Malaria: Tipps zur Malariaprophylaxe

Im fortgeschrittenen Alter erlauben es die Zeit und die finanziellen Ressourcen endlich, ferne Länder zu bereisen. Wer dabei allerdings in die Tropen fliegt, sollte sich zuvor intensiv damit beschäftigen, ob es sich beim gewählten Land dabei um ein Risikogebiet für Malaria handelt. Denn die Krankheit ist nicht zu unterschätzen und verläuft unbehandelt tödlich. Doch Sie können sich schützen: alles, was Sie zu Ansteckung, Verlauf und Malariaprophylaxe wissen müssen…

Malaria: Tipps zur Malariaprophylaxe

Definition: Was ist Malaria?

Malaria ist eine schwere Krankheit, die in weiten Teilen Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas von dämmerungs- und nachtaktiven Anophelesmücken übertragen wird. Die parasitären Malariaerreger, die sogenannten Plasmodien, die diese Moskitos in sich tragen, gelangen beim Stich in den Körper und vermehren sich dort. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist daher nicht möglich, lediglich über den Umweg der Moskitos.

Die Verbreitung der Malaria entspricht daher dem Lebensraum dieser Mücke als Überträger. Zwar können die Erreger auch über infizierte Bluttransfusionen oder Injektionsnadeln übertragen werden, doch selbst in Malaria-Gebieten ist dieser Weg eher der Einzelfall, da in den allermeisten Krankenhäusern auf Desinfektion geachtet wird.

Wer in diese Gebiete reist, sollte daher auf eine sinnvolle Malariaprophylaxe achten, denn die Krankheit ist weit verbreitet: Man schätzt, dass weltweit ungefähr 200 Millionen Menschen jährlich an Malaria erkranken, wovon rund 600.000 aufgrund fehlender oder unzureichender Behandlungsmöglichkeit versterben. Die Krankheit ist daher lebensbedrohend.

Bei der Malaria unterscheidet man je nach Erregertypus vier Arten:

  • Malaria tropica
  • Malaria tertiana
  • Malaria quartana
  • Knowlesi Malaria

Die häufigste Art ist dabei auch die schwerwiegendste: die Malaria tropica. Die anderen drei Malaria-Typen kommen eher seltener vor und sind in ihrem Verlauf auch um einiges milder. Daher wird in diesem Artikel insbesondere die Malaria tropica thematisiert.

Wo kommt Malaria vor?

Die Gebiete, in denen die Malaria ihre Verbreitung findet, sind insbesondere tropische und subtropische Regionen. Die größte Verbreitung ist vor allem in Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen. Aber auch in Lateinamerika und Asien ist sie verbreitet. Selbiges gilt für einige westpazifische Inseln.

Die Weltgesundheitsorganisation und das auswärtige Amt veröffentlichen regelmäßig Karten, auf denen die aktuelle Verbreitung der Krankheit verzeichnet ist. Dennoch sind regionale Unterschiede zu beachten:

So ist beispielsweise die Ansteckungsgefahr in Tansania nahezu überall sehr hoch, mit Ausnahme von Gebieten ab einer Höhe von 1.800 Metern oder auf Sansibar, wo sie als gering eingeschätzt wird.

Auch im südlichen Afrika gibt es Unterschiede. Nimmt man das beliebte Reiseland Namibia als Beispiel, so ist aufgrund der Wüstenbeschaffenheit von weiten Teilen des Landes lediglich die nördliche, etwas feuchtere Region betroffen: In der Regenzeit ist dies die Gegend um den Etosha-Nationalpark und ganzjährig der Caprivi-Streifen. Die Hauptstadt Windhoek und der komplette südliche Landesteil gelten hingegen als malariafrei.

Diese Beispiele belegen, dass Sie sich vor Reiseantritt genau informieren sollten, wo genau und zu welcher Jahreszeit momentan welches Malariarisiko herrscht.

Malariaprophylaxe: Das können Sie tun

Die beste Vorbeugung vor Malaria ist zunächst, so wenig wie möglich von Moskitos gestochen zu werden. Wer also in ein Malariagebiet reist, sollte auf jeden Fall folgende Dinge im Gepäck haben:


  • Lange und helle Kleidung
  • einwandfreies und unbeschädigtes Moskitonetz
  • Insektenschutzmittel mit dem Inhaltsstoff DEET oder Icaridin
  • Spray zur Imprägnierung für Kleidung

Malariaprophylaxe Malaria Schutz Was Tun Reise Tipps Grafik

Außerdem sollten Sie bei der Wahl der Unterkunft darauf achten, dass diese so gut es geht eine Moskitobekämpfung vornehmen und über eine gute Klimaanlage, sowie Insektenschutzgittern an Türen und Fenstern verfügen. Beides kann zwar das Risiko gestochen zu werden nicht völlig ausschließen, aber dennoch deutlich minimieren.

