Makuladegeneration: Wie gefährlich ist die AMD?

Die altersbedingte Makuladegeneration (kurz: AMD) betrifft in Deutschland viele Millionen Bundesbürger. Die Schätzungen schwanken zwischen vier und sieben Millionen. Obwohl diese Krankheit in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt ist, kommt sie folglich gar nicht so selten vor. Wie äussert sich eine Makuladegeneration und wie beginnt sie? Welche Behandlung und Vorbeugung kann die Krankheit abschwächen oder verhindern? Wie ist der neueste Stand der Forschung? Wir öffnen Ihnen die Augen in Bezug auf die Makuladegeneration.

Makuladegeneration: Wie gefährlich ist die AMD?

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Makuladegeneration: Symptome

Die Makula ist der sogenannte „gelbe Punkt“ auf der Netzhaut im hinteren Bereich des Auges. Dort bündeln sich die optischen Reize auf die Sehnerven und sorgen dafür, dass wir scharf sehen können.

Bei einer Makuladegeneration ist dieser Bereich angegriffen. Die Folge ist, dass wir mit der Zeit immer schlechter fokussieren können. Im schlimmsten Fall sehen wir nur mehr peripher, nicht jedoch in der Mitte des Gesichtsfeldes.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) tritt – wie der Name schon vermuten lässt – meist bei Patienten ab 60 auf. Zunächst sehen die Betroffenen leicht verzerrt oder verschwommen. Dies fällt in erster Linie beim Lesen von Texten auf. Die Krankheit kann sich im Laufe der Jahre weiterentwickeln und führt im Endstadium zur Erblindung. Die AMD ist somit die häufigste Erblindungsursache.

Dies passiert sukzessive und in vielen Fällen lange Zeit unbemerkt. Folgende Symptome können auf eine AMD hindeuten:

  • Die Sehschärfe nimmt ab.
  • Das Empfinden von Kontrasten verringert sich.
  • Die Wahrnehmung von Farben lässt nach.
  • Eine Anpassung an veränderte Lichtverhältnisse dauert länger.
  • Das Auge erscheint lichtempfindlicher.
  • Die Umgebung wird zunehmend verzerrt oder mit Schatten versehen wahrgenommen.

Stadien und Unterscheidungsformen der AMD

Eine erste grobe Unterscheidung der Makuladegeneration ist die zwischen einer feuchten und einer trockenen Makuladegeneration. Die trockene Form tritt in ungefähr 85 Prozent aller Fälle auf und kann sich zu einer feuchten Makuladegeneration weiterentwickeln.

Die Bezeichnungen haben nichts mit der Feuchtigkeit der Netzhaut zu tun. Sie unterscheiden lediglich das Stadium der AMD. Zunächst bildet sich ein Teil der Netzhaut bei einer trockenen Makuladegeneration zurück. In der Folge können neue, poröse Adern in die dünner gewordene Netzhaut einwachsen, die platzen und Blutungen verursachen können. Daher der Begriff „feucht“.

Die Narbenbildungen tragen dazu bei, dass es zunehmend zu Einschränkungen im Sichtfeld kommt. Ein Erkennen von Gesichtern wird immer schwerer – Autofahren wird mit der Zeit unmöglich.

Konkreter lässt sich die Makuladegeneration mit der Fachbezeichnung AREDS anzeigen. AREDS 1 steht dabei für eine gesunde Makula. Danach geht es wie folgt weiter:

  • Frühe AMD (AREDS 2) – trockene AMD
  • Mittlere AMD (AREDS 3) – noch trockene AMD
  • Fortgeschrittene AMD (AREDS 4) – feuchte AMD

Krankeitsverlauf

Nicht immer entwickelt sich eine frühe AMD weiter. In vielen Fällen bleibt lediglich die trockene Makuladegeneration bestehen. Das Risiko für eine Weiterentwicklung innerhalb der nächsten fünf Jahre liegt jedoch bei 50 Prozent.

Grundsätzlich ist der Verlauf selten eins zu eins vergleichbar. Fest steht: je weiter fortgeschritten die Makuladegeneration ist, umso schneller entwickelt sie sich. Ein Stillstand wird dann umso unwahrscheinlicher.

Makuladegeneration: Test beim Augenarzt

Augenärzte empfehlen daher ab einem Alter von 55 regelmäßige Netzhautuntersuchungen. Am besten sollten diese einmal im Jahr durchgeführt werden.

Dabei wird zunächst das sogenannte Amsler-Gitter angewandt (benannt nach einem Schweizer Augenarzt). Hier muss der Patient abwechselnd mit dem linken und dem rechten Auge einen Punkt auf einer Gittergrafik anvisieren, die sich einen halben Meter entfernt befindet. Wer Löcher oder dunkle Stellen sieht beziehungsweise die Linien wellenförmig wahrnimmt, könnte an einer Netzhautschädigung leiden.

Das Amsler Gitter ist im Internet vielseitig verfügbar – zum Beispiel auf der Seite der Augenklinik Berlin. Bevor Sie sich dieses ausdrucken, sollten Sie aber wissen, dass das Gitter – gerade in Eigendiagnose zuhause – keinen Test für Makuladegeneration darstellt. Es zeigt lediglich an, dass Ihre Netzhaut genauer untersucht werden sollte.

Das kann nur Ihr Augenarzt vornehmen. Dafür wird er zunächst mit einer Augenspiegelung Ihren Augenhintergrund beleuchten und buchstäblich unter die Lupe nehmen. Im Anschluss wird er mittels Fluoreszenzangiografie (FAG) die Durchblutung der Netzhaut betrachten. Dazu wird ein spezielles Kontrastmittel in eine Vene injziert.

