Leihoma werden & finden: Ehrenamtliche Hilfe für Familien

Lust auf Enkel, aber keine eigenen? Dann werden Sie doch Leihoma oder Leihopa. Bei diesem Ehrenamt unterstützen Senioren Familien mit Kindern liebevoll mit ihrer Zeit und ihrem Wissen. Dabei geht es nicht darum, als Babysitter-Notnagel zu fungieren, sondern in einer bis dato fremden Familie zu einer festen Vertrauens- und Bezugsperson zu werden. Wie das geht, welche Erfahrungen Ihnen das bringt und wie Sie Leihoma beziehungsweise Leihopa werden können, erfahren Sie hier.

Leihoma werden & finden: Ehrenamtliche Hilfe für Familien

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Bedeutung: Was ist eine Leihoma?

Wer keine eigenen Enkel hat oder den Kontakt zu ihnen vermisst, muss nicht verzagen. In diesem Fall können Sie sich einer Familie widmen, die eine Leihoma oder einen Leihopa sucht. Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA und Großbritannien und ist seit Ende der 90er auch in Deutschland mehr und mehr verbreitet. Insbesondere Frauen finden dabei zunehmend Gefallen an diesem Modell.

Eine Leihoma macht, was eine richtige Großmutter ebenfalls täte: Für ihre Enkel da sein. Mit dem Unterschied, dass die Kinder in diesem Fall nicht mit ihr blutsverwandt sind. So ist im Alter weiterhin ein generationsübergreifender Austausch möglich, und das auch ohne eigene Enkelkinder.

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Stellenangebote: Leihoma gesucht

Wer als Leihoma arbeiten möchte, kann sich entweder über Gemeinde- oder Stadtteiltreffs beziehungsweise Aushänge in Supermärkten oder anderen schwarzen Brettern bekannt machen. Auch das örtliche Jugendamt als Ansprechpartner kann weiterhelfen. Viele Leihomas antworten aber auch direkt auf Kleinanzeigen (zum Beispiel Ebay-Kleinanzeigen) oder geben selbst welche auf. Außerdem vermitteln gemeinnützige Organisationen häufig Leihomas. So zum Beispiel:

  • Das Rote Kreuz
  • HELP
  • Die Arbeiterwohlfahrt
  • Die Caritas
  • Die Diakonie
  • Mütterzentren

Leihoma finden: Datenbanken für Großmütter

Zudem gibt es spezielle Seiten zur Vermittlung im Internet, über die eine Leihfamilie und eine Leihoma zusammenfinden können:

Über solche Datenbanken können Sie mittels eines Fragebogens im Vorfeld bereits bestimmte Vorstellungen angeben. Sie erhalten dann entsprechend der gegenseitigen Erwartungen und Wünsche vorsortierte Vorschläge.

Zusätzliche Kosten bei Datenbanken

Allerdings ist die Nutzung in der Regel nicht kostenlos: Wohl können Sie kostenlos in solchen Datenbanken stöbern oder sich ein eigenes Profil zulegen. Sobald Sie aber mit Familien beziehungsweise Leihomas in Kontakt treten wollen, ist meist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft notwendig. Diese liegt bei betreut.de und granny-aupair.com derzeit bei 35 Euro pro Monat. Günstiger bekommen Sie es meist, wenn Sie ein Abonnement abschließen oder in den Genuss bestimmter Rabatte kommen.


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Kriterien für die richtige Leihoma

Damit Familie und passende Leihoma zueinander finden, braucht es Geduld – von beiden Seiten. Diese Suche kann mehrere Monate dauern. Und höchstwahrscheinlich führt nicht die erstbeste Begegnung zum Erfolg. Denn zum einen müssen die Vorstellungen zueinander passen und zum anderen muss die Wellenlänge die gleiche sein – Sie sollten also ein gutes Gefühl haben. Wenn die Leihoma mit der Leihfamilie fremdelt, ist es besser, es zu lassen.

Setzen Sie sich dabei nicht unter Druck. Beide Parteien sollten beim ersten Treffen alles besprechen, was ihnen wichtig ist. Sowohl die Leihoma selbst als auch die Familie sollten anschließend in Ruhe für sich selbst klären, ob die Sympathie da ist und ob sie sich nach dem ersten Kennenlernen weitere Treffen vorstellen können. Nur so ist es möglich, dass alle Beteiligten mit dem Modell gute Erfahrungen machen.

