Lachen tut gut!

Lachen ist gesund! Wenn schon der Volksmund diese Weisheit kennt, muss etwas Wahres dran sein. Psychologen und Neurologen haben sich mit der Frage besch├Ąftigt, was Lachen ist und warum es f├╝r uns so wichtig ist. Hier erfahren Sie mehr ├╝ber die wichtigsten Erkenntnisse: Welche positive Wirkung hat das Lachen und welche Prozesse laufen im K├Ârper ab? ├ťber welchen Witz oder Spruch lachen wir? Was k├Ânnen wir tun, wenn uns vollkommen unpassend ein Lachanfall ├╝berkommt? Und: k├Ânnen wir Lachen lernen?

Lachen tut gut!

Was ist das: Lachen?

Lachen ist nicht nur ein Ort in der Schweiz am Bodensee. Der Begriff „Lachen“ (Englisch: „to laugh“ oder „the laughter“ ÔÇô je nachdem, ob es sich um das Substantiv oder das Verb handelt) bezeichnet laut Duden den spontanen Ausdruck der Freude. Das Substantiv „Lachen“ schreibt man im Deutschen gro├č, das Verb „lachen“ schreibt man dementsprechend klein.

Menschen lachen unterschiedlich viel und mancher ist mit einem humorvoll heiteren Wesen gesegnet. Das hat die Gelotologen – so nennen sich die Lachforscher ÔÇô animiert, herauszufinden, ob es in unserem Gehirn ein sogenanntes Humorzentrum gibt. Mit Hilfe des Kernspintomographen entdeckten sie, dass beim Lachen mehrere Regionen beteiligt sind, die wie ein Schaltkreis funktionieren, bis das Lachen beginnt.

Auch wenn noch nicht klar ist, welchen biologischen Zweck Humor und Lachen haben, steht f├╝r die Forscher eins fest: Sie sind definitiv ein wichtiger Teil unserer Pers├Ânlichkeit und gleichen unsere Angst und unsere schlechten Erfahrungen aus.

Nach den Gr├╝nden f├╝r unser Lachen werden auch die f├╝nf unterschiedlichen Arten des Lachens benannt:

  • Spontanes Lachen:
    Das spontane Lachen entsteht pl├Âtzlich und ├╝berkommt uns einfach. Der Lachende denkt nicht dar├╝ber nach, warum die Situation witzig ist. Oft ist es Situationskomik. Es passiert etwas Lustiges und das Lachen wird ausgel├Âst. Oder es herrscht zuvor eine Anspannung, die nicht mehr auszuhalten ist und sich einem schallenden Gel├Ąchter l├Âst.
  • Stimuliertes Lachen:
    Das reflexartige Lachen wird ausgel├Âst durch physische Reize wie beim Kitzeln.
  • Simuliertes Lachen:
    Diese Form des Lachens wird von der Person selber hervorgerufen. Es muss sich dabei nicht um ein gek├╝nsteltes, unecht wirkendes Lachen handeln. Auch beim sogenannten Lach-Yoga wird das simulierte Lachen genutzt, um im Menschen eine positive Stimmung auszul├Âsen.
  • Induziertes Lachen:
    Induziert, das hei├čt durch ├Ąu├čere Umst├Ąnde herbeigef├╝hrt, lachen Menschen, die Alkohol oder bestimmte Substanzen in Drogen wie etwa Amphetaminen, Cannabis, LSD zu sich genommen haben.
  • Pathologisches Lachen:
    Mitunter kann es vorkommen, dass Patienten, deren zentrales Nervensystem verletzt ist oder die an einer neurologischen Erkrankung leiden, krankhaft lachen. Sie k├Ânnen es nicht steuern und erleben dabei keine Ver├Ąnderung ihrer Stimmung.

Lachen: Synonym f├╝r das Verb Lachen

Im Deutschen gibt es eine Reihe von Begriffen die f├╝r „lachen“ synonym verwendet werden. Viele davon sind umgangssprachlich, wie zum Beispiel:

  • gackern
  • wiehern
  • kichern
  • glucksen
  • am├╝sieren
  • be├Âmmeln
  • prusten

Lachen: Spruch oder Witz braucht Pointe

Meist lachen wir spontan, also wenn uns etwas positiv-witzig ├╝berrascht. Daf├╝r ben├Âtigt es im Falle von einem Spruch oder einem Witz eine Pointe, also eine ├╝berraschende und lustige Wendung. Es wird mit dem zu Erwartenden gebrochen. Einige Beispiele:

Lachen Spruch 1

Lachen Spruch 2

Lachen Spruch 3

Lachen Spruch 4

Lachen Spruch 5

Lachen Spruch 6

Lachen Spruch 7

Lachen: Gesund und heilsam

Wer lacht, ist f├╝r einen Moment richtig fr├Âhlich. Dieses gute Gef├╝hl muss einfach eine gute Wirkung auf unseren K├Ârper haben. Und so ist es auch: Studien haben sogar eine mehrfach positive Wirkung des Lachens auf unseren K├Ârper nachgewiesen:

