Migräne: Das können Sie dagegen tun

Wer an Migräne leidet, wird das kennen: Heftige Attacken von Kopfschmerzen, meist noch verbunden mit Übelkeit und Überempfindlichkeit gegenüber Lärm und Licht.

Doch wie entsteht Migräne eigentlich und was können Sie dagegen tun? Gibt es wirkungsvolle Therapien?

Wir haben für Sie das Thema Migräne näher angeschaut und die Ursachen sowie die möglichen Behandlungsstrategien genauer unter die Lupe genommen.

Migräne: Das können Sie dagegen tun

Was ist Migräne genau?

Migräne sind Kopfschmerzen, die in unregelmäßig in Schüben (sogenannten „Attacken“) auftreten. Meist ist nur eine Seite des Kopfes und / oder der Stirnbereich bis hinunter zu den Augen und den Schläfen von den Schmerzen betroffen. Dies aber dann umso heftiger. Zudem klagen die meisten Migräne-Geplagten noch über weitere Symptome wie:

  • Übelkeit
  • Lärmempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Kribbeln
  • Lähmungeerscheinungen

In Deutschland leiden ungefähr 15 Prozent aller Frauen unter Migräne und circa acht Prozent der Männer – meist in den mittleren Lebensjahren. Aber auch im Alter verschwindet die Migräne nicht immer.

Die Schmerzanfälle kommen dabei meist scheinbar aus heiterem Himmel. Nach etlichen schmerzfreien Tagen überfällt die Migräne-Geplagten plötzlich eine Schmerzattacke, die dann einige Stunden bis hin zu wenigen Tagen anhält.

Tipps: So behandeln Sie Migräne am besten

Die meisten Migräne-Patienten haben bereits Etliches probiert, um ihre Migräne in den Griff zu bekommen – oft ohne Erfolg. Das liegt auch daran, dass vieles in Bezug auf die Krankheit medizinisch gesehen noch im Dunkeln liegt. Aber auch daran, dass etliche Hausärzte in Bezug auf Migräne nicht ausreichend ausgebildet sind, da im Gesundheitswesen diesbezüglich falsche Anreize gesetzt wurden und noch werden.

So wurden in der Vergangenheit nicht wenige Migräne-Geplagte mangelhaft behandelt. Dies betraf sowohl die Untersuchungsmethoden als auch die Medikation. Gerade letztere sollte langfristig und prophylaktisch erfolgen, auch wenn die Medikamente mitunter durchaus hoch dosiert sind (Betablocker, Kalziumblocker, Antiepileptika oder gar Antidepressiva).

Aber auch für Personen, die nur hin und wieder an Migräne leiden (also seltener als einmal pro Monat) und bei denen eine prophylaktische medikamentöse Therapie nicht notwendig ist, gibt es einiges zu beachten, um die Attacken so selten und so gering wie möglich zu halten:

  • Treiben Sie Sport
    Gerade Ausdauersport an der frischen Luft beugt Migräne-Attacken vor. Dabei müssen Sie nicht für den nächsten Marathon trainieren. Eine Stunde pro Tag schnelles Gehen oder Nordic Walking ist dabei schon völlig ausreichend.
  • Meiden Sie Stress
    Versuchen Sie, Stress und psychische Belastungen so gut es geht zu meiden. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie bestimmte Gedanken immer wieder quälen oder Sie sich wie in einem Hamsterrad fühlen, können Psychotherapeuten mit einer Verhaltenstherapie eine Lösung darstellen.
  • Entspannen Sie sich
    Entspannungsverfahren wie Meditation, Biofeedback, autogenes Training, Yoga oder eine regelmäßig durchgeführte progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, beugen Migräne zusätzlich vor.
  • Versuchen Sie es mit Schmerzmitteln
    Gerade wenn die Migräne selten vorkommt oder nicht so heftig ausfällt, können Sie versuchen, die Attacken mit leichten Schmerzmitteln wie ASS, Ibuprofen, Diclofenac oder Metazimol in den den Griff zu bekommen oder abzumildern. Andernfalls könnte Ihnen Ihr Hausarzt zusätzlich sogenannte Triptanedie verschreiben wie zum Beispiel „Metoclopramid“ oder „Domperidon“.

Untersuchungsmethoden wie Computer- oder Kernspintomografie (CT / MRT) sind dabei überflüssig. Sie helfen in Bezug auf die Behandlung der Migräne nicht weiter und bringen dem behandelnden Arzt nur eine zusätzliche Einnahmequelle. Sinnvoller ist da ein ausführliches Gespräch mit dem Mediziner über Häufigkeit, Lebenswandel und Auftreten der Migräne-Attacken.