Eine Impfung gegen Malaria gibt es nicht. Allerdings besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Malariaprophylaxe mit Tabletten. Dafür kommen grundsätzlich drei unterschiedliche Wirkstoffe in Betracht:

  • Mefloquin

    Das am gebräuchlichste Medikament, das diesen Wirkstoff beinhaltet, heißt Lariam. Es ist das preisgünstigste Präparat zur Malariaprophylaxe und auf den ersten Blick auch das praktischste, da man nur eine Tablette pro Woche einnehmen muss.

    Allerdings hat es erhebliche Nebenwirkungen: in circa 25 Prozent der Fälle treten schwere Schlafstörungen, Halluzinationen, Wesensveränderungen oder Verwirrtheit auf.

  • Doxycyclin

    Doxycyclin ist ein Antibiotikum gegen verschiedene Infektionskrankheiten, darunter auch Malaria. Man nimmt eine Tablette pro Tag ein, allerdings niemals in Kombination mit Milchprodukten, da ansonsten der Wirkstoff darin gebunden und sofort wieder aus dem Körper ausgeschieden wird.

    Auch Doxycyclin hat Nebenwirkungen: Trotz Sonnencreme führt es zu einer extrem erhöhten UV-Anfälligkeit der Haut, was gerade in den tropischen Sonnenregionen eine erhebliche Einschränkung sein kann. Zudem wird empfohlen, das Medikament noch mindestens zwei, besser vier Wochen nach der Rückkehr weiterhin einzunehmen.

  • Atovaqoun/Proguanil

    Diese beiden Wirkstoffe werden als fixe Kombination in Tablettenform angeboten. Das bekannteste Medikament trägt den Namen Malarone. Es ist zwar mit Abstand das teuerste Medikament, allerdings auch das verträglichste.

    In seltenen Fällen gehen mit der Einnahme Übelkeit einher – insbesondere, wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird. Zuweilen sind auch leichte Hautausschläge, Kopfschmerzen oder innere Unruhe zu verzeichnen, die sich jedoch im erträglichen Rahmen halten. Viele Reisenden haben mit diesem Kombipräparat gute Erfahrungen gemacht, zumal man es nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet nur noch für maximal eine weitere Woche einnehmen muss.

Alle drei Medikamente zur Malariaprophylaxe sind verschreibungspflichtig und müssen bereits zwei bis drei Tage vor dem Eintritt in ein Risikogebiet eingenommen werden. Sie bieten zwar keinen hundertprozentigen, aber doch recht zuverlässigen Schutz. Keinesfalls sollten Sie in diesem Zusammenhang jedoch auf homöopathische Mittel zur Malariaprophylaxe vertrauen.

Wer nur kurz in einem Malariagebiet unterwegs ist oder wenn das Risiko einer Infektion in der bereisten Gegenden als gering eingestuft wird, der kann auch eines der oben genannten Medikamente als Standby-Therapie mit sich führen. Das heißt, die Einnahme erfolgt nur dann, wenn nach einem Eintritt in ein Risikogebiet Symptome auftreten und kein Arzt erreichbar ist. Dies sollten Sie jedoch im Vorfeld genau mit Ihrem Tropenmediziner in Deutschland besprechen.

Symptome und Verlauf von Malaria

Wer sich mit Malaria infiziert hat, bemerkt dies nicht sofort. Frühestens ein bis zwei Wochen nach der Infektion treten Symptome auf. In Einzelfällen kann die Inkubationszeit sogar bis zu einem halben Jahr dauern. Daher sollten Sie auch lange nach einer Rückkehr aus einem Risikogebiet noch eine mögliche Erkrankung an Malaria in Betracht ziehen, wenn Sie folgende Symptome verspüren:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Durchfall
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Erbrechen

Malaria kann bei Nichtbehandlung tödlich enden. Daher gilt: Sobald Symptome der Malaria auftreten, müssen diese schnell behandelt werden.

Wer also den Verdacht hat, an Malaria erkrankt zu sein, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben – am besten in eine Klinik mit einer tropenmedizinischen Abteilung. Denn wenn die Krankheit rechtzeitig behandelt wird, liegt die statistische Sterblichkeit deutlich unter einem Prozent. Malaria gilt daher als heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und gegen sie vorgegangen wird.

Behandlung von Malaria

Bei einem Verdacht auf Malaria wird zunächst eine Blutuntersuchung vorgenommen, um zu sehen, ob und welche Erreger nachgewiesen werden können.

Im Anschluss daran erfolgt zeitnah eine medikamentöse Therapie gegen die festgestellten Parasiten. Dies geschieht entweder in Tabletten- oder in Infusionsform. Häufig werden dabei die Wirkstoffe Chloroquin und Hydroxychloroquin verwendet, in Deutschland auch als das Medikament Resochin bekannt.

Außerdem werden je nach Bedarf zusätzlich die Symptome behandelt und in schweren Fällen die Beatmung mit Sauerstoff verordnet.

Die Länge der Behandlung richtet sich danach, wie frühzeitig die Krankheit erkannt und wie schwer sie bereits ausgebrochen ist. Sie reicht meist von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen bei schweren Fällen, in denen eine intensivmedizinische Betreuung notwendig ist.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: nechaevkon by Shutterstock.com]
3. April 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Weiter zur Startseite