  • Lachen st├Ąrkt die Abwehrkr├Ąfte
    Durch das Lachen wird unser Immunsystem angeregt. Der K├Ârper bildet Antik├Ârper, die unseren K├Ârper vor Bakterien und Viren sch├╝tzen.
  • Lachen senkt den Stresspegel
    Gleichzeitig wird beim Lachen das Stresshormon Adrenalin ausgebremst. Der K├Ârper sch├╝ttet es nicht mehr aus.
  • Lachen lindert Schmerzen
    Unser Schmerzempfinden wird durch lachen gesenkt. Es sollen sogar noch andere entz├╝ndungshemmende und schmerzstillende Stoffe im Blut produziert werden, die die Schmerzen lindern.
  • Lachen senkt den Blutzuckerspiegel
    In einer amerikanischen Studie wurde Diabetikern eine lustige Comedy-Show im Fernsehen gezeigt. Die Patienten hatten nach ihrer Mahlzeit durchweg bessere Zuckerwerte als jene, die sich nur nach dem Essen unterhalten haben.

Welche Hormone werden beim Lachen ausgesch├╝ttet?

Schon die Bewegung unseres Mundes beim L├Ącheln signalisiert unserem Gehirn, dass wir gl├╝cklich sind. Wenn wir lachen, produziert unser K├Ârper Endorphine, die reichlich ausgesch├╝ttet werden. Diese Gl├╝ckshormone wandern in die Blutbahn und wir nehmen wahr, wie unsere Stimmung steigt.

Dies bewirkt, dass sich unser K├Ârper zu H├Âchstleistungen bewegt: Fast 300 Muskeln werden angespannt, wenn wir herzhaft lachen. Allein 17 Muskeln im Gesicht, dazu kommen noch viele Bauchmuskel. Da ├╝berrascht es nicht, wenn wir nach einem heiteren, lustigen Abend einen Muskelkater im Bauch versp├╝ren.

Wie funktioniert das Lachen?

Haben Sie schon gewusst, dass wir einen Lachmuskel haben? Der sogenannte Zygomaticus spannt die Gesichtsmuskel an, darunter sogar die des Tr├Ąnensacks, so dass wir manchmal vor Freude Tr├Ąnen weinen k├Ânnen. In einer lustigen Runde beobachten wir bei unserem Gegen├╝ber, dass sich seine Nase in Falten legt und die Nasenl├Âcher weiten. Der Lachende wirft seinen Kopf zur├╝ck und schlie├čt die Augen. Die Mundpartie wird von dem Zygomaticus-Muskel nach oben gezogen und die Heiterkeit steht unserem Gespr├Ąchspartner ins Gesicht geschrieben.

Wenn wir lachen, bewegt sich der ganze K├Ârper: Wir ├Âffnen den Mund und atmen tiefer und l├Ąnger ein. Die Ausatmung indes ist nur kurz. Die Brustmuskel werden aktiviert und die Bronchien weiten sich. Das Zwerchfell spannt sich und dadurch k├Ânnen sich die Lungenfl├╝gel weit ausdehnen. Das erm├Âglicht einen erh├Âhten Gasaustausch in der Lunge. Fast das gesamte Luftvolumen wird sto├čweise in einer rasanten Geschwindigkeit rausgepresst. Die Luftmolek├╝le schie├čen mit einhundert Stundenkilometer aus dem K├Ârper. Der Kehlkopfbereich ist mit betroffen. Die Stimmb├Ąnder werden aktiviert und beim Lachen entstehen die typischen stakkatoartigen Lachlaute.

Insgesamt kann sich der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid beim Lachen um ein Dreifaches erh├Âhen. Die Lungen nehmen viel Sauerstoff auf. Dieser gelangt in die roten Blutk├Ârperchen und das Herz pumpt z├╝gig das sauerstoffreiche Blut durch den K├Ârper. Der Stoffwechsel kommt richtig in Fahrt.

Auch die Eingeweide werden kr├Ąftig angeregt. Die Anspannung des Zwerchfells ├╝bt auf dem den Darm eine Massage aus. Das beg├╝nstigt die Darmaktivit├Ąt. Nach dem der ganze K├Ârper fr├Âhlich angespannt war, entspannt sich der K├Ârper. Das kann schon mal dazu f├╝hren, dass die Blase unwillk├╝rlich etwas Wasser verl├Ąsst. Nach so viel Leistung sinkt der Blutdruck wieder und die Arterien weiten sich.

Lachen lernen

Es ist schon schade: Laut Studien lachen Kinder t├Ąglich um die 400 Mal. Erwachsene hingegen nur noch 15 Mal. Die Heiterkeit scheint uns im Alter verloren zu gehen.

Woran liegt das? Vermutlich h├Ąngt es damit zusammen, dass insbesondere Kleinkinder ihre Welt neu entdecken. Sie erleben tagt├Ąglich viele ├ťberraschungen, die sie erheitern. Da reicht es schon, wenn ein Ball die Treppe hinunterrollt und das Baby lacht ansteckend.