Ursachen von Migräne

Die Wissenschaftler forschen noch immer nach den genauen Ursachen von Migräne. Eine davon liegt mit großer Wahrscheinlichkeit in der Genetik. Migräne ist also vererbbar und bis zu einem gewissen Maß Sache der Veranlagung.

Aber unabhängig davon sind inzwischen viele Triggerfaktoren bekannt, die eine Migräne auslösen können, wenn ein Mensch diese Veranlagung besitzt. Diese sind individuell unterschiedlich. Die meisten davon sind:

  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Hunger
  • Reizüberflutung
  • Wetterumschwung
  • Alkohol
  • Koffeinentzug
  • Menstruationsbeschwerden bei Frauen

Entgegen der landläufigen Meinung gehören bestimmte Nahrungsmittel wohl nicht dazu. Sie können aber sehr wohl einen sogenannten „Nocebo-Effekt“ auslösen: Hier kann alleine die negative Erwartungshaltung und die Erfahrung, dass eine bestimmte Ernährungsweise schon einmal in Zusammenhang mit einer Migräne-Attacke aufgetreten ist, Stress verursachen, der dann wieder zu einem neuerlichen Schmerzanfall führt.

Oft sind Heißhungerattacken auch ein Vorbote für eine beginnende Migräne. Wenn die Betroffenen diesem Heißhunger dann nachgeben und in der Folge sich eine Schmerzepisode entwickelt, stellen viele dies in einen kausalen Zusammenhang.

Essen Sie also ruhig, was Ihnen schmeckt, so lange Sie dies ausgewogen und regelmäßig tun. Strenge Diäten und Fastenkuren bedeuten für den Körper eher Stress und lösen eher Migräne aus als bestimmte Nahrungsmittel. Trotzdem schadet es nicht, auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Unterschiedliche Phasen bei Migräne

Migräne entwickelt sich jedes Mal unterschiedlich. Aber meist verläuft sie in typischen Phasen, die binnen kurzer Zeit aufeinander folgen:

  1. In der Vorbotenphase, die sich über mehrere Stunden ankündigt, tritt starke Müdigkeit, Gereiztheit oder aber auch Gleichgültigkeit auf. Häufig in Kombination mit Heißhungerattacken.
  2. In der sogenannten Auraphase klagen die Betroffenen über leichte bis mittlere Sehstörungen wie Flimmern, das Wahrnehmen von Linien oder Unschärfe. Auch vorübergehende Wortfindungsstörungen (Aphasie) oder gar kurzzeitige Lähmungserscheinungen können auftreten.
  3. In der Schmerzphase tritt dann die Migräne mit voller Wucht ein. Heftige Kopfschmerzen sowie häufig Übelkeit bis hin zu Erbrechen aber auch diverse Überempfindlichkeiten zeigen sich hier über mehrere Stunden bis Tage. Die Betroffenen sehnen sich nach Dunkelheit und Ruhe.
  4. In der Erholungsphase bilden sich die Symptome sukzessive zurück. Die Kopfschmerzen verschwinden, dennoch sind die Betroffenen über mehrere Stunden oder sogar Tage noch schlapp und erschöpft.

In vielen Fällen tritt die Migräne auch ohne die Auraphase auf. Dann fühlen sich die Betroffenen von der Schmerzattacke gewissermaßen überfallen.

Wenn die Migräne-Geplagten dann weiterhin dem Stress ausgesetzt sind und die extremen Schmerzen ertragen müssen, kann dies in seltenen Fällen sogar bis hin zu einem Apoplex führen, sofern entsprechende Vorschädigungen in den Gefäßen vorliegen.

Hilfsangebote für Migräne-Geplagte

Wer unter Migräne leidet, kann zusätzlich zu seiner ärztlichen Behandlung noch weitere Informationen und Rat bei diversen Organisationen suchen. Drei Tipps:

Prognose bei Migräne

Wer an Migräne leidet, kann diese mit der richtigen Behandlung und Vorbeugung durchaus einigermaßen in den Griff bekommen. Eine komplette Heilung ist jedoch nicht möglich. Es können immer wieder Schmerzanfälle auftreten.

Eine Hoffnung ist aber, dass sich die Beschwerden aber auch die Häufigkeit mit zunehmendem Alter abschwächen. Aber selbst wenn nicht, so verändern sich die Migräne-Attacken mit der Zeit: Bei vielen Patienten nehmen im Laufe der Jahre die Schmerzphasen an Intensität ab, dafür die Auraphasen an Dauer, Häufigkeit und Intensität zu.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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15. Dezember 2020 Redaktion Icon Autor: Herbstlust Redaktion

Die Herbstlust-Redaktion besteht aus erfahrenen Autoren mit langjähriger Berufserfahrung. Trotz sorgfältiger Recherche erheben die Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informieren lediglich allgemein. Der vorliegende Artikel kann eine fachliche oder ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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