Magenverkleinerung: Kosten, Nutzen, Risiken

Eine Magenverkleinerung klingt nach problemlosen Abnehmen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Dass eine Magenverkleinerung Kosten verursacht, die nur selten von der Krankenkasse bezahlt werden, ist nur einer der vielen Nachteile. Es gibt neben dem Nutzen, schnell Gewicht zu verlieren, noch weitere Risiken. Wir informieren Sie über Kosten, Folgen und Methoden einer Magenverkleinerung.

Magenverkleinerung: Kosten, Nutzen, Risiken

Magenverkleinerung: Kosten und Nutzen

Für viele ist es die erste Frage: Wie viel kostet eine Magenverkleinerung? Und schon an der Antwort scheitert für die meisten das Vorhaben, eine Magenverkleinerung durchführen zu lassen. Denn die Ausgaben dafür sind beträchtlich: Zwischen 8.000 und 15.000 Euro kostet eine Magenverkleinerung – je nach Methode.

Und damit ist lediglich der Preis für die Operation (OP) gemeint. Dazu muss man noch die Kosten für die Nachsorge rechnen, die in vielen Fällen lebenslang notwendig ist.

Dennoch lassen etliche Menschen eine Magenverkleinerung durchführen. Denn der Nutzen wiegt für sie den hohen Preis auf. Anhand verschiedener Methoden kann mit einer Magenverkleinerung krankhaftes Übergewicht (die sogenannte „Adipositas“) deutlich und vergleichsweise schnell reduziert werden.

Alle Methoden zur Magenverkleinerung haben eines gemeinsam: Das Volumen des Magens ist reduziert und kann demnach weniger fassen – man ist also schneller satt und isst weniger. In der Folge können sich auch weitere Werte im menschlichen Organismus verbessern:

  • Die Blutzuckerwerte sinken und Diabetes bessert sich.
  • Der Blutdruck sinkt und das Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Risiko vermindert sich.
  • Die Blutfettwerte nehmen ebenfalls deutlich ab und die Leber wird entlastet.

Kosten der Magenverkleinerung bei der Krankenkasse beantragen?

Wenn diese OP also so wirksam ist, stellt sich die Frage: Wird eine Magenverkleinerung von der Krankenkasse bezahlt? Dazu muss man jeden Einzelfall beurteilen. In dem allermeisten Fällen werden die Kosten für eine Magenverkleinerung nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen. Denn die Operation muss medizinisch absolut notwendig sein.

Dafür bedarf es auf jeden Fall folgender Voraussetzungen:

  • Der Body-Mass-Index (BMI) muss seit mehr als drei Jahren deutlich über dem Wert 35 liegen (bei vielen Kassen sogar über 40).
  • Der Patient muss bereits schon alle anderen Therapiekonzepte ausprobiert haben.
  • Es muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen, also die Blutwerte müssen die akute Gefahr einer lebensbedrohlichen Erkrankung nahelegen.

Vergleich: Magenverkleinerung Vorher-Nacher

Wird eine Magenverkleinerung durchgeführt, dann sind schon nach wenigen Wochen deutliche Erfolge sichtbar. Viele mögen nun an den medial omnipräsenten Reiner Calmund denken, der binnen einiger Monate so extrem an Gewicht verloren hat, dass eine starke optische Veränderung nicht zu übersehen war.

Dennoch darf man von einer Magenverkleinerung keine Wunderdinge erwarten. Zwar verliert der Patient deutlich an Gewicht – ein Adonis wird deshalb noch lange nicht automatisch. Nicht wenige Menschen haben auch nach einer Magenverkleinerung immer noch Übergewicht – wenn auch nur leichtes.

Dennoch verlieren Patienten im Durchschnitt binnen zwei Jahren rund 70 Prozent ihres Übergewichtes.

Magenverkleinerung: Voraussetzung und Risiken einer OP

Zunächst einmal muss man sich bewusst machen, dass eine Magenverkleinerung eine Operation ist. Das bedeutet, dass damit die üblichen Risiken und Gefahren verbunden sind, die ein chirurgischer Eingriff nun einmal mit sich bringt.

Daher sollte der Kreislauf des Patienten diesem und der Narkose auch gewachsen sein. Es sollten also keine medizinischen Gründe gegen eine solche Operation sprechen wie beispielsweise:

  • Erhebliche Kreislaufschwäche
  • Psychische Erkrankungen wie eine Depression
  • Drogen- oder Alkoholsucht
  • Schwangerschaft

Zudem sollte der Patient bereit sein, zukünftig auch seine Ernährung umzustellen, um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten. Eine Magenverkleinerung wird daher immer auch von anderen Therapeuten wie zum Beispiel Psychologen begleitet.