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Wieviel kostet eine Leihoma?

Wer sich als Leihoma betätigt, macht dies nicht des Geldes wegen, sondern ehrenamtlich. Nicht finanzieller, sondern zwischenmenschlicher Reichtum ist der Lohn für die Bemühungen. Zwar sollen Ehrenamtliche am Ende nicht drauflegen. Da es sich dabei jedoch um ein Ehrenamt handelt, ist ein Stundenlohn nicht üblich. Andererseits ist eine gewisse Aufwandsentschädigung gebräuchlich. Diese ist im Einzelfall zu verhandeln.

Ehrenamtliche Leihoma sollte keine Kosten haben

Zusätzlich zum zeitlichen Aufwand können der Leihoma oft weitere Kosten entstehen, zum Beispiel durch folgende Dinge:

  • Anfahrt
  • Eintrittsgelder
  • Mitbringsel
  • Verpflegung

Manche Familien einigen sich daher auf eine Erstattung der Benzin-, Fahrt- und Verpflegungs-Kosten sowie der Auslagen. Andere erstatten der Leihoma pauschal fünf oder sechs Euro pro Stunde – klare Vorgaben gibt es hier nicht. Eines ist jedoch klar: Die Leihoma sollte keine Kosten haben außer jenen, die sie selbst geben möchte – wie zum Beispiel ein Geburtstagsgeschenk.

Was ist eine Leihoma nicht?

Eine Leihoma ist keine Babysitterin. Als ehrenamtliche Unterstützung der Familie übernimmt sie all jene Aufgaben, die echte Großeltern auch übernehmen. Je nach Vereinbarung mit der Leihfamilie können dies völlig unterschiedliche Tätigkeitsbereiche sein. Auch der zeitliche Umfang hängt vom Einzelfall ab – klare Vorgaben gibt es hier nicht.

Wichtig ist nur Spaß am Umgang mit Kindern und jungen Menschen. Und dies am besten nicht nur für einige Tage oder Wochen. Sondern über einen längeren Zeithorizont von meist mehreren Jahren oder in Einzelfällen sogar Jahrzehnten. Somit ist die Tätigkeit als Leihoma kein Nebenjob, vielmehr geht es hier um Familienanschluss.

So können Sie Leihoma werden

Wenn Sie eine Leihoma werden möchten, benötigen Sie formal gesehen keine besonderen Voraussetzungen. Weder müssen Sie eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben oder über ein Zertifikat verfügen, noch über bestimmte Fertigkeiten.

Interessenten sollten die Bereitschaft mitbringen, sich auf andere Menschen einzulassen und sich die Neugier auf andere bewahrt haben. Wenn beides vorhanden ist, kommt das nötige Einfühlungsvermögen meist ganz von alleine. Fragen Sie sich daher selbst, was Sie gerne als Leihoma geben können und was Sie wiederum von der Tätigkeit erwarten:

  • Warum möchten Sie Leihoma werden?
  • Wieviel Zeit möchten Sie als Leihoma aufwenden?
  • Was können Sie den Leihenkeln zwischenmenschlich geben?
  • Wie mobil und fit sind Sie?
  • Wo sollen die Treffen mit Ihren Leihenkeln stattfinden?

Wer diese Fragen für sich geklärt hat, kann dies bei der ersten Kontaktaufnahme entsprechend kommunizieren. So können Sie feststellen, ob die gegenseitigen Ansprüche aneinander deckungsgleich sind und eine Basis für eine gemeinsame Zukunft darstellen können.

Au Pair: Als Leihoma ins Ausland

Wer eine besondere Herausforderung sucht, kann sich auch bei einem der zahlreichen Au-Pair-Anbieter für deren spezielle Programme bewerben, um als Leihoma ins Ausland zu gehen. Hier greifen Sie für ein halbes oder ganzes Jahr Groß- oder Kleinfamilien unter die Arme und wohnen entsprechend auch bei diesen.

