Nasenbluten: Was Sie dagegen tun können

Die Nase ist ein sehr gut durchblutetes Körperteil. Das bedeutet auch eine große Anfälligkeit für Wunden: Nasenbluten entsteht. Doch wie kann man Nasenbluten stoppen? Und was sind die Ursachen? Ist etwas dran am Volksglauben, dass Nasenbluten bei Stress oder Erkältung besonders häufig entsteht? Und wann sollten Sie zu Arzt? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Thema Nasenbluten.

Nasenbluten: Was Sie dagegen tun können

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Nasenbluten stoppen: Was tun bei Nasenbluten?

Wenn Blut au der Nase tropft, ist für viele der erste Gedanke: „Wie stille ich am besten Nasenbluten?“ Immerhin ist Nasenbluten meist schmerzfrei und für viele einfach nur lästig. Gleichzeitig ist das viele Blut für nicht wenige Menschen ein Alarmsignal.

Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen ist Nasenbluten harmlos und hört von selbst auf. Entgegen dem weitverbreiteten Mythos sollten Sie allerdings nicht den Kopf in den Nacken legen. Denn dann rinnt das Blut in die Luft- oder Speiseröhre. Dort kann es Atemnot oder Würgereize auslösen. Zudem lässt sich so nicht beurteilen, wie hoch der Blutverlust ist.

Stattdessen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Setzen Sie sich aufrecht
  2. Beugen Sie den Kopf tief nach vorne
  3. Kühlen Sie den Nacken
  4. Drücken Sie die Nasenflügel einige Minuten zusammen

Meist sollte das Nasenbluten dann nach kurzer Zeit nachlassen oder sogar komplett stoppen. In diesem Fall sollten Sie sich danach aber nicht schnäuzen. Auch sollten Sie nichts in die Nase stecken um die Blutung zu stoppen. Denn in beiden Fällen kann im Anschluss die kleine Wunde aufreißen und das Nasenbluten wieder auftreten.

Plötzliches Nasenbluten aus einem Nasenloch

Dass Nasenbluten nur in einem Nasenloch auftritt und nicht in beiden ist eher die Regel als die Ausnahme. In diesem Fall ist einfach ein Blutgefäß – meist im vorderen Nasenteil – geplatzt.

Wenn Sie also ohne Vorzeichen aus einem Nasenloch bluten und das nicht regelmäßig auftritt, gilt als erster Schritt: Ruhe bewahren und keine Panik. In der Regel reichen die oben genannten Schritte, um das Nasenbluten in den Griff zu bekommen.

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Nasenbluten: Gründe und Risikofaktoren

Die Ursachen für Nasenbluten sind vielfältig. Meist sind sie lokal bedingt und harmlos. In diesem Fall platzt einfach ein Äderchen im vorderen Nasenabschnitt. Die Gründe dafür können entweder im heftigen Niesen oder Schnäuzen liegen (zum Beispiel bei einer Erkältung) oder in einer Gewalteinwirkung von außen wie einem Schlag oder einem Sturz.

Es gibt aber auch noch andere Gründe für Nasenbluten:

  • Gewebsveränderungen
    Fehlbildungen oder ein beginnender Tumor können zu häufigem Nasenbluten führen. In diesem Fall sollten Sie Ihre Nase von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersuchen lassen.
  • Erkrankungen
    Bestimmte Erkrankungen fördern das Risiko, Nasenbluten zu bekommen. So zum Beispiel: Infektionskrankheiten wie Grippe, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Leukämie oder eine Allergie.
  • Medikamente
    Auch die Einnahme bestimmter Medikamente können Nasenbluten auslösen. Vor allem Aspirin oder andere Schmerzmittel sowie Antibiotika, Psychopharmaka oder Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen rufen solche Nebenwirkungen hervor.

Dass Stress Nasenbluten hervorruft, ist hingegen ein Mythos. Ebenso wie die Behauptung, Nasenbluten sei gesund und reinigend. Meist ist es zwar unbedenklich, aber gesundheitsfördernd ist es auch wiederum nicht.

Was kann plötzliches Nasenbluten bedeuten?

Da die Ursachen für Nasenbluten so vielfältig sind, kann auch die Bedeutung und die Gefährlichkeit entsprechend unterschiedlich sein. Wie schon erwähnt, ist Nasenbluten in den meisten Fällen nicht gefährlich.

Hat es jedoch seinen Ursprung im hinteren Nasenabschnitt, so sind in der Regel dort größere Blutgefäße betroffen. Hier lässt sich die Blutung nicht so leicht stoppen.

Ist dies der Fall und die oben genannten Tipps führen nicht zum Erfolg oder tritt das Nasenbluten häufiger auf, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

Häufiges Nasenbluten bei Kindern

Bei Kindern tritt Nasenbluten häufiger auf als bei Erwachsenen. Der Grund dafür ist, dass die kleinen Blutgefäße noch verletzlicher sind als im Alter. Zudem spielen und bohren sich Kinder häufiger an beziehungsweise in der Nase, was Nasenbluten auslösen kann.