Magenverkleinerung Nachteile

Doch wie gefährlich ist eine Magenverkleinerung? Über die üblichen Risiken einer OP hinaus, gibt es bei einer Magenverkleinerung tatsächlich noch weitere Nachteile und Probleme:

  • Nach dem Eingriff leiden Betroffene häufig unter psychischen Problemen und entwickeln mitunter gar Gedanken zum Suizid.
  • Hormonelle Veränderungen können zu Wesensveränderungen führen.
  • Nach mehr als 80 Prozent aller Operationen zur Magenverkleinerung treten lebenslange Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen und/oder Blähungen auf.
  • Auch Nährstoffmangel ist keine Seltenheit. Dieser kann zu Muskelschwund führen.

Kann es durch eine Magenverkleinerung Todesfälle geben?

Normalerweise werden Operationen zur Magenverkleinerung (sogenannte „Bariatrische Eingriffe“) von Spezialisten durchgeführt. Rund 350 Krankenhäuser bieten solche an. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Klinik auch von der „Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ zertifiziert ist – und das sind nur 44 von ihnen. Von einer billigen Magenverkleinerung in der Türkei oder im sonstigen Ausland, wie sie häufig angeboten werden, sollten Sie also Abstand nehmen.

Denn bei einer Magenverkleinerung kann es während der OP zu Blutungen oder Infektionen kommen. Ist eine Klinik entsprechend zertifiziert, ist diese Wahrscheinlichkeit geringer, da es sich um wirklich anerkannte Spezialisten handelt.

Todesfälle sind hingegen bei einer Magenverkleinerung nicht zu erwarten. Die OP als solche ist nicht lebensgefährlicher als Routineoperationen auch. Allerdings sollten Sie wissen, dass die Gefahr nicht gleich null ist. Denn jeder chirurgischer Eingriff mit Narkose stellt ein gewisses Risiko dar.

Welche Methoden gibt es zur Magenverkleinerung?

Für eine Magenverkleinerung gibt es verschiedene Methoden. Diese unterscheiden sich dem Grunde nach in zwei verschiedene Ansätze:

  • Mit restriktiven Techniken wird das Fassungsvermögen des Magens verkleinert.
  • Mit Bypass-Techniken wird der Verdauungstrakt teilweise umgangen und somit die Nährstoffaufnahme reduziert.

Innerhalb dieser Unterteilung gibt es diverse Verfahren die zuweilen auch beides miteinander kombinieren und die wir Ihnen im Folgenden näher erläutern möchten:

Der Schlauch-Magen

Der Schlauch-Magen ist das, was man sich unter dem Begriff der Magenverkleinerung wortwörtlich vorstellen kann: Ein Teil des Magens wird entfernt und entsprechend zusammengenäht. Dadurch wird das Fassungsvermögen auf ungefähr ein Zwanzigstel der ursprünglichen Menge reduziert.

Diese OP wird minimal-invasiv durchgeführt und ist mit einer Bauchspiegelung vergleichbar. Dies ist sicherlich ein Vorteil. Allerdings kann ein Schlauch-Magen nicht mehr ausreichend Vitamin B12 aus der Nahrung aufnehmen, weswegen es lebenslang künstlich in Tablettenform zugeführt werden muss.

Magenbypass

Diese Gefahr des Nährstoffmangels ist bei einem Magenbypass sogar noch größer. Zudem ist die Operation aufwändiger – eine Vollnarkose ist erforderlich.

Denn es wird nicht nur der Magen verkleinert, sondern auch ein Stück des Dünndarmes umgangen. Damit ist diese Methode zwar deutlich effektiver, erfordert aber auch aufwändigere, lebenslange Nachsorgeuntersuchungen.

Biliopankreatische Diversion (BPD)

Wird eine BPD durchgeführt, bleibt der Magen etwas größer als bei den anderen beiden Methoden. Ein Magenbypass wird dennoch gelegt.

Zusätzlich werden die Wege der Verdauungssäfte aus Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse verkürzt. So werden zwar im Dünndarm weniger Kalorien aufgenommen, aber auch weniger Spurenelemente, die künstlich zugeführt werden müssen.

Duodenal Switch (DS)

Eine Steigerung zu den folgenden Methoden stellt der DS dar. Hierbei bleibt der Schließmuskel am Übergang zwischen Magen und Darm erhalten.

Dieser verhindert, dass Zucker zu schnell in den Organismus gelangt und den Insulinspiegel durcheinander bringen kann. Allerdings wird diese Methode nur von wenigen Experten beherrscht und darum eher selten durchgeführt.

Nachsorge nach der Magenverkleinerung

Egal, welche Methode der Magenverkleinerung letztendlich bei Ihnen durchgeführt wird: Eine umfangreiche Nachbetreuung wird die Patienten ihr restliches Leben lang begleiten.

Denn mit einer Magenverkleinerung ist es nicht einfach getan. Weitere Mosaiksteine gehören zwingen zu einer wirkungsvollen Nachsorge dazu:

  • Regelmäßige Untersuchungen
  • Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
  • Ernährungsumstellung
  • Psychologische Begleitung
  • Kosmetische Operationen wie die Entfernung überschüssiger Haut

Dies zeigt, dass eine Magenverkleinerung also kein Spaziergang ist und mitnichten eine einfache und bequeme Alternative, um gesund abzunehmen.

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[Bildnachweis: herbstlust.de]
16. April 2021 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

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