Aber auch als Erwachsene k├Ânnen wir das Lachen lernen. Es gibt spezielle Lachseminare, bei denen die oben beschriebenen k├Ârperlichen Reaktionen bewusst ausgel├Âst werden und so ein Lachanfall, der sogenannte Lachflash, herbeigef├╝hrt wird.

Was tun, wenn das Lachen unpassend ist?

Vielleicht haben Sie es schon einmal erlebt, dass Sie in einer Situation lachen mussten, in der das Lachen vollkommen unangebracht war. Es passte nicht zur Etikette. Die Leute wurden auf Sie aufmerksam und schauten Sie schr├Ąg an. Wenn Sie Gl├╝ck hatten, waren die anderen belustigt und l├Ąchelten ├╝ber Ihren verzweifelten Versuch, es zu verbergen.

Es gibt aber auch Ereignisse, in denen das Lachen, Ver├Ąrgerung verursacht – wie zum Beispiel bei einer Gedenkfeier oder Beerdigung. Was kann man in solch einer Situation tun?

  1. Den Blick senken
    Ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, einfach den Blick senken. Manch einer versucht den Lachanfall hinter einem Husten zur verstecken oder sucht raschelnd nach einem Taschentuch, um sich schneuzend dahinter zu verstecken. Derartig laute Aktionen erregen erst recht das Interesse der anderen, deshalb einfach den Blick nach unten senken.
  2. Konzentriert durch die Nase ein- und ausatmen
    Suchen Sie Ihre innere Ruhe, in dem Sie sich auf Ihre Atmung konzentrieren. Sp├╝ren Sie wie der Atem durch die Nase ein- und ausflie├čt.
  3. An etwas anderes denken
    Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes. Denken Sie dar├╝ber nach, was Sie diese Woche noch erledigen m├╝ssen, wann Sie zum Beispiel einkaufen und was auf Ihrer Einkaufsliste stehen sollte.
  4. Verlassen Sie ohne viel Aufsehen den Raum
    Stehen Sie ruhig auf und bewegen sich leise aus dem Geschehen. Am besten gehen Sie nach drau├čen und atmen viel frische Luft ein, bis sie sich wieder beruhigt haben.

Zwanghaftes Lachen

Das zwanghafte Lachen kann seine Ursachen in einer psychiatrischen oder neurologischen Erkrankung haben:

Bei einer Parathymie liegt eine St├Ârung in der Affektivit├Ąt, also dem Gef├╝hlsleben vor. Das was die Person gegenw├Ąrtig erlebt, stimmt nicht mit ihrem Gef├╝hlsausdruck ├╝berein. Beispielsweise kann ein Patient etwas Fr├Âhliches erlebt haben und weint bei der Erz├Ąhlung. Oder jemand hat etwas Trauriges erlebt und lacht laut statt Kummer zu zeigen. Diese St├Ârung ist ein typisches Symptom der Schizophrenie.

Beim pathologisches Lachen lachen die Patienten ohne einen erkennbaren Grund. Bei Menschen, die krankhaft lachen, laufen die k├Ârperlichen Prozesse unwillk├╝rlich ab. Sie werden nicht durch Gedanken oder Gef├╝hle ausgel├Âst. W├Ąhrend beim normalen Lachen unterschiedliche Abstufungen auszumachen sind, – ein L├Ącheln, Lachen mit geringer Intensit├Ąt oder herzhaftes Lachen – verl├Ąuft das krankhafte Lachen nach einem stereotypen Muster. Es beginnt unvermittelt, entwickelt sich anfallartig zu einem extremen Lachen. Die Patienten k├Ânnen es nicht kontrollieren oder in irgendeiner Form unterbrechen.

F├╝r die Anwesenden ist dieses Lachen sehr befremdend. Auch der Lachende selber kann es nicht einordnen, ist verwirrt und muss oft direkt danach weinen. Ursache ist hier ein Hirnschaden, wie zum Beispiel bei Multiple Sklerose oder einem Schlaganfall.

Lachen in traurigen Situationen

Das Lachen in traurigen Situationen kann, wenn es keine pathologische Ursache wie bei der Parathymie hat, eine ganz nat├╝rliche Reaktion sein. In sehr stressigen Situation nutzt der K├Ârper das Lachen, um innere Spannungen abzubauen. Sie haben die ganze Zeit ├╝ber eine Situation gesprochen, die Sie pers├Ânlich ber├╝hrt, vielleicht flie├čen auch Tr├Ąnen.

Ein aufmunterndes Wort oder ein kleiner Witz erfreut das Gem├╝t. Darin versteckt sich die Hoffnung, eine Erleichterung zu finden. Aus diesem Grunde sollte man das Lachen auch nie verlernen.

Wenn es Ihnen h├Ąufiger passiert, dass Sie in unangebrachten Situationen lachen, sollten Sie tats├Ąchlich nach dem Grund suchen. Manchmal verstecken sich dahinter nicht verarbeitete Probleme.

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[Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com & Herbstlust.de]
21. Juni 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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