Sie sind also für eine Zeit fester und selbstverständlicher Bestandteil der Familie und teilen mit ihr deren Alltag. Das bietet für Sie als Leihoma ganz neue Chancen und Möglichkeiten, beispielsweise diese:

  • neue Sprachen lernen
  • fremde Kulturen entdecken
  • Abenteuer erleben
  • lang gehegte Träume von einer Auszeit verwirklichen
  • Erfahrungen teilen
  • Wertvorstellungen hinterfragen und erneuern
  • eigene Grenzen kennenlernen und überwinden

Typische Tätigkeiten von Leihomas

Sie holen beispielsweise die Kinder aus der Schule oder vom Kindergarten ab, unternehmen mit ihnen einen Ausflug oder beaufsichtigen sie beim Spielplatz. Eine Leihoma spielt, singt, backt oder bastelt zusammen mit ihren Leihenkeln oder sie liest ihnen vor – je nach Vorlieben der Familie und den Stärken der Leihoma. Auch bei den Hausaufgaben kann sie mitunter mal helfen. Außerdem ist sie zum Beispiel bei Geburtstagen oder anderen Festivitäten zugegen.

Damit ist sie definitiv keine Haushaltshilfe und auch mehr als nur ein Babysitter, der spontan einspringt, wenn die Eltern kurzfristig keine Zeit haben. Sie ist eine feste Vertrauensperson. Dieser Bezug zu den Kindern und der Familienanschluss sind der Hauptantrieb für eine Leihoma.

Wer sucht eine Leihoma?

Wohnen die eigenen Großeltern zu weg, sind verstorben oder haben kein Interesse an ihren Enkeln, können sich Familien um eine Leihoma als Ersatz bemühen. Dabei wollen sie den eigenen Kindern das Gefühl ermöglichen, mit einer Oma aufzuwachsen. Diese muss nicht unbedingt ein bestimmtes Alter haben. Im Gegenteil, viele Leihomas sind noch keine 60 Jahre alt.

Das Wichtigste ist vielmehr: Sie sollte Verständnis und Liebe für Kinder aufbringen und bereit sein, mit ihnen Aktivitäten zu unternehmen. In welchem Umfang dies geschieht, ist im Einzelfall immer unterschiedlich und eine Frage der individuellen Absprache. Wie auch immer diese aussieht: Auf jeden Fall lässt sich so ein Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen herstellen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil der angesichts zunehmender Mobilität und aufbrechender Familienstrukturen schwindet. Auch der gegenseitige Rückhalt und die emotionale Wärme stehen mit diesem Konzept wieder mehr im Fokus.

Leihoma: Erfahrungen, die das Leben bereichern

Für viele ist ein Ehrenamt Hobby, Lebensaufgabe oder einfach sinnvolle Beschäftigung. Ebenso wie richtige Großeltern profitieren Sie auf eine ganz besondere Weise von den Erfahrungen as Leihoma:

  • Sie bauen eine zwischenmenschliche Beziehung auf.
  • Sie erleben das Heranwachsen und die Entwicklung von Kindern hautnah und können daran mitwirken.
  • Sie erhalten Liebe und Dankbarkeit.
  • Sie erleben regelmäßig etwas Neues und haben Abwechslung in Ihrem Alltag.
  • Sie können Ihren Charakter und Ihre Lebenserfahrung einbringen.
  • Sie haben die Möglichkeit, Ihr Wissen weiterzugeben.
  • Sie prägen die Erinnerung der Leihenkel und bleiben so für ihr ganzes Leben in deren Gedächtnis.
  • Sie steigern Ihre Lebensfreude und den Spaß in Ihrem Leben.
  • Sie geben Ihrem Leben einen zusätzlichen Sinn durch das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.

Häufige Fragen & Antworten rund ums Ehrenamt

Wie viele Stunden dürfen Ehrenamtliche arbeiten?

Als Rentner dürfen Sie so viel ehrenamtlich arbeiten, wie Sie möchten. Manche Ehrenämter haben einen Zeitaufwand von wenigen Stunden im Monat, andere von wenigen Stunden pro Woche. Berufstätige sollten den Umfang der Tätigkeit mit ihrem Arbeitgeber klären, sofern er den Bereich der Nebenberuflichkeit überschreitet.

Was gilt noch als Nebentätigkeit?

