dass insbesondere Kleinkinder ihre Welt neu entdecken. Sie erleben tagtĂ€glich viele Überraschungen, die sie erheitern. Da reicht es schon, wenn ein Ball die Treppe hinunterrollt und das Baby lacht ansteckend.

Wir lachen vor allem bei Überraschungen. Das Unerwartete, plötzlich Passierende löst bei uns oft den Lachflash aus. Auch ein Witz ist nur dann gut, wenn wir das Ende noch nicht kennen und es uns ĂŒberrascht.

Nach den GrĂŒnden fĂŒr unser Lachen werden auch die fĂŒnf unterschiedlichen Arten des Lachens benannt:

  • Spontanes Lachen

    Das spontane Lachen entsteht plötzlich und ĂŒberkommt uns einfach. Der Lachende denkt nicht darĂŒber nach, warum die Situation witzig ist. Oft ist es Situationskomik. Es passiert etwas Lustiges und das Lachen wird ausgelöst. Oder es herrscht zuvor eine Anspannung, die nicht mehr auszuhalten ist und sich einem schallenden GelĂ€chter löst.

  • Stimuliertes Lachen

    Das reflexartige Lachen wird ausgelöst durch physische Reize wie beim Kitzeln.

  • Simuliertes Lachen

    Diese Form des Lachens wird von der Person selber hervorgerufen. Es muss sich dabei nicht um ein gekĂŒnsteltes, unecht wirkendes Lachen handeln. Auch beim sogenannten Lach-Yoga wird das simulierte Lachen genutzt, um im Menschen eine positive Stimmung auszulösen

  • Induziertes Lachen

    Induziert, das heißt durch Ă€ußere UmstĂ€nde herbeigefĂŒhrt, lachen Menschen, die Alkohol oder bestimmte Substanzen in Drogen wie etwa Amphetaminen, Cannabis, LSD zu sich genommen haben.

  • Pathologisches Lachen

    Mitunter kann es vorkommen, dass Patienten, deren zentrales Nervensystem verletzt ist oder die an einer neurologischen Erkrankung leiden, krankhaft lachen. Sie können es nicht steuern und erleben dabei keine VerÀnderung ihrer Stimmung.

Witze fĂŒr Senioren

Es verwundert kaum, das ausgerechnet ein Brite auf die Idee kam, zu ermitteln, welches wohl der weltweit beste Witz sei. Schon im Jahr 2015 hat der britische Psychologe Richard Wiseman in seinem Laugh Lab geforscht und ihn gefunden. Kennen Sie schon diesen Witz?

Zwei JĂ€ger sind draußen in den WĂ€ldern, als einer von ihnen plötzlich kollabiert. Er scheint nicht mehr zu atmen und seine Augen sind glasig. Der andere Mann kramt sein Handy aus der Tasche und wĂ€hlt den Notruf. Er ringt nach Luft: „Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?“ Der Mann am anderen Ende der Leitung antwortet: „Beruhigen Sie sich. Als erstes mĂŒssen Sie sichergehen, dass er tot ist.“ In der Leitung wird es still – dann ertönt plötzlich ein Schuss. Der JĂ€ger nimmt das Telefon wieder zur Hand und fragt: „Okay, und jetzt?“

Diese Witze haben wir auch noch fĂŒr Sie gefunden:

Patient: „Herr Doktor, ich vergesse immer alles.“
Doktor: „Seit wann haben sie das?“
Patient: „Seit wann habe ich was?“

Sie:“Schatz, glaubst du, dass der neue Trockner meine Kleidung schrumpft.“
Er:“Nein, das war der KĂŒhlschrank.“

Michael und Susanne sind beide 55 Jahre alt und seit 20 Jahren verheiratet.
Eines schönen Tages gehen beide im Wald spazieren und treffen dort eine magische Fee.
Die magische Fee sagt zu den Beiden: „Ihr seid schon so lange verheiratet; ich gewĂ€hre jedem von euch einen Herzenswunsch.“
Die Frau ist ĂŒberglĂŒcklich. Sie wĂŒnscht sich sofort eine Reise fĂŒr beide auf die Bahamas.
Die Fee: „Kein Problem.“ Puff – HĂ€lt die Frau zwei Flugtickets und ein Hotelgutschein fĂŒr die Bahamas in der Hand.
Der Mann sagt: „Wow, so eine Chance lass ich mir nicht entgehen. Tut mir leid Liebling, aber ich wĂŒnsche mir eine Frau, die 30 Jahre jĂŒnger ist.“
Die Fee: „WĂ€re das nicht ein bisschen gemein? Bist du sicher?“
Der Mann: „Ja, ganz sicher!“
Auf einmal macht es Puff und der Mann ist 30 Jahre Àlter.

Oma und Opa gehen ins Kino. Plötzlich erhebt sich Oma und krabbelt auf dem Boden rum. „ Was krabbelst Du denn da?“, fragt Opa ganz leise. „Ich suche mein Bonbon“, antwortet Oma. „Aber lass doch das blöde Bonbon liegen!“ rĂ€t ihr Opa. „Das geht nicht, da hĂ€ngen meine ZĂ€hne dran“ erwidert Oma mit Ă€rgerlicher Stimme.

