Lebensfreude: Das Alter genießen

Lebensfreude gilt als der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit. Es geht darum, das Leben bewusst zu genießen. Die innere Einstellung macht dabei viel aus.

Zwar kann es nicht immer nur positiv laufen, es geht jedoch darum, sich die grundsätzliche Freude am Leben und an jedem einzelnen Tag nicht nehmen zu lassen – auch wenn Probleme auftreten.

Wie das geht und warum die Bedeutung von Lebensfreude oft unterschätzt wird, erläutern wir für Sie gerne in diesem bewusst optimistisch-positiven Artikel…

Lebensfreude: Das Alter genießen

Definition: Was ist Lebensfreude und warum ist sie so wichtig?

Lebensfreude wird vermutlich von jedem Menschen anders definiert. Die meisten würden es eine Art grundsätzlich positiver Lebenseinstellung bezeichnen, mit der man jeden Tag aufs Neue genießen möchte.

In diesem Zusammenhang würden Stichworte fallen wie:

  • Innere Ausgeglichenheit
  • Akzeptanz der Lebensumstände
  • Gelassenheit
  • Befriedigung der inneren, individuellen Bedürfnisse
  • Spaß an den alltäglichen Dingen

Gerade im Alter, wenn uns unser Beruf und die tägliche Tretmühle nicht mehr belasten, steigt bei vielen Menschen die Lebensfreude. Sie können tun, was sie schon immer tun wollten.

Andererseits steigt im Alter für viele auch die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten oder finanziellen Sorgen. Sich dennoch nicht die grundsätzliche Lebensfreude vermiesen zu lassen, ist dann die große Herausforderung.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Lebensfreude ist nicht die Abwesenheit von Problemen. Lebensfreude entsteht durch die Fokussierung und die Dankbarkeit für die Seiten des Alltags, die uns Freude bereiten: Hobbys, Familie, Freunde, Reisen, Erlernen von Neuem…

Daher ist Lebensfreude letztendlich subjektiv. Ein gutes Hilfsmittel dabei ist die Steigerung von Selbstbewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes: Sich über sich selbst bewusst sein. Und zwar auch über unsere positiven Seiten.

In unserer Gesellschaft ist jedoch häufig eine Konzentration darauf üblich, was nicht gut läuft im Leben. Das ist sicherlich nicht außer Acht zu lassen, um zu sehen, was es für die Zukunft zu verbessern gilt, raubt jedoch bei zu einseitiger Betrachtung eine Menge Energie.

Zuversicht und Hoffnung kommen dagegen in vielen Fällen zu kurz. Darum ist Lebensfreude auch immer davon abhängig, wie wir andere behandeln: Kritisieren wir nur oder schenken wir auch Komplimente, Lob oder einfach ein Lächeln? Beide Handlungsweisen fallen automatisch auf uns zurück wie bei einem Spiegel.

Daraus ergibt sich ein Automatismus: Je mehr Sie andere wertschätzen, umso mehr werden Sie auch von diesen Menschen wertgeschätzt und umso leichter können Sie auch sich selbst wertschätzen.

Tipps zu mehr Lebensfreude

Das Schöne ist: Wie wir unser Leben betrachten und woran wir uns erfreuen, ist von niemand anderem abhängig. Dafür sind wir einzig und alleine selbst verantwortlich, das können wir selbst steuern.

Oder wie es Jean Jaque Rousseau formulierte:

Der höchste Genuss besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst.

Insofern sollte auf dem Weg zu mehr Lebensfreude nicht Neid oder das Streben danach, mehr als andere zu haben, unsere Triebfeder sein, sondern der Fokus auf uns und unsere ureigenen Bedürfnisse.