Als dritte Untersuchung kommt die sogenannte optische Kohärenztomografie (OCT) zum Einsatz. Hier werden bei einem schwachen Laserlicht Schichtaufnahmen Ihrer Netzhaut angefertigt.

Kosten der AMD-Untersuchung

Bis auf den Einstich bei der Injektion zur FAG sind diese Untersuchung schmerzfrei. Sie werden schnell und ambulant durchgeführt.

Die Kosten für den Sehtest mittels Amsler Gitter, die Augenspiegelung und die FAG sind Regelleistungen der Krankenkasse. Die OCT-Untersuchung wird hingegen nicht von jeder Krankenversicherung bezahlt – erkundigen Sie sich am besten vorher bei Ihrer Kasse.

Falls Sie diese Leistung privat bezahlen müssen, sollten Sie mit 90 bis 150 Euro rechnen.

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Hat Makuladegeneration seelische Ursachen?

Lange Zeit waren die Ursachen für eine Makuladegeneration unklar. Seelische Ursachen wie Stress oder Depressionen standen im Verdacht. Dieses Vorurteil hält sich bis heute.

Selbstverständlich können solche Faktoren den Allgemeinzustand eines Menschen negativ beeinflussen und sollten daher möglichst vermindert beziehungsweise behandelt werden. Bei einer Makuladegeneration stehen allerdings andere Risikofaktoren im Vordergrund:

  • Höheres Lebensalter ab 60
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Genetische Vorbelastung
  • Starke Kurzsichtigkeit

Hierbei ist in erster Linie das Rauchen hervorzuheben, denn Nikotin vermindert die Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff. Die familiäre Vorbelastung spielt ebenfalls eine Rolle, obwohl eine Makuladegeneration keine reine Erbkrankheit ist.

Kurzsichtigkeit ist als Ursache eher zu vernachlässigen. Sie ist meist lediglich der letzte auslösende Faktor, da ein zu langer Augapfel starken Zug auf die Netzhaut ausübt.

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Makuladegeneration: Therapie

Eine Makuladegeneration ist nicht heilbar. Trotzdem kann sie mit Medikamenten verlangsamt oder sogar in einzelnen Fällen aufgehalten werden.

Um ein Erblinden (ein vollständiges Erblinden ist ohnehin ausgeschlossen, da das periphere Sehen erhalten bleibt) aufzuhalten, werden entweder Zink-, Kupfer- und Vitaminpräparate verabreicht. Ferner kommen Antioxidantien und im fortgeschritten Verlauf Antikörper medikamentös zum Einsatz.

Ist Makuladegeneration bald heilbar?

Auf dem Gebiet der Laserbehandlung der Augen wurden in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt. Dies betrifft ebenfalls die Makuladegeneration. Bei einigen Patienten hat das Veröden von erkrankten Blutgefäße in der Nähe der Makula gute Ergebnisse erzielt.

Befinden sich diese Stellen direkt AUF der Makula, kann eine Laserbehandlung hingegen nicht durchgeführt werden. Zudem können Narben auf der Netzhaut entstehen und so das Sehvermögen beeinträchtigen.

Da die Lasertherapie mehr und mehr verfeinert wird, kann es trotzdem sein, dass AMD zukünftig auf diesem Weg besser behandelbar ist.

Neueste Forschung gibt Hoffnung

Die neueste Forschung geht dennoch gerade einen anderen Weg. Eine neue Therapie gegen trockene Makuladegeneration könnte die Behandlung gegen gewisse krankheitsfördernde Eiweiße sein.

An der Queen Mary University of London wird derzeit untersucht, wie sich bestimmte Eiweiße namens „Faktor H-4-Protein“ auf die AMD auswirken. Fest steht, dass Patienten mit Makuladegeneration signifikant erhöhte Werte dieser Stoffe im Blut haben. Derzeit wird der genaue Zusammenhang erforscht.

Verlaufen diese Studien erfolgreich, könnte schon bald eine entsprechende Behandlung entwickelt werden, die das Augenlicht rettet.

Die Berliner Charité forscht darüber hinaus an einem neuen Wirkstoff gegen feuchte Makuladegeneration. Dazu suchen die Mediziner immer wieder Probanden ab 55 Jahren, die an AMD leiden. Die Aufwandsentschädigung für solch ambulante Studien ist meist üppig (in der Regel mehr als 2.000 Euro).

Makuladegeneration vorbeugen

Wer einer Makuladegeneration vorbeugen möchte, will dies natürlich am liebsten mit einer schnellen Pille erledigen. Daher taucht in diesem Zusammenhang häufig die Frage auf: Welches Nahrungsergänzungsmittel ist das beste gegen Makuladegeneration?

Leider ist es nicht so einfach. Zwar können Antioxidantien bis zu einem gewissen Grad einer AMD vorbeugen, am sinnvollsten ist dabei indes eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und grünem Gemüse. Auf diese Weise können Sie gleichzeitig auf Ihr Gewicht achten, denn Übergewicht kann eine Makuladegeneration begünstigen.

Darüber hinaus sollten Sie Ihre Augen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und am besten bei Sonnenschein eine Sonnenbrille tragen.

Der wichtigste Tipp zur Vorbeugung einer AMD ist aber: Rauchen Sie nicht! Damit mindern Sie das Risiko, eine Makuladegeneration zu bekommen, am ehesten.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: Tefi by Shutterstock.com]

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