In der Folge reagieren sie oft panisch wenn sie ihr eigenes Blut sehen. Daher gilt es, die Kinder zu beruhigen. Befolgen Sei die oben genannten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Nasenbluten und reden Sie ruhig, langsam, leise und sanft auf das Kind (zum Beispiel Ihren Enkel) ein.

Nasenbluten nachts

Nächtliches Nasenbluten tritt vor allem in Zusammenhang mit einer Erkältung oder einer anderen Infektionskrankheit auf. Dies kann durch das Austrocknung und Zuschwellen der Nasenschleimhäute im Liegen, häufiges Nase putzen sowie die Nutzung von abschwellenden Nasensprays passieren.

Aber auch ein erhöhter Blutdruck oder Medikamente können Nasenbluten nachts auslösen.

Falls Sie also nachts davon überrascht werden, sollten Sie nicht liegen bleiben. Befolgen Sie oben erwähnten vier Schritte, um das Nasenbluten stoppen zu können, ehe Sie sich wieder schlafen legen.

Nasenbluten mit Blutklumpen

In Zusammenhang mit einer Erkältung kommt es auch häufig dazu, dass das ausgetretene Blut verklumpt.

Dies ist kein Grund zur Besorgnis – im Gegenteil. Wenn sich Blutklumpen beim Nasenbluten bilden, ist dies meist ein Zeichen, dass sich die Blutgefäße zügig verschließen und verheilen können. Bedenklich wird vielmehr es erst, wenn keine Blutgerinnung stattfindet.

Um die lästigen Blutgerinnsel oder die Blutklumpen aus der Nase zu entfernen, sollten Sie jedoch sehr vorsichtig vorgehen, um die frisch verheilte Wunde nicht wieder aufzureißen. Am besten belassen Sie diese in der Nase bis sie sich von selbst lösen – auch wenn es schwer fallen mag.

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Nasenbluten: Wann zum Arzt?

Wie erwähnt kann Nasenbluten im Einzelfall durchaus auf eine ernste Ursache hindeuten – wenngleich dies eher selten der Fall ist. Sie sollten daher unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen, wenn das Nasenbluten mehrmals pro Woche auftritt.

Der Arzt wird dann Ihre Nase und die Risikofaktoren eingehend mit folgenden Diagnosemethoden untersuchen:

  • Nasenspiegelung
  • Bildgebende Verfahren wie CT, MRT und Ultraschall
  • Blutdruckmessung
  • Blutanalyse

Je nach Ergebnis wird er dann die Stelle entweder lokal veröden, medikamentös behandeln oder die entsprechende Ursache therapieren, für die das Nasenbluten nur ein Symptom darstellt.

Wann wird Nasenbluten gefährlich?

In manchen Fällen kann Nasenbluten sogar einen Notfall darstellen:

  • Wenn nach einem Schlag oder einem Sturz das Nasenbein gebrochen sein könnte.
  • Wenn das Nasenbluten länger als 20 Minuten andauert und sich nicht stoppen lässt.
  • Wenn das Nasenbluten zu einem extremen Blutverlust und dadurch zu einem Schock führt.

In diesem Fall sollten Sie einen Notarzt anrufen und sich umgehend im Krankenhaus durchchecken lassen.

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So können Sie Nasenbluten vorbeugen

Wer öfters unter Nasenbluten leidet, sollte versuchen, diesem vorzubeugen. Hier haben sich einige Tipps als hilfreich erwiesen:

  • Halten Sie die Luftfeuchtigkeit im Haus bei mindestens 40 Prozent (besser sind 60 Prozent). Gerade wenn Sie im Winter richtig heizen, sollten Sie Luftbefeuchter verwenden. Dies verhindert ein Austrocknen der Schleimhäute.
  • Halten Sie Ihre Nase mit Pflegesprays und Nasenduschen feucht. Abschwellende Nasensprays sollten nur sehr kurzzeitig verwendet werden – wenn überhaupt. Sie trocknen die Nase aus und fördern Nasenbluten.
  • Halten Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft auf – auch im Winter. Nichts ersetzt das tägliche Spazieren gehen in Bezug auf Ihre Gesundheit.
  • Halten Sie sich an die Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung. Dies beugt Bluthochdruck vor und somit Gefäßverstopfungen. Auch auf Alkohol und Rauchen sollten Sie möglichst verzichten.
  • Halten Sie sich von bestimmten, überflüssigen Medikamenten fern. Vor allem Aspirin wirkt noch lange nach der Einnahme blutverdünnend.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und informiert Sie nur allgemein. Er kann und soll eine medizinisch-ärztliche Beratung nicht ersetzen. Vor der Einnahme eines Medikamentes lesen Sie bitte die Packungsbeilage sorgfältig durch und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

[Bildnachweis: herbstlust.de]

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