Oder um es konkreter zu machen: einige Tipps, wie Sie zu mehr Lebensfreude gelangen können:

  • Zeit
    Nehmen Sie sich regelmäßig bewusst Zeit für sich selbst. Nicht irgendwann – jetzt. Planen Sie diese so, wie einen Termin mit einer anderen, wichtigen Person: vorrangig. Gönnen Sie sich in dieser Zeit etwas, das Ihnen gut tut. Das muss nicht immer etwas Großes sein. Es kann zum Beispiel ein Entspannungsbad oder ein gutes Buch sein.
  • Nachsicht
    Behandeln Sie nicht nur den Termin mit sich selbst so, wie mit einer anderer Person. Sie sollten mit sich selbst genauso verständnisvoll sein, wie mit den Menschen, die sich lieben. Wenn Sie Ihrem Partner sein Chaos nachsehen, verzeihen Sie sich bitte im Gegenzug Ihren Perfektionismus oder Ihre Ungeduld.
  • Körper
    Gehen Sie wertschätzend mit Ihrem Körper um. Pflegen Sie ihn, wie er es verdient. Dazu zählen unter anderem eine gesunde Ernährung, eine entsprechende Schlafhygiene und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Entspannungsübungen können in diesem Zusammenhang ebenfalls hilfreich sein.
  • Optimismus
    Lernen Sie, die Dinge häufiger positiv zu sehen und sich auf Lösungen zu konzentrieren, statt auf Probleme zu fokussieren. Es ist leicht, die Welt nur danach zu beurteilen, was nicht gut läuft. Es ist auch eindimensional. Führen Sie sich bewusst vor Augen, was Sie erreicht haben und loben Sie sich dafür. Das mag im ersten Moment komisch anmuten, bringt Sie der Lebensfreude aber ein Stück näher.
  • Hobbys
    Gerade für unsere Anerkennung und um Erfolge zu feiern, sind Hobbys ein wesentlicher Bestandteil. Wenn das Hobby zudem noch kreativ ist und wir unsere schöpferische Ideen ausdrücken können, werden wir nachweislich glücklicher.
  • Positive Menschen
    Umgeben Sie sich bewusst mit Menschen, die Ihnen gut tun. Menschen, die nicht nur Energie saugen, sondern Ihnen im Gegenteil auch Kraft geben. Auf dem Weg zu mehr Lebensfreude ist die positive Ausstrahlung unserer Liebsten ein ganz wichtiger Bestandteil.
  • Unterstützung
    Lebensfreude erlangt auch, wer anderen Menschen hilft und sie unterstützt. Das kann das Ehrenamt sein, aber auch einfach ein kleiner Gefallen oder eine nette Geste, die Sie einem anderen, den Sie sehr mögen zu Teil werden lassen.
  • Perspektivenwechsel
    Variieren Sie den Blickwinkel. Nichts ist nur schlecht oder nur gut. Solche Kategorien sind für die Realität mit all ihren Facetten ohnehin ungeeignet. Legen Sie daher Ihr Augenmerk darauf, wann Ihnen Ihr Charakter hilfreich war. Um im obigen Beispiel zu bleiben: Sie sind nicht ungeduldig – Sie sind schnell. Sie sind nicht perfektionistisch – Sie sind genau. Sehen Sie Ihre Eigenschaften als Stärken und glauben Sie daran, diese weiterhin nutzen zu können.
  • Lächeln
    Eine berühmte Abkürzung lautet: LMAA – Lächle mehr als andere! (an was haben Sie denn jetzt gedacht?). Nachweislich beeinflusst Lächeln nicht nur die Haltung, wie uns andere Menschen begegnen. Erstaunlicherweise löst alleine schon die Mimik des Lächelns in uns selbst ebenfalls Glückshormone aus. Und das funktioniert auch an schlechten Tagen.
  • Erinnerungen
    Schöne Erinnerungen können uns den Tag versüßen. Das Führen eines Tagebuches und das Blättern darin kann dabei ein Hilfsmittel sein. Aber auch Fotos oder einfach nur eine ruhige Zeit, um unsere schönsten Momente in unser Gedächtnis und vor allem unsere Gefühlswelt zu rufen, bewirken mehr Lebensfreude. Der Gedanke an einen Tag am Meer oder einen Sonnenuntergang zu zweit – schon sind wir wieder besser drauf. Im Übrigen muss es sich dabei nicht immer um Erinnerungen handeln. Auch Tagträume bringen uns gute Laune.
  • Neugierde
    Bleiben Sie neugierig. Wer sich zum Ziel setzt, jeden Tag etwas Neues zu entdecken – und sei es auch noch so klein, kann damit sein Glücksempfinden steigern. Stillstand ist ja bekanntlich ein Rückschritt, aber das Erfahren und Erlernen neuer Dinge hingegen, bringt uns Erfolgserlebnisse.
  • Verzeihen
    Lebensfreude bedeutet immer auch, verzeihen zu können. Beenden Sie Streitigkeiten, die lange schwelen und sprechen Sie sich aus. Seien Sie lieber dankbar als voller Groll. Die meisten Konflikte drehen sich sowieso nur um unbedeutende Kleinigkeiten. Oft ergeben sich aus dem Verzeihen die besten Gespräche, die uns wiederum wieder mehr Lebensfreude bescheren können.
  • Musik
    Musik vermitteln Emotion. Und Lebensfreude. Dies gilt sowohl dann, wenn Sie Ihre Lieblingsmusik anhören, als auch dann, wenn Sie selbst musizieren.
  • Liebe
    Wer lieben kann, wird auch geliebt. Dabei geht es zum einen um Zärtlichkeit und Geborgenheit, zum anderen aber auch um die bedingungslose Annahme durch den anderen und das Gefühl, in Ordnung zu sein, so wie wir sind.