Als Nebentätigkeit gilt alles, was bis zu maximal einem Drittel der Vollzeit-Erwerbstätigkeit zeitlich in Anspruch nimmt. Je nach Arbeitszeit sind dies zwischen 11 und 14 Stunden pro Woche.

Beispiel: Sie leiten in Ihrem Urlaub eine Jugendfreizeit leiten, die über zwei Wochen 24-Stunden am Tag andauert. Dies ist als Ehrenamt zu werten, wenn das zeitliche Engagement aufs ganze Jahr gesehen unter einem Drittel Ihres Hauptberufs bleibt.

Ist ein Ehrenamt bei Arbeitslosigkeit möglich?

Auch Arbeitslose können ein Ehrenamt ausüben. Allerdings hat der die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit immer Vorrang. Daher ist auch der Bezug von Arbeitslosengeld an einige Vorgaben geknüpft: Sofern Ihr Ehrenamt mehr als 15 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt, müssen Sie dies der Arbeitsagentur melden.

Zudem darf die Aufwandsentschädigung nicht den Betrag von 200 Euro pro Monat überschreiten. Andernfalls wird Ihnen dies auf die Leistungen der Agentur für Arbeit angerechnet.

Was gilt hinsichtlich Ehrenamtspauschale und Sozialversicherung?

Die Ehrenamtspauschale ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings muss sie in der Steuererklärung aufgeführt werden. Dafür muss es sich um eine ideelle Tätigkeit handeln, etwa die Mitarbeit bei der Tafel.

Wer als aktiver Fußballer von seinem Verein eine Zahlung erhält, muss diese also voll versteuern und bei der Sozialversicherung angeben. So etwas fällt nicht unter die Ehrenamtspauschale.

Wie belegt man das soziale Engagement?

Um das soziale Engagement bei einer Prüfung belegen zu können, ist letztlich die Satzung des Vereins oder der Institution entscheidend. Dazu muss der Vorstand die Ehrenamtspauschale dem Ehrenamtlichen aktiv bestätigen.

Weiteres Kriterium ist die pauschale Zahlung der Aufwandsentschädigung. Eine Bezahlung nach Stundenlohn ist keine ehrenamtliche Tätigkeit mehr, sondern ein Nebenjob.

Wie wird die Ehrenamtspauschale in der Steuererklärung angeben?

Die Ehrenamtspauschale geben Sie dort in der Steuererklärung an, wo Sie auch Ihre hauptberuflichen Einnahmen eintragen. Bei Selbstständigen ist dies die Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR), bei Arbeitnehmern die Anlage N.

Übersteigen die Einnahmen durch das Ehrenamt die Höhe der Pauschale, so muss der darüberliegende Betrag als Nebeneinnahme eingetragen werden.

Kann ich das Ehrenamt steuerlich absetzen?

Zusätzlich können Sie durchs Ehrenamt entstandene Aufwendungen als Betriebskosten beziehungsweise Werbungskosten absetzen. Wer jedoch für die ehrenamtliche Tätigkeit bereits von einer Steuerbegünstigung profitiert (beispielsweise dem Übungsleiterfreibetrag) kann die Ehrenamtspauschale nicht anwenden.

Doppeltes Profitieren für die gleiche Tätigkeit ist ausgeschlossen. Gleiches gilt für die Kombination mehrerer Ehrenämter. Der Gesamtbetrag für alle Tätigkeiten zusammen erhöht sich nicht – die Ehrenamtspauschale bleibt immer bei den 840 Euro.

Bin ich im Ehrenamt versichert?

Bei einer Mitarbeit in einer sozialen Organisation, in Vereinen sowie Körperschaften öffentlichen Rechts sind Sie in der Regel gesetzlich unfall- und krankenversichert. Zudem haben alle Bundesländer für ehrenamtlich Tätige Sammelverträge zur Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Fragen Sie Ihre Organisation vorab, ob ausreichender Versicherungsschutz (Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung) existiert. Gegebenenfalls müssen Sie selbst tätig werden. Das gilt auch für ehrenamtliches Engagement im privaten Bereich: Wer also im Rahmen der Nachbarschaftshilfe oder als Leihoma mit den Nachbarskindern etwas unternimmt, muss sich selbst versichern.

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