Er: „Seit 17 Jahren korrigierst du mich, egal was ich sage!“
Sie:“Seit 18 Jahren, mein Lieber, seit 18!“

Kommt ein 90-jĂ€hriger in eine Apotheke und möchte eine Viagra. Der Apotheker bringt sie ihm und der alte Mann fragt, ob er die Pille auch zerkleinert bekommen könnte. In einem Mörser wird sie ihm ganz klein gemacht und ĂŒberreicht. Der alte Mann ist zufrieden und holt einen 100 Euro Schein aus der Tasche, rollt ihn zusammen und schnupft die gemahlene Viagra, die er auf dem Tisch verteilt hatte, durch die Nase. Da fragt ihn der Apotheker, was das denn soll. Darauafhin antwortet ihm der Opa: „Ach wissen sie junger Mann, in meinem Alter, da spielt sich Sex nur noch im Kopf ab.“

Was tun, wenn das Lachen unpassend ist?

Vielleicht haben Sie es schon einmal erlebt, dass Sie in einer Situation lachen mussten, in der das Lachen vollkommen unangebracht war. Es passte nicht zur Etikette. Die Leute wurden auf Sie aufmerksam und schauten Sie schrĂ€g an. Wenn Sie GlĂŒck hatten, waren die anderen belustigt und lĂ€chelten ĂŒber Ihren verzweifelten Versuch, es zu verbergen. Es gibt aber auch Ereignisse, in denen das Lachen, VerĂ€rgerung verursacht – wie zum Beispiel bei einer Gedenkfeier oder Beerdigung. Was kann man in solch einer Situation tun?

  1. Den Blick senken

    Ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, einfach den Blick senken. Manch einer versucht den Lachanfall hinter einem Husten zur verstecken oder sucht raschelnd nach einem Taschentuch, um sich schneuzend dahinter zu verstecken. Derartig laute Aktionen erregen erst recht das Interesse der anderen, deshalb einfach den Blick nach unten senken.

  2. Konzentriert durch die Nase ein- und ausatmen

    Suchen Sie Ihre innere Ruhe, in dem Sie sich auf Ihre Atmung konzentrieren. SpĂŒren Sie wie der Atem durch die Nase ein- und ausfließt.

  3. An etwas anderes denken

    Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes. Denken Sie darĂŒber nach, was Sie diese Woche noch erledigen mĂŒssen, wann Sie zum Beispiel einkaufen und was auf Ihrer Einkaufsliste stehen sollte.

  4. Verlassen Sie ohne viel Aufsehen den Raum

    Stehen Sie ruhig auf und bewegen sich leise aus dem Geschehen. Am besten gehen Sie nach draußen und atmen viel frische Luft ein, bis sie sich wieder beruhigt haben.

Zwanghaftes Lachen

Das zwanghafte Lachen kann seine Ursachen in einer psychiatrischen oder neurologischen Erkrankung haben:

  • Bei einer Parathymie liegt eine Störung in der AffektivitĂ€t, also dem GefĂŒhlsleben vor. Das was die Person gegenwĂ€rtig erlebt, stimmt nicht mit ihrem GefĂŒhlsausdruck ĂŒberein. Beispielsweise kann ein Patient etwas Fröhliches erlebt haben und weint bei der ErzĂ€hlung. Oder jemand hat etwas Trauriges erlebt und lacht laut statt Kummer zu zeigen. Diese Störung ist ein typisches Symptom der Schizophrenie.
  • Beim pathologisches Lachen lachen die Patienten ohne einen erkennbaren Auslöser, das lĂ€sst sich wie folgt erklĂ€ren:

    Das Lachen besteht aus einem seelischen und einem körperlichen Anteil. Auslöser fĂŒr das Lachen ist der seelische Anteil – die Gedanken und GefĂŒhle, die zum Lachen fĂŒhren.Daraus entwickelt sich der körperliche Anteil. Beim Lachen laufen jetzt bestimmte Prozesse – wie oben beschrieben – rein mechanisch in den Hirnregionen ab.

    Bei Menschen, die krankhaft lachen, laufen diese körperlichen Prozesse unwillkĂŒrlich ab. Sie werden nicht durch Gedanken oder GefĂŒhle ausgelöst. WĂ€hrend beim normalen Lachen unterschiedliche Abstufungen auszumachen sind, – ein LĂ€cheln, Lachen mit geringer IntensitĂ€t oder herzhaftes Lachen – verlĂ€uft das krankhafte Lachen nach einem stereotypen Muster. Es beginnt unvermittelt, entwickelt sich anfallartig zu einem extremen Lachen. Die Patienten können es nicht kontrollieren oder in irgendeiner Form unterbrechen.

    FĂŒr die Anwesenden ist dieses Lachen sehr befremdend. Auch der Lachende selber kann es nicht einordnen, ist verwirrt und muss oft direkt danach weinen. Ursache ist hier ein Hirnschaden, wie zum Beispiel bei Multiple Sklerose oder einem Schlaganfall.

Lachen in traurigen Situationen

Das Lachen in traurigen Situationen kann, wenn es keine pathologische Ursache wie bei der Parathymie hat, eine ganz natĂŒrliche Reaktion sein. In sehr stressigen Situation nutzt der Körper das Lachen, um innere Spannungen abzubauen. Sie haben die ganze Zeit ĂŒber eine Situation gesprochen, die Sie persönlich berĂŒhrt, vielleicht fließen auch TrĂ€nen. Ein aufmunterndes Wort oder ein kleiner Witz erfreut das GemĂŒt. Darin versteckt sich die Hoffnung, eine Erleichterung zu finden.
Aus diesem Grunde sollte man das Lachen auch nie verlernen.

Wenn es Ihnen hÀufiger passiert, dass Sie in unangebrachten Situationen lachen, sollten Sie tatsÀchlich nach dem Grund suchen. Manchmal verstecken sich dahinter nicht verarbeitete Probleme.

[Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]
21. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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