Dankbarkeit und Gelassenheit sind ebenfalls wichtige Einstellungen, um mehr Lebensfreude zu gewinnen. Lesen Sie daher gerne unsere ausführlichen Artikel zu diesen beiden Themen.

Tipp: Wie Sie mit Krisen umgehen können

Selbstverständlich gehören auch Krisen und Probleme zum Leben dazu. Die Frage ist vielmehr, wie wir damit umgehen, um uns unsere Lebensfreude nicht auf Dauer nehmen zu lassen.

Einige Tipps:

  • Akzeptieren Sie, dass es nicht immer bergauf gehen kann.
  • Reflektieren Sie, wie Sie mit bisherigen Krisen umgegangen sind.
  • Überlegen Sie, welche dieser Ressourcen Ihnen auch dieses Mal helfen können.
  • Treffen Sie aktive Entscheidungen.
  • Betrachten Sie die Probleme in einem langfristigen Kontext.
  • Schreiben Sie sich Ihre Gefühle und das was Sie belastet von der Seele.
  • Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Setzen Sie sich kleine Ziele.

Ist die Lebensfreude im Alter automatisch größer?

Viele glauben, dass mit der Altersweisheit automatisch auch mehr Lebenszufriedenheit kommt. Das kann so sein, weil wir im Alter Dinge aus unserer Erfahrung besser und realistischer einordnen können. Das muss aber nicht immer so sein.

Denn im Alter haben wir das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vergeht. Das kann uns entweder unzufrieden oder gar verbittert werden lassen oder es kann dazu führen, dass wir im Alter mehr auf unsere Wünsche und Bedürfnisse achten und weniger Kompromisse machen, die wir nicht wollen.

Nur der zweite Fall führt langfristig zu mehr Lebensfreude. So sehen wir, dass die Samen, die wir vor einigen Jahren in Bezug auf eine positivere Einstellung gepflanzt haben, erst mit der Zeit aufgehen. Aber sie gehen auf und das ist das Schöne.

Je älter wir werden, umso mehr sehen wir, dass die Erde sich weiter dreht, auch wenn wir nicht immer nach Perfektion streben, sondern unser Augenmerk auf den Moment und die positiven Stimmungen legen.

Letztendlich kann Ihnen das Alter auf dem Weg zu mehr Lebensfreude also zu Gute kommen, aber aktiv mitarbeiten müssen Sie dabei schon selbst.

[Bildnachweis: Olena Yakobchuk by Shutterstock.com]